Tauchsafari am St. Johns Riff
Tipps und Unterwasser-Galerie
27.07.2002 |
Die Truppe von Franz ist ein fest eingespieltes Team, das die Sicherheit beim Tauchen als oberstes Handlungsprinzip lebt. Wir kennen uns über wie unter Wasser sehr gut und tauchen nie allein. Wir akzeptieren die Tiefenlimits und die auf den Tauchcomputern angegebenen Nullzeiten (Grundzeit, die ein Taucher maximal in Anspruch nehmen kann ohne Dekompressionspausen beim Aufstieg einhalten zu müssen). Der Divemaster ist für die Sicherheit verantwortlich und wird bei Verstößen zur Rechenschaft gezogen, was mit dem Entzug der Lizenz enden kann. Auf der Sea Fair waren 30m maximale Tauchtiefe gesetzt. Taucher tun sich manchmal schwer mit solchen Regeln.
Für mich waren sie immer ‚Baby‘, um es mit den Worten meiner Tochter Pauline zu sagen und standen in krassem Gegensatz zu dem Moment, in dem man beim Abtauchen alles um sich herum vergisst. Erst im Laufe der Zeit habe ich die Wichtigkeit dieser Regeln erfahren und ihre Bedeutung als Voraussetzung für ein dauerhaftes Tauchvergnügen kennengelernt. Auch innerhalb der Limits hält das Rote Meer genügend Abenteuer bereit.
Das St. Johns Riff besteht aus vielen kleinen Riffen, die zum Teil nur sehr schlechte oder überhaupt keine Ankermöglichkeiten bieten. Der Wind und die Strömung entscheiden über den Ankerplatz, die Lee-Seite bietet hierfür den nötigen Schutz. Die Nächte werden immer an sicheren Plätzen im Schutz einer großen Riffplatte mit wenig Wassertiefe (ideal für Nachttauchgänge) verbracht. Getaucht wird 3-5 Mal am Tag, bei 28°C Wasser- und 35°C Lufttemperatur ist dies nur selten eine Frage der Motivation.
Erst gegen Ende einer Tauchsafari, wenn die Tauchanzüge einen strengen Geruch angenommen haben und es „Hier gerade so schön ist“, werden die Reihen lichter und unter Wasser gibt es wieder mehr Großfische als Taucher. Die Tauchgänge dauern bis zu 60 Minuten und werden vom Boot aus gestartet. Bei Strömung bringt ein Schlauchboot mit Außenbordmotor, besetzt mit drei Zweiergruppen die Taucher zum Einstieg über das Riff. Die Taucher lassen sich dann mit der Strömung zurück zum Boot treiben.
Kleine Riffe sind sehr schön, auch wenn das Anlegemanöver hier je nach Strömung und Tauchziel etwas knifflig sein kann. Der Stand der Sonne ist oft entscheidend, auf welcher Seite des Riffs getaucht wird. Bei hohem Seegang ist das einen knifflige Sache und wenn das Boot noch nicht fest gemacht hat, bietet sich ein Start von Achtern an. Der Kapitän kreist mit dem Boot in der Nähe des Riffs, alle Taucher rödeln auf und machen sich am Heck des Boots für einen geordneten Massenstart bereit. Der Kapitän bewegt das Boot rückwärts an das Riff, schaltet den Leerlauf und gibt das Zeichen für das Eintauchen. Nun löst sich die Spannung auf einen Schlag und in ca. 10 Sekunden sind alle 16 Taucher von der Wasseroberfläche verschwunden.
Beim Abtauchen ins Blauwasser hört man, wie der Kapitän den Gang einlegt und die beiden Volvo Motoren bringen das Boot sicher aus der Gefahrenzone, bevor der es vom Wind gegen das Riff gedrückt wird. Jetzt muss nur noch das Riff vor den Augen erscheinen… Die Tauchsafari fand zeitgleich zur Fußball WM 2002 statt und an diesem Mittag stand der Klassiker Argentinien vs. England auf dem Programm. Auf dem Roten Meer ist der Empfang nicht konstant gut, an unserem neuen Ankerplatz hatten wir aber großes Glück und erhielten sogar Farbbilder.
Den ganzen Morgen waren wir mit dem Boot einer Planktonbahn gefolgt und haben beim Ankern einen Manta gesichtet. Jetzt noch schnell ins Wasser und dann in aller Ruhe die 2. Halbzeit anschauen. Mein Buddy Sepp und ich haben uns in die erste Gruppe gedrängelt und wir sind an der Stelle, wo wir den Manta gesichtet hatten, ins Wasser. Aber keine Spur von dem riesigen Fisch. Ohnehin waren wir nicht besonders relaxt, denn in 30 Minuten war schon Anpfiff zur zweiten Halbzeit.
Jetzt noch schnell raus aus den nassen Klamotten, Kaffee in die Hand und in aller Ruhe das Sportschaufeeling genießen, während die anderen sich den Hals nach dem verschwundenen Manta verdrehen. Denkste! Atmosphärische Störungen haben für einen Schneesturm in Japan gesorgt, nichts war zu erkennen. Gesteigert wurde unser Frust, als vom Vorschiff der laute Ruf „Manta, Manta!“ eine Rückkehr des sanften Riesen ankündigte. Jetzt war es aber zu spät, um erneut ins Wasser zu gehen. Spott und Mitgefühl unserer Tauchkollegen, über die der Manta hinwegglitt, war uns gewiss und wir wußten schlagartig, welche Prioritäten während einer Tauchsafari zu setzen sind.
Chris, unser Divemaster, hat dem Bootsjungen versprochen, ihm das zu zeigen, wofür die Tauchtouristen aus Europa und Übersee so viel Geld bezahlen. Er hat für Ali eine Tauchflasche mit einem zweitem Mundstück und langem Schlauch vorbereitet und ist mit ihm ins Wasser. Ali, wie ein richtiger Taucher mit Shorty und Flasche ausgestattet, schwamm dann, von seinem Tauchlehrer am Rücken gesichert, direkt unter ihm und beobachtete auch uns während des Austauchens. Zurück an Bord kannte die Freude des kleinen Ali keine Grenzen.
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- jung geblieben
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- Karlsruhe
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Tauchsafari am St. Johns Riff
Gemeinsam mit 15 anderen Tauchern ist Uli aus Karlsruhe für 1 Woche untergetaucht an einem der schönsten Riffe der Welt, dem St. Johns Riff im Roten Meer. Ca. 400 km südlich vom Ägyptischen Taucher-Mekka Hurghada gelegen kommen bislang nur wenige Touristen in die noch unerschlossene Region. Während das Leben an Land hier extrem karg ist und die Menschen weder Telefon noch Fernsehen haben, ist der Reichtum der Natur unter Wasser nicht zu überbieten. Die Riffe sind noch völlig unberührt, und bei Sichtweiten von 30m kann man regelmäßig Großfische wie Mantas, Haie oder auch Delphine erleben!










































