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Sting Konzert in Kairo und Verladung von Nomad

25.04.2001 |

Ja, gleich vorweg: Wir waren auf’m STING-Konzert in Cairo! War nicht geplant, aber trotzdem Klasse!

Eigentlich waren wir schon auf dem Weg nach Alexandria, aber wir hatten gerade festgestellt, dass wir die Autobahn nach Süden genommen hatten statt nach Norden, also hieß es umdrehen und wieder zurück nach Kairo, wo wir uns doch ursprünglich geschworen hatten, da nach Möglichkeit nicht mehr hin zu fahren…

Aber hilft ja alles nichts, wieder zurück, an den Pyramiden vorbei, diesmal dann aber nach Norden, schließlich müssen wir noch viel erledigen und das Auto für die morgige Verschiffung klarieren! Bei den Pyramiden stiessen wir auf ein völig kollabiertes Verkehrssystem, und heute war doch ein Nationalfeiertag (Rück-„eroberung“ des Sinai), und da viel es uns wieder ein, im Radio hatten sie die ganze Zeit ein STING-Konzert angekündigt, das sollte nun heute hier stattfinden! Den Rummel wollten wir uns auf jeden Fall mal angucken, denn wir wollten die ganze Organisation und Logistik den in Sting-Konzerte-ausrichten nicht so ganz erfahrenen Ägyptern nicht so ganz zutrauen. Wir stellten unseren Wagen also ab und begaben uns in die Richtung in die sich die größten Menschenmassen begaben… die liessen sich dann auch noch von Minibussen abholen.

Da machten wir dann natürlich auch mit. Ohne irgend eine Ahnung zu haben, quetschten wir uns in solch einen Bus und ab ging´s erst mal durch die Wüste und dann zu den Pyramiden! Der Fahrer knöpfte uns noch 2 Pfund (1 DM) pro Person ab und schon kam die erste Polizeikontrolle – jeder mußte seine Eintrittskarte hochhalten und die Polizisten kontrollierten durch die Scheiben wirklich genau – aber trotzdem ist ihnen entgangen, dass wir nichts hochhielten. Naja, wir hatten ja auch nur Fensterplätze, da kann man das schon mal übersehen…

Uns stand natürlich schon der Schweiss auf der Stirn. Wir liessen uns aber nichts anmerken und hatten uns gerade verschiedene Ausreden einfallen lassen, damit es nicht zu peinlich würde, wenn wir von der Polizei aus dem überfüllten Bus gezogen würden, da mußten schon wieder alle Karten rausgehalten werden, wieder schauten die Polizisten, ob auch wirklich jeder eine hatte und dann ging es weiter. Jedesmal wenn wir anhielten wußten Tim und ich nicht: „Schon wieder eine Kontrolle? Wie würden sie reagieren, wenn sie uns erwischen? Kommen die Polizisten jetzt auch hier rein, wie in die Busse neben uns?“ Nein, es gab zwar noch eine Kontrolle, jetzt wurden wir sogar mit Flutlicht beschienen und in uns wuchs die Anspannung. Wieder wedelten alle mit ihren Karten und wieder taten wir ganz bestimmt und wieder konnten wir weiterfahren, bis zu einem Parkplatz hinter den Pyramiden, hier wurden wir alle rausgelassen und so richtig wußte hier dann keiner weiter…

Allerdings stand auf der einen Seite des Parkplatzes eine Kette Polizisten in schwerer Montur, mit Schildern, Helmen und Schlagstöcken, die – uns rutschte das Herz im ganzen Körper herum – den Weg zum Gelände 10 Meter breit absperrten. Es wurden immer mehr Besucher angekarrt und irgendwann entschied man sich einfach, um die Polizisten, die die Kette bildeten, herum zu gehen. Das störte diese auch nicht im geringsten und so setzte sich dann ein langer Strom von Menschen um die Polizeikette zwischen den Pyramiden hindurch zur Bühne in Bewegung. Das waren etwa 10min Fußmarsch vorbei an etlichen Polizisten (die meisten Polizisten sind Wehrpflichtige) und Polizeiwagen, bei denen wir jedesmal eine Kontrolle unserer Eintrittskarten fürchteten. Endlich kamen wir zur Bühne. Diese befand sich direkt vor der Sphinx und im Hintergrund die Pyramiden. Wir mußten uns noch einmal mit aller Bestimmtheit durch einen Metalldetektor hindurchdrängeln und zielstrebig an den Wachleuten dahinter vorbeiquetschen und waren drin – ohne Ticket, dafür aber mit umso mehr Dreistigkeit und überzeugender Schauspielkunst !?!

