SüdafrikaMit no|mad in Südafrika

Krüger Nationalpark

17.06.2003 |

So, und dann hieß es früh morgens “Aufstehen!“, wir wollten ja schließlich ein paar Tiere sehen. Und während Inken und ich auch allerbester Dinge waren, ging es Jonas nicht so gut…ihm war schlecht. Wir konnten allerdings nicht genau sagen, woran es denn wohl lag. Am Fisch vom Vortag, an den zwei Flaschen Wein dazu oder am Lariam. Wahrscheinlich war es die Kombi, und so konnten wir erstmal nichts anderes tun, als Jonas hinten im Wagen zu verfrachten und loszufahren.

Nach 5 Minuten sahen wir dann direkt ein paar Giraffen mit Jungen, danach sind wir einen Aussichtspunkt angefahren, bei dem uns ein Aufseher empfing, der uns ein Nilpferd zeigte. Wir sahen haufenweise Antilopen und…die ersten Elefanten! Wir standen auf einmal mitten in einer Elefantenherde, die gerade dabei waren, die Strasse zu überqueren. Direkt neben uns war ein dermaßen riesiges Exemplar, dass wir es schon ein wenig mit der Angst zu tun bekamen, der war nämlich ungelogen doppelt so groß wie unser Unimog und der hat ja schon eine anständige Höhe. Dann sahen wir auf der rechten Seite, von der die Elefanten kamen, einen Dickhäuter auf uns zukommen, bis er etwa 10 Meter vor uns auf der Straße stand und uns mit großen Augen ansah. Plötzlich fing er an, sich in unsere Richtung in Bewegung zu setzen.

Er war ein wenig aufgebracht, das war zu merken. Dann stoppte er wieder und kam wieder auf uns zu. Inken und ich hatten die ganze Zeit aus der Dachluke heraus Fotos gemacht, sahen jetzt aber unsere Zeit gekommen,mit zitternden Knien wieder in die Fahrerkabine zu schlüpfen. Dann machte der Elefant einen Ausfallschritt und begab sich in den Busch auf die gegenüberliegende Strassenseite, um dort zu verharren. Wir atmeten ein wenig auf, da er sich jetzt von uns abgewandt hatte, was wir als Friedensangebot interpretierten. Dann sprang auf einmal ein Baby-Elefant aus dem Busch und lief zu seiner eben noch ganz aufgebrachten Mutter. Jetzt wussten wir also, warum sie so aggressiv wurde, sie hatte Angst um ihr Junges.

Elefanten sahen wir an diesem Tag noch einige Male, glücklicherweise wurde es aber nicht mehr so gefährlich. Es wurde auch sehr heiß an diesem Tag, sodass es schon sehr anstrengend war, sich in der brennenden Mittagssonne durch den Busch zu schleichen. Als Jonas sich dann spontan auch noch dazu entschloß, sich zu übergeben, steuerten wir daraufhin auch erstmal ein Camp an, um dort ein wenig Energie zu tanken. Und während Jonas noch ein paar Kotz-Einlagen auf der dortigen Toilette zum besten gab, erkundigte ich mich nach einer Fahrt mit Führer in der Abenddämmerung, die täglich stattfand. Beim Camp vom Vortag sagte man uns (wir waren jede Nacht in einem anderen Camp), dass man diese Fahrten nicht reservieren könne, wenn man kein Haus in dem jeweiligen Camp gemietet hat. Wir sollten es direkt vor Ort versuchen. Das versuchte ich dann, leider waren alle Fahrten schon ausgebucht.

Während unseres Aufenthalts fragten wir 3 Mal nach diesen Fahrten und überall erzählte man uns etwas anderes…einen richtigen Plan haben die hier scheinbar alle nicht. Na ja, dafür ging es Jonas nach dem Aufenthalt und einer kleinen Stärkung wieder etwas besser und so klang der Abend dann noch relativ ruhig aus.

Abgesehen davon, dass man uns vorher nochmal auf eine nicht existierende Warteliste für diese Fahrten gesetzt hatte und wir daher eine halbe Stunde lang blöde an der Rezeption herumstanden. Na ja, wir beschlossen auf jeden Fall, am nächsten Tag sehr früh, so gegen 5:15 Uhr, aufzustehen, damit wir zeitig loskonnten…denn bei Sonnenauf- bzw. -untergang sieht man die meisten Tiere.

Pünktlich standen wir also mit bester Laune auf, um festzustellen, dass wir Bremsflüssigkeit verloren – eine Schraube am Vorderrad war gebrochen. Das hieß zum einen, dass wir nicht pünktlich loskonnten und zum anderen, dass wir versuchen mussten, irgendwo so eine Schraube aufzutreiben, was gar nicht so einfach war, da sie ein Loch im Gewinde haben musste und solche Schrauben hat man nicht einfach mal so im Werkzeugkasten. Wir fragten uns also durchs Camp, liessen uns von A nach B schicken und sahen demnach auf dem Campingplatz die Sonne aufgehen… am Ende standen wir fast alleine da.

