Australien
Aus der Welt des Frittenfetts
06.09.2004 |
Nein, so haben wir nicht gewettet, ich mache ja vieles mit, aber das muss nicht sein! Der Reihe nach: Unser neuer Job sollte an einem der Imbissstände bei der Royal-Adelaide-Show (vergleichbar mit einer Kirmes in Deutschland) sein und dafür bekamen wir unsere Arbeitskleidung. Zuerst erhielt Markus ein schwarzes Shirt und eine schwarze Kappe. Ich nicht! Mir drückte die Chefin ein Plastiktüte in die Hand, aus der etwas gelbes schimmerte – meine Arbeitskleidung war also komplett gelb. Bei der Anprobe im Hostel dachte ich, dass es vielleicht doch nicht so schlimm aussieht.
Also machte ich einen Test und bin in voller Montur in die Küche gelaufen. Die Bilanz: Zwei prusteten den letzten Bissen vom Abendessen direkt wieder aus und die Neun anderen haben noch den Rest des Abends über die erste „sprechende Pommes“ gelacht. Naja, mir blieb nichts anderes übrig, als in dem Pommes-Kostüm zur Arbeit zu gehen und wie es der Zufall will: Im Laufe des Tages stand Markus in den gleichen Klamotten hinter mir, denn er musste für einen Kollegen einspringen.
Und das ist unser Job: Markus grillt zehn bis zwölf Stunden am Tag Spareribs und ich werfe Pommes in heißes Fett und hole sie drei Minuten später wieder heraus – sehr spannend!
Nach circa einer Stunde hatten meine Klamotten den Geruch von verbranntem Fett angenommen und Markus steht den ganzen Tag im stickigem Rauch des Grills. Genug zu tun gibt es immer, aber zwischen elf und 14 Uhr wird es hektisch, denn offenbar will dann ganz Australien Spareribs mit Pommes essen.
Zum Thema Hygiene nur zwei Beispiele: Ob das Essen mal auf den Boden fällt spielt keine Rolle, solange es die Kunden nicht sehen, wird alles verkauft, egal wie verkohlt oder wie alt das Essen ist!
Trotz dieser kulinarischer Horrorszenarien ist die Royal-Adelaide-Show ein absoluter Besuchermagnet. Tausende strömen täglich zu dem Festival, denn die Australier lieben solche Veranstaltungen. Unterhalten werden die Besucher mit Musik- und Showacts, den krönenden Abschluss bildet jeden Abend ein fast halbstündiges Feuerwerk. Von alledem bekommen wir herzlich wenig mit, denn ich starre in Fett und Markus kämpft gegen den Rauch an.
Noch bis Samstag schnuppern wir die fettige Luft der Imbissbude, dann haben wir unseren letzten Arbeitstag in Australien.
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- Name
- Matthias Schaider
- Alter
- 28
- Ort
- Bensheim
- Webseite
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Alle Reisen von Matthias Schaider
Australien
Für 6 Monate werden die beiden Freunde aus Bensheim bei Frankfurt quer durch Australien reisen. Nach der Ankunft in Sydney Anfang Mai steht erst mal "Urlaubmachen und Jobsuchen" auf dem Programm. Auch einige Touren rund um die "Südsee-Metropole" sind geplant: Ziele sind unter anderem die Harbour Bridge, The Rocks und die Blue Mountains.
Von Sydney aus wollen Matthias und Markus hoch in den Norden des Landes zum jobben. "Da ist es mit 25 Grad noch schön warm. Entweder auf einer Farm oder in Restaurants werden wir unser Glück versuchen, damit die Reisekasse nicht so schnell leer wird. Anschließend wollen wir wieder umherreisen, von Backpackerhotel zu Backpackerhotel...".
Wohin steht bisher noch nicht fest. Vermutlich aber weiter Richtung Norden (Queensland) oder mit dem Geländewagen ins heiße, endlose Outback zum Ayers Rock und Uluru National Park - immer in der Hoffnung, den reichlich vorhandenen giftigen Spinnen und Schlangen nicht zu begegnen.






