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Safari durch Nationalparks Lake Manyara und Ngorongoro Krater

08.06.2001 |

So, also wir hatten uns ja gedacht, wir würden mit unserem eigenen Wagen mal auf Safari fahren können…

Können wir auch, aber für ausländische Fahrzeuge kostet es zusätzlich zu den 25US$ pro Person pro Tag noch einmal 150US$ pro Tag!!! Also, mußten wir uns einen Wagen mieten, haben uns dann aber gleich eine Safari gebucht, bei der die Eintrittspreise, der Wagen, ein Fahrer, eine Übernachtung auf einem Campingplatz und ein Koch inbegriffen waren: 80US$ pro Tag pro Person – einer der billigsten Anbieter!

War aber echt gut, denn der Fahrer kannte sich im Straßengewirr der Parks gut aus und fuhr uns so zu den ganzen Tieren, die wir alleine nicht entdeckt hätten. Durch andere Fahrer darauf aufmerksam gemacht, fuhren wir sogar zu den scheuesten und seltensten Tieren, den Geparden und Nashörnern.

Die Safari buchten wir für 2 Tage, damit wir einen Tag im Ngorongoro Krater und einen Tag in der Umgebung verbringen konnten, in der Umgebung besuchten wir den weniger bekannten aber genauso schönen Lake Manyara.

Wir wurden morgens um halb neun in unserem Hotel, wo wir auch den Wagen ließen, abgeholt und dann ging es erst mal über lange Schotter- und Wellblechpisten zum Eingang des Nationalparks Lake Manyara. Kurz vorher machten wir noch einmal Rast, damit der Koch uns ein Mittagessen zubereiten konnte, so dass wir uns gestärkt auf die wilden Tiere stürzen konnten.

Das Essen war prima und bei blauen Himmel begaben wir uns durch das Tor in das Innere des Nationalparks. Von dem Land Rover der Safari-Firma konnte man das Dach abnehmen, so dass man sich auch während der Fahrt hinstellen konnte.

Kaum waren wir im Park, entdeckten wir auch gleich einen Elefanten mit seinem Jungen. Doch die versteckten sich im Gebüsch, jedenfalls so weit wie sich Elefanten eben verstecken können.

Aber wir sollten später noch ein paar Mal auf Elefanten treffen, die sich nicht während ihres gemütlichen Mittagessens von uns stören liessen.

Als wir weiter durch den Park fuhren stiessen wir immer wieder auf Pavian-Herden, die sich mit ihren leuchtend roten Hintern quer durch die Steppe frassen!

Gleich hinter der nächsten Kurve weideten ein paar Giraffen die Bäume, liefen aber weg, als wir ihn bis auf ein paar Meter auf den Leib rückten. Man kann sagen, mit langen Hälsen lässt es sich wirklich nicht so gut rennen…

Als wir weiter unter brütender Mittagssonne durch den Park fuhren trafen wir noch auf alle möglichen verschiedenen Tiere wie Impalas, ganze Zebraherden, Warzenschweine und noch viel mehr.

Das war echt eine Spitzentour, da die Tiere einen bis auf ein paar Meter heranlassen.

Als wir dann abends zu unserem Campingplatz kamen, waren wir aber so TOTmüde, dass wir uns überhaupt nicht mehr bewegen konnten und wie leblos um unser Zelt herumlagen. Zum Glück hat ja der Koch das Abendessen für uns zubereitet; es gab Gulasch nach Omas Art! Und es schmeckte auch noch so!

Danach ging´s aber auch direkt in die Falle, da wir am nächsten Morgen noch vor Sonnenaufgang aufstehen wollten und zum Ngorongoro-Krater, um die Tiere noch vor Mittag zu Gesicht zu bekommen, da sich sich sonst vollgefressen vor uns und der Sonne zum Verdauungsschläfchen verstecken.

Am nächsten Morgen bekamen wir noch mal ein kräftiges Frühstück und dann ging es trotz Kälte (wir sind hier ja fast 2000m hoch, da ist nichts mehr mit kurzer Hose) zum Krater, den wir in der Morgendämmerung erreichten.

Der Ngorongoro Krater ist wohl Afrikas schönster Nationalpark mit den meisten Tieren. Der Krater ist nur 20km weit, beherbergt aber bis zu 250.000 Tiere. Man trifft hier auch auf die größte Auswahl an verschiedenen Tieren.

Trotz der sehr steilen Hänge des geschlossenen Kraters wandern viele Tiere wie auch Elefanten zwischen dem Krater und der Serengeti hin und her.

