Australien
Endlich ist es soweit!
18.06.2004 |
Wie schön hätte dieser Tag werden können… Mit dem Boot zur Lady Musgrave Island, eine einsame Insel umgeben von einem der größten Naturwunder der Welt: Dem Great Barrier Reef. Während Markus zum Tauchgang ans Meer aufgebrochen ist, bin ich hochmotiviert morgens um halb sieben zum Abfahrtsort, um dort zu erfahren, dass ein Wirbelsturm über der Insel wütet und alle Fahrten dorthin abgesagt werden müssen. Okay, was macht man jetzt mit dem angebrochenen Tag? Zurück ins Bett? – Nein, am besten mal einfach durch die City schlendern und ein paar Schnappschüsse machen. Und siehe da: Einige interessante Dinge warteten auf mich. Sehr gewundert habe ich mich darüber, dass ein Schild offensichtlich das „Ausrutschen auf Murmeln“ verbietet. Merkwürdig fand ich auch, dass an einer Verkehrsinsel ein Dutzend Männer arbeiteten (leider sind nicht alle auf dem Bild zu sehen). ABM-Maßnahme?
Und warum die Kennedy-Bridge nicht Spider-Bridge heißt, musste ich mich auch fragen, denn auf jeder Seite hingen über 50 meiner „achtbeinigen Freunde“. Dann eine ganz tolle Spontan-Idee: Warum nicht zum Bargara-Strand laufen, 16 Kilometer sind schon nicht so weit. Nach drei Stunden musste ich feststellen: Doch, 16 Kilometer zu Fuß sind weit! Egal, dafür war ich mal wieder am Strand und ich hab was für die Kondition getan.
Da der Tag von Markus spannender ablief als meiner, hier sein Tauchbericht: Endlich ist es soweit! Nach unendlich erscheinenden Stunden Theorie, erfolgreich bestandener Prüfung und etlichen Übungen im Pool kann es jetzt losgehen: Der erste „Open-Water-Tauchgang“ im Meer steht an. Um acht Uhr in der Frühe geht es los. Schnell das Equipment in den Bus und los geht die Fahrt zu den „Hermans Rocks“.
Einige Dinge gilt es beim Tauchen zu beachten. Das wichtigste ist, einen sogenannten buddy (Tauchpartner) zu haben, denn alleine zu Tauchen wäre viel zu gefährlich. Die letzten Vorbereitungen laufen immer gleich ab: Zuerst kontrolliere ich die Luft in der Sauerstoffflasche meines buddy, dann wird gecheckt, ob seine Bleigurte fest angezogen und die Gurte seiner Tarier-Jacket richtig positionier sind. Das Ganze überprüft mein buddy an mir. Nach dem „final ok“ geht es ab zum Strand. Was wir nicht erwartet haben: Der Gang dorthin erweist sich als waghalsige Kletterpartie über Felsen und Klippen – vor allem das enorme Gewicht der Ausrüstung macht uns gerade jetzt zu schaffen.
Unten angekommen steht die nächste schwierige Aufgabe an. Inmitten der reisenden Strömung sollen wir unsere Flossen anziehen. Etwas genervt schaffe ich es schließlich nach dem dritten Versuch. Noch ein paar letzte Instruktionen von Tauchlehrerin Kerstin und runter in die Tiefe des Meeres.
Die ersten Eindrücke sind überwältigend! Eine bunte Farbenkulisse und unzählige auf dem Meeresgrund tummelnde Fische präsentieren sich mir. Vor lauter Staunen hätte ich fast meinen Regulator für die Sauerstoffzufuhr aus dem Mund verloren, was sich unter Wasser als nicht förderlich herausgestellt hätte…
Wir warten schließlich am Meeresgrund auf die Anweisungen der Tauchlehrerin. In der Theorie studierten wir etliche Handzeichen zur Verständigung auf dem Meeresboden ein. Plötzlich signalisiert uns Kerstin per Handzeichen, dass Gefahr droht. Jeder verharrt wie angewurzelt am Grund und starrt in die Finsternis. Da unter Wasser die Geräusche viermal lauter zu hören sind als an der Oberfläche, höre ich nur die aufsteigenden Bläschen aus meinem Regulator und mein Herz, das schneller zu schlagen beginnt. Plötzlich sehe ich eine Seeschlange auf uns zukommen. Sie schwimmt zwischen unseren Beinen durch und verschwindet dann wieder. Erst nach dem Tauchgang erfahre ich, dass Seeschlangen nicht besonders gefährlich sind, dafür aber umso neugieriger.
Der zweite „Open-Water-Tauchgang“ erweist sich jedoch als das größere Abenteuer. Mit dem Boot fahren wir zum „Artificial Reef“. Die Strömung ist heute besonders stark, was die Bootsfahrt zu einer richtigen Schleuderpartie macht und den Spaßfaktor erhöht.
Der Einstieg vom Boot aus ist wesentlich leichter als beim ersten Tauchgang – ich lasse mich einfach ins Wasser fallen. Auf dem Meeresgrund müssen wir noch die letzten Übungen absolvieren und dann erkunden wir ein Wrack. Es ist schon sehr spannend um ein altes Wrack zu tauchen, tausende kleine und große Fische begleiten uns. Am Ende des zweiten Tauchganges sind wir mit den Kräften am Ende und bekommen unsere Zertifikate übereicht. Ab jetzt kann ich mich als „Open-water-diver“ bezeichnen.
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- Name
- Matthias Schaider
- Alter
- 28
- Ort
- Bensheim
- Webseite
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Alle Reisen von Matthias Schaider
Australien
Für 6 Monate werden die beiden Freunde aus Bensheim bei Frankfurt quer durch Australien reisen. Nach der Ankunft in Sydney Anfang Mai steht erst mal "Urlaubmachen und Jobsuchen" auf dem Programm. Auch einige Touren rund um die "Südsee-Metropole" sind geplant: Ziele sind unter anderem die Harbour Bridge, The Rocks und die Blue Mountains.
Von Sydney aus wollen Matthias und Markus hoch in den Norden des Landes zum jobben. "Da ist es mit 25 Grad noch schön warm. Entweder auf einer Farm oder in Restaurants werden wir unser Glück versuchen, damit die Reisekasse nicht so schnell leer wird. Anschließend wollen wir wieder umherreisen, von Backpackerhotel zu Backpackerhotel...".
Wohin steht bisher noch nicht fest. Vermutlich aber weiter Richtung Norden (Queensland) oder mit dem Geländewagen ins heiße, endlose Outback zum Ayers Rock und Uluru National Park - immer in der Hoffnung, den reichlich vorhandenen giftigen Spinnen und Schlangen nicht zu begegnen.






