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Neuseeland - Nordinsel. Letzte Station am anderen Ende der Welt

05.12.2001 |

Waitomo Hier buchen wir gleich eine Rafting-Tour in den Glow worm caves für den nächsten Morgen. Dann suchen wir uns einen Schlafplatz. Wir bleiben beim Ruakuri Bushwalk Parkplatz stehen. Es ist noch ziemlich früh und so gehen wir noch durch die Wälder. Die Vegetation ist unglaublich. Gerald will unbedingt noch spät am Abend, wenn es schon finster ist, noch einmal raus und die Glühwürmer beobachten. Brigitte hat etwas Angst und da wir keine ordentliche Taschenlampe haben, vergessen wir den Plan wieder. Bei einer unserer Toilettenpausen sehen wir aber, dass ein Auto stehen bleibt. Gerald fragt gleich, ob sie sich vielleicht die Glühwürmer anschauen. So kommen wir ins Gespräch und gemeinsam beschließen wir, etwas tiefer in den Wald zu gehen. Es ist zwar schon sehr unheimlich, aber voll beeindruckend. Nahe dem Bach sind hunderte von Glühwürmern. Alana und Paul (Australien) verdanken wir diesen schönen Nachtspaziergang. Und auch sie waren froh, dass sie nicht alleine hingehen mussten.

Am nächsten Morgen geht’s dann los mit unserer Rafting-Tour: Gemeinsam mit einem englischen Pärchen und unserem Guide Rodney zwingen wir uns in Wetsuits und Socks rein, setzen Helm auf und probieren erst einmal im Trockenen unsere Positionen. Und schon geht’s los. Wir müssen ein bisschen runter gehen, bevor wir in die Höhle einsteigen können. Am Anfang gibt es viele Stalagtiten und Stalagmiten zu bewundern. Schön langsam geht es immer weiter in die Höhle rein. Und das heißt auch, dass das Wasser immer tiefer wird. Es ist eisig kalt, vor allem als wir mit den Händen eintauchen müssen. Rauf auf die Reifen und Rodney zieht uns durch die finstere Höhle. Immer wieder sehen wir Glühwürmer. Zwei Wasserfälle müssen wir überwinden: Einmal müssen wir rückwärts runterspringen. Das ist echt ungeheuerlich, weil wir keine Ahnung haben, wie tief es runter geht. Und das eiskalte Wasser macht den Sprung auch nicht einfacher. Dafür geht’s beim zweiten über eine Rutsche runter. Das ist voll lustig und wieder eisig kalt. Diese Rafting-Tour ist echt super. Wir fahren zurück, wo wir uns heiß – also richtig heiß und richtig lange – duschen und mit einer Suppe wieder aufwärmen. Ein richtiges Abenteuer!

Gegen Mittag geht’s dann weiter zur Coromandel Halbinsel. Zwischendurch bleiben wir in Waiki, bei der alten und neuen Goldmine stehen. Wir suchen also einen Schlafplatz. Fündig werden wir im Tainua Forest, wo ein Campingplatz ist. Der ist allerdings zugesperrt, total vereinsamt mitten im Wald und am Boden liegt ein totes Possum. Es ist irgendwie ziemlich unheimlich und so fahren wir weiter. Auf der Weiterfahrt erzählen wir uns ziemlich gruselige Geschichten, was wir uns halt alles über den geschlossenen Campingplatz gedacht haben. Schließlich bleiben wir am Hot Water Beach stehen, wo wir erst einmal essen. Aber durch die ganzen unheimlichen Geschichten bildet sich Brigitte ständig Geräusche ein und will nicht hier stehenbleiben. Also fahren wir weiter und suchen einen Campingplatz. Bei einem Umkehrversuch bleiben wir auch noch im Schlamm stecken und nur mit viel Mühe gelingt es uns, den Sir Ashley zu befreien. Was für ein Tag! Wir sind total froh, als wir endlich am Campingplatz ankommen. Dort fühlen wir uns wieder sicher. Aber eigentlich, so viel sicherer ist er auch nicht. Wir sind die einzigen am Campingplatz, noch dazu stehen ganz weit abseits. Daraus lernen wir. Aber wenigstens für eine Nacht können wir beruhigt schlafen.

