SpanienSONAR - Festival für Elektronische Musik

Finnen und Stimmung

15.06.2002 |

Den Vormittag verbrachten wir mit einer kurzen Shoppingtour und der Einnahme von Essen. Die erste Band des Tages waren die Finnen von Aavikko, die mit zwei Keyboards und einem Schlagzeug bewaffnet richtig gute Stimmung machten und das Publikum zum Mittanzen anregte. Aber auch die nächste Band im SonarDome, wo auch Aavikko aufgetreten waren, wusste zu überzeugen. Wieder Finnen und wieder Stimmung – Op:l Bastard, trieben das Publikum zu tänzerischen Hochleistungen. Sowohl Balsam für die Ohren, aber auch optisch ein Hit, das war das Rezept der beiden Künstler – Funky-Electro wurde auf der Bühne geboten.

Das das Sonar an einen strikten Zeitplan gebunden ist, konnte man an dieser Performance miterleben. Kurz vor Ende des Sets kamen bereits einige Festivalverantwortliche auf die Bühne und wollten die Show abbrechen. Das trockene Kommentar der Band „But we have to do one more song“ und taten dies auch. Noise war wieder angesagt, denn im SonarComplex traten die Künstler des holländischen Staalplaat-Labels auf. Den Anfang machte das Staalplaat Soundsystem. Der Tisch des Künstlers war mit Radios überfüllt, weiters gab es kleine rote Spielzeugautos, die auf Schallplatten im Kreis fuhren und somit den feinen Noisesound erzeugten.

Nach dieser überzeugenden Performance war wieder Ruhe und Relaxen erforderlich. Im SonarVillage wurde feiner Roots und Reggae-Sound geboten, der zum Sitzen und Schauen, aber auch zum Tanzen einlud. Der Platz vor der Bühne war überfüllt mit Tänzern, der Alterspanne des Publikums reichte von ca. 2 bis zu geschätzten 70 Jahren. Dem frohen Treiben der Masse wurde durch den Auftritt der französischen Gruppe GEL: abrupt ein Ende gesetzt. Drei eigenartig grinsende, rauchende und Bier trinkende Typen, standen hinter ihren Laptops auf der Bühne und gaben Soundschleifen, Distortions und sonstige – vor allem nicht tanzbare – Elektronik zum Besten.

Es war lustig mitanzusehen, wie einige versuchten, trotz der nicht vorhandenen Rhythmik zu tanzen und dann erfolglos aufgaben. Andere versuchten erst mal gar nicht das Tanzbein zu schwingen, sondern standen mit offenem Mund vor der Bühne und konnten nicht fassen, was die Künstler dort oben von sich gaben.

Passend zur noisigen Performance im SonarVillage folgte wieder ein Staalplaat – Künstler im SonarComplex. Der Italiener Massimo war der nächste Programmpunkt. Auffallend am Anfang war bereits, dass der hinter seinem Laptop stehende Künstler mit Handbewegungen das Löschen jeder vorhandenen Beleuchtungsquelle forderte und das Hochdrehen aller vorhandenen Lautsprecher. Was daraufhin folgte war vor allem sehr laut und dadurch sehr intensiv. Rhythmischer Noise gepaart mit Videosequenzen aus allen möglichen, teilweise heftigen, Filmen. Einige Gäste saßen, einige standen, einige bewegten sich zur Musik. Auch reMI lauschten der Performance und konnten sehen, dass es beim Sonar auch laut sein konnte. Das SonarVillage lud nach diesem Noise-Energie-Paket zum Rasten und Ruhen ein.

Sonar by Day ging dem Ende zu – die letzte von uns besichtigte Performance war wieder ein Staalplaat-Künstler namens 386DX. Dabei handelt es sich um eine speziell entwickelte Software, die den Computer dazu bringt, berühmte Lieder nachzusingen. Auf der Bühne stand ein Typ, der eher in die Kategorie „übriggebliebener Hippie“ passen würde, denn zu einem Festival wie dem Sonar. Ausgerüstet mit einem umgehängten Computerkeyboard tanzte er zu Hits wie „Smells like Teen Spirit“ von Nirvana und sonstigen „Gassenhauern“ und alle tanzten mit – es herrschte eine Superstimmung und war für uns ein gelungener Abschluss des „Sonar By Day“ – Festivals.

Warum beim Verlassen der Halle die Taschen einiger Gäste durchsucht wurden, konnten wir nicht eruieren. Bevor wir uns wieder zum „Sonar by Night“ aufmachten, labten wir uns und beobachteten die vielen Künstler, die auf der Flaniermeile Barcelonas den „Ramblas“ auftraten. Leider war auch dieser „Sonar by night“ – Tag ein verlorener. Dieselben Probleme, wie schon bei unserem ersten Besuch. Bald fuhren wir wieder nach Hause, waren jedoch die einzigen Personen, die im Bus nach Barcelona saßen. Alle anderen kamen in Massen zum Veranstaltungsgelände.

Es gibt keine Kommentare.
Deine Meinung?

Fragen? Kommentare? Irgendwas...?

*


*

* muss sein, leider...
² sagen wir auch nich' weiter. Versprochen!

Christian
hat nur 20 Bilder geschickt
Christian
hat nur 20 Bilder geschickt
Userbild
Name
Christian Pöschl
Alter
jung geblieben
Ort
Arnoldstein
Webseite
---

Alle Reisen von Christian Pöschl

SONAR - Festival für Elektronische Musik

Vom 12. - 17. Juni besuchten Christian Pöschl und sein Freund Hannes aus Arnoldstein, Östereich die SONAR, Europas größtes Festival für Elektronische Musik und Multimedia Art. Ausgerüstet mit Kamera und Presse-Akkreditierung durchstreifen die beiden Festival-Profis 3 Tage und Nächte Konzerte und Konferenzen, Performances, Installationen, Projektionen...