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Malaysia - Dschungelpfade und Wolkenkratzer

27.09.2001 |

Von Thailand aus sind wir nun Malaysia angekommen. Der freundliche Vielvölkerstaat hat in den letzten Jahren einen rasanten Wandel zur Hightech-Nation erlebt. So kann man heute neben Palmenstränden, Bergketten und Mangrovensümpfen auch die welthöchsten Wolkenkratzer und modernste Einkaufspassagen bewundern.

Georgetown/Penang Unsere Reise beginnt in der alten Kolonialstadt Georgetown auf der Insel Penang. Hier ragen futuristische Hochhäuser über alten Kolonialbauten und den so typischen Terrakotta-Dächern in den Himmel. Ein paar Kilometer weiter liegen einige der schönsten Strände Malaysias.

Wir finden ein Zimmer in der Lebau Chulia, sozusagen die Khao San Road von Georgetown, im „Stardust“. Es ist etwas bewölkt und so ist es nicht allzu heiß bei unserer Sightseeing-Tour: Rathaus, Fort Cornwallis, Uhrturm, Yeoh Kongsi, Khoo Kongsi, Mesjid Melayee, Nagou Durgha Moschee, Sri Mariamman Tempel, Kapitan Keling Moschee, Goddess of Mercy Temple,.. Man sieht also, dass es hier viele verschiedene Religionen gibt und so können wir buddhistische, islamische und hinduistische Tempelanlagen bestaunen. Mit dem Bus geht’s raus nach Air Ham, wo der riesige Koh-Lak-Si-Tempel steht. Von dort gehen wir zu Fuß zum Penang Hill. Wir fahren mit der Bahn auf den 800 m hohen Berg (?). Leider ist es total bewölkt und so haben wir überhaupt keine Aussicht. Wir gehen zu Fuß runter zum Botanischen Garten, wo wir das erste Mal freilebende Affen sehen. Voller Begeisterung will Gerald ein Foto machen. Da hat er aber nicht mit dem Stammesanführer gerechnet. Der zeigt total verärgert seine spitzen Zähne her und macht ganz furchteinflößende Geräusche – Zeit für uns zu verschwinden. Später im Botanischen Garten erleben wir dann aber noch viele, und außerdem sehr zahme Affen, die sich auch gerne fotografieren lassen.

Da Georgetown ziemlich klein ist und wir wieder schöneres Wetter und Meer sehen wollen, geht’s mit dem Nachtbus und einem ziemlich gefährlich fahrendem Busfahrer weiter an die Ostküste, besser gesagt nach Pulau Perhentian Kecil, die kleinere der beiden Inseln.

Pulau Perhentian Kecil Um 4:00 früh kommen wir in Kota Baru an und müssen erst einmal ewig warten, bis dass das erste Boot zur Insel geht. So lernt man wenigstens wieder Leute kennen.

Zu fünft sitzen wir dann in einem Taxi. Natürlich haben wir auch alle total viel Gepäck, aber wir wollen den billigsten Preis und warten im Hafen. Nach ca. 2 Stunden Bootsfahrt kommen wir zum Long Beach, einem wunderschönen Sandstrand, wo wir uns einen Bungalow suchen. Die meisten sind hier aber viel zu teuer.

Aber wir haben wieder einmal Glück. Außerdem machen wir gleich Bekanntschaft mit unserem Hausleguan, der oft auf sich aufmerksam macht, wenn jemand von uns zwei in die Hütte geht. Er begehrt auf und kratzt ordentlich am Dach, so auf die Art: He weg da, das ist meine Hütte.

Bei der Inselerkundung sehen wir auch im Wald noch einen Leguan. Schon komisch, zu Hause würde man diese Tiere total grausig finden. Aber hier, wo sie einfach dazugehören, sind sie total super. Sogar Brigitte kann sich dafür begeistern.

Am Nachmittag ziehen immer wieder Wolken auf und in der Nacht gibt’s dann ordentliche Gewitter. Deshalb haben wir auch bei unserem Tauchgang keine gute Sicht. Aber wir sehen wieder einmal wunderschöne Fische und tauchen durch Höhlen, was besonders spannend ist. Tauchen ist einfach super, man wird süchtig. Auch wenn wir dieses Mal mit 2 blöden Malayen tauchen, die ziemlich rücksichtslos sind.