Coromandel Gleich nach dem Frühstück fahren wir nach Hahei, wo wir zur Cathedrale Cave wandern. Ein Traum, dieser Weg. Wir gehen durch Wälder, kommen an Lichtungen und sehen das endlose Meer. Der Strand bei der Cathedrale Cave ist genauso wunderschön. Einsam und schön warm. Da gerade Ebbe ist, können wir sogar durch eine Art Höhle auf die andere Seite vom Strand gehen. Es ist so traumhaft, da will man gar nicht mehr weiter. Obwohl, wir wissen ja, dass noch viele schöne Plätze auf Coromandel warten.

Beim Hot Water Beach stellen wir allerdings fest, dass wir für ein heißes Bad im Meer schon zu spät sind. Macht auch nichts, schließlich ist ein wunderschöner Tag und uns ist sowieso schon sehr warm. Auf dem Road 309 fahren wir nach Coromandel Stadt. Gott sei Dank haben wir Sir Ashley, denn mit dem Almöhi hätten wir diese Schotterstraße, die teilweise sehr steil ist, nie fahren können. Wir bleiben beim Wairau Fall, dem Kauri Grove (Hier stehen die größten Bäume von Neuseeland. Wir spielen sogar fangen rundum den dicksten Baum) und schließlich am Castle Rock Walk. Dieser Wanderweg beginnt ja noch ganz einfach, nur sehr langsam steigend. Da es aber in den vergangenen Tagen geregnet hat, ist der Weg ziemlich matschig und dreckig. Wir gehen aber trotzdem weiter. Ein Stück lang geht es durch den Wald, wo man sich wenigstens bei Bäumen festhalten kann. Und ganz zum Schluss wird es noch einmal so richtig abenteuerlich: Wir klettern auf den Felsen rauf. Es ist wirklich total anstrengend, aber oben angekommen, wissen wir, dass es die Mühe wert war: Wir haben eine traumhafte Aussicht auf beide Seiten der Coromandel-Halbinsel. Wahnsinn. Beim Runtergehen müssen wir wieder vorsichtig sein, damit wir nicht ausrutschen, aber wir haben ja keinen Stress.

In Coromandel machen wir nach der ganzen Anstrengung erst einmal ein ordentliches Picknick. Weiter Richtung Norden fahren wir am Pacific Coast Highway, der später in den Twin Coast Highway übergeht am Meer entlang. Da der Himmel schon bedeckt ist, ist die Stimmung direkt am Meer auch eigenartig: Teilweise ist es total nebelig und man sieht nicht recht weit.

Wir fahren durch Auckland auf der Stadtautobahn durch – was für ein Chaos! In der Nähe von Warteworth stoppen wir dann unterhalb eines Cafés, wo wir eine heiße Schokolade trinken und mit den Besitzern etwas reden. Sie haben auch nichts dagegen, dass wir hier stehenbleiben. Leider prophezeien sie uns für die nächsten paar Tage schlechtes Wetter.

Wir stehen bald auf und fahren Richtung Bay of Islands weiter. Es ist eine ziemlich traurige Stimmung, wo man hinsieht, ist es grau und teilweise regnet es. Wir hoffen nur, dass es weiter im Norden sonniger ist. Wir machen einen kleinen Spaziergang bei den Whangarei Falls und gehen an der Tutukaka Coast bis zur Whale Bay. Obwohl es nicht schön ist, hat diese Stimmung auch etwas an sich. In Kawakawa werden wir schon bei der Ortseinfahrt auf die berühmte Hundertwasser-Toilette im Ortszentrum hingewiesen. Und natürlich benützen wir sie dann auch. Sie ist wirklich eine wunderschöne Toilette, paßt aber überhaupt nicht zu den anderen Geschäften in der Straße. Was uns ja sehr gewundert hat, es ist eine öffentliche Toilette und so muss man gar nichts bezahlen.

Paikia, dem kleinen Hauptort der Bay, statten wir nur einen kurzen Besuch ab. Nachdem wir auch noch die Haruru Falls gesehen haben, und das Wetter immer schlechter bzw der Regen immer stärker wird, beschließen wir, zu den Hot Springs in Ngawha zu fahren. Diese sind echt ziemlich einfach. Das Wasser sieht total dreckig aus und anfangs haben wir auch so unsere Bedenken. Aber eine Neuseeländerin erklärt uns gleich, dass es sehr gesund ist, wenn man Muskelverspannung hat. Und schon sitzen wir im heißen Wasser und entspannen uns so richtig, während uns Regentropfen auf unsere Köpfe fallen.

