









no|mad: Hannover bis Kapstadt
Von Wien ans schwarze Meer
21.03.2001 |
20.03. – Wien
Nachdem wir uns gestern Nacht nach einem Spaziergang durch Wiens Innenstadt einen guten Platz zum Nächtigen gesucht hatten, stellten wir nach dem Aufwachen fest, dass wir direkt vor dem österreichischen Verteidigungsministerium unser Lager aufgeschlagen hatten, die uns nun mit argwöhnischen Augen beim Wachwerden beobachteten. Zum Frühstück gab es dann Burger und Wiener Schnitzel. Zur ungarischen Grenze war es jetzt nicht mehr weit…
Bei strahlendem Sonnenschein erreichten wir die Grenzstation. Die Österreicher warfen nur einen Blick in unsere Pässe, die Ungarn jedoch winkten uns auf einen Parkplatz und wir stellten uns schon auf eine langwierige Durchsuchung ein. Im Innern des Wagens sah es zu diesem Zeitpunkt noch recht chaotisch aus. Der Grenzsoldat, dessen Kollegen mit Kalaschnikows über der Schulter im Hintergrund standen, warf einen Blick durch die geöffneten Hecktüren und fragte dann: „Wo wollen Sie hin?“. „Nach Kapstadt!“ antworteten wir. „Wo ist das?“ fragte er zurück. „In Südafrika“ sagten wir. „Gut, fahren sie bitte weiter!“
Um 17 Uhr entschlossen wir uns, den Wagen mal richtig aufzuräumen, eine zusätzliche Leuchtstoffröhre an der Innenseite der Hecktür anzubringen, unseren 2-Flammenherd zusammenzubauen und uns das erste mal einen leckeren Linseneintopf zu kochen. Auf dem Rastplatz erzählte uns ein deutscher Trucker, dass ihm öfters schon und gerade Gestern wieder hier auf diesem Parkplatz nachts die Ersatzreifen gestohlen wurden, und dass wir ja alles gut anketten und abschließen sollten. Ein bisschen mulmig wurde uns dann schon.
Um 22 Uhr hatten wir schließlich alles erledigt und fuhren weiter Richtung Szeged, dass knapp 30 Kilometer vor der rumänischen Grenze liegt. Um etwa 3 Uhr hielten wir in der Innenstadt an, um endlich zu schlafen. Am nächsten Morgen hatten wir einen Strafzettel an der Scheibe und rings um unser Auto herrschte reges Treiben. Die Straßenbahn drehte ihre Kreise, und beim Aufwachen wurden wir von tausend Augen angestarrt. Frühstück gab es bei Burger King und dann ging es ab zur Ungarisch- Rumänischen Grenze, wo wir um 15.50 Uhr ankamen. Hoffentlich gibt es bei der Einreise keine größeren Schwierigkeiten.
Grenzübertritt Ungarn / Rumänien 21.3. 15:40 Uhr
Wir stehen in der Schlange für PKW, die Schlange für LKW erzog sich über Kilometer hin. Kommen recht gut voran, nach etwa 45min kommt der Zöllner zu uns, überprüft die Pässe, möchte ins Auto schauen. Wir öffnen es, er sieht nur das Auto und läßt uns sofort durch.
Das war die Ausreise. Jetzt stehen wir im Niemandsland. Vor uns steht ein absonderliches Gerüst, welches Flüssigkeit in alle Richtungen versprüht, darunter steht ein Mann und möchte uns 6 DM abknöpfen. Nach weiteren Unklarheiten stellt sich heraus das ist die MKS-Desinfektion! Also, hindurch, die Wirkung auf das stärkste bezweifelnd.
Während der Grenzformalitäten haben wir einen anderen Reisenden kennengelernt. Florian, auf dem Weg nach Indien, warnte uns vor den Geldwechslern im Niemandsland. Er hatte deren Kurse am eigenen Leibe erfahren. Und da waren sie auch schon: „Wieviel wollt ihr wechseln?“, „Ich mache einen besseren Kurs als die Banken im Land!“
Er wollte uns für 1.- DM 1.300L geben. Klang verlockend. Allerdings entspricht 1.- DM etwa 13.000L. Also haben wir diesen weggescheucht aber da kam auch schon der nächste: „Braucht Ihr Geld für das Visa?“ – Visas gibt es seit Januar nicht mehr. Soviel dazu. Nach etwa 1 1/2 Stunden warten durften wir dann endlich einreisen, wieder wurden wir sofort durchgewunken, als es bedeutete das Chaos im Innern unseres Wagens zu Tage zu befördern.
Es war mittlerweile 18:30 Uhr und wir machten uns auf den Weg ins Landesinnere. Im Dunkeln, ständigen Regen, mit etlichen riesigen Schlaglöchern und ohne Beschilderung machten wir uns auf den unheimlichen Weg durch die Nebelschwaden Richtung Deva, wo wir dann um 22:00 Uhr unser Nachtlager aufschlugen.