Und so eine Schraube fanden wir natürlich auch nicht…stattessen nahmen wir eine „normale“ Schraube in entsprechender Größe, dichteten sie ab, indem wir Hinterlegscheiben mit Gummi umspannten und schraubten sie ein. Das bedeutete zwar, dass wir mit dem rechten Vorderrad nicht mehr bremsen konnten, aber wir konnten zumindest wieder los…und die drei anderen Bremsen funktionierten schließlich noch. Die ganzen Tiere hatten wir natürlich verpasst, und da sich die meisten in der prallen Mittagssonne eher zurückziehen, war der zweite Tag unserer Safari leider auch nicht ganz so spektakulär, wie wir uns das eigentlich erhofft hatten. Und dass wir unseren Tankdeckel unterwegs noch verloren, darauf gehe ich jetzt auch nicht weiter ein.

Beeindruckt haben uns aber auf jeden Fall riesige Insekten, die an Ameisen erinnerten und die Straße überquerten. Ihre Körper waren etwa daumengroß, wir dachten erst, es seien Spinnen, aber sie hatten nur sechs Beine.

Außerdem sahen wir noch mehr Nilpferde, noch mehr Elefanten, noch mehr Giraffen, Antilopen, Affen, Krokodile, Hyänen, Mangusten und und und. Und an diesem Abend sollt es dann auch nochmalmit der Nachfahrt klappen. Im Nachhinein war sie allerdings nicht ganz so ereignisreich, wie wir uns das erhofft hatten, aber wir sahen neben den ganzen Antilopen noch einige Nilpferde außerhalb des Wassers, eine Hyäne, ein Stachelschwein, eine kleine Raubkatze, eine Manguste und nochmal eine Elefantenherde mit Nachwuchs.

Danach waren wir dann aber zum einen richtig durchgefroren, weil der Wagen, mit dem wir kutschiert wurden offen war und es nachts schon ein bißchen frisch wird, zum anderen richtig müde.

Jonas sollte für den nächsten Tag den Weckdienst übernehmen. Er schlug irgendwann mit den Worten „Wir haben verschlafen, es ist schon sechs!“ gegen mein Zelt. Um sechs wollten wir eigentlich direkt los. Wir zogen uns also alle an, putzten die Zähne, bis Jonas uns mit verlegenem Grinsen berichtete, dass er sich verkuckt hab und es erst 4:30 Uhr sei… An schlafen war natürlich nicht mehr zu denken. Na ja, dafür sitze ich jetzt hier und schreibe…ist ja auch was. Und da es jetzt kurz vor sechs ist, müssen wir los!

Wow, auch dieses mal hat es sich wieder gelohnt… neben uns mittlerweile schon vertrauten Tieren wie Giraffen, Elefanten etc., haben wir dieses Mal ein riesiges Nashorn gesehen. Das war echt ein Koloss. Außerdem sind wir mitten in eine Büffelherde geraten, die sich durch den Busch geschlagen hat. Auch das war sehr cool!

So gegen 8:00 Uhr etwa haben wir dann den Krüger Nationalpark verlassen, um uns wieder langsam auf den Weg Richtung Johannesburg (bzw. Springs) und Peter zu machen. Auf dem Weg dorthin wollten wir uns noch ein paar Sehenswürdigkeiten ansehen, von denen uns die Südafrikaner in Bilene erzäht hatten.

Unsere erste Station sollte „Gods Window“ werden. Das ist ein Punkt auf einem Hügel, von dem aus man einen fantastischen Ausblick haben soll… Tragischerweise war es heute so nebelig, dass wir diesen Ausblick nur erahnen konnte, denn mehr als 5 Meter weit konnte man nicht sehen. Danach standen diverse Wasserfälle an. Die „Berlyn Falls“ und die „Lissabon Falls“ haben wir uns angesehen, die waren schon cool. Bei den anderen hatten wir wieder das Nebelproblem. Gegen Mittag wollten wir in „Sadie“ sein, einen Ort, von dem uns auch die Südafrikaner erzählt hatten und wo wir unbedingt bei „Smokie“ was essen sollten. Der Laden war echt nett, das Essen war super und so sind wir da nach etwa einer Stunde wieder herausgerollt…die Pfannkuchen mit Eis zum Nachtisch hatten uns den Rest gegeben.

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² sagen wir auch nich' weiter. Versprochen!

Jonas
hat nur 35 Bilder geschickt
Jonas
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Name
Jonas Vincentz
Alter
jung geblieben
Ort
Hamburg
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Alle Reisen von Jonas Vincentz

Mit no|mad in Südafrika

Jonas Vincentz - a.k.a. "JV Lennox" und Daniel Schieferdecker - a.k.a. "Crocodile Dan Dee" aus der "coolsten Wohngemeinschaft in Hamburg/Eimsbüttel" geben mal wieder Vollgas. Normalerweise hauptsächlich für ihren Schlag bei Frauen und den Hang zu ungesundem Essen bekannt sind, werden sie im Juni mit unserem alten Bekannten "Nomad", einem 35 Jahre alte Unimog S404, für 2 Wochen durch die Wildnis Südostafrikas touren. Südafrika, Swasiland, die Küste Mosambiks und der Krüger Nationalpark...

Während Dan lediglich auf 2 Wochen Tunesien im Alter von 12 Jahren zurückblicken kann, hat Jonas schon einiges mehr an Afrika-Erfahrungen aufzuweisen. Vor 2 Jahren reiste er gemeinsam mit Tim und Nomad 20.000 km quer durch Europa und den Afrikanischen Kontinent von Hamburg nach Kapstadt.