Antigua und BarbudaDominicaGuadeloupeMartiniqueSegeln in der Karibik

Guadeloupe und immer noch kein Fisch am Haken

24.05.2003 |

8. Tag: Noch am Nachmittag segeln wir vor der Küste von Guadeloupe.

Von den Iles des Saints sind es nur ein paar Stunden bis zur "Schmetterlingsinsel". Die beiden "Flügel" ganz unterschiedlich – der eine trocken und felsig mit weißen Stränden und der andere bergig mit üppigem Regenwald. Offiziell gehört Guadeloupe zwar auch zu Frankreich, soll aber sehr viel mehr karibisches Flair haben, als die Iles des Saints.

Wanka hat unermüdlich über die Angel gewacht und auf den neuen Köder gesetzt – aber auch in Guadeloupe angekommen haben wir immer noch keinen Fisch am Haken! Wir beschließen essen zu gehen – das erste Mal!

Dank des rotierenden Küchendienstes haben wir bisher immer sehr sehr gut gegessen, da jedes Team versuchte, das Team des Vortages zu toppen… Ein auswärtiges Essen wäre eigentlich nur durch frisch gefangenen Fisch zu überbieten und so hoffen wir weiter!

Direkt am Hafen finden wir ein kleines Restaurant, dass wir erst kurz vor Mitternacht wieder verlassen – der Fisch wird wunderbar werden müssen…

9. Tag: Für heute haben wir uns zu fünft ein Auto gemietet, Wanka und Christoph bleiben an Bord. Wir wollen die Regenwald-Seite der Insel erkunden und kommen schon kurz nach dem Aufbruch in einen riesigen Stau! Damit hat nun wirklich niemand gerechnet, es geht gar nichts auf der Straße, der Verkehr steht – wir sind mitten auf dem Land und eine Erklärung finden wir nicht.

Kurze, sehr heiße Zeit, später (wir sitzen zu fünft in einem kleinen Peugeot) finden wir uns mitten in einem Radrennen wieder! Verrückt! An uns fahren die Teilnehmer unter glühender Sonne vorbei und wir können uns nur wundern! Kurz vor dem Ziel kommt der Verkehr komplett zum erliegen, die Autos stehen verlassen auf der Strasse und es wird gefeiert und getanzt, es riecht nach "Grilled Chicken" ("you coock it, you peel it, an then you eat it with the sweet potatoes") und wir stehen inmitten von sich zu Reaggerythmen schwingenden, lachenden Menschen!

Innerhalb noch nicht mal einer halben Stunde ist schon wieder alles vorbei – der Verkehr fließt und wir können weiter. Es ist schon erstaunlich, trotz größtem Gedränge ist alles extrem entspannt – jeder lächelt und winkt uns zu, es wird kaum gehupt und wir finden unser Motto "Äntschoi man" wieder mal bestätigt.

Die nächste Überraschung erwartet uns vor dem National Park – ein kleines VW Käfer-Treffen, wieder mit viel Musik!

Im Nationalpark gibt es nicht nur zahlreiche Pflanzen und Tiere zu sehen, sondern auch die Möglichkeit den Regenwald in den Baumwipfeln zu erkunden. Über verbundene Hängebrücken (bestehend aus zwei sehr schmalen Holzplanken, verbunden mit Drahtseilen) geht es angeseilt über das gesamte Gelände. Ein etwas wackeliges aber großartiges Vergnügen. Meine festen Schuhe habe ich an Bord gelassen (sind noch nass von gestern) und so bin ich mit FlipFlops unterwegs und balanciere besser barfuss über die Planken – sehr viel vorsichtiger und langsamer als die anderen. Leider ist es oben in den Wipfeln viel zu dunkel zum Fotografieren und man kann auch von unten kaum die Hängebrücken erkennen.

Wieder festen Boden unter den Füßen, treffen wir noch auf jede Menge Getier auch außerhalb der Gehege. Sattestes Grün und zahlreiche wunderschöne Blüten wohin man auch sieht.

Für den Rückweg an Bord lassen wir uns viel Zeit und fahren die Küstenstrassen entlang. Dabei finden wir noch einen unglaublichen Friedhof, Palastartige oder Garagen ähnliche Häuschen, die mit schwarzen und weißen Fliesen verkleidet sind. Einige kleinere Gräber sind mit riesigen Muscheln umrandet – beeindruckend!

Morgen wollen wir zeitig aufbrechen, vor uns liegt ein langer Segeltag, die bisher längste Strecke nach Antigua. Wir werden wohl den ganzen Tag brauchen. Nach relativ viel Aktion, fast jeden zweiten Tag segeln und zahlreiche Landausflüge, freuen wir uns auf ausschweifendes Nachtleben, ausschlafen, weiße Strände – und Süßwasserduschen!

Es gibt keine Kommentare.
Deine Meinung?

Fragen? Kommentare? Irgendwas...?

*


*

* muss sein, leider...
² sagen wir auch nich' weiter. Versprochen!

Ulrike
hat nur 15 Bilder geschickt
Userbild
Name
Ulrike Kretschmer
Alter
37
Ort
Hamburg
Webseite
---

Alle Reisen von Ulrike Kretschmer

Segeln in der Karibik

Von Martinique im Süden des Karibischen Meers über Dominica, Guadeloupe bis hinauf nach Antigua geht die Reise der 10 selbsternannten "Mojito Schnorklers um Ulli Kretschmer, Skipper Christoph und Crew.
Vorbei an einsamen Palmenstränden und bunten Fischerdörfern, dichtem Dschungel und felsigen Gipfeln.
Die 18 Meter lange Segelyacht "Peter von Seestermühe" von 1936 war lange Zeit das Flaggschiff des Akademischen Segler- Vereins (ASV) in Kiel.