SONAR - Festival für Elektronische Musik
Augen auf und durch
14.06.2002 |
Sehr leicht fiel uns das Aufstehen diesmal nicht, denn wir waren noch geschlaucht vom Vortag, jedoch konnte man, aufgrund der stetig ansteigenden Temperaturen und des Soundchecks ohnehin nicht an Schlafen denken. Diesmal deckten wir uns am Vormittag an einem nahen Obstmarkt mit tatsächlich frischem Obst und Gemüse ein und labte uns an diesen Genüssen. Den Ausstellungsbesuch der Mediengruppe Designers Republic mussten wir leider verschieben, da das Museum noch nicht geöffnet hatte und wir ohnehin schon wieder im Zeitdruck waren.
Ab 12.00 Uhr ging es wieder ins Sonar-Gelände. Während Hannes sich rhythmisch zu den Klängen diverser DJs bewegte, die im Sonarvillage performten, versuchte ich mehrmals einen Internetzugang zu bekommen, was jedoch immer wieder fehlschlug. Im SonarComplex gab es anschließend eine recht wirre Performance der Konstellation Tito + Zbigniew Karkowski. Anfangs kamen nur Karkowski und Tito Diaz auf die Bühne. Karkowski lockte Töne aus seinem Laptop und Tito Diaz bearbeitete mit einem Geigenbogen zwei Skulpturen. Beide dieser Teile waren Knochengebilde, dazwischen Saiten gespannt. Nachdem diese beiden Herren ihre „Instrumente“ einige Zeit bearbeitet hatten, kamen zwei Damen und ein weiterer Herr auf die Bühne, die sich „normale“ Instrumente (Gitarre, Bass, Schlagzeug) schnappten und durch schwere Metallriffs und Gedröhne den Sound unterstützen. Was nun folgte war eine ca. 30minütige Performance bestehend aus Dröhnen, Kreischen, Schreien – sehr intensiv und sehr interessant.
Vom Konzert noch benommen rettete ich mich wieder ins Sonnenlicht um Hannes aufzusuchen. Nach einem kurzen Imbiss lauschten wir den Klängen der Japanerin Ryo Co, die großteils an elektronischen Geräten rummachte und bei einem „Song“ von einem – vermutlich – einheimischen Sänger unterstützt wurde, der seine Stimmlage unter Zuhilfenahme eines Heliumballons veränderte. Auch Kinofilme werden am SonarFest gezeigt, jedoch verstanden wir beim Kinobesuch nicht allzu viel, da der Großteil Spanisch war, bzw. englische Filme ins Spanische synchronisiert wurden.
In der Escenario Hall gaben sich die Künstler vom Tigerbeat6 – Label die Ehre. Begonnen wurde mit Wobbly im Anschluss folgte DJ Rupture. Wir lauschten den Klängen dieser Künstler und ich war froh, dass ich auf einer Theke einen Sitzplatz ergattern konnte, den die Menschenmassen wurden nicht weniger. Die Freude währte jedoch nicht lange, denn die Glasplatte, die den Oberteil der Theke bildete, und auf welcher ich saß, brach plötzlich unter mir durch und ich kippte nach hinten weg. Etwas benommen, aber ansonsten unverletzt gingen wir zum Relaxen in unser Hotel. Ein weiterer Festivalhöhepunkt war der Auftritt von Pan Sonic und Peaches. Wie wir jedoch das Festivalgelände betraten, konnten wir schon die Menschenmasse sehen, die nicht mehr in den SonarComplex passten, da die Anlage voll war.
Da wir keine Lust auf Gedränge hatten, begaben wir uns ins SonaRama, wo eine Performance des holländisch/österreichischen Duos reMI stattfand. Als wir ankamen war die Sache schon im Gange, jedoch währte es nicht lange, denn der MI (= Michael) ging plötzlich von der Bühne und zu den Organisatoren, sprach mit diesen etwas und es war vorbei. Wir begaben uns anschließend an die Bühne, um uns 1. zu erkundigen, was nun los gewesen sei und 2. um re (= Renate) zu begrüßen, die aus unserem Heimatort stammt.
Das Problem für reMI beim Auftritt war, dass die Veranstalter den Sound während der Performance immer leiser gedreht hätten und das für die Künstler zu leise gewesen sei. Während des Gesprächs erhielten wir auch die Information, dass parallel zum Sonar-Festival, wie sollte es auch anders sein, eine Gegenveranstaltung stattfinden würde The Wrong Festival.
Bevor wir den „SonaRama“-Teil verließen, sahen wir uns noch die Ausstellungsstücke in diesen Räumlichkeiten an. Da man als kulturinteressierter Mensch auch dem „Untergrund“ lauschen muss, fuhren wir statt zu „Sonar by Night“ nun zum „Wrong-Festival“. Eine sehr spezielle Location, ein altes Kabaretttheater, in der diese Gegenveranstaltung stattfand. Leider waren nur sehr wenige Leute anwesend und die musikalischen Darbietungen fielen eher unter „Na ja“. Beim „Wrong Festival“ trafen wir auch reMI wieder und unterhielten uns über Kunst in Österreich, gemeinsame Freunde, Pure Data, Panacea, Gabba, Hardcore, Bomb Disneyland und sonstige dem Leser vielleicht noch unbekanntere Themen. Bald verließen wir jedoch die Location, da, wie schon angeführt, die dargebotene Kunst nicht überzeugen konnte.
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- Name
- Christian Pöschl
- Alter
- jung geblieben
- Ort
- Arnoldstein
- Webseite
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