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Von Mosambik nach Simbabwe - eine Öldruckleitung an ihren Grenzen

29.06.2001 |

Eigentlich wollten wir ja nach ein paar Tagen Lilongwe, wo wir auf das Mosambik Visum gewartet hatten, direkt nach Mosambik rüber. Da wir die Visas aber erst gegen 15 Uhr bekamen und wir noch tanken mußten, da es wohl Treibstoffknappheit in den nächsten Ländern geben sollte, kamen wir erst spät los – zu spät.

Wir kamen um 18 Uhr an die Grenze von Dezde, aber die hatte schon geschlossen! Na toll, also ging´s erst mal weiter nach Blantyre, um dort die Nacht zu verbringen und am nächsten Morgen noch mal das Internet-Cafe zu besuchen und Dollar zu besorgen. Wir hatten nämlich erfahren, das man mit Dollars auf dem Schwarzmarkt in Simbabwe ein Vielfaches vom offiziellen Kurs erhält!

Das mit den Dollars nahm den ganzen Vormittag in Anspruch. Erst mussten wir mit der Kreditkarte englische Pfund abheben (dazu musste unentwegt England angerufen werden), die wurden dann schließlich in Malawi Kwacha ausgezahlt und dann gingen wir in eine der Wechselstuben und holten uns Dollar dafür, insgesamt kommt man dann auf etwa 10-15 Prozent Verlust durchs Wechseln, ABER das holt man in Simbabwe wieder rein!

Durch die ganze Wechselei kamen wir auch in Blantyre spät los, aber zum Glück hatte die Grenze nach Mosambik von Blantyre aus bis 19 Uhr geöffnet.

Also kamen wir noch nach Mosambik rein und fuhren bis nach Tete, wo es eine ziemlich große Hängebrücke über den Sambesi-River gibt. Die wollten wir aber gerne bei Tageslicht überqueren und suchten uns deshalb einen Campingplatz direkt am Ufer vom Fluß, von wo man die vorbeitreibenden Grünflächen beobachten konnte.

Übrigens sprechen die Mosambikaner alle nur Portugiesisch, im Gegensatz zu all den anderen Ländern, wo Englisch die zweite Landessprache ist – war aber kein Problem für uns!!!

Am nächsten Morgen stellten wir fest, das unser Öldruckanzeiger leckte und Öl austrat. Wir bauten ihn aus, schraubten ihn auf und dichteten ihn ab. Dann konnten wir uns endlich auf den Weg über die Brücke machen, auf die nur ein LKW auf einmal darf (Einsturzgefahr…?!?).

Als wir die falsche Rampe herauffuhren und dann auch noch verboten abbogen, um an das Gebührenhäuschen der Brücke zu kommen, landeten wir direkt vor einem Polizisten. Als er uns anhielt, explodierte die Öldruckleitung!!! Juchhuuh! Aber wenigstens sah der Polizist noch mal von einem Strafmandat wegen Falschabbiegens ab, als er feststellte, dass wir genug andere Probleme hatten.

Nach Behebung des Schadens (es hält immer noch!), ging´s quer durch Mosambik zur Grenze nach Simbabwe. Getankt wurde auch noch mal, so lange es halt geht…

Als wir an der Grenze ankamen, war es kurz vor sechs: Ausreise Malawi: bei Kerzenschein, Einreise Simbabwe: geschlossen, aber Strom! Typisch, wir kommen immer zu spät zu den Grenzen. Also mussten wir die Nacht im Niemandsland an den Toren zu Simbabwe verbringen. War uns nicht ganz geheuer, denn wir fragten uns, ob wir jetzt allen möglichen Banden ausgeliefert seien, haben die Nacht aber heil überstanden! Am nächsten Morgen um 6 Uhr durften wir dann einreisen – Richtung Harare.

Heute waren wir zum Einkaufen bei SPAR!

Da wir dank unserer herrgottsfrühen Einreise nach Simbabwe noch nicht gefrühstückt hatten, fuhren wir in den nächstbesten kleinen Ort, um etwas zu beissen aufzutreiben. In der Hoffnung vielleicht sogar auf einen Supermarkt zu treffen, bogen wir in die Hauptstraße ein – und erstarrten: ein SPAR-Markt, ein echter SPAR-Markt, es gab alles (nur Nudeln haben wir hier noch nie gesehen)!

Also, erst mal Großeinkauf: Milch, Hackfleisch, Brot, Bananen, Orangen, Kekse, Süßigkeiten, Cola und so weiter – am Ende zahlten wir dann 7 Mark!!!

Gut gefrühstückt ging es dann nach Harare rein. In Harare leben knapp 2,6 Millionen Menschen, davon unsagbar viele Weisse. Man glaubt fast man wär‘ in einer amerikanischen Großstadt: riesige Fußgängerzonen, Shopping-Malls, Sportläden, Modeartikel, nagelneue Hochhäuser, breite Straße, wie in amerikanischen Städten.

Wow, wir erleiden einen kleinen Kulturschock, eben noch Prärie und jetzt tobt das Leben!

Als erste große Aufgabe hatten wir vor Geld zu tauschen, wir hatten ja nur US-Dollar. Also erkundigten wir uns in einer Wechselstube nach dem Kurs: für einen US-Dollar gab es 60 Zimbabwe-Dollar. OK, das wollen wir mal sehen! Im nächstbesten Laden, der aber NICHT als Wechselstube ausgewiesen war, wurden uns für jeden Dollar 147 Zim$ angeboten! Folglich ist der Schwarzmarkt-Kurs 2,5 mal so hoch wie der eigentliche Kurs. Da haben wir dann zugeschlagen!

Schon alleine dadurch, dass wir in Besitz von Devisen sind, erscheint uns das Land unglaublich billig, was uns nach der Schröpferei an den Grenzen für Visas und Straßengebühr wirklich entgegenkommt!

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Jonas
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no|mad: Hannover bis Kapstadt

Hallo, wir sind Jonas und Tim mit NOMAD!
Wir drei fahren am 17.03.2001 nach Kapstadt! Los geht´s in Hannover. Wir werden mit dem eigenen Auto nach Kapstadt fahren. Das eigene Auto, ein Unimog S404, wurde nach seinem Kauf auf den bedeutungsschwangeren Namen NOMAD getauft. Nun ja, wir sind also jetzt seit einem Jahr intensiv dabei diese Reise vorzubereiten, zu planen und uns auszurüsten. Irgendwie muß jetzt nur noch alles ins Auto passen und dann kann´s losgehen!
Wir fahren ab Deutschland über die Türkei und Jordanien auf dem Landweg nach Ägypten. Dort geht es dann weiter über Sudan, Äthiopien, Kenia, Tansania, Mosambik, Malawi, Sambia bis nach Südafrika/Kapstadt, unserem Ziel.