IndonesienZillgowski Deluxe

Wunderland

20.04.2011 |

Gowski:

Von Labuanbajo nach Yogjakarta über Surabaya

Mit großem Jubelgeschrei und Raunen in der Jury wird Kuta als Nummer 1 im Ranking der luxuriösesten Absteigen unseres Trips verdrängt vom "Favehotel" in Surabaya.

Vollverglaster Badezimmerkubix, Flachbildfernseher und Wlan im Bett.. Purer Luxus für eine Nacht.

Am nächsten Tag steigen wir in die lokale Eisenbahn, die uns fünf Stunden später in Yogjakarta abwirft.

Hier wird auf dem Zugdach kampiert, während der Fahrt bei offener Tür geraucht und in regelmäßigen Abständen heiße Reisgerichte auf Porzellantellern durch die Gänge getragen, die man sich für den Preis von umgerechnet 30 Cent einverleiben kann.

Wir kommen gut gelaunt in Yogjakarta an und beziehen unsere schicke Holzhütte mit Blick auf den Pool. Hier treffen wir sogleich auf zwei Berliner Reisende. Endlich mal wieder Witze in der Muttersprache reißen!! Herrlich!

Ich probiere gleich drei aus.

Der Erste handelt von unserer Drachenexpedition auf Komodo, wo wir die Komodo-Warane in ihrem natürlichen Lebensraum bobachten wollten…die sich gesammelt und vollgefressen unter der Hütte des Haupteingangs sonnten, von dessen Terrasse ab und zu ein Leckerli fiel, während wir eine einstündige Expedition durch den Dschungel machten, bei der wir kein einziges Tier sahen, nicht mal einen lausigen Laubfrosch.

Der Zweite handelt von der Selbstüberlistung, mit der man sich immer mal wieder in die Realität zurückholt, wenn sich das Reiseleben allzu paradiesisch aufführt:

Man verliert oder verlegt ab und zu kleine, äußerst wichtige Gegenstände, die man nach einer etwa fünstündigen, hysterischen Suche erleichtert wiederfindet.

Der dritte Witz bezieht sich auf Martins Spruch "I better get my sharkdress!", als wir am (Achtung: Datum) 01.04. auf dem Tauchboot mit vier bierernsten, holländischen, vollequipten Tauchstrebern gerade im Begriff waren, den Tauchgang zu starten.

Wir machen uns am nächsten Morgen auf die Suche nach dem Sultantempel "Kraton", der mitten in der Stadt rumsteht und 25000 Einwohner umfasst. "Vatikan" denken wir und bewundern die zahlreichen Stofffärbereien am Sraßenrand, nur um im nächsten Moment ausdrücklich vor der Batik-Mafia gewarnt zu werden.

Martins Befürchtungen, hinter jeder Ecke könnte ein in Batik eingekleideter Mafiosi mit dunkler Sonnenbrille lauern ("Geld her, oder ich batike deine Klamotten!") treiben uns auf schnellsten Wege ins Palastdorf.

Hier empfängt uns auch schon ein netter, einheimischer Geschichtenonkel, der uns ungefragt eine wunderbare unterirdische Moschee und die vormals herrschaftlichen Schwimmbecken des Sultans zeigt.

Hier durften damals die 12 Harems des Bosses baden, immer zwei auf einmal für eine Stunde.

Ob es zu der Zeit wohl schon Paparazzis gab?

Das Museum nebendran ist dann doch eher langweilig. Hier werden aufgrund der großen Verehrung des Oberhauptes sogar das Kochgeschirr und die löchrigen Käsesocken des Sultans Nr. 7, 9 und 12 ausgestellt.

* Zill:*

Nach den verwunschenen Buchten und Traumstränden in Komodo fällt der Umstieg auf ambitioniertes Kulursightseeing schon ein bisschen schwer.

Aber immerhin befinden wir uns im kulturellem Zentrum Indonesiens und zwar In Yogjakarta der eigentlichen Hauptstadt Javas. Zugegebenermaßen erschwert der hiesige Fashion Trend ein wenig die Freude an den Sehenswürdigkeiten. Die 90ger Jahre leben hier nämlich noch fröhlich weiter in Form von bunten Batikklamotten, die hier nicht nur Touristen offeriert werden, sondern auch bei der einheimischen Bevölkerung sehr beliebt sind.

Hat man sich erst mal aus dem Batikzentrum Yogjakartas entfernt, um die umliegenden Tempel mit Hilfe von schlechten Karten oder verwirrenden Strassenschildern zu finden. entspannt sich die Lage jedoch wieder schnell.

Nirgends sind in Batik gekleidete Touristen zu entdecken, auch von der Batikmafia fehlt jede Spur. Dafür hallt aus allen Gassen, Garküchen, Tankstellen und Motoradschlauchläden wieder jenes urfeundliche "Hello", das Ausflüge abseits der befahrenen Routen hier so wundervoll macht.

Indonesien ist für mich mittlerweile das wahre Land des Lächelns, weil sich hinter einem freundlichem, breiten Grinsen nicht unweigerlich die Aufforderung verbirgt ein überteuertes Souvenir oder ein schlecht zubereitete Suppe zu kaufen. Hier stehen die Menschen zu ihrem Lächeln und reagieren einfach nur überrascht und interessiert auf die Ankunft zweier grosser, langnasiger Menschen.

Wir finden unsere Tempel dann sogar und schliessen uns ganz landesuntypisch einem Guide an, diese zu erkunden und kaufen sogar überteuerte Souvenirs, sozusagen als neckischer Aufstand, rebellierend gegen die Gepflogenheiten in diesem Land.

Nach so viel Übermut im Anmut dieses Landes entschliessen wir uns einen Schlenker über Singapur zu fliegen, um uns mal wieder in einem Luxusstaat zurecht zu finden. Wir checken in ein winziges aber gemütliches Wohnklo ein und marschieren durch die auswogenden Shopping- und Architekturparadise dieser Metropole.

Doch trotz aller Schönheit und allem Überfluss in dieser asiatischen Enklave des Luxus vermissen wir die freundlichen Rufe und Frohlockungen aus den Hinterhöfen und Seitengassen. So versuchen wir unser kurzzeitiges Heimweh mit dem Besuch einer Dachterrasse im 63 Stockwerk, mitsamt gigantischem Pool, voller planschender Chinesen, eine lautstarken Ansammlung von internationalen Investmentbänkern und dem Glitzern ihrer dicken Uhren mit Singapore Slings zu bekämpfen.

Die Aussicht ist phantastisch die Drinks schmackhaft, nur der Haken kommt mit einer Rechnung über ? 72,-.

Nun sind wir gerade auf Sumatra gelandet, eine Flasche geschmuggelten Luxusrum im Gepäck und freuen uns auf neue Abenteuer in diesem Wunderland.

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Zillgowski Royal
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