Als wir endlich realisiert hatten, das wir uns in einen Bus gesetzt hatten und durch etliche Ticketkontrollen gefahren sind und jetzt vor der Bühne standen, da fiel dann doch eine ziemliche Anspannung von uns ab, da man ja nie weiß wie die Ägypter auf einen reagiert hätten. Jedenfalls konnten wir dann das Konzert zwischenden tobenden Arabern und jaulenden Israelis hervoragend geniessen… Schließlich hatten wir am selben Nachmittag auch noch nicht mal im Traum daran gedacht, den Abend auf einem Sting-Konzert zu verbringen, vielmehr hatten wir uns darüber Gedanken gemacht, wie wir die ganzen Sachen für die Verschiffung noch bis morgen 9 Uhr geregelt bekommen würden… Unverhofft kommt oft und jetzt können wir erzählen, wir hätten Sting in der Wüste vor den Pyramiden erlebt!!!

Aber leider wurde bei der Verlosung unsere Eintrittskartennummer nicht gezogen…!

26.04. Heute sollte Nomad doch in den Container…

Heute war es dann so weit, Nomad sollte in den Container, um nach Mombasa verschifft zu werden. Zwar sind wir hier in Alexandria nach dem STING-Konzert in Cairo erst um 4 Uhr morgens angekommen, aber immerhin bekamen wir noch einmal 3 Stunden Schlaf – das versprach ein harter Tag zu werden!

(Anmerkung der Redaktion: Wegen der bürgerkriegsähnlichen Unruhen im Sudan haben Tim und Jonas beschlossen, als Backpacker durch das Land zu reisen und ihren schönen blauen Unimog von Ägypten am Sudan vorbei nach Kenya zu verschiffen. Das einzige Problem dabei: der Container hat eine Innenhöhe von 2,38m, der Wagen aber eine Außenhöhe von 2,70m! Das bedeutet: Gepäckträger abnehmen, zerlegen und im Innenraum von Nomad verstauen, dann sind wir bei 2,45m, also müssen auch noch die Reifen ab! Damit der Wagen aber dennoch in den Container gefahren werden kann, mussten die beiden Aluscheiben anfertigen lassen, auf denen Nomad dann in den Container gefahren werden sollte – mit 8 cm Spielraum zur Containerhöhe!!!)

Wir wurden von einem Angestellten von Kühne&Nagel und einem Hafenbeamten abgeholt, da wir ja nicht wußten wie wir in den Hafenbereich gelangen würden, geschweige denn den Container finden sollten. Also besorgten uns die beiden auch Passierscheine zum Betreten des Hafens, ließen für uns unser „Carnet des Passage“ (Reisepass fürs Auto) ausfüllen, gaben für uns die Nummernschilder zurück und erledigten noch die restlichen Exportformalitäten – alles in allem über vier Stunden Papierkram! Ohne diesen Extra-Service wären wir aber VÖLLIG verloren gewesen!!!

Gegen zwei Uhr machten wir uns dann auf den Weg zum Container. Vorher mußten wir unser Gepäck, das wir nicht im Auto lassen wollten (2 kleine Rucksäcke und zwei kleine Taschen) zurücklassen, besonderer Wert wurde darauf gelegt, dass wir unsere Kameras nicht mitnahmen! Tja, traurig, aber wahr, es war nicht möglich zu filmen oder zu fotografieren, schließlich war da ja dieser Beamte, und der hat echt nicht mit sich spaßen lassen. Ansonsten kamen auch gleich ein Haufen Hafenarbeiter, die das ganze total aufregend fanden und die alle mit uns am Auto rumschrauben wollten und sich wie kleine Jungs benahmen. Zwischendurch sich sogar wegen irgendwas stritten, wer wohl welchen Reifen austauschen dürfe oder so. Jedenfalls, als der Wagen vor dem Container stand hat KEINER geglaubt, dass das je passen würde, obwohl wir alles genau berechnet hatten, selbst mit unseren ganzen Umbaumaßnahmen nicht!!! In uns kam Angst auf. Sollten wir es nie nach Kenia schaffen, sollte die Reise hier zu Ende sein???

Also machte sich der halbe Hafen an unserem Wagen zu schaffen. Man ließ uns nicht mal die Möglichkeit selber Hand an zu legen, vielmehr mußten wir aufpassen wie die Schiesshunde, dass die nicht vor lauter Aufregung irgend einen Unsinn anstellten! Total das Gewusel und Geschrei! Um den schweren Dachgepäckträger vom Auto zu heben liessen sie auch gleich einen Gabelstapler mit einer viel zu kurzen Forke kommen, aber um das auszugleichen stellte sich noch einer oben drauf und an den Seiten hängten sich auch noch ein paar Araber wie die Affen dran… Obwohl alles umzukippen drohte…

Der Beamte bestand vorher noch darauf, dass wenigstens Tim da runterkäme – was Tim auf jeden Fall vorhatte!!! Zum Schluß luden wir noch unsere Reifen in den Wagen ein, sowie die gefüllten Reservekanister, damit der Wagen tiefer lag…

Als es dann soweit war, dass wir mit unseren Stahlrädern laut knirschend über die Steine und die Rampe in den Container fuhren, wurden wir vom Jubel der immer größer gewordenen Menge begleitet – denn es passte einwandfrei!!!