Leider ist er morgens von innen wie von außen völlig mit Wolken verhangen. Wir krochen langsam die Piste zum Kraterrand und in die Wolkendecke hinein. Von oben hatten wir trotz der dichten Wolken schon mal einen tollen Ausblick über die Kraterlandschaft mit ihren Wäldchen und Seen.

Als wir dann innen zum Kraterboden herabstiegen, stiessen wir auch immer wieder auf Maasai, die ihre Herden dort zum Tränken brachten. Außerdem tauchten auch vereinzelt andere Safari-Fahrzeuge auf, aber dank der Nebensaison endete das nicht wie erst befürchtet in einer Art Autoscooter!

An den Tränken am Kraterboden tummelten sich auch schon die verschiedensten Tiere durcheinander. Da waren Gnu-, Zebra und Büffelherden. Auch trafen wir auf Elands, Afrikas größten Antilopen, und Hartebeasts, auch eine Antilopenform, die sich aber gerne Zebra- oder Gnuherden anschließen.

Gleich neben diesen Herden entdeckten wir dann plötzlich einen kleinen Trupp Löwen! Aber die anderen Tiere ließen sich kaum von denen stören und die Löwen machten sowieso einen sehr faulen und langweiligen Eindruck. Trotzdem haben wir sie jetzt in freier Wildbahn erlebt!!!

An den Seen gab es dann auch Flamingos, die mit ihrem leuchtenden Federkleid die Strände rosa färben.

Zum Glück verzogen sich die Wolken fast völlig, so dass es dann auch schnell warm wurde. Nur an den Kraterrändern hingen sie noch und es schien als wolle Zuckerwatte in den Krater hineinschwappen.

An einem der Seen trafen wir sie dann endlich – die Hippos, die Flußpferde, die doch so harmlos wirken, aber trotzdem so gefährlich werden können. Wir hatten uns schon lange auf diese Begegnung gefreut, aber als wir sie dann fanden, tauchten sie alle langsam ab. Daraufhin tauchte aber das Nashorn auf, was mindestens genauso spannend ist.

Zwischendurch unterhielt sich der Fahrer immer wieder mit anderen Fahrern und plötzlich wurde er ganz aufgeregt und wir eilten zu einer Stelle, wo es schon gerammelt voll war mit anderen Safari-Autos: man hatte, was ganz selten ist, in ganz weiter Ferne einen Geparden gesichtet! Der wollte sich gerade an seine Beute ranschleichen, aber dadurch das wir Safari-Touristen so einen Andrang produzierten verjagten wir seine Beute! Es schien sogar als sei er etwas genervt und trollte sich dann.

Unseren Weg kreuzte auch noch eine Hyäne, die eigentlich zu unrecht als feiger Aasfresser verschrien wird, denn es sind „highly efficient preditors“, die bis zu 60kmh schnell jagen können und auch vor Zebras und ähnlichem nicht halt machen.

Wir machten mittags Rast und öffneten unsere Lunchpakete. In dem kleinen See wimmelte es nur so von Hippos und in den Bäumen sassen irgendwelche Raubvögel, die ganz scharf auf unsere Sandwiche und Hühnchenkeulen waren.

Wir mussten uns aber erst mal von den Strapazen erholen. Denn es zehrt ganz schön an den Kräften den ganzen Tag in der Sonne stehend über schlechte Pisten zu fahren. Bald ging es dann aber schon weiter, da wir ja noch lange nicht den ganzen Krater gesehn hatten und uns aber bald wieder in Richtung Arusha aufbrechen mussten, da man ja in Tansania nicht nachts fahren darf und wir also vor Einbruch der Dunkelheit wieder im Hotel sein mussten.

Als es dann weiter ging, trafen wir noch auf einen Strauss-Vogel. Obwohl wir versuchten ihn zu erschrecken steckte er nicht seinen Kopf in den Boden! Daraufhin mussten wir aber auch schon wieder zum Zeltplatz zurück, unser Zelt abbauen und nach Arusha zurück.

Auf jeden Fall waren die Safaris ganz schön aufregend und auch witzig!

Als wir ein paar Tage später in einem Restaurant noch einmal Essen waren, gab es nur ein Menü. Die Kellner kamen immer mit schweren Spiessen vorbei und haben einem das Fleisch da runtergeschnitten. Das ging so lange, bis man die Fahne auf seinem Tisch legte und aufgab. Das Fleisch auf den Spiessen war genau das Fleisch was wir ein paar Tage zuvor uns in den Nationalparks angeguckt hatten!!!

