Urlaub in "Ingien"
Mässige Agrassionen
02.10.2003 |
Wenn man das Allerschlimmste erwartet, kann es ja eigentlich nur besser werden.
Agra, dachte ich, ist bis auf ein paar hübsch anzusehende Mugalbauten industriell verschandelt, laut, stinkig, hässlich, überlaufen und erst recht keine gute Idee, wenn dank eines Nationalfeiertags (Gandhijis Geburtstag) alle geschätzten 1,3 Milliarden Inder frei und nichts Besseres zu tun haben.
Aber man muss da ja hin – schliesslich wartet Indiens touristisches Wahrzeichen, das Taj Mahal. Wieso muss es auch gerade dort stehen.
Verlangt man vom Tag nicht mehr als das berühmte Gebäude zu sehen, dazu ein paar Sonnenstrahlen und einige Lassis, hält man es auch in Agra bestens aus. Aller Befürchtungen zum Trotz hält sich der Besucheransturm in Grenzen und sicher wird man alle Nase lang angesprochen, hier und da und dort einzukehren, dieses, jenes und welches zu kaufen oder jeden Meter per Rikshaw zurückzulegen – da empfiehlt sich die Strategie der konsequenten Ignoranz, weil man sonst mit der Ablehnung von Angeboten nicht hinterher kommt.
Was Shah Janan in Agra fabriziert hat, ist in jedem Falle alle Unannehmlichkeiten wert, auch oder gerade weil das Taj Mahal selbst aus der Nähe noch so irreal aussieht, als stände man vor einer überdimensionalen Postkarte.
Dass man als Ausländer fast das vierzigfache des Eintrittspreises für Einheimische blechen muss, kann man angesichts der Schönheit eine Weile ausblenden und sich später wieder über die Ungerechtigkeit ärgern, wenn das Bild des gigantischen Marmorblocks, der sich in der untergehenden Sonne leicht golden färbt, nach und nach in Erinnerung verblasst – seufz… * Trotz der rausgeputzten Damenrige in Feiertagssaris und all der Leute, die emsig fürs Ich-zupfe-lustig-am-Türmchen-Foto posieren, hätte ich heute gute Chancen, das Taj im Bilderranking um Längen zu schlagen. Blond for Weltwunder.
Na gut, trotz aller positiven Eindrücke gibt es natürlich doch noch eine Anekdote aus der Sparte der Ekelagravorurteile, nämlich die, wie Inga und Anja meinen eintägigen Bräunungserfolg bewundert haben, der nach einer Dusche allerdings fast nicht mehr auszumachen war…
Keine Angst, ich wasche mich regelmässig.
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- Name
- Heike Schwarzpelz
- Alter
- 26
- Ort
- Bremen
- Webseite
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Urlaub in "Ingien"
Urlaub in "Ingien" heisst zu Besuch bei Inga - in Indien. Meine alte WG-Kumpanin macht derzeit ein 6-monatiges Praktikum in der deutschen Botschaft in New Delhi. Von hier aus geht es mit Notebook und DigiCam im Rucksack in holperigen Bussen und Zügen in Richtung des Himalaya, der Thar-Wüste, an den Strand, durch allerlei Städte oder auch ganz woanders hin. Mal sehen.
Die nächsten vier Wochen ist morgen auch noch ein Tag.












