Australien
Fraser Island
01.06.2004 |
Zehn Menschen, eine Mission: Drei Tage Abenteuer pur auf Fraser Island, die größte Sandinsel der Welt. Zwei Schotten, vier Engländer und wir auf Tour. Mit dem Jeep ging es direkt ab auf die „Strandautobahn“, maximal erlaubte Geschwindigkeit waren 80km/h. Spektakulär wurde es immer, wenn wir durch kleine Flüsse gefahren sind und das Wasser von allen Seiten über das Auto schoss. Überhaupt war es ein Wahnsinnsgefühl, mit einem Jeep am Strand entlang zu fahren. War der Sand nass, hatten wir einen festen Untergrund und der Wagen lag ruhig auf der Straße, sobald wir aber über weichen und hohen Sand fuhren, geriet der Jeep ins Schlingern wie auf Glatteis.
Brenzlige Situationen hatten wir trotzdem glücklicherweise keine (außer eine fünf Sekunden lange Blindfahrt, weil wir die Wassertiefe doch ein klein wenig unterschätzt hatten und mit über 60 Sachen durch einen kleinen See gebrettert sind). Zum Glück waren in diesem Moment die Schotten und Engländer nicht im Auto, denn einige von ihnen bekamen schon bei der kleinsten Pfütze Panik.
Die Insel ist ein einziges Naturschauspiel, der Lake McKenzie sieht so perfekt aus, dass wir fast den Eindruck hatten, er wäre künstlich angelegt. Einen idyllisch gelegenen Platz zum Campen braucht man auf Fraser Island nicht lange suchen, also schnell hoch mit den Zelten und Feuerholz suchen. Sehr mühsam war das Holzhacken, denn die vom Autovermieter geliehene „Axt“ war winzig (wie auf dem Bild zu sehen, man sieht sie nämlich nicht!) und noch dazu stumpf. Für ein ordentliches Feuer hat es dann aber dank hohem Körpereinsatz doch noch gereicht und wir hatten eine super Atmosphäre für unser BBQ. Damit lockten wir einige Dingos an, vor denen überall gewarnt wurde, aber bis auf ein paar neugierige Blicke schenkten uns die Tiere keine weitere Beachtung.
Am zweiten Tag erkundeten wir einige sehenswerte Orte der Insel wie das Wrack der 1933 versunkenen Maheno, bunte Sanddünen und die rotschimmernden Felsen „The Pinnacles“. Gegen Abend fanden wir wieder einen optimalen Platz zum Campen.
Als die Sonne unterging, bot der Himmel ein buntes Farbenfeuerwerk, unglaublich, wie schnell sich die Farben und Wolkenformationen innerhalb weniger Minuten veränderten. Mit unserer Miniaxt haben wir dann über eine Stunde einen durch ein Unwetter umgestürzten Baum zu Kleinholz verarbeitet. Dummerweise kamen die Ranger genau dann angefahren, als wir fertig waren. Obwohl der Baum nicht von uns gefällt wurde, durften wir das Holz nicht verwenden – viel Arbeit für nichts, entsprechend kümmerlich fiel das Feuer aus, denn das Holz, das wir benutzen durften, war nass.
Auch der letzte Tag auf der Insel hatte einiges zu bieten. Am Strand konnten wir einen Hai beobachten und drei Delphine sprangen ein paar Mal aus dem Wasser. Fazit: Fraser Island ist der Wahnsinn und hat für Abenteuerlustige viel zu bieten. Wer auf Duschen, Toiletten und was den Alltag sonst noch angenehm gestaltet verzichten kann, ist hier genau richtig.
Zugegeben: Wegen der vielen Touris patrouillieren ständig Ranger an den Stränden, überall weisen Schilder auf mögliche Gefahren und Plätze hin, auf denen das Campen verboten ist. Es wird also sehr viel geregelt und kontrolliert, was das Abenteuerfeeling ab und an leider ein bisschen trübt. Aber ohne all diese Maßnahmen müsste die Insel für Besucher geschlossen werden, denn das Ökosystem könnte die Folgen des Tourismus sonst nicht wegstecken. So gesehen geht es nicht anders und die Ranger verhalten sich auch sehr dezent und versuchen, den Besuchern möglichst viel Freiraum zu geben.
Was allerdings sehr genervt hat sind die Stasimethoden, mit denen man auf den Aufenthalt vorbereitet wird. Die Tourveranstalter schreiben vor, welchen Supermarkt und welchen Getränkehändler man aufsuchen soll, um sich für die Zeit auf der Insel mit Proviant einzudecken. Natürlich ist alles völlig überteuert. Zudem befinden sich die Jeeps größtenteils in einem erbärmlichen Zustand. In Deutschland hätte der TÜV-Prüfer für das Fahrzeug anstelle der Plakette nur ein müdes Lächeln übrig. Das Reisen in Australien ist auf Fraser Island wie überall durch und durch organisiert und ein großes Geschäft.
Egal, trotz dieser negativen Randerscheinungen lohnt der Trip zur Insel in jedem Fall.
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- Name
- Matthias Schaider
- Alter
- 28
- Ort
- Bensheim
- Webseite
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Alle Reisen von Matthias Schaider
Australien
Für 6 Monate werden die beiden Freunde aus Bensheim bei Frankfurt quer durch Australien reisen. Nach der Ankunft in Sydney Anfang Mai steht erst mal "Urlaubmachen und Jobsuchen" auf dem Programm. Auch einige Touren rund um die "Südsee-Metropole" sind geplant: Ziele sind unter anderem die Harbour Bridge, The Rocks und die Blue Mountains.
Von Sydney aus wollen Matthias und Markus hoch in den Norden des Landes zum jobben. "Da ist es mit 25 Grad noch schön warm. Entweder auf einer Farm oder in Restaurants werden wir unser Glück versuchen, damit die Reisekasse nicht so schnell leer wird. Anschließend wollen wir wieder umherreisen, von Backpackerhotel zu Backpackerhotel...".
Wohin steht bisher noch nicht fest. Vermutlich aber weiter Richtung Norden (Queensland) oder mit dem Geländewagen ins heiße, endlose Outback zum Ayers Rock und Uluru National Park - immer in der Hoffnung, den reichlich vorhandenen giftigen Spinnen und Schlangen nicht zu begegnen.