Am besten schmeckt ein zarter Strauß oder Zebra. Krokodil schmeckt nach Hühnchen, ist aber mit ganz vielen kleinen Knochen durchsetzt! Aber gemundet hat es!!!

Als wir auf einem unserer Wege mit Nomad wieder in eine Polizeikontrolle gerieten, wollte der Polizist unsere Versicherung sehen. Da wir aber bei der Einreise keine abgeschlossen hatten, fehlte unser Aufkleber an der Windschutzscheibe. Wir stellten uns also als des Englischen kaum mächtig und reichten eine Unterlage nach der anderen aus dem Fenster, deutschen Führerschein, internationalen Führerschein, Carnet-de-Passage, deutsche Zulassung,... irgendwann war dem Polizisten das zu viel und wir durften weiter! Mal sehen, wie weit wir kommen ohne Versicherung…

Als wir noch mal die Grenze nach Kenia passierten, wollten uns die Zöllner eine Straßengebühr und eine Versicherung aufschwatzen. Da sie aber die Unterlagen schon ausgefüllt hatten, verliessen wir das Büro unter dem Vorwand die gewünschten 140 US$ (!!) zu holen und machten uns ins Landesinnere aus dem Staub! (ohne zu zahlen!)

Heute sind wir jetzt noch mal in Arusha, Nomad ist in der Werkstatt. Bei einer der vielen Bodenwellen haben wir ihn wohl zu schnell durchgejagt. Eine Druckluftleitung ist gerissen und außerdem zählt der Kilometerzähler am Tacho nicht mehr mit – also nichts gravierendes! Nur dauert das jetzt schon den ganzen Tag einen neuen gebrauchten Tacho aufzutreiben. Zur Zeit stehen wir in einem Industriegebiet, was aber eher an eine Jauchegrube errinnert und warten auf das Ersatzteil.

Morgen geht es dann nach Dodoma, einer ganz kleinen Stadt mitten im Zentrum Tansanias, die überhaupt nichts zu bieten hat, außer das sie die Hauptstadt ist.

Von da aus gehts dann weiter nach Süden, nach Malawi, da schnell durch nach Mosambik und dann nach Harare. Denn da ist am 21. Juni Sonnenfinsternis!!! Da wollen wir dabei sein, nur das sind ja jetzt nur noch 9 Tage! Und knapp 2500km.

Auf jeden Fall soll da ein riesiges Techno-Festival, ein Treffen von 7000 Rainbow-Warriors von Greenpeace und sowieso die Hölle los sein. Die haben extra die schon riesigen Camping-Plätze noch riesiger gemacht… da würden wir natürlich gern mitmischen! Aber das wäre schon ein ziemlicher Gewaltakt!

Mal sehen… wir haben ja schon manchmal das Unmögliche möglich gemacht!

16.06. Wir wollen jetzt doch nach Lusaka, weil das im Zentrum der Sonnenfinsternis ist. Da werden 7000 Rainbow-Warrior von Greenpeace und zehntausende anderer Reisender erwartet, es gibt ein Techno-Festival und die ohnehin schon riesigen Camping-Plätze hat man gigantisiert. Das ist am 21. ...

Hab jetzt aber erst mal Malaria und bin auf die Wirkung der Medikamente gespannt, die ich gleich erst nehme, vielleicht wird das dann nichts mit der Sonnenfinsternis, weil wir noch in Mbeya bleiben…

Bis dann erstmal,

Jonas

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² sagen wir auch nich' weiter. Versprochen!

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Jonas Vincentz
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Hamburg
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Alle Reisen von Jonas Vincentz

no|mad: Hannover bis Kapstadt

Hallo, wir sind Jonas und Tim mit NOMAD!
Wir drei fahren am 17.03.2001 nach Kapstadt! Los geht´s in Hannover. Wir werden mit dem eigenen Auto nach Kapstadt fahren. Das eigene Auto, ein Unimog S404, wurde nach seinem Kauf auf den bedeutungsschwangeren Namen NOMAD getauft. Nun ja, wir sind also jetzt seit einem Jahr intensiv dabei diese Reise vorzubereiten, zu planen und uns auszurüsten. Irgendwie muß jetzt nur noch alles ins Auto passen und dann kann´s losgehen!
Wir fahren ab Deutschland über die Türkei und Jordanien auf dem Landweg nach Ägypten. Dort geht es dann weiter über Sudan, Äthiopien, Kenia, Tansania, Mosambik, Malawi, Sambia bis nach Südafrika/Kapstadt, unserem Ziel.