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"No worries"

10.09.2004 |

Nach wie vor sind wir in Adelaide und verbringen unsere Zeit mit Spare-Ribs grillen und Pommes frittieren. Mittlerweile können wir uns vor Freifahrten bei den Fahrgeschäften kaum noch retten, da ein reger Austausch zwischen Essensgutscheinen gegen Freitickets besteht! Wir könnten mit der Achterbahn quasi einmal um die Welt reisen. Sonst gibt’s nichts aktuelles. Deshalb hier mal ein kleiner Einblick in die Mentalität der Australier, wie wir sie die letzten fünf Monate erlebt haben.

Wenn man die Australier nach Gefahren in ihrem Land fragt, bekommt man immer die gleiche Antwort: „No worries.“ Also, keine Sorge, das ist nicht gefährlich. Dass sich diese Verharmlosung im Nachhinein aus unserer Sicht oft als maßlose Untertreibung herausgestellt hat, zeigt diese kleine Aufzählung:

Tatort: Unsere Wwoofing-Farm von Carol in Cairns:

Den ganzen Tag mussten wir einen mehrere hundert Meter langen Busch zurückschneiden und dabei ständig zwischen den Ästen und Blättern klettern, um an die Wurzeln zu gelangen. Als wir abends bei Carol in der Wohnung saßen, meinte sie zu uns, dass wir doch sicher eine Kappe und einen Pullover getragen hätten.

Unsere Antwort: „Nein, warum!“ Carol: „Och, in diesem Busch sind unzählige Zecken, es wäre schon besser gewesen, wenn ihr euch geschützt hättet.“

Gut, dass wir es wenigstens jetzt wussten….

Tatort: Wieder unsere so ungefährliche Wwoofing-Farm:

Ich saß beim Mittagessen und schimpfte über einen Mückenstich an der Hand.

Carol: „Bist du sicher, dass das ein Mückenstich ist.“ Ich: „Jo, denke schon.“ Sie schaute sich meine Hand an und meinte: „Ach, dass ist von dem Baum an dem du gestern gearbeitet hast. Hast du keine Handschuhe getragen?“ Ich: „Nein, warum?“ Carol: „Ach die Stacheln an den Ästen sind giftig, aber das Gift ist normalerweise nicht gefährlich.“

Gut, dass ich es wenigstens jetzt wusste und ich mich auch nicht wundern brauchte, dass ich zwei Tage lang meine Hand kaum bewegen konnte.

Tatort: Wieder unsere Wwoofing-Farm:

Markus: „Ach, ich würde mal gerne Schlangen sehen.“ Carol: „Hab ich euch das mit den Schlangen noch nicht erzählt?“ Wir: „Nein, was denn.“ Carol: „Ach auf der Veranda liegen eigentlich fast jeden Abend welche auf der Lauer.“

Gut, dass wir das am vorletzten Abend erfahren haben und wenigstens ab diesem Zeitpunkt nicht mehr ohne Schuhe über die Veranda gelaufen sind.

Abgesehen davon war die Spinne in unserem Zimmer natürlich völlig harmlos – zumindest laut Carol, der wir aber was das Thema Gefahren betraf längst nicht mehr glaubten. Daher legten wir uns eine Stunde auf die Lauer und – wie das Bild belegt – haben wir den Kampf gegen die Spinne gewonnen!

Tatort: Der Strand von Fraser Island:

Wir fragten einen Einheimischen, ob man denn hier schwimmen könnte. Er meinte: „Ja, bis zu den Knien könnt ihr ins Wasser.“

Sicherheitshalber haben wir es mit dem Schwimmen dann doch gelassen, was sich als kluge Entscheidung herausgestellt hatte, denn der Hai, den wir am nächsten Tag dort an der Stelle schwimmen sahen, war sicher nicht zum Spielen so nah an den Strand heran geschwommen…

Übrigens: Eine Gefahr für die gesamte Umwelt besteht immer dann, wenn Markus im Internet live die Bundesligaspiele „seines“ SV Werder Bremen verfolgt. Davor würden sogar die Australier warnen!

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Matthias
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Matthias Schaider
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Bensheim
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Alle Reisen von Matthias Schaider

Australien

Für 6 Monate werden die beiden Freunde aus Bensheim bei Frankfurt quer durch Australien reisen. Nach der Ankunft in Sydney Anfang Mai steht erst mal "Urlaubmachen und Jobsuchen" auf dem Programm. Auch einige Touren rund um die "Südsee-Metropole" sind geplant: Ziele sind unter anderem die Harbour Bridge, The Rocks und die Blue Mountains.

Von Sydney aus wollen Matthias und Markus hoch in den Norden des Landes zum jobben. "Da ist es mit 25 Grad noch schön warm. Entweder auf einer Farm oder in Restaurants werden wir unser Glück versuchen, damit die Reisekasse nicht so schnell leer wird. Anschließend wollen wir wieder umherreisen, von Backpackerhotel zu Backpackerhotel...".
Wohin steht bisher noch nicht fest. Vermutlich aber weiter Richtung Norden (Queensland) oder mit dem Geländewagen ins heiße, endlose Outback zum Ayers Rock und Uluru National Park - immer in der Hoffnung, den reichlich vorhandenen giftigen Spinnen und Schlangen nicht zu begegnen.