ÄgyptenTauchsafari am St. Johns Riff

Über- und Unterwasser

23.07.2002 |

An Bord – Die Taucher stammen zum größten Teil aus dem Süden der Republik. Franz Huber haben mein Buddy Sepp und ich vor vielen Jahren in Elba kennengelernt und während der Ausübung des gemeinsamen Hobbys ist eine dicke Freundschaft entstanden. Er organisiert gemeinsam mit seiner Frau Andrea seit vielen Jahren solche Fahrten ins Rote Meer oder die Karibik. Heuer waren noch Max und Claudia, Tom und Karin, Andi und Andrea, Jackl, Werner, Stefan, Sonja, Petra, und Conny mit im Boot und unter Wasser.

Wir haben schon etliche Bootsafaris ins Rote Meer unternommen und dabei viele verschiedene Tauchgebiete und Charterboote kennengelernt. Unser Ziel hat sich im Laufe der Zeit immer mehr in den Süden verschoben, denn je weiter man sich aus dem Radius der in Hurghada stationierten Tagesboote wegbewegt, umso geringer ist der Andrang über und unter Wasser. Die Hausriffe und Wracks in Hurghada und Sharm el Sheikh haben wir in der Vergangenheit gemieden. Nicht selten hat man dort über 10 Boote ankern sehen. Der Sudan ist sicherlich noch interessanter, jedoch ist dort die politische Lage nicht besonders stabil und die Anreise stellt für eine 16 köpfige Tauchgruppe eine echte Herausforderung dar.

Tauchsafaris sind nur was für seefeste Taucher. Je nach Windlage kann das Boot ganz schön ins Schwanken kommen und dann wir es eng an der Reling. Dies sind die Zeiten, in denen man in aller Ruhe die Mahlzeiten zu sich nehmen kann und es herrscht kein Gedränge am Buffet. Wir hatten im Juni gute Bedingungen und nur wenige unterzogen sich einer unfreiwilligen Fastenkur. Für die eigene Verdauung ist eine solche Tour kein Urlaub. Ganz schlimm wird es, wenn Pharao’s Rache zuschlägt und man für 48 Stunden außer Gefecht gesetzt ist. An Tauchen ist dann nicht zu denken und man entwickelt auch kein Verständnis für die, die sich bis zu vier mal täglich in das Neopren zwängen.

Dennoch spielt die Verpflegung an Bord eine zentrale Rolle und steuert einen großen Beitrag am Gesamterfolg einer Tauchsafari bei. Täglich gibt es 3 bis 4 Mahlzeiten. Der erste Tauchgang beginnt in aller Regel vor dem ersten Frühstück. Abends verzögern die Nachttauchgänge die Nahrungsaufnahme. Immer wieder sieht man unter Wasser Taucher, die mit nicht offiziellen Handzeichen ihrem Hungergefühl Ausdruck zu verleihen. Wir hatten mit Aiid einen exzellenten Koch. Zum einen kam er unseren Essgewohnheiten mit dem Klassiker des Roten Meeres (chicken mit Pommes) entgegen und servierte eine Vielzahl verschiedenster Salate. Aber auch die Fischgerichte haben uns überzeugt. Für mich persönlich waren die selbst gemachten Pfannkuchen zum Frühstück ein wahrer Genuß. Als Aiid dies herausbekam, hat er mir das wirklich einfache Rezept verraten.

Unter Deck ist es eng und warm. Jede Doppelkabine besitzt eine Dusche und ein WC. Die Toilette besitzt keine automatische Spülung, das Seewasser wird auf allen Schiffen dieser Größe von Hand gepumpt. Alles landet so direkt im Wasser unterm Boot und erklärt den Fischreichtum an den Ankerplätzen. Die Hälfte der Taucher hat an Deck geschlafen und ist so der dicken Luft in den Kabinen entflohen.

Pfannkuchen-Rezept: Mehl, 2 Eier, Milch, eine Prise Salz, und wenig Öl in einer Schüssel glatt rühren. Aiid setzt keine Waage ein und ich habe bei der Reproduktion festgestellt, dass selbst unbegabte Hobbyköche eine gewisse Erfolgsaussicht besitzen. Wichtig ist die Konsistenz des Breis, er sollte recht flüssig sein. Gebacken werden diese ultradünnen Pfannkuchen in einer kleinen, beschichteten Pfanne bei mittlerer Hitze ohne Öl. Aiid hat mir diesen Tip gegeben. Wenn ich seine Zeichensprache richtig interpretiert habe, entstehen genau dann keine Blasen, wenn man das Öl in den Teig statt in die Pfanne gibt und diese nicht zu heiß werden lässt. Die Pfanne hatte er zuvor mit Öl erhitzt und das Öl anschließend entleert. Getestet wird das Zusammenspiel aus Breikonsistenz und Hitze durch das Wendemanöver, das im Flug stattfindet. Aiid besitzt eine beneidenswerte Wurfpräzision und konnte selbst die Wurfhöhe variieren. Bei meinen Versuchen ging zumindest kein Pfannkuchen über Bord.

Es gibt keine Kommentare.
Deine Meinung?

Fragen? Kommentare? Irgendwas...?

*


*

* muss sein, leider...
² sagen wir auch nich' weiter. Versprochen!

Userbild
Name
Uli
Alter
jung geblieben
Ort
Karlsruhe
Webseite
---

Alle Reisen von Uli

Tauchsafari am St. Johns Riff

Gemeinsam mit 15 anderen Tauchern ist Uli aus Karlsruhe für 1 Woche untergetaucht an einem der schönsten Riffe der Welt, dem St. Johns Riff im Roten Meer. Ca. 400 km südlich vom Ägyptischen Taucher-Mekka Hurghada gelegen kommen bislang nur wenige Touristen in die noch unerschlossene Region. Während das Leben an Land hier extrem karg ist und die Menschen weder Telefon noch Fernsehen haben, ist der Reichtum der Natur unter Wasser nicht zu überbieten. Die Riffe sind noch völlig unberührt, und bei Sichtweiten von 30m kann man regelmäßig Großfische wie Mantas, Haie oder auch Delphine erleben!