  • Und jetzt sind wir ja schon quasi in Kenia!

Wir machen uns jetzt erst mal einen schönen Tag in Alexandria, vielleicht gehen wir jetzt wirklich mal im Mittelmeer baden und morgen früh wollen wir den Zug nehmen und den Nil runter bis nach Assuan fahren, mit dem Tagzug, so dass man auch was sieht. Wir werden aber beim Ausladen unser bestes geben, dass wir die Kamera mit reinschmuggeln können… Ansonsten haben wir ja ein bißchen Material…

28.04 – 29.04. Mit Omar durch Alexandria. Ein langer Weg nach Assuan.

Wir hatten uns also nach langen Querelen mit dem Fahrkartenverkäufer zwei Fahrkarten besorgen können. – Der wollte einfach nicht!!! Nun ja, wir sollten also am Samstag um 12.30 Uhr mittags losfahren in Alexandria und nach 14 Stunden (so glaubten wir) in Assuan ankommen – wir kamen nach 19 Stunden an, morgens um 7 Uhr. Aber das wußten wir ja zu dem Zeitpunkt noch nicht. So verabredeten wir uns mit unserem neuen Freund Omar, der uns in sein Restaurant/Bar/Disco zu einer Pizza und Bier einlud.

Die Pizza war köstlich und das Paradise Restaurant war so ziemlich der angenehmste Ort den wir bis jetzt in ganz Ägypten besucht hatten.

Anschließend fuhr er uns noch die ganze Nacht durch Alexandria und zeigte uns die Stadt. Er war total interessiert an unserer Reise, da er selber ähnliches auch schon durch die Wüste unternommen hatte und jetzt selbst einmal quer durch die Sahara nach Marokko wollte. Er monierte nur, dass unsere Website, die er schon längst studiert hatte, nicht in Englisch war!!! Aber er bat uns einen Gruß in Englisch an seine Freundin Esther (aus Holland) auf LIVETRAVEL einzustellen! Das versprachen wir ihm natürlich sofort, nach allem was er für uns getan hatte!!!! Denn durch seinen Einfluß stehen uns jetzt Tür und Tor in ganz Ägypten offen. (Die Redaktion: Here you go, Omar:)

„Esther, I miss you so much! I want to say HI through the homepage of my new friends in Germany I met on their way to Cape Town!“ – Omar. Here´s my email: OmarMansourr@hotmail.com

Am nächten Tag fuhren wir also nach Assuan und kamen wie gesagt nach 19 Stunden im selben Sitz in Assuan an. Wir suchten uns ein Hotel und schliefen erst mal den ganzen Tag durch – hatten wir uns ja auch verdient! Das Hotel ist ziemlich angenehm, wir zahlen für das Zimmer nur LE 15 (DM 8), es ist sehr sauber, in der Innenstadt und das Frühstück ist mit drin. Morgen fahren wir um 4 Uhr morgens mit dem Bus nach Abu Simbel und übermorgen wollen wir mit einer Felukke wieder Richtung Norden fahren, nach Edfu, für etwa 2 Tage und 2 Nächte über den Nil schippern..

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Jonas
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Jonas Vincentz
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jung geblieben
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Hamburg
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Alle Reisen von Jonas Vincentz

no|mad: Hannover bis Kapstadt

Hallo, wir sind Jonas und Tim mit NOMAD!
Wir drei fahren am 17.03.2001 nach Kapstadt! Los geht´s in Hannover. Wir werden mit dem eigenen Auto nach Kapstadt fahren. Das eigene Auto, ein Unimog S404, wurde nach seinem Kauf auf den bedeutungsschwangeren Namen NOMAD getauft. Nun ja, wir sind also jetzt seit einem Jahr intensiv dabei diese Reise vorzubereiten, zu planen und uns auszurüsten. Irgendwie muß jetzt nur noch alles ins Auto passen und dann kann´s losgehen!
Wir fahren ab Deutschland über die Türkei und Jordanien auf dem Landweg nach Ägypten. Dort geht es dann weiter über Sudan, Äthiopien, Kenia, Tansania, Mosambik, Malawi, Sambia bis nach Südafrika/Kapstadt, unserem Ziel.