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Deep Blue Sea and A Bar in the Bush

25.02.2008 |

Ich befand mich auf 34 Meter Tiefe. An einem Seil hatte ich mich vom kristallklaren übers hellblaue bis hinunter ins tiefblaue Wasser gleiten lassen. Die Erkundung eines gesunkenen Piratenschiffes sollte der Höhepunkt meines Aufenthaltes in der Unterwasserwelt Utilas sein und deshalb hatte ich mir diesen Tauchgang bis zum letzten Tag aufgehoben. Als ich mit einer Backroll ins Wasser eintauchte wusste ich allerdings noch nicht, dass dieser Tauchgang der Höhepunkt meiner bisherigen Taucherfahrung werden sollte.

Wir tauchten zu fünft und da Mike, mein Divebuddy der vergangenen Tage an einer Überdosis Pinapple und Rum vom Vortag litt und den Tauchgang abgesagt hatte, hatte ich diesmal einen unbekannten Divebuddy. Schon beim Bodycheck im Wasser merkte ich, dass dieser seinen Tauchschein irgendwo auf den Schwarzmarkt Kolumbiens erworben haben musste oder seit mindestens 20 Jahren nicht mehr im Wasser war. Ross unser Divemaster zeigte mit seinem Daumen Richtung Meeresgrund und wir tauchten unter.

Abzutauchen, auszuatmen und sich einfach fallen zu lassen so tief wie es geht ist für mich neben dem Gefühl der Schwerelosigkeit, das Vorbeischweben an bunten Fischen und Korallen, durch kleine Unterwasserhöhlen hindurch und der meditativen Ruhe unter Wasser eins der besten Dingen beim Tauchen. Es ist jedes Mal wie auf einen anderen Planeten zu reisen.

Ross fragte meinen Luftvorrat ab. 2200 PSI, damit konnte ich noch gut 20 Minuten unter Wasser bleiben, mein Divebuddy war low on air. Das bedeutete dann wohl auch für mich das Ende meines Tauchganges. Divemaster Ross, der offensichtlich meine Enttäuschung verstand machte mir mit Taucherzeichensprache klar, dass er meinen Buddy nach oben bringen würde und ich könnte noch ein bisschen weitertauchen und die Mädels aus meiner Gruppe, die sich gerade mit ihrer Unterwasserkamera gegenseitig fotografierten und von der Notsituation meines Buddys nichts mitbekamen, mit nach oben bringen. Ross wartete auf ein Okayzeichen von mir, ich zögerte. Viel Zeit blieb nicht, meinen Buddy ging die Luft aus. Sollte ich wirklich den Tauchgang ohne Divemaster fortsetzen? Ich schaute auf das Piratenwrack, das ich doch gerade erst angefangen hatte zu erkunden, es gab noch soviel zu entdecken. Das Adrenalin schoss durch meinen Körper, ich formte meinen Daumen und meinen Zeigefinger zu einem O und Ross tauchte inklusive meines Buddys nach oben.

Mit Taucherzeichensprache versuchte ich den beiden dänischen Mädels aus meiner Gruppe die Situation zu erklären, sie verstanden nicht (in diesem Moment wünschte ich mir einen Übersetzerbubblefish), hefteten sich aber trotzdem an meine Flossen. Wir tauchten mit bunten Fischen durch das Führerhaus des Piratenschiffs, – Jesus was a Pirate- stand in rostigen Buchstaben über dem Steuerrad, das Meer hatte sich das Boot zu Eigen gemacht und einen Korallengarten angelegt. Dieser Anblick war gleichzeitig gespenstisch, surreal und einfach nur wunderschön.

Wir checkten unseren Luftvorrat und beschlossen den Weg nach oben anzutreten. Die Mädels schauten mich erwartungsvoll an, offensichtlich gingen sie davon aus, dass ich mich besser als sie an das Briefing auf dem Boot erinnern konnte. Auf wie viel Metern und wie lange war noch mal der Sicherheitsstopp angedacht? Mir schossen Bilder einer Dekokammer in den Kopf. Ruhig bleiben! Ich schaute auf meinen Tiefenmesser, erster Sicherheitsstopp auf 12 Metern, mein Tiefenmesser war in Fuss, 3 mal 12 macht 36 Fuss. Ich stoppte und zeigte den Mädels mit einer geraden Handbewegung den Sicherheitsstopp an. Wir hielten uns am Seil fest um nicht von der Strömung weggerissen zu werden. Das Gleiche wiederholte ich auf 15 Fuss und checkte vorher noch, wie viel Luft in unseren Flaschen war. 600 PSI, das sollte für die letzten 3 Minuten reichen. Ich gab Ross, der inzwischen wieder in Sichtweite war und nach uns Ausschau hielt ein Okayzeichen nach oben.

Dieser Tauchgang war nach dem Tauchen mit Becko im Blue Hole von Belize, der 20 Tauchgänge zurück lag, meine bisher grösste Herausforderung unter Wasser. Ich wollte mehr davon. Keine Frage, ich wurde mit Ross Entscheidung mir zu vertrauen, dass ich da unten auch ohne Divemaster klar kommen würde ins warme Karibikwasser geworfen und bekomme seit diesem Tag die Idee nicht mehr aus dem Kopf eines Tages nach Utila zurück zu kehren und meine Divemasterausbildung zu machen.

