




Asien - Paradisetrip!
Indonesien Insel Java - von riesigen Tempeln, ekligen Schlangen und geheimnisvollen Bergen
16.10.2001 |
Jakarta Spät am Abend landen wir in Jakarta. Wir waren die geordneten Verhältnisse von Singapur schon wieder sehr gewöhnt – so ist das hier für uns ein ordentlicher Schock. Kaum draußen aus dem Flughafengebäude, stürzen sich viele Indonesier auf uns, jeder greift dich an und will dir eine Taxifahrt andrehen. Wir sind ziemlich genervt. Finden Gott sei Dank einen Bus, der uns zum Bahnhof in Jakarta bringen soll, weil wir eigentlich so schnell wie möglich nach Bandung wollen. Im Bus lernen wir dann Mimi kennen, eine sehr nette Indonesierin. Sie bietet uns ihre Hilfe an. Geht mit uns in den Bahnhof und erkundigt sich nach Zugtickets. Leider ist der Zug schon ausgebucht. Sie schlägt uns vor, dass sie und ihr Freund, der sie bald abholen wird, uns doch zum Busbahnhof fahren könnten. Wir sind total froh und dankbar und sitzen kurze Zeit später mit Mimi, ihrem Freund und dessen Freund im Auto – keine Ahnung, was auf uns zukommt. Wir fahren schon ca. 30 min. und schön langsam wird uns das ganze etwas ungeheuerlich. Es wird immer dunkler und wir fahren auch schon unter Brücken durch in eine verlassene Gegend. Wir sagen uns schon gegenseitig, dass es eigentlich ziemlich leichtsinnig war, mit 3 fast Fremden mitzufahren, denn eigentlich könnten sie jetzt alles machen.
Aber wir hatten wieder einmal riesig Glück. Denn nach fast einer Stunde Fahrt, kommen wir schließlich am Busbahnhof an. Sie arrangieren auch hier ein Ticket für uns – damit wir nicht den überhöhten Touristenpreis zahlen müssen. Wir wären wahrscheinlich nicht fähig, weil wir von den Leuten ziemlich genervt sind, die uns ständig angreifen und ihre Hände überall haben. Eigentlich wollen wir ja im schon fast vollen Bus schlafen. Aber da die Busse nun mal für Indonesier gemacht sind, sind die Plätze ziemlich klein und eng. Und über unserem Platz ist die Klimaanlage defekt, es geht eisig kalt raus und man kann nichts dagegen tun. Außerdem sind wir ein bißchen eingeschüchtert von Mimis „Take care of you!“ zum Abschied.
Bandung Gegen 4 Uhr früh kommen wir in Bandung an, wieder auf einem Busbahnhof, auf dem schon zu dieser Uhrzeit nur so von Menschen wimmelt. Wir wollen was Billiges zum Schlafen, finden aber nichts. So beschließen wir, dass wir mit dem Zug um 7:30 Uhr weiter Yogyakarta fahren. 7:30 – endlich sitzen wir im Zug, zwar in der billigsten Klasse, aber die ist genauso gut wie die zweite Klasse bei uns. Und endlich können wir schlafen, schließlich fahren wir ja 8 Stunden.
Yogyakarta Gegen 15:00 kommen wir an und machen uns gleich auf Zimmersuche. Die ganze Reise von Singapur war ja auch ziemlich anstrengend. Im Losmen „Satini“ finden wir ein nettes Zimmer. Und das Beste – Indonesien ist noch billiger als Thailand. Unglaubliche Preise. Gleich gegenüber ist das Restaurant „New Superman“, ein richtiger Glücksgriff. Das Essen ist traumhaft, viel und noch dazu billig. Wir schlemmen wieder einmal ausgiebigst.
In Yogyakarta ist eigentlich wenig los. Kaum Touristen, und wenn, dann solche, die sich junge Indonesier oder Indonesierinnen aufreißen, einfach pervers wenn man sie sieht. Wir haben wieder ein ausgiebiges Sightseeing-Programm vor uns: Sultanspalast Kretan mit dazugehörigem Wasser- bzw. Lustschloß Taman Sri (irgendwelche Indonesier geben sich als Führer aus und behaupten, dass man nur mit ihnen reinkommt, natürlich machen sie das Ganze freiwillig und erwarten sich außer dem Besuch in ihrem Batikatelier – weiß Gott wie viele wir davon sehen – nur eine kleine Geldspende, die Verarschung geht weiter). Die Indonesier nerven einfach, sie kommen sich ziemlich lässig vor, wenn sie „Hello“ sagen, und das sagen sie ständig. Wie soll man da bloß freundlich bleiben?
Besonderes Glück haben wir am Abend, als wir auf so eine Art Volksfest gehen. Gerald lässt es sich nicht nehmen, dass wir in eine Schlangenshow gehen. Fragt sich nur, wer die größere Attraktion ist, Gerald und Brigitte oder die Schlangen. Wir sind nämlich die einzigen Touristen, so dass sie ihre Darbietungen immer besonders lange vor uns zeigen. Es fängt ja alles ganz harmlos an: Ein Typ sitzt mit hunderten kleinen Schlangen in einem Käfig, ein anderer küsst eine Schlange, dann zieht sich so ein Typ eine dünne Schlange durch das Nasenloch bzw. den Mund und zieht sie hin und her. Brigitte reicht’s da schon. Aber es kommt noch besser: Einer hat schon ziemlich lange den Kopf einer Schlange im Mund. Auf einmal macht es einen lauten Knacks und er hat der Schlange den Kopf abgebissen. Und was tut er jetzt? Er spuckt ihn aus, zieht der Schlange die Haut runter und isst das Fleisch! Noch nie haben wir so was grausiges gesehen – Gänsehaut pur.
