IndonesienZillgowski Deluxe

Schlaraffenland

30.03.2011 |

Gowski:

In der Geschichte übers Schlaraffenland muss man sich durch einen großen Berg Grießbrei essen, um ins Paradies zu gelangen…

...in der Realität bucht man sich eine Flug für 550 Euro nach Kuala Lumpur, wo man sich ca. zwei Tage im Shoppingparadies aufhält, hier und da ein cooles Tsihrt abgreift, um dann auf direktem Weg in Ubud auf Bali einzufallen.

Hier drängen sich herrlichste Tempelanlagen vor die Linse, große, bunte Märkte bieten dem Shoppingherz zauberhafte Sommerkleider, Sarongs und handgeschnitze Kunstobjekte und im Monkeyforest klettern einem freche Affen auf die Schulter und fressen Bananen aus der Hand….

und wenn man ganz viel Glück hat, trifft man am ältesten Hindu-Tempel Balis ?Tirta Empul? die kleine indonesische Frau, die ein Geheimnis hat.

Sie steht an einem kleinen Zaun zwischen Reisfeldern und deutet ganz aufgeregt auf den Weg hinter sich. Man muss ihr vorurteilsfrei folgen, auf schnellen Fersen und schmalen Pfaden und die Frage ?Wann kommt der Stand mit den Souveniers?? einfach verscheuchen. Nach fünf Minuten durchquert man noch gehetzt einen kleinen Fluss und hört ein Wort aus dem Mund der kleinen Frau: ?Wotrfol!?,dreht den Kopf in die richtige Richtung und sieht den herrlichsten Wasserfall, der sich mitten im Dschungel vom Felsen stürzt. Wenn man möchte, reißt man sich die Kleider vom Leib, lässt lustige Fotos von der Frau knipsen und wenn man nett ist, drückt man ihr auch noch einen kleinen Obulus in die Hand.

In Indonesien ist man jeden Tag Millionär, denn 1 000 000 Rupien sind 80 Euro und wenn man mal sparsam sein möchte, kauft man sich einen Tee für 20 000.

Unterhält man sich mit der richtigen Ubud-begeisterten Holländerin bekommt man wertvolle Tipps und befindet sich erst auf dem Moped und dann zu Fuß auf einem wundervollen Pfad durch Reisfelder zum umjubelten Biorestaurant ?Sari Organic?. Hier gibt es alles aus dem eigenen Garten mit Blick aufs bizarre Hinterland, hübsch angerichtet mit einem Gläschen Palmenwein.

Abends nach der wilden Fahrt zurück per Moped im Linksverkehr wirft man sich rücklings in den hauseigenen Pool, der tempelartigen Hotelanlage und genießt anschließend frischgepressten Mangosaft und schläft bei Urwaldklängen glücklich ein.

Zill:

Das Wunderbare an einem erneuten Trip nach Asien, ist die Wiederentdeckung des Schlaraffenlandes. 12 Monate deutsche Sozialisierung verdrängen diesen Zustand fast vollkommen aus dem Unterbewustsein. Erst 2 kleine Inseln zwischen Bali und Lombok erinneren die geplagte Seele an die Schönheit des Reisens und an die Sage des Schlaraffenlandes.

Noch ein wenig überfordert durch die unzähligen Akquirierungsangebote Balis (Taxi, Massage, Bungalow, cheap, cheap) entwickelt die reisende Seele schnell eine Schockstarre aufgrund von schnöden und überflüssigen Angeboten.

Doch halt, es gibt sie tatsächlich noch, die kleinen Inseln der Gedankenlosigkeit und der wahrhaften Freude und Güte.

Nichtsahnend sitzt man unter einer Palme und erhört den Lockruf einer Tauchschule, die mit unschlagbaren, verlockenden Angeboten der Unterwassererkundung hofiert. Hinter dem kecken Lächeln des Verkäufers verbirgt sich bei genauerem Hinsehen echte Lebenslust und Abenteuergeist.

Lässt man sich auf das Angebot ein, wird man ungefähr eine Stunde später die Unterwasserbegegnung mit einer Schildkröte zu schätzen wissen.

Angelockt von der Versuchung der Hingabe an das Paradies fallen langsam alle Schranken und Hürden des inneren Schweinehundes. Die Live Band des nächsten lächelnden Darbieters ist sich zwar nicht ganz einig, ob sie die Instrumente beherrscht oder nicht, zaubert dafür aber eine erstklassige Reggeastimmung an den pitoresken Hintergrund eines abendlichen Traumstrandes, Wetterleuchten inklusive.

