AustralienAustralien

Guter Spaßfaktor

28.06.2004 |

So einen Spaßfaktor haben wir hier noch nicht erlebt. Über fünf Stunden Rafting auf dem reißenden Tully-River – der absolute Adrenalinkick! Dass es gefährlich werden würde war uns spätestens dann klar, als wir mehr als 15 Kommandos üben mussten, die im Ernstfall sofort ausgeführt werden sollten. Markus und ich wurden an die Spitze des Bootes beordert. Unser Job war, die Anweisungen des River-Guides als erste auszuführen, die anderen fünf im Boot sollten sich an uns orientieren: Entweder vorwärts paddeln oder rückwärts, bei brenzligen Situationen alle schnell auf die rechte oder linke Seite oder wenn es richtig gefährlich wird „hold on“ also nichts machen außer festhalten. Dumm nur, dass wir am weitesten vom Guide wegsaßen und einmal anstatt „hold on“ „paddel forward“ verstanden haben und an einer heiklen Stelle plötzlich wild anfingen mit unseren Paddeln zu rudern. Passiert ist zum Glück nichts, wir sind nur etwas zu schnell auf einen kleinen Wasserfall zugeschwommen.

Die Bilder sind deshalb so unscharf, weil diese Raftingfirma ihre Bilder für 24 Dollar (!) verkaufen wollte. Ich hab die dann einfach unauffällig abfotografiert… Das ganz vorne sollen wir sein.

Brenzlige Situationen gab es einige: Zweimal ist das Boot gekentert und an einer Stelle sind wir direkt auf einen riesigen Felsen zugerast, den wir mit voller Wucht rammten. Wenn der Fluss unser Boot in seiner Gewalt hatte, wussten wir nicht mehr wo oben, unten, rechts oder links war – einfach Wahnsinn und spannend bis zur letzten Sekunde, denn wir konnten nie erkennen, ob hinter der nächsten Kurve nicht wieder ein Wasserfall oder ein Felsen wartete.

So exzellent das Raften war, so erbärmlich war unser Hostel. Wir sind ja bisher so einiges gewohnt und unsere Ansprüche sind wirklich nicht hoch, aber die Zimmer und Betten dieses Hostels waren völlig verdreckt und verwahrlost. Die Wände waren aus Wellblechen zusammengesetzt und was alles auf der Matratze des anscheinend für Hobbits gebauten Bettes war, wollen wir gar nicht so genau wissen.

Eigentlich hätten wir schon merken müssen was auf uns zukommt, als wir den Namen des Hostels gesehen hatten: Bananen-Barracke. Okay, wir haben es mit Humor genommen und gedacht, diese eine Nacht werden wir schon überstehen.

Heute (Montag) haben wir Cairns erreicht und damit mit den kleineren Abstechern ins Hinterland um die 3500 Kilometer zurückgelegt. In der Gegend von Cairns werden wir wahrscheinlich für eine Woche WWOOFen, was bedeutet, dass wir auf einer Farm einer Familie leben, dort vier bis sechs Stunden am Tag helfen und dafür kostenlos wohnen und essen dürfen.

Anfang August haben wir den Ghan gebucht, der Zug fährt von Darwin über Alice Springs nach Adelaide. Die Strecke entspricht ungefähr 3000 Kilometer. Die grobe Planung für den die nächsten zwei Monate steht also.

Es gibt einen Kommentar.
Deine Meinung?

  1. High fahre sehr viele flüße wenn ihr wieder mal raften wollt kommt doch nach tirol

    sagte Marcel am 02.05.2008 um 12:03 Uhr #

Fragen? Kommentare? Irgendwas...?

*


*

* muss sein, leider...
² sagen wir auch nich' weiter. Versprochen!

Matthias
hat nur 6 Bilder geschickt
Userbild
Name
Matthias Schaider
Alter
28
Ort
Bensheim
Webseite
---

Alle Reisen von Matthias Schaider

Australien

Für 6 Monate werden die beiden Freunde aus Bensheim bei Frankfurt quer durch Australien reisen. Nach der Ankunft in Sydney Anfang Mai steht erst mal "Urlaubmachen und Jobsuchen" auf dem Programm. Auch einige Touren rund um die "Südsee-Metropole" sind geplant: Ziele sind unter anderem die Harbour Bridge, The Rocks und die Blue Mountains.

Von Sydney aus wollen Matthias und Markus hoch in den Norden des Landes zum jobben. "Da ist es mit 25 Grad noch schön warm. Entweder auf einer Farm oder in Restaurants werden wir unser Glück versuchen, damit die Reisekasse nicht so schnell leer wird. Anschließend wollen wir wieder umherreisen, von Backpackerhotel zu Backpackerhotel...".
Wohin steht bisher noch nicht fest. Vermutlich aber weiter Richtung Norden (Queensland) oder mit dem Geländewagen ins heiße, endlose Outback zum Ayers Rock und Uluru National Park - immer in der Hoffnung, den reichlich vorhandenen giftigen Spinnen und Schlangen nicht zu begegnen.