IndienUrlaub in "Ingien"

Pushkar pushen

17.09.2003 |

In Sachen Tierliebe…

Tierfreund schön und gut, aber man macht sich ja keine Vorstellung davon, wie GROSS eine Kakerlake wirklich sein kann – verdammt GROSS! Nun ja, Kakerlaken, die gehören schon irgendwie dazu, ebenso wie Geckos an den Wänden. Wenn es allerdings die Wand über MEINEM Bett ist, dann ist das schon was anderes, erst recht bei zweien, aber gut. Bei KRÖTEN, erst recht bei zweien, hört es doch so langsam auf, Herrschaften! Wenn schon Tiere, könnten es nicht bitte einfach Moskitos sein?

Vor dem Einschlafen sehe ich mich bereits im Dunkeln hochschrecken, weil glibbschige Pfoten durch mein Gesicht wandern… letztlich werde ich jedoch davon geweckt, wie eine Maus durch das Loch in der Tür zu mir flüchtet, und wo ich schon mal wach bin, kann ich der dicken Ratte vorm Fenster auch gleich hallo sagen. An Schlaf ist nach spätestens fünf sowieso nicht mehr zu denken, da die Fasane draussen brüllen wie nichts Gutes, und ihnen die menschlichen Vertreter des Pilgerbusiness in Nichts nachstehen.

Anderes Zimmer bitte!

Das ist also Pushkar. Klein, äusserst heilig, darum strikt vegetarisch und gut zu Tieren (Touristen ausgenommen), beliebt und belebt. Halb Israel ist wieder unterwegs.

Eine grossartige und sehr seltene Sache für Indien ist, dass keine Motorrickshaws durch die Strassen knattern, aber an Lärmbelästigung mangelt es auch hier nicht. Trotzdem: Es ist einfach nett und angenehm auszuhalten. Solange mir niemand mit seinem Kobrakörbchen nachläuft und mich nicht gerade wieder eine Kuh anrempelt (womit wir wieder bei den Tieren wären) ist alles "shanti shanti".

Ansonsten muss man nur aufpassen, nicht gelatzt zu werden, wenn man eine "welcome flower" entgegennimmt, die man nicht wieder gebührenfrei los wird.

Von "Hase und Kobra" über "Lotus" zur "Telefonstellung"

Meine Yogamission nimmt neue Ausmasse an. Yoga heisst übrigens eigentlich Yog, nur haben die Engländer an alles, was sie nicht kannten, ein -A gehängt. Ebenso an Vat-a, Ptt-a und Kaph-a. So heissen die drei Kategorien, die nach der Ayurveda-Lehre im Menschen dominieren können.

In Kurzform ist der Vata ein kränkliches Hemd, das nicht zuhören kann, dafür aber auch nicht zunimmt, und immer nach vorn blickt. Der Ptta hingegen ist ein Vernunftstier mit Hang zum Perfektionismus und hauptsächlich an Essen und Sex interessiert. Kaphas haben widerum einen 35-Jahres- Zyklus, heisst spätestens dann gehen sie auf wie eine Flunder (schluck…), haben das beste Gedächtnis (ihre Fettpolster scheinbar auch) und sehen manchmal aus wie eine Kuh (das ist in Indien ein grosses Kompliment, nur anderwo kommt das nicht so gut an, wie weitreisende Yogis ab und zu feststellen müssen).

Morgens geht es bereits um acht Uhr los, und des nachmittags munter weiter. Wenn man sich dabei fotografieren lässt, landet man in der Lokalpresse. Es gibt ja schliesslich nichts Lustigeres als yogierende Ausländer.

Um den Muskelkater zu komplettieren, stapfe ich in lustiger australischer Begleitung und kurzem Zwischenstop in fremdem Hotelpool gen Pap Manchi Temple, von dem man einen wunderbaren Ausblick über das Umland geniesst. Nicht zu toppen bleibt aber der Sonnenuntergang vor dem, na wie heisst es wohl, Sunset Cafe.

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² sagen wir auch nich' weiter. Versprochen!

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Heike Schwarzpelz
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Bremen
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Urlaub in "Ingien"

Urlaub in "Ingien" heisst zu Besuch bei Inga - in Indien. Meine alte WG-Kumpanin macht derzeit ein 6-monatiges Praktikum in der deutschen Botschaft in New Delhi. Von hier aus geht es mit Notebook und DigiCam im Rucksack in holperigen Bussen und Zügen in Richtung des Himalaya, der Thar-Wüste, an den Strand, durch allerlei Städte oder auch ganz woanders hin. Mal sehen.
Die nächsten vier Wochen ist morgen auch noch ein Tag.