Setzt man sich nichtsahnend auf einen gemeinen Plastikstuhl am Strand, hört man alsbald Rufe von bekannten Freunden aus Berlin und ehe man sich versieht, sitzt man inmitten einer bunten Runden mit Rum und schönen Geschichten aus der Heimat.

Selbst dem gemeinen Lockruf eines Taxifahrers kann man hier nicht wiederstehen, weil die Motorhaube seines Taxis aus einen würdevollen Pferd besteht, das einem auffordernd anwiehert seinen Chef zu bezahlen, damit er dem Pferd neues Hafer besorgt.

Als wir dann eines Abends in einem Restaurant vollgefressen unser Bäuche hielten, dachten wir kurz daran, dass ein Schoko-Bananen Pfannkuchen dieses Mahl noch abrunden würde und ehe wir uns umsehen konnten, wurde uns dieses Mahl auf Kosten des Hause vor die Nase gestellt.

Der Koch muss entweder Gedanken lesen können oder wir haben das Schlaraffenland tatsächlich gefunden…

Es gibt 10 Kommentare.
Deine Meinung?

  1. hi martin,
    vielen dank für die wunderschönen bilder und eindrücke von kuala lumpur. genießt den moment. auf bald stempie

    sagte Stempie am 31.03.2011 um 01:25 Uhr #

  2. hey das is ja ne super geschichte mag die einleitung. ich finde das hast du dir oder habt ihr euch verdient, klingt nache inem unvergesslichem urlaub. habt noch ganz viel spass und bleib wie du bist. bist bald micha

    sagte michael waters am 31.03.2011 um 05:27 Uhr #

  3. martin, mal wieder schwer unterwegs. gute schreibe, liest sich flockig...und ja, ich kann mich kaum im stuhl halten > mich lockts ins Paradies....
    Gruss, kristyan

    sagte Kristyan Geyr am 31.03.2011 um 09:19 Uhr #

  4. Hach, da werden Erinnerungen an eigene Abenteuerreisen wach. Schön, dass Ihr mich ein bisschen virtuelle Paradiesluft schnuppern lasst. Der Countdown zu meinem Abenteuer ist übrigens aktiviert...noch 2 Wochen ;-)
    Euch noch ganz viel Spaß und denkt an meinen persönlichen Scouting-Auftrag! Nic***

    sagte Nic am 31.03.2011 um 09:51 Uhr #

  5. Hallo Martin,
    Du bist wieder unterwegs, habe Deine Reiseberichte schon vermisst. Gut zu hören, dass es Euch so gut geht.
    Grüsse ins Paradies
    M.

    sagte Michael Stricker am 31.03.2011 um 10:49 Uhr #

  6. Hallo Martin und hallo Martins nette Reisebegleitung,
    macht mal wieder Spaß zu lesen und zu gucken dein / euer Bericht. Ich bin gespannt, wo die Reise noch hingeht.
    Wie heißen die 2 kleinen Inseln der Glückseeligkeit zwischen Bali und Lombok? Seid / wart ihr auf den Gilis?
    gruß
    marcus

    sagte Marcus Livetravel am 06.04.2011 um 17:11 Uhr #

  7. Hi Markus.
    Das sind die Gili Inseln. Gili Air und Gili Meno sind toll. Gili Tranwagan ist schon zu überlaufen. Wir sind jetzt gerade im Komodo Nationalpark auf Flores, das ist der Knaller hier, der nächste Bericht kommt bald!
    lg Julia & Martin

    sagte Martin am 07.04.2011 um 07:00 Uhr #

  8. Hi Markus.
    Das sind die Gili Inseln. Gili Air und Gili Meno sind toll. Gili Tranwagan ist schon zu überlaufen. Wir sind jetzt gerade im Komodo Nationalpark auf Flores, das ist der Knaller hier, der nächste Bericht kommt bald!
    lg Julia & Martin

    sagte Martin am 07.04.2011 um 07:02 Uhr #

  9. aahhhchjaaaah!
    wenn man das liest und sieht, vergeht einem die schlechteste laune, danke! es bleibt natuerlich stehen: und ich!?
    macht weiter so und hoffentlich bis bald!
    gruss, bjoe

    sagte bjoern am 11.04.2011 um 16:06 Uhr #

  10. aahhhchjaaaah!
    wenn man das liest und sieht, vergeht einem die schlechteste laune, danke! es bleibt natuerlich stehen: und ich!?
    macht weiter so und hoffentlich bis bald!
    gruss, bjoe

    sagte bjoern am 11.04.2011 um 16:06 Uhr #

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