Wir fahren dann weiter Richtung Westen und der Regen wird noch stärker. Wir finden zwar einen schönen Parkplatz für die Nacht. Durch den Regen und den starken Wind werden wir aber ziemlich hin- und hergeschaukelt und so machen wir uns auf die Suche nach einem besseren und vor allem windgeschützten Platz. Das ist aber gar nicht so einfach. Mittlerweile schüttet es schon total und wir können nur mehr ganz langsam fahren. So beschließen wir, direkt neben dem Community Centre im nächsten Ort zu parken. Wir sind uns auch sicher, dass bei diesem Regen sowieso niemand mehr rauskommt, um sich zu beschweren. Am nächsten Tag müssen wir allerdings schon sehr bald aufstehen, damit wir nicht mehr vor dem Community Centre parken, wenn die ersten Leute in die Arbeit gehen.

Ab jetzt geht’s wieder zurück Richtung Auckland. Wir bleiben beim Riesen Kauri Baum stehen. Da es vom Regen viel zu nass ist, können wir nicht auf den Maroungi Bluff gehen. Dafür machen wir einen langen und wunderschönen Strandspaziergang. Nur wir und das Meer. Manchmal hören wir unheimliche Geräusche – da bricht dann wieder ein Stück vom Sand ins Meer.

Eigentlich wollen wir ja nachher zu den Trout Fishing Competitions fahren. Aber bei keinem der Kai Iwi Lakes finden wir Profi-Angler. Also machen wir wieder einen schönen Spaziergang zwischen zwei Seen.

Unseren nächsten Stop machen wir beim Tokatoka Peak. Es ist wieder einmal total gatschig vom Regen und man muss sehr vorsichtig sein. Die Aussicht oben ist aber wieder einmal wunderschön – auch wenn nicht recht viel Platz auf der Spitze ist.

Muriwai Beach Hier verbringen wir diese Nacht, direkt am Strand. So können wir gleich in der Früh der Küste entlang wandern. Es ist wieder etwas kälter durch den Wind. Die Landschaft ist aber super. Wir sehen total viele Gannets, deren Lebensmotto anscheinend folgendes ist:

„Whatever reason, it is a good idea to make a journey before you settle down to make your own family!“

Dem können wir nur zustimmen!

Wir sind schon sehr Nahe bei Auckland. Deshalb suchen wir auch irgendwo in der Nähe einen Platz, wo wir unsere letzten zwei Nächte verbringen können.

Manuku In diesem Vorort in der Nähe des Flughafens bleiben wir also für die letzten zwei Nächte unserer Reise stehen. Als wir in Manuku ankommen, ist es erst Mittag und so fahren wir gleich noch nach Auckland rein. An der nahegelegenen Bushaltestelle erklären uns zwei Einheimische, dass wir mit einer Tageskarte biliger fahren. Wir brauchen dann über eine Stunde, bis wir endlich im Zentrum sind. Eigentlich haben wir ja keine Ahnung, wo wir aussteigen sollen. Schließlich gelingt es uns doch, auf dem Stadtplan mitzulesen und nahe der Queen’s Street steigen wir dann aus.

Auckland Für uns ist es ein richtiger Schock: Wir sind jetzt zwei Wochen in Neuseeland herumgefahren. Egal wann wir uns auf eine Stadt gefreut haben, wo wir geglaubt haben, dass sie größer ist, weil sie auf der Landkarte einen größeren Punkt hat, war es dann doch wieder nur ein Dorf. Und jetzt Auckland. Die einzige Stadt, die Neuseeland hat! Es wimmelt nur so von Menschen – wir fühlen uns ziemlich unwohl. Es gefällt uns überhaupt nicht und wir wissen auch gar nicht, was wir hier eigentlich tun sollen. Wir gehen die Queen’s Street auf und ab, bummeln ein bißchen und fahren dann mit der Fähre nach Davonport. Dort gefällt es uns schon besser. Es ist ein kleiner Ort, der einfach sympathisch ist.

Wir sitzen draußen in einem Café und essen leckere Schoko-Bananen-Muffins. Dann gehen wir auf den Mount Victoria, einen ehemaligen Vulkan rauf, von wir eine super Aussicht auf Auckland haben. Am Abend gehen wir ins Kino und sind total begeistert, weil erstens die Kinokarten voll billig sind und zweitens wir alles auf Englisch verstehen. Nach dem Kino haben wir ein Busproblem. Wir wissen nicht genau, wann er fährt und dann verschaut sich Brigitte auch noch (in einem kleinen Ort passiert so was halt nicht). Schließlich kommen wir aber doch noch spät zurück zum Sir Ashley.

