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Adelaide

24.08.2004 |

Wir sind unten angekommen – ganz unten! In Adelaide. Mehrspurige Straßen, hektische Menschen in Anzügen, riesige Einkaufsmeilen und nur mit Mühe konnten wir verhindern, von den Menschenmassen über den Haufen gerannt zu werden. Erst jetzt merken wir, dass wir zum letzten Mal im Mai in einer richtigen Großstadt waren. Die Millionenstadt Adelaide hat neben der Hektik auch sonst viel europäisches, die Architektur der Gebäude und die Mentalität der Menschen erinnern an zuhause. Auch haben uns die Jahreszeiten wieder und wir sind zum Glück am ersten richtigen Frühlingstag hier angekommen, denn laut unserer Hostelchefin hat es vorher zwei Monate lang geregnet. Also dachten wir, rein in die historische Tram und schnell zum Strand. Was wir allerdings nicht ahnten war, dass gerade mal nach zehn Minuten Fahrt das Wetter derart schlecht wurde, dass am Strand außer einem „Nebel des Grauens“ nichts zu sehen war.

Wieder zurück in der Stadt haben wir dann wenigstens noch das Frühlingserwachen im botanischen Garten genießen können.

Sonderlich viel bietet Adelaide nicht, ideal, um mal ein bisschen zur Ruhe zu kommen, denn in den letzten drei Monaten ist eigentlich kein Tag ohne irgendein Highlight vergangen. Bis heute haben wir ziemlich genau 11.000 Kilometer zurückgelegt und damit schon weit über zwei Drittel unserer Gesamtroute hinter uns gebracht.

In den verbleibenden fünf Wochen stehen noch die Great Ocean Road und Melbourne auf dem Programm (und bestimmt wie immer auch das ein oder andere Unerwartete!). Mehr über unseren Job hier und über die berühmten Weinberge Adelaides beim nächsten update. Da es sonst nicht viel zu berichten gibt, widmen wir einen Sonderbericht unserem Tourguide Goui, mit der wir vier Tage im Outback verbrachten:

„Ha, hu, here is adventuretours“, brüllt uns ein bunt angezogenes kleines blondes australisches Wesen am Abfahrtsort entgegen. Es ist Goui (46 Jahre), unser Tourguide. Wir saßen ahnungslos auf einer Bank, hinter der wir sofort in Deckung gegangen sind. Nach einer halben Stunde haben wir uns von dem ersten Schreck erholt und sitzen nach wie vor konsterniert im Bus, in dem Goui ununterbrochen durch das Mikro aus ihrem Leben plaudert. Eines steht jetzt schon fest, langweilig wird es auf dieser Tour nicht!

Am Ayers Rock angekommen, wirft sie sich plötzlich in den Staub, brüllt irgendetwas in der Aboriginesprache und rennt zweimal um uns herum. Wir fragen uns: „Was um alles in der Welt hat diese Frau heute morgen zum Frühstück bekommen und wo gibt es das Zeug?“ Die anderen Reisegruppen haben längst Notiz von dem höchst merkwürdigen Verhalten unseres Tourguides bekommen und reagieren jedes Mal mit einem breiten Grinsen, wenn wir an ihnen vorbeilaufen.

Als abends unser Feuerholz aufgebraucht war, der nächste Auftritt von Goui: Sie schnappte mich am Kragen und zerrte mich zu dem Holzhaufen unserer Nachbarn (die noch nicht am Campingplatz waren) und gemeinsam sorgten wir dafür, dass das Feuerholz unauffällig seine Besitzer wechselte.

Morgens der Höhepunkt. Man muss sich die Situation ungefähr so vorstellen: Es liegen 23 Backpacker in der Wüste und schlafen. Alles ist ruhig, bis plötzlich um fünf Uhr eine Stimme brüllt (mit grob geschätzten 1000 Dezibel): „Good morning everybody.“ – NEIN, das ist definitiv KEIN guter Morgen!

Wer jetzt noch nicht wach war, würde auch den Einsturz eines Hochhauses überhören. Wir schossen jedenfalls senkrecht in die Höhe und der Adrenalinstoß ließ es nicht zu, einen Schluck Kaffee zu sich zu nehmen, denn dass wäre zu viel für jedes gesunde Herz gewesen.

So ging es vier Tage und der absolute Höhepunkt sollte an der Abschiedsparty folgen, als Goui wie von der Tarantel gestochen mit Sternspritzern in der Hand vier Stunden über die Tanzfläche geschossen ist – Unfassbar!

Auch wenn uns die Gute einige Nerven gekostet hat, sind wir froh, mit ihr auf Tour gewesen zu sein, denn sie kannte alle Insidertipps und sorgte immer für Stimmung. Thanks Goui (aber sorry, vier Tage waren dann auch genug!)

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Matthias Schaider
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28
Ort
Bensheim
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Alle Reisen von Matthias Schaider

Australien

Für 6 Monate werden die beiden Freunde aus Bensheim bei Frankfurt quer durch Australien reisen. Nach der Ankunft in Sydney Anfang Mai steht erst mal "Urlaubmachen und Jobsuchen" auf dem Programm. Auch einige Touren rund um die "Südsee-Metropole" sind geplant: Ziele sind unter anderem die Harbour Bridge, The Rocks und die Blue Mountains.

Von Sydney aus wollen Matthias und Markus hoch in den Norden des Landes zum jobben. "Da ist es mit 25 Grad noch schön warm. Entweder auf einer Farm oder in Restaurants werden wir unser Glück versuchen, damit die Reisekasse nicht so schnell leer wird. Anschließend wollen wir wieder umherreisen, von Backpackerhotel zu Backpackerhotel...".
Wohin steht bisher noch nicht fest. Vermutlich aber weiter Richtung Norden (Queensland) oder mit dem Geländewagen ins heiße, endlose Outback zum Ayers Rock und Uluru National Park - immer in der Hoffnung, den reichlich vorhandenen giftigen Spinnen und Schlangen nicht zu begegnen.