


Segeln in der Karibik
Martinique
16.05.2003 |
Tag 1: Martina und Yann, Wolle und ich bilden die Nachhut. Wir landen nach neun (oder waren es zehn) Stunden Flug um 17:15 Uhr in Fort de France. Wanka und Alix sind bereits letzte Woche über London angereist. Skipper Christoph und seine Schwester Alix werde ich erst heute kennenlernen, Wanka kenne ich ja schon aus Hamburg (sie ist die Cousine der beiden) – es wird also ein kleiner Familientörn.
Nach Überwindung der drängeliegen Passkontrolle, nehmen wie uns ein Taxi nach Le Marin. Wie gelernt erkundigen wir uns natürlich zuvor nach dem Preis, werden uns schnell einig und sind auf dem Weg zum Hafen. Erste Eindrücke können wir noch im letzten Tageslicht sammeln und ich bin, obwohl ich es ja im Reiseführer gelesen hatte, überrascht wie grün die Insel ist. Das schönste an anderen Ländern ist zunächst der Geruch – und so vergeht die Fahrt (ca. 40 Min.) bei geöffnetem Fenster und die Nase dicht am Wind schnell. Angekommen, zahlen wir den vereinbarten Preis plus Flughafenzuschlag, plus Hafenzuschlag und eigentlich plus einem Zuschlag für das viele Gepäck. Aber da wir so nett sind wird uns letzterer erlassen … Vermutlich hätte uns eine korrekte Abrechnung auch enttäuscht.
Wanka und Christoph erwarten uns schon am Hafen und laden uns und unser Gepäck nacheinander ins Dingi (Beiboot, Schlauchboot mit Motor) und bringen uns zum Schiff. Jetzt wird’s spannend. Zwar haben wir schon Fotos der Peter von Sestermühe gesehen aber wie sieht es denn nun aus, unser Zuhause für die nächsten zwei Wochen? Weiß, schnittig und doch ganz schön groß, mit viel Holz – ja! Mehr kann man dazu nicht sagen.
Zur eigentlichen Begrüßung gibt es einen Sun-Downer, in diesem Fall einen Cocktail aus Rum und Orangensaft. Dabei lerne ich nun auch Alix, letztes unbekanntes Crewmitglied, kennen. Zu mehr reicht der Tag nicht. Die Kojen werden verteilt und die Instruktionen zur Benutzug des Klos sind nicht zu vergessen! Eine Pumpe zum Füllen des Beckens mit Wasser und eine Pumpe zum wegpumpen, unbedingt 2-3 mal beides wiederholen und Klopapier in einzelne Stücke reißen … ja, kommt schon mal vor das man was im Meer schwimmen sieht aber es ist ja fast überall Strömung … na dann!
2. Tag: Trotz enormer Bettschwere ist die erste Nacht auf dem Boot nicht ganz so … ungewohnte Geräusche vom Wind und Wasser lassen uns alle früh aufwachen. Das schunkeln macht aber niemandem Probleme – noch nicht! Mit der enge der Koje muss ich mich noch anfreunden, schließlich bin ich über eins achtzig und zum ausstrecken der Beine reicht`s nicht ganz.
Gefrühstückt wird stilecht (schließlich sind wir in Frankreich) mit Milchcafé und Baguette. Nun haben wir auch endlich die Möglichkeit die Peter bei Tageslicht zu bewundern. Ein stolzer Christoph erzählt uns was alles restauriert werden musste und man merkt ihm die Liebe zu dem Schiff an.
Da wir uns quasi noch in Frankreich befinden und es hier vergleichsweise günstig ist, kaufen wir hier unsere gesamten Vorräte für die Reise ein und zahlen natürlich alles in Euro – schon ein komisches Gefühl, so weit weg von Europa. Mit zwei vollen Einkaufswagen schieben wir ganz dreist (so dachten wir) über ein Werftgelände bis zum Anleger. Für die Franzosen scheint das der übliche Weg zu sein, und so bekommen wir sogar unseren Euro wieder.
Nachdem sämtlich Vorräte verstaut sind, fahren wir (ja, noch fahren wir) eine Bucht weiter, denn die Bucht von Le Marin bietet keine schönen Bademöglichkeiten und wir sind natürlich alle heiß drauf ins karibische Wasser zu springen. In einer kleinen Bucht werfen wir den Anker und schwimmen vom Schiff zum Strand. Schon alleine dafür hat sich die lange Reisegelohnt! Es ist Sonntag und am Strand grillen, schwimmen, spielen jede Menge Familien und irgendwo gibt es Live-Musik, die wir schon an Bord hören konnten.
Genauso hatten wir uns das vorgestellt, das echte Karibik-Feeling – yeah!
3. Tag: Am nächsten Morgen heißt es das erste mal „Segel klar“. Der Anker wird eingeholt – ein anstrengendes Manöver für die Jungs, da die Peter keine automatische Ankerwinde hat und per Hand 30-40 m Ankerkette gekurbelt werden müssen. Jeder bekommt seine Aufgabe und dann geht alles sehr schnell – wir segeln! Wunderschön! Die Küste Richtung Norden mit Ziel St. Pierre.
Wir passieren einen Fels der um 1800, so Christoph, für 18 Monate von den Briten besetz wurde. Der Legende nach, ließen die Franzosen einige Fässer Rum stranden und konnten nach einigem abwarten die betrunkenen Briten überwältigen.
Wir segeln direkt bis an die Küste von St. Pierre und erst kurz vor dem Ankern holen wir die Segel ein. Das Einholen und Verstauen macht fast mehr Arbeit als das Setzten aber mindestens genauso viel Spaß. Anschließend setzen wir alle noch einmal über und genießen an Land den Sonnenuntergang.
Wieder an Bord belohnt uns Christoph für den ersten gelungenen Segeltörn mit mariniertem Grilled-Chicken mit Hotsouce und Sweet-Potatos – lecker!
4. Tag: Direkt beim Anleger ist heute Markt und das nutzen wir, um noch mal etwas Obst, Gemüse und Fisch zu kaufen. Es gibt Obst, Gemüse und Blumen, so vielfältig und reichhaltig, das ich den ganzen Vormittag hier verbringen könnte aber wir wollen ja weiter!
Schon diese ersten Tage sind voller neuer Eindrücke, so dass ich kaum alles wirklich registrieren beziehungsweise verarbeiten kann. Die Gerüche, Farben und das Gefühl auf dem Boot sind wunderbar auch wenn’s kitschig klingt. Gegen Mittag wollen wir wieder in See stechen, weiter Richtung Norden. Dabei geht es das erste mal über den Atlantik, nach Domenica, der grünsten und saftigsten Insel der Karibik.
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- Name
- Ulrike Kretschmer
- Alter
- 37
- Ort
- Hamburg
- Webseite
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Alle Reisen von Ulrike Kretschmer
Segeln in der Karibik
Von Martinique im Süden des Karibischen Meers über Dominica, Guadeloupe bis hinauf nach Antigua geht die Reise der 10 selbsternannten "Mojito Schnorklers um Ulli Kretschmer, Skipper Christoph und Crew.
Vorbei an einsamen Palmenstränden und bunten Fischerdörfern, dichtem Dschungel und felsigen Gipfeln.
Die 18 Meter lange Segelyacht "Peter von Seestermühe" von 1936 war lange Zeit das Flaggschiff des Akademischen Segler- Vereins (ASV) in Kiel.






