Da wir kaum mehr Bargeld haben und auch nichts mehr abheben wollen, können wir nicht mehr nach Auckland rein. Den Vormittag verbringen wir also im Manukau Shopping Centre, wo gerade Abverkauf der Surfer Marken ist. Wir kaufen noch einmal so richtig ein. Am Nachmittag sitzen wir in der Sonne, spazieren in Manukau herum und fangen dann schön langsam mit dem Packen bzw Sir Ashley Putz an. Wir sehen ständig zwei Typen, die die ganze Zeit zu unserem Parkplatz kommen und wieder wegfahren. Das ist uns dann doch etwas unheimlich und so suchen wir einen anderen Platz. In der Nähe von Maui bleiben wir dann stehen und verbringen unseren letzten Abend – ein komisches Gefühl irgendwie.

Am nächsten Tag stehen wir schon um 5 Uhr auf, weil wir noch fertig packen müssen und den Camper vor 7 Uhr beim Centra Hotel abgeben müssen, damit wir keinen Tag länger zahlen müssen. Zu Fuss gehen wir zu Maui, die aber erst um 8 Uhr aufsperren. Also müssen wir noch draußen warten. Bei Maui wollen sie dann wieder, dass wir den Camper holen. Gerald erledigt das. Wir gestehen sogar ein paar kleine Fehler und kriegen trotzdem den ganzen Pfand zurück. Mit dem Maui Shuttle Bus fahren wir zum Flughafen, wo wir schon 5 Stunden früher dort sind. Die Zeit am Flughafen zieht sich ganz schön. Gerald nützt die Zeit für eine Dusche. Wir essen unsere letzten Lebensmittel auf und warten auf unseren ersten Flug.

Von 13:10 bis 14:50 fliegen wir von Auckland nach Sydney. Von 15:40 bis 21:50 von Sydney nach Singapur. Und von 22:50 bis 5:35 von Singapur nach Frankfurt. Fast 24 Stunden reine Flugzeit. Es ist der absolute Horror! Ab Sydney haben wir die schlechtesten Plätze, ganz hinten und so können wir die Sitze nicht weit nach hinten klappen. Außerdem fallen alle Leute, die auf die Toiletten hinter uns gehen, über unsere Füße, die wir am Gang haben. Wir wissen schon gar nicht mehr, wie wir sitzen sollen. Fernsehen und Radio hören lenkt wenigstens etwas ab. Und hin und wieder sehen wir beim Fenster raus oder gehen herum. In Singapur am Flughafen treffen wir noch zufällig Maria, eine Irin, die wir von Fraser Island bzw Whitsundays kennen – die Welt ist echt klein. Wir sind so froh, als wir endlich in Frankfurt landen.

Da müssen wir dann noch einmal 2 Stunden am Bahnhof warten, bevor wir nach 4 ½ Stunden Zugfahrt, die noch einmal total anstrengend werden, von unseren Müttern am Bahnhof in Passau empfangen werden. Eine lange Reise zurück in die Realität…

Wir hatten 4 ½ wunderbare, traumhafte Monate. Wir haben so viele Leute kennengelernt. Und wir hatten vor allem sehr oft Glück. Oft waren wir uns in dem Moment noch gar nicht so bewußt, wie viel Glück wir hatten. Aber jetzt – im Nachhinein betrachtet – merken wir, wie einfach wir es oft hatten. Nie gab es große Probleme oder aussichtslose Situationen. Gerade deshalb konnten wir wahrscheinlich die Zeit so genießen. Es war bis zum Schluß unvorstellbar, wieder zurückzufahren. Aber ziemlich schnell hat man wieder seinen alten Rhythmus. Man verändert sich, auch wenn es für Außenstehende nicht immer offensichtlich ist. Und es war sicher nicht das letzte Mal, dass wir auf Reise waren…

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Gerald Reisecker
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Ort
Salzburg
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Asien - Paradisetrip!

Über 5 Monate waren wir, Brigitte und Gerald, quer durch Asien auf der Tour unseres Lebens (zumindest bis dato) unterwegs und haben etwa 2000 Bilder und 100te Abenteuer mit nach Haus gebracht. Reiseziel: Thailand, Malaysia, Singapore, Java, Bali, Flores, Komodo, Australien, Neuseeland...
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