"Les Voiles de Saint-Tropez" Segel-Regatta
Mit 14 Knoten über die Ziellinie
07.10.2000 |
Gut erholt und ausgeschlafen beginnen Tania und ich den Tag. Tania wird noch einmal auf dem Presseboot mitfahren um noch ein paar Segelfotos zu machen und für mich steht die letzte Wettfahrt dieser Regatta mit der Wally B auf dem Programm.
Beim morgendlichen Briefing an Bord gibt Kapitän Greg die Parole für den Tag aus. Sie lautet: "Am Start noch etwas aggressiver sein, bei abnehmendem Wind versuchen in Landnähe zu kommen und ansonsten volle Konzentration bis ins Ziel."
Tatsächlich kommen wir dann als erste über die Startlinie und führen das Feld an. In der Nähe der Nioulargue Tonne, zu der das heutige Rennen führt, wird es dann aber doch wieder flauer. Irgendwie schaffen wir es – mit zum Teil sehr unkonventionellen Manövern – die Tonne zu umrunden. Aber wieder einmal hatten andere Schiffe mehr Glück oder eine bessere Taktik als wir. Wir sind ein paar Plätze nach hinten gereicht worden.
Auf dem Rückweg nach St. Tropez frischt der Wind wieder auf. Für einige der Yachten vielleicht ein wenig zu viel. Eine unserer Konkurrentinnen lässt beim Bergen den Spinnaker über Bord fallen und fährt dann sogar noch darüber. Das wirft sie weit zurück und bringt uns einen Platz vor. Einer anderen reißt der Spinnaker einfach ab und es kostet die Crew viel Zeit und Mühe das Segel unter Kontrolle zu bringen. Wieder einen Platz zurückerobert.
Mit fast 14 Knoten Fahrt rauschen wir von der letzten Bahnmarke in Richtung Ziel. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl mit einem solchen Schiff vor dieser Kulisse Rennen zu segeln. Im Ziel sind wir, glaube ich, das dritte Schiff unserer Klasse, aber das hat gar keine so große Bedeutung. Bei dieser Woche in St. Tropez geht es ums Dabeisein und um Spaß zu Wasser und an Land. Davon hatten wir reichlich und ich werde sicher auch nächstes Jahr wieder hier sein.
Zurück im Hafen heißt es ein letztes Mal das Schiff aufklaren. Die Regattasegel werden verpackt und verstaut. Zum Cruising segeln kommen andere zum Einsatz. Danach, die Zeit drängt schon wieder, geht es schnell unter die Dusche und dann treffen wir uns zum Crewdinner.
Abschiedsabend – Margherita Kübel und Seemansgarn
Unser "Sozialdirektor" hat einen Tisch in einem originellen mexikanischen Restaurant gebucht. Das Essen ist toll, der Margherita kommt krugweise auf den Tisch und die Stimmung ist ausgelassen. Gegen Mitternacht heben wir die Tafel auf und die Truppe verteilt sich auf die verschiedenen Bars und Kneipen. Gut informierte Quellen berichten, daß Einige bis 07.00 Uhr am nächsten Morgen gefeiert haben.
Wir gehen ein letztes Mal in die Bar des Hotel Sube. Schon heißt es Abschied nehmen von den Freunden, die ich lange nicht gesehen hatte und wahrscheinlich so schnell auch nicht wieder sehen werde. Doch nächstes Jahr Anfang Oktober werden sie sicher alle wieder hier sein.
Jochen und Tania
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- Name
- Jochen Krewitt
- Alter
- 50
- Ort
- Weltmeere
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"Les Voiles de Saint-Tropez" Segel-Regatta
Am Anfang stand eine Wette.
Im Jahr 1981 begegneten sich im Club 55 in St. Tropez zwei Yachtbesitzer. Nach ein paar Drinks kam unausweichlich die Frage auf, wer von beiden die schnellere Yacht habe. Da diese Frage am Tresen nicht zu beantworten war, kamen sie überein, die Sache am nächsten Tag mit einer kleinen Wettfahrt zu klären.
Dies war so etwas wie die Geburtsstunde einer jährlichen Veranstaltung, die sehr schnell zu einer der größten und spektakulärsten Regatten in der Welt avancieren sollte. Sie erhielt als Namen den Namen der Tonne, zu der das erste Rennen geführt hatte - La Nioulargue.
Meine erste Teilnahme an der Nioulargue war im Jahr 1985 als Crewmitglied auf einer amerikanischen Maxi-Rennyacht ( so etwas wie die Formel 1 auf dem Wasser) namens "Kialoa IV". Zehn Jahre später kam es im Verlauf der Regatten zu einem tragischen Unfall, bei dem ein Segler ums Leben kam. In den folgenden Jahren wurde auf die Austragung der Regatten verzichtet und lediglich von einigen Yachten eine Trauerparade zum Gedenken an den umgekommen Segler gefahren. Da aber die "Nioulargue" von allen sehr vermisst wurde, hat die Stadt St. Tropez im Jahr 2000 beschlossen eine Ersatzveranstaltung abzuhalten, die zur deutlichen Abgrenzung den schönen Namen "Les Voiles de St. Tropez" erhielt.
So sind sie nun wieder versammelt, die schönsten und größten Oldtimer und die schnellsten und aufregendsten Rennyachten aus dem Mittelmeer - und auch ich bin wieder dabei. Jochen
