Die Abende verbringen wir im Palm Tree Cafe. Unser immer eingerauchter Stammkellner AD versorgt uns mit den besten Shakes, Juices und BBQs. Wir schlemmen so richtig: Hai, Baracuda, Tuna…leckerschmecker!

Hier auf Perhentian erleben wir auch die erste große Moskitoplage, es ist ein Alptraum! In der Nacht kann man nicht mehr ordentlich schlafen, sie stechen überall. Jedes kleine Fleckchen, das vorher nicht mit Anti-Mücken-Milch besprayt wurde, kommt dran. Man weiß nicht mehr, wo man als erstes kratzen soll. Es juckt so dermaßen, dass wir uns sogar blutig kratzen. Und das entzündet sich dann natürlich. Das Wetter schaut nicht besser aus. Deshalb fahren wir weiter Richtung Taman Negara. Das wird noch eine ziemlich Irrfahrt.

Wir fahren zuerst mit dem Bus nach Pasa Buta, dann weiter nach Khota Baru. Von hier sollte es eigentlich einen Bus nach Jerantut geben. Tut es aber nicht. Wir fahren zum Bahnhof, versuchen einen Zug zu bekommen. Die billigen Plätze sind aber schon weg. Da wir auch keinen Bus mehr nach KL bekommen, buchen wir die nächsthöhere Klasse in den Zügen und fahren mit dem Nachtzug bis nach Jerantut. Fast wären wir zu früh ausgestiegen, weil der Zug Verspätung hat.

Mitten in der Nacht (2:00) kommen wir in Jerantut an. Wir versuchen, am Bahnhof zu schlafen. Es gibt erst um 8:15 einen Bus zur Bootsanlegestelle im Taman Negara. Das ist echt so was von anstrengend, wir sind schon sehr genervt!

Taman Negara Die dreistündige Bootsfahrt entschädigt für die komplizierte Anreise. Wir lernen gleich einmal das österreichisch-holländische Pärchen Christoph und Olanda kennen. Mit ihnen machen wir trotz Schlafmangels eine ordentliche Wandertour zum Bukit Tetesek. Es ist total gatschig und so sind wir immer auf der Hut vor Blutegeln. Ziemlich anstrengend.

Mit unseren Dorm-Kollegen Koen, Caroline, Becky, Nick und Jo haben wir ziemlich viel Spaß. Wir gehen gemeinsam zur Fledermaushöhle. Bis auf Caroline gehen alle rein.

Es stinkt total nach Fledermausscheiße, die eigentlich überall ist. Egal wo man hingreift, man greift in Scheiße.

Wir gehen durch stinkendes Wasser, kriechen durch klitzekleine Öffnungen und stehen dann vor hunderten von Fledermäusen. So was haben wir noch nie gesehen. Man hat immer das Gefühl, dass sie einem gleich reinfliegen. Jungle-Jo Koen gefällt es besonders gut. Als wir wieder rauskommen, haben wir die Scheiße überall und wollen nur mehr duschen und eine Hot Milo (keine war so gut wie die im Taman Negara).

Und natürlich wollen wir unsere Blutegel loswerden: An diesem Tag haben wir ziemlich viele abgekriegt. Gewinner ist sicher Gerald, der 4 dick vollgesaugte Blutegel auf seinen Füßen hat. Die sind so was von ekelig. Das Blöde ist nur, dass sie sich jetzt entzünden und total eitrig werden.

Außerdem machen wir den Canopy-Walk: in schwindeligen 44 m Höhe gehen wir auf Hängebrücken über den ältesten Urwald der Welt. Es ist ja schon beeindruckend, trotzdem machen die wackeligen Brücken und die Höhe ein bisschen Angst.