22.03. Auf nach Bukarest
Wir machen uns gleich nach dem Aufstehen wieder auf den Weg Richtung Bukarest. Allerdings machen wir in Sibiu einen „Boxenstopp“ da kleine Probleme mit unserer Lichtmaschine aufgetreten sind, die wir nicht noch verschlimmern wollten. Wir fanden eine kleine Werkstatt, in der ein „Elektriker“ sich gleich ans Werk machte. Er baute die Lichtmaschine komplett auseinander, baute ein kleines Gerät ein, aus dem auch gleich Rauchschwaden hervorquollen – und 2 Stunden später funktionierte unsere Lichtmaschine wieder. Für dieses Werk verlangte er dann auch inklusive Materialkosten gleich DM 20,! Jetzt befinden wir uns auch wieder auf der Straße und klettern durch riesige Schlaglöcher und versuchen nicht gekennzeichnete Baustellen zu umfahren. Von den vielen Polizeikontrollen an den Straßen sind wir bis jetzt noch verschont geblieben. Zuversichtlich glauben wir heute abend Bukarest oder sogar die Grenze zu Bulgarien erreicht zu haben.
NACHTRAG zum 22.03.
Nachdem wir etwa gegen 20 Uhr Bukarest erreicht und dort etwas kleines gegessen hatten, beschlossen wir, wegen des schlechten Wetters (Schnee und starker Wind), uns gleich wieder auf die Piste Richtung Bulgarien zu machen. Das stellte sich aber hinterher als Fehler heraus: Gleich hinter Bukarest wurden wir von der Polizei angehalten! Die wollten meinen Führerschein sehen UND wollten ihn dann erst wieder gegen eine Gebühr von DM 100, herausgeben. „Wegen der Faktura…“ Jedenfalls konnten wir sie dann auf US$ 20 herunterhandeln, immer noch eine Unverschämtheit, aber man ist denen halt ausgeliefert, wenn man nicht die Nacht im Schneesturm verbringen möchte.
Gegen 23:30 erreichten wir dann die Grenze, ein riesiger Komplex, von der EU des Transits wegen finanziert. Als wir an das erste Häuschen kamen hieß es: Brückensteuer 19 US$, keine Diskussion! Die Brücke führt über die Donau nach Bulgarien. Am zweiten Häuschen: Econo Tax 15 US$, keine Diskussion! (bei der Ausreise?) Endlich kamen wir zu den wirklichen Zöllnern, diese ließen uns dann auch endlich aus Rumänien heraus.
Nun galt es, nach Bulgarien einzureisen. Die Zollabfertigung ging schnell, die Zöllner hätten sich von uns zwar Sexbilder und Bier gewünscht, aber das eine hatten wir nicht und das andere brauchten wir selber… Nun ging aber die Gebührenarie wieder los: Straßengebühr: 30 US$ (hätten wir den Mann nicht mit unserer lauten Maschine geweckt, hätten wir uns das auch sparen können) und Desinfektion: DM 17,- (eine tiefen Pfütze, die mit Sicherheit alles andere als desinfizierte). Aber jetzt waren wir endlich in Bulgarien, sofort wurden die Straßenzustände erfreulich gut!
Jetzt ist es kurz vor 2 Uhr morgens und wir erreichen bald Varna am Schwarzen Meer, dort werden wir uns wohl ein stilles Plätzchen suchen und übernachten. Morgen geht es dann am Schwarzen Meer entlang nach Süden, zum berühmt berüchtigten Sonnenstrand. Bei gutem Wetter wollen wir dort dann unseren Ölwechsel aus München abschließen und die unzähligen Schmiernippel am Fahrzeug schmieren. Voraussichtlich werden wir dann am Samstag Nachmittag in Istanbul eintreffen, wo wir uns und NOMAD ein paar Tage Ruhe gönnen wollen.
Aber unverhofft kommt oft…! (man hat es ja heute gesehen!)
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- Alter
- jung geblieben
- Ort
- Hamburg
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Alle Reisen von Jonas Vincentz
no|mad: Hannover bis Kapstadt
Hallo, wir sind Jonas und Tim mit NOMAD!
Wir drei fahren am 17.03.2001 nach Kapstadt! Los geht´s in Hannover. Wir werden mit dem eigenen Auto nach Kapstadt fahren. Das eigene Auto, ein Unimog S404, wurde nach seinem Kauf auf den bedeutungsschwangeren Namen NOMAD getauft. Nun ja, wir sind also jetzt seit einem Jahr intensiv dabei diese Reise vorzubereiten, zu planen und uns auszurüsten. Irgendwie muß jetzt nur noch alles ins Auto passen und dann kann´s losgehen!
Wir fahren ab Deutschland über die Türkei und Jordanien auf dem Landweg nach Ägypten. Dort geht es dann weiter über Sudan, Äthiopien, Kenia, Tansania, Mosambik, Malawi, Sambia bis nach Südafrika/Kapstadt, unserem Ziel.



