"Les Voiles de Saint-Tropez" Segel-Regatta
Heute an Bord morgen geht's fort...
02.10.2000 |
Anfahrt und Ankunft in Saint-Tropez
Unsere nächtliche Autofahrt startet um 23.30h in Hamburg. Bis auf die sintflutartigen Regenfälle im Frankfurter Raum gibt es von den leeren Autobahnen wenig Nennenswertes zu berichten.
Um 07.30 klingelt der Wecker. Aufstehen, anziehen und ab Richtung Hafen. Unterwegs noch schnell einen Café Creme und ein Croissant und pünktlich um 08.30 an Bord der Wally B. Die "Wally B" ist eine 32 Meter große Segelyacht modernster Bauart, die 1998 in Dienst gestellt wurde und normalerweise mit einer Besatzung von vier fest angestellten Crewmitgliedern segelt. Heute, zum Regattasegeln, sind 18 Mann (nicht alles Männer, tatsächlich 14 Mann und vier Frauen) an Bord. Mir wird die Position als Genua- und Spinnaker Trimmer zugewiesen. So mache ich mich schnell mit Setup an Deck und dem notwendigen Wissen für die Manöver vertraut. Klar zum Auslaufen um 09.00. Die Szenerie ist unbeschreiblich. Das Hafenbecken ist dicht gepackt mit Schiffen und eins nach dem anderen verlässt, manchmal nicht ohne Probleme, seinen Platz. Draußen weht schon ein frischer Wind um Windstärke 5. Der Start des Rennens, eigentlich für 10.30 angesetzt, wird um 30 Minuten verschoben, um allen Schiffen Zeit zu geben auf kleinere Segel zu wechseln und sich an den weiter auffrischenden Wind zu gewöhnen…
Wir setzen die Segel. Ab dann bekomme ich nicht mehr viel von dem Geschehen um uns herum mit. Der Trim der Genua verlangt meine volle Aufmerksamkeit und die Größe der Winden und die Last den Schoten ist respekteinflößend. Den Start fährt unser Skipper eher defensiv und so sind wir an der ersten Wendemarke in der Bucht von Cogolin an fünfter oder sechster Stelle. Danach geht es Richtung St. Maxime. Der Wind kommt etwas zu sehr von vorne um einen Spinnaker zu setzen, trotzdem versuchen es einige Schiffe. Wir beobachten spektakuläre Manöver. Die Schiffe, die sich mit Spinnakern versuchen handeln sich mehr Probleme ein als ihnen lieb sein kann und wir machen ein paar Plätze gut. Als nächste Wendemarke runden wir die Insel vor St. Raphael. Von hier geht es weiter zu einer Marke vor St. Tropez und dann über die Zielline direkt vor der Mole am Hafen. Am Ende werden wir zweite. Ich bin beeindruckt wie anscheinend mühelos sich dieses große Schiff segeln läßt. Auf den alten, weitaus kleineren Rennyachten der achtziger Jahre waren wir 30 Mann Besatzung und haben die ganze Arbeit an Deck nur mit Muskelkraft gemacht. Heute sind die Winschen hydraulisch getrieben und einige der Crewmitglieder bekommen bestenfalls wunde Fingerspitzen vom Knöpfe drücken. Ohne diese Technik wären solch große Schiffe wohl nur von einer halben Hundertschaft Crew zu bewältigen. Zurück im Hafen heißt es Deck aufklaren, mit Frischwasser abspülen usw. Um 18.00 Uhr von Bord. Schnell ins Pressezentrum um die Bilder des Tages zu senden. Probleme mit der Software verlangsamen die Übertragung und so ist es nach 20.00 Uhr bis wir damit fertig sind. Zurück ins Appartement, unterwegs einen Happen zu essen, Dusche, Abendgarderobe und wieder zum Hafen. Alle Crews sind in den Bars rund um den Hafen unterwegs und ich treffe viele alte Bekannte. Gegen Mitternacht treten wir den Heimweg zum Appartement an werden aber durch laute Musik vom Kurs abgebracht. In der Disco geht es hoch her. Ende offen.
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- Name
- Jochen Krewitt
- Alter
- 50
- Ort
- Weltmeere
- Webseite
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"Les Voiles de Saint-Tropez" Segel-Regatta
Am Anfang stand eine Wette.
Im Jahr 1981 begegneten sich im Club 55 in St. Tropez zwei Yachtbesitzer. Nach ein paar Drinks kam unausweichlich die Frage auf, wer von beiden die schnellere Yacht habe. Da diese Frage am Tresen nicht zu beantworten war, kamen sie überein, die Sache am nächsten Tag mit einer kleinen Wettfahrt zu klären.
Dies war so etwas wie die Geburtsstunde einer jährlichen Veranstaltung, die sehr schnell zu einer der größten und spektakulärsten Regatten in der Welt avancieren sollte. Sie erhielt als Namen den Namen der Tonne, zu der das erste Rennen geführt hatte - La Nioulargue.
Meine erste Teilnahme an der Nioulargue war im Jahr 1985 als Crewmitglied auf einer amerikanischen Maxi-Rennyacht ( so etwas wie die Formel 1 auf dem Wasser) namens "Kialoa IV". Zehn Jahre später kam es im Verlauf der Regatten zu einem tragischen Unfall, bei dem ein Segler ums Leben kam. In den folgenden Jahren wurde auf die Austragung der Regatten verzichtet und lediglich von einigen Yachten eine Trauerparade zum Gedenken an den umgekommen Segler gefahren. Da aber die "Nioulargue" von allen sehr vermisst wurde, hat die Stadt St. Tropez im Jahr 2000 beschlossen eine Ersatzveranstaltung abzuhalten, die zur deutlichen Abgrenzung den schönen Namen "Les Voiles de St. Tropez" erhielt.
So sind sie nun wieder versammelt, die schönsten und größten Oldtimer und die schnellsten und aufregendsten Rennyachten aus dem Mittelmeer - und auch ich bin wieder dabei. Jochen