Vom ältesten Dschungel geht’s weiter in den Großstadtdschungel, nach Kuala Lumpur, Malaysia. Da der Bus von Jerantut aber schon voll ist, müssen wir über Temerloh fahren. Die erste Strecke ist in einem öffentlichen Bus, was so viel heißt, wie ständig stehenbleiben und so viele Leute wie möglich im Bus. Gott sei Dank ergattern wir von Anfang an Sitzplätze…

Malaysia – Kuala Lumpur In der Nähe der Chinatown finden wir ein Zimmer in der „Moon Lodge“, mit schöner Dachterrasse. Leider müssen wir gleich einmal feststellen, dass das Essen hier ziemlich teuer ist. Also gehen wir zum Burger King, weil das hier billiger ist als das local food!

Wir haben wieder ein großes Sightseeing-Programm vor uns: Jame Moschee, St. Marys Church, Sultan Abdul Samad Building, Merdeka Platz, Nationalmoschee (Gerald findet, dass sie vor lauter Wasserbecken wie ein Hallenbad aussieht, bei dieser Hitze könnten wir das auch brauchen).

Weiter geht’s mit dem alten Hauptbahnhof, See Yeoh Tempel, Sri Mahamariamman Tempel (Wir kommen gerade zu einer hinduistischen Prozession zurecht), Petronas Twin Towers (Da nützen wir gleich die Möglichkeit, wieder einmal richtig shoppen zu gehen, aber wir schauen ja nur) und gemeinsam mit Jo, Becky und Nick der KL-Tower (Besonders Nick war sehr begeistert).

Etwas außerhalb liegen die Batu Caves: ein hinduistischer Schrein in einer riesigen Höhle, die auch noch von vielen Affen bewohnt wird. In Chinatown genießen wir das geschäftige Treiben, die bunten Geschäfte und die vielen Marktstände. Brigitte sieht sich leid, dass sie kein Geld und keinen Platz im Rucksack für die vielen tollen Sachen hat.

Von Malaysiens Hauptstadt geht’s mit dem Bus nach Melakka.

Melakka Hier sieht man noch sehr gut den lang anhaltenden portugiesischen, holländischen und englischen Einfluß. Es ist eine wunderschöne, ganz andere Stadt: St. Paul’s Hill, Porta de Santiago, Independence Memorial, Istana, Roter Platz (mit Stadthys, Clocktower, Christ Church, St. Francis Xavier Church, übrigens die ersten christlichen Kirchen, die wir sehen), Chinatown (Sri Poyatthaya Temple, Kg Keling Moschee, Cheng Hoon Temple, Kg Hulu Moschee), Sam Po Kong Temple, Chinesischer Friedhof, der sehr farbenfroh ist. Ewig laufen wir raus zum St. John’s Hill. Er ist dann auch nicht sehr aufregend; es stehen Reste einer holländischen Festung oben. Aber zumindest hat man eine schöne Aussicht. Auch das portugiesische Viertel Merdusa Portugis ist nicht sehr beeindruckend. In Melakka stehen anscheinend der älteste hinduistische und chinesische Tempel und die älteste Moschee). Zum ersten Mal kaufen wir ein paar Sachen in Chinatown – es ist einfach viel zu einladend.

An einem Abend sehen wir uns die Melakka Sound and Light Show an. Wir sind ca. 8 Leute, Brigittes Angst, dass wir zu spät kommen und keinen Platz mehr bekommen, war also unbegründet. Besonders die plutschende Engländerin erregte unsere Aufmerksamkeit.

In Melakka kosten wir zum ersten Mal „Roti Canai“, ein indisches Fladenbrot mit Curry-Sauce. Der absolute Traum. Die Inder können es kaum glauben, dass unser Mittag- und Abendessen nur aus roti canai besteht. Aber wenn es halt so gut ist!

Da unser Abflug nach Indonesien naht, machen wir uns auf den Weg nach Singapur, der anscheinend sterilsten Stadt der Welt, wo Kaugummikauen, bei Rot über die Straße gehen und Rauchen auf den Straßen verboten sind. Mehr dazu in unserem nächsten Bericht.

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Gerald Reisecker
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37
Ort
Salzburg
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Über 5 Monate waren wir, Brigitte und Gerald, quer durch Asien auf der Tour unseres Lebens (zumindest bis dato) unterwegs und haben etwa 2000 Bilder und 100te Abenteuer mit nach Haus gebracht. Reiseziel: Thailand, Malaysia, Singapore, Java, Bali, Flores, Komodo, Australien, Neuseeland...
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