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Die letzten Tage in Europa

24.03.2001 |

23.03.01 Varna, Bulgarien – Nessebar (Sonnenstrand), Bulgarien

Nach einer langen Nacht auf den Straßen Bulgariens haben wir es endlich bis nach Varna geschafft. Um fünf Uhr morgens schliesslich trifft unser Blick zum ersten Mal auf das Schwarze Meer.

Die Nacht war ruhig und da wir erst um 7 Uhr eingeschlafen waren, wachten wir auch erst um 13.30 Uhr auf. Den Wagen hatten wir an einer Steilküste geparkt, die eine Art Naherholungsgebiet der Stadt Varna war. Für Autos gesperrt und von Fussgängern und Joggern stark frequentiert. Die sahen uns dann auch alle bei der Morgentoilette zu. Ein älterer Mann, der gerade mit seinen Hund spazieren ging, sprach uns an und erzählte, dass er auch schon vor zehn Jahren in Kapstadt war und uns viel Glück wünscht. In der Innenstadt kauften wir Milch, Zigaretten, Rotwein und Überraschungseier ein. Im Postamt holten wir Briefmarken und in einer Unterführung, in einem winzigen Laden, Postkarten. Dann fuhren wir aus der Stadt in Richtung Nessebar.

Unterwegs wechselten Jonas und ich noch das Öl in allen vier Radvorgelägen, was wir schon länger vorhatten.Wann wir nun in Nessebar ankamen ist schwer zu sagen. Erstmal haben wir uns aufgrund seltener Beschilderung ein paar Mal verfahren und dann erfuhren wir erst einen Tag später, dass Bulgarien schon eine Zeitzone weiter ist.

Jedenfalls gingen wir abends in Varna in einen Irish Pub, der sicher noch nie einen Iren gesehen hatte. Essen und Whiskeytrinken satt, weils so billig war. Anschließend statteten wir dem Schwarzen Meer noch einen Besuch ab und beschlossen dort zum Aufstehen schwimmen zu gehen. Weil Toni die Kellnerin so nett war, haben wir am nächsten Morgen unser Frühstück auch noch dort gegessen, aber das morgendliche Badengehen haben wir dann doch lieber sein gelassen.

24.03.01 Nessebar, Bulgarien – Istanbul, Türkei

Auf dem Weg nach Istanbul kamen wir an den schönsten Stränden Bulgariens vorbei und wir dachten uns, man könnte ja mal einfach mit dem Wagen kurz zum Meer runter fahren. Unser Strandausflug dauerte dann jedoch 2 Stunden. „Nomad“ unser Unimog war viel zu schwer beladen und blieb trotz Allrad-Antrieb stecken. Also mussten die Sandbleche raus und die Schaufel vom Dach. Beim Buddeln und Schleppen der Sandbleche kamen wir so arg ins schwitzen, dass wir nach dem Freischaufeln von Nomad direkt ins Meer sprangen… und ebenso schnell wieder ganz erschrocken herraus! So unverschämt kalt ist das Wasser!

Irgendwann hatten wir den Wagen dann aber auch wieder frei und weiter gings in Richtung Türkei.

Der Grenzübergang zur Türkei lag mitten in den Bergen, sehr einsam und weit und breit waren wir die einzigen, die diese beschwerliche Route gewählt hatten, um in die Türkei zu gelangen. Der übliche Weg führt über Sofia. Die Grenzabfertigung war problemlos und kostet nur 16 DM! Eine halbe Stunde später waren wir drin. Nach einem kurzen Tankstop gings für 3 $ auf die Autobahn nach Istanbul. Noch 150 km trennten uns von einem richtigen Bett und einer Dusche.

In Istanbul angekommen brach auch für uns das Chaos aus! Deutsche Verkehrsverhältnisse lassen sich nicht mal erahnen, und dann hatte Istanbul auch gerade noch ein Heimspiel gegen Prag. Auf den Straßen war die Hölle los, wir fühlten uns nicht mal in der Lage den Bosporus als Orientierung zu finden. Also hielten wir ein Taxi an, das uns nach einer Stunde Fahrt zu der gewünschten Adresse führte. Istanbul ist so riesig und unüberschaubar, das hätten wir NIE gefunden!

25.03.01 Istanbul, Türkei

Heute ist uns regelrecht die Zeit davon gelaufen. Erstens wollten wir die Uhren erst hier eine Stunde vorstellen (obwohl das schon in Bulgarien hätte passieren müssen) und dann wurde heute auch noch auf Sommerzeit umgestellt. So verloren wir an einem Tag gleich 2 Stunden. Um 16 Uhr kamen wir dann endlich aus dem Haus, um uns ein wenig die Umgebung anzusehen und einige Besorgungen zu machen. Erst mal hielten wir bei einem Schuhputzer an, der unsere von den Strapazen der letzten Tage verdreckten Schuhe wieder zum Glänzen brachte.

Anschließend suchten wir in einem abgelegenen kleinen Dorf einen Frisör auf und ließen uns einmal das volle Programm geben. Erst schneiden, dann rasieren, waschen, massieren und anschließend mit den verschiedensten Wässerchen einsprühen. Jetzt sehen wir wieder richtig gut aus!

Morgen werden wir uns erst mal die Paläste und Moscheen sowie den Großen Basar angucken und ins türkische Leben stürzen. Außerdem müssen wir morgen noch den Wagen von innen mal wieder saubermachen. Am Dienstag gehts dann weiter nach Aksaray zum türkischen Unimogwerk. Hoffentlich können die Leute dort noch etwas Gutes für Nomad tun.

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Alle Reisen von Jonas Vincentz

no|mad: Hannover bis Kapstadt

Hallo, wir sind Jonas und Tim mit NOMAD!
Wir drei fahren am 17.03.2001 nach Kapstadt! Los geht´s in Hannover. Wir werden mit dem eigenen Auto nach Kapstadt fahren. Das eigene Auto, ein Unimog S404, wurde nach seinem Kauf auf den bedeutungsschwangeren Namen NOMAD getauft. Nun ja, wir sind also jetzt seit einem Jahr intensiv dabei diese Reise vorzubereiten, zu planen und uns auszurüsten. Irgendwie muß jetzt nur noch alles ins Auto passen und dann kann´s losgehen!
Wir fahren ab Deutschland über die Türkei und Jordanien auf dem Landweg nach Ägypten. Dort geht es dann weiter über Sudan, Äthiopien, Kenia, Tansania, Mosambik, Malawi, Sambia bis nach Südafrika/Kapstadt, unserem Ziel.