Es war mein letzter Abend auf Utila, ein paar dänische Travelerfreunde feierten ihren Advanced Tauchschein, Sander seinen Geburtstag, Mike die Genesung von zuviel Rum am Vortag und alle Anderen, die wir an diesem Abend trafen die unglaubliche Leichtigkeit des Travellerdaseins bei einer Fullmoonparty in The Bar in the Bush (in der ich ein paar Tage zuvor schon meinen Geburtstag mit reichlich Rum begossen hatte). Es war nicht irgendeine Fullmoonparty, Alle sprachen seit Tagen von der totalen Mondfinsternis, die an diesen Abend den Vollmond verdecken sollte. Noch vollkommen überwältigt von der Tauchaktion ein paar Stunden zuvor, betrachtete ich den Erdschatten, der sich über den Vollmond schob. Dort und dann hätte es keinen einen perfekteren Abend geben können?

Während einer Feuershow tanzte ich zu elektronischen Klängen, die mich an Berlin erinnerten bis in die frühen Morgenstunden. Auf meinen Weg zur Hütte betrachtete ich den Sonnenaufgang. Ich nahm meinen gepackten Rucksack und die erste Fähre zum Festland. Ich wollte bleiben, doch ich hatte mich während der letzten 2 Monate an Abschiede gewöhnt und wusste, dass es noch so viel zu entdecken gab während meiner verbleibenden vier Wochen in Lateinamerika.

Die nächsten zwei Tage, verbrachte ich schlafend in irgendwelchen Chickenbussen Richtung Süden und kam schließlich zusammen mit Mike aus L.A. und Mike aus Schottland, meine derzeitigen Travelbuddies in Leon – Nicaragua an. Wir mieteten uns im Lazybones, dem Hilton unter den Backpackerhostels für gerade mal 5 Euro die Nacht ein. Hier erholen wir uns vom exzessiven Tauchen und Feiern auf Utila, chillen während der Mittagshitze im Pool, haben gestern eine Tangoshow gesehen und waren heute in einer Kunstausstellung. In ein paar Tagen geht’s dann wahrscheinlich Richtung Pazifik, wo ich meine ersten Stunden im Wellenreiten nehmen werde. Aber meine Pläne ändern sich stündlich… I?ll keep you posted!

Es gibt 8 Kommentare.
Deine Meinung?

  1. Melde mich hiermit zu einer Tauchwoche nach abgeschlossener DiveMaster-Prüfung bei der WasserNICse an!

    \o/

    sagte Jo am 26.02.2008 um 11:33 Uhr #

  2. seufz. wieso bin ich nur nicht mit...

    sagte dana am 26.02.2008 um 13:47 Uhr #

  3. 2te Anmeldung hier!

    btw ich hab deine hausschlüssel, glaub ich. die gibts nur gegen pineapple und rum zurück ;)

    sagte nikolas am 26.02.2008 um 14:27 Uhr #

  4. Wow,richtig toll,möchten bei Dir sein .
    Party machen und chillen!!!!!!!!!!!!!!!!,
    aber nein schön arbeiten gehen,schon blöd.
    Es war wieder suuuuuuuuuuuuper
    dabei zu sein durch Deinen Bericht.Wir wollen mehr,wie war es auf der Reise durch 3 Länder? HUUUUUUH Pazifik ,da ist das Wasser nicht so warm wie ihr wisst!?
    Alles Liebe M & D

    sagte jutta&klaus am 26.02.2008 um 14:48 Uhr #

  5. .....schmelz...träumträumträum....OH MANN es ist immer wieder spannend und verzaubernd deine Story's zu lesen, also ich melde mich auch bei na Tauch Std alla NIC an!

    Warte sehnlichst auf den neuen Bericht...aber vor allem auf dich langsam.

    sagte nicole Donat am 26.02.2008 um 16:34 Uhr #

  6. Du bist toll und tust das, wovon ich träume. Schön, dass Du mich daher so mitnimmst!
    Viele Küsse...

    sagte Silke + Louis am 26.02.2008 um 17:23 Uhr #

  7. Die fotos sind wunderschön, deine ausstrahlung fantastisch, dir gehts blendend, DU HAST GENAU DAS VERDIENT! ...wie übrigens ich auch und überhaupt alle, die ich kenne! Danke, dass du zeigst wie's geht! Love, peace and happiness...

    sagte Franca am 27.02.2008 um 21:23 Uhr #

  8. Wooooooooooooooo bleibt Dein Bericht Süsse?????????????????????????

    sagte klaus martens am 08.03.2008 um 21:58 Uhr #

Fragen? Kommentare? Irgendwas...?

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* muss sein, leider...
² sagen wir auch nich' weiter. Versprochen!

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Nicole
hat nur 20 Bilder geschickt
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Berlin
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Alle Reisen von Nicole Martens

Big Apple, Mayas und karibische Fische

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