Von Yogyakarta machen wir auch einen Ausflug nach Borobodur und Prambanan. Dazu müssen wir aber schon bald aufstehen, weil der Bus um 5 Uhr früh losfährt. Borobodur ist der größte hinduistische Tempelkomplex und zählt heute zu den Weltwundern. Er ist einfach Wahnsinn. Total riesig und beeindruckend. Die ganzen Bilder und Handlungen, die dargestellt werden.
Besonders schön wird es, als die Sonne aufgeht und das Licht die schönsten Farben preisgibt. Dann fahren wir weiter nach Prambanana zu einer riesigen hinduistischen Tempelanlage. Wir spazieren bei der größten Hitze herum, es ist einfach so beeindruckend. Wir können irgendwie noch immer nicht glauben, was wir alles auf unserer Reise sehen.
Wir haben sehr viel vom Dieng Plateau gehört. Also fahren wir zum Wandern für 3 Tage hinauf.
Die Fahrt dorthin mit lauter local buses ist ziemlich aufregend, vor allem je weiter wir hinauf kommen. Wir bleiben überall mit dem Bus stehen und hunderte von „aquaquaqua“ und „ananasnasnas“ Verkäufern stürmen den Bus. Und erst die nervigen Gitarrenspieler! Und die bettelnden Kinder. Es wird auch immer kälter und die Landschaft verändert sich total. Über Magelang und Wonosobo gelangen wir schließlich zum…
...Dieng Plateau Da die Busfahrt lange dauert, können wir am ersten Tag nichts mehr machen. Es ist schon am frühen Nachmittag relativ kalt, was wir ja gar nicht mehr gewohnt sind. Und so verbringen wir den Nachmittag und Abend mit Meike und Vincent aus Holland in unserem Guesthouse „Bu Djono“, die mit uns die einzigen Touristen sind.
Am nächsten Tag heißt es aber bald aufstehen. Tagwache um 6:00 Uhr früh. Wir starten gleich eifrigst. Wir gehen bei den verschiedenen Candis vorbei Richtung kanah sikidang (dem stinkenden Schwefelwassern). Weiter geht es bergauf ins höchst gelegene Dorf von Java, nach Telaga Sembungan. Die Landschaft ist einfach ein Traum. Überall total viele Felder und so viel grün! Zurück können wir mit einem Lastwagen mitfahren. So haben wir noch Zeit nach kanah sileri, ein kleines Dorf in einem Vulkankrater, zu gehen. Dort ist ein total rauchender Vulkansee – wow! Weit und breit nichts anderes als die terrassenförmigen Felder. Und die nervigen Leute. Anfangs sind sie ja noch ganz lustig. Aber mit der Zeit nerven sie gewaltig. Wir können ihr „Hello, how are you, where are you from, do you speak indonesian“ nicht mehr hören. Nach über 6 Stunden Gehzeit kommen wir fertig zurück und genießen die unterschiedlichen Formen des Nasi bzw Mie Goreng.
Anscheinend hat Brigitte ihre Verkühlung von Singapur noch immer nicht auskuriert und am Abend ist ihr trotz viel Tee eisig kalt. Das Fieberthermometer zeigt 38,5 Grad. So muss Gerald am nächsten Tag mit einer Schottin und einer Schweizerin zu den Farbenseen gehen, die wunderschön sind.
Später fahren wir zurück, was für die kranke Brigitte nicht gerade einfach ist. In Yogyakarta suchen wir dann ein Krankenhaus. Der Besuch dort ist eher lustig: Die Ärztin kann nicht so gut Englisch und schaut Brigitte mit einer riesigen Campingtaschenlampe in den Hals. Aber wenigstens bekommt sie Antibiotika, davon gleich 3 verschiedene, die ihr helfen. Und so können wir auch schon zur nächsten Tour, dem Mount Bromo, starten. 12 Stunden fahrt liegen vor uns.
Mount Bromo Erst gegen Abend kommen wir am Mount Bromo an. Es ist kalt und wir müssen gleich ins Bett, weil wir sowieso um 3 Uhr wieder aufstehen müssen. Es lohnt sich aber. Zusammen mit einem französischen Pärchen mieten wir einen Jeep. Der Fahrer bringt uns zuerst zu einem Aussichtspunkt, von dem aus wir den Sonnenaufgang und das damit verbundene Farbenspiel bewundern können. Wieder einmal wunderbar! Dann fahren wir zum Mount Bromo. Wir können zu Fuß rauf und dem Krater entlang wandern. Total aufregend, vor allem weil es aus der Mitte des Vulkans ordentlich rausbrodelt und ziemlich nach Schwefel riecht.
Vom Mount Bromo geht’s weiter Richtung Bali/Kuta. Dort werden wir endlich wieder unsere englischen Freunde Jo, Becky und Nick treffen.
Leider steht uns noch eine lange Busfahrt (wieder um die 10 Stunden) und Fährenfahrt bevor.
Im nächsten Bericht geht es weiter nach Bali, Flores, Komodo und auf die Gilis.
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- Name
- Gerald Reisecker
- Alter
- 37
- Ort
- Salzburg
- Webseite
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Alle Reisen von Gerald Reisecker
Asien - Paradisetrip!
Über 5 Monate waren wir, Brigitte und Gerald, quer durch Asien auf der Tour unseres Lebens (zumindest bis dato) unterwegs und haben etwa 2000 Bilder und 100te Abenteuer mit nach Haus gebracht. Reiseziel: Thailand, Malaysia, Singapore, Java, Bali, Flores, Komodo, Australien, Neuseeland...
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