Vereinigtes Königreich1 ½ Tage London - Jamie besuchen

Es ist Frühling.

24.04.2004 |

Was kann man für 28,99 Euro zu Weihnachten oder zum Geburtstag verschenken? Eine DVD-Specialedition, einen halben DVD-Player, einen guten Reiseführer mit Bildband.

Oder einen Flug nach London mit einer dieser no-frills-Billig-Airlines. Aber geht das wirklich? Oder doch nur Abzocke? Ich habe jedenfalls eines dieser Tickets unter dem Weinachtsbaum gehabt. Zu diesem Preis kann ich nicht mal von Wuppertal nach Köln und wieder zurück mit dem Zug fahren. 6,45 Euro Hin und Zurück plus Flughafengebühr 22,54 Euro machen 28,99 Euro pro Nase mit Germanwings vom Kölner Flughafen. Ein wenig Geduld bedarf es schon, denn bis es losgeht, wird es Frühling werden.

Es ist Frühling. Um 10.25 Uhr geht’s los und morgen Abend um 19.25 Uhr wieder zurück. Umkompliziert, mit einer laminierten, wiederverwendbaren Bordkarte, geht es zur freien Sitzplatzwahl in einer älteren, ehemaligen Lufthansamaschine. Zu erkennen an den grauen Sitzen mit gelben Nähten. Darüber dann ein lila Kopf-Lätzchen von Germanwings. Los gehen die nur rund 40 Minuten Flug. Eine 5-Minuten-Nudelterrine gefällig aus dem Speisenangebot der Bordküche? Wir setzen auf die selbst gemachten Stullen im Rucksack. Kleine Kunstwerke mit Salat und Dressing.

Wo zur Hölle ist eigentlich London Stansted?

Genau 90 Minuten mit dem Bus und 15 Pfund (ca. 22,50 Euro) für zweifache Fahrt pro Person von der London-City entfernt. Für mehr Geld geht es etwas schneller mit dem Zug. Keine Aufregung, das wussten wir schon und war eingeplant.

90 Minuten Busfahrt bieten genug Zeit, noch ein wenig die Karte zu studieren und mit dem soeben erhaltenen U-Bahnplan abzugleichen. Auf dem Weg durchqueren wir alle möglichen Vororte Londons. Wir steigen Marble-Arch am Hyde-Park aus, noch ein paar Stationen vor der Endstation. Von hier aus kommen wir gut mit der U-Bahn Richtung Unterkunft. Hier ist die größte Busstation. Allenorts findet man freundliche Helfer, die darauf warten, die Fragen der Touristen beantworten zu können.

Für vergleichsweise günstige 4,30 Pfund (6,44 Euro) kaufen wir eine 24-Stunden gültige Tageskarte für die U-Bahn der Zonen 1 bis 2, was in der Regel völlig ausreichend ist.

So geht es Underground 4 Stationen mit der Central Line nach Holborn. Unser Hotel, die "Pickwick Hall", befindet sich in der Bedford Place. Und ich kriege den Satz "Das Haus am Eaton Place" nicht mehr aus dem Kopf. 62,- Euro für das Zimmer inkl. Frühstück.

Was wollen wir hier unternehmen?

Jamie Oliver besuchen. Genauer gesagt, sein Restaurant "Fifteen". Ihr kennt Jamie Oliver? Bekannt geworden durch seine Bücher und Kochsendungen wie "Oliver’s Twist" und "The naked Chef". Mit dem Restaurant "Fifteen" will er fortlaufend 15 sozialschwachen Jugendlichen eine Ausbildung in der Gastronomie und somit einen Einstieg in das Berufsleben ermöglichen. Der Gewinn des Restaurants geht an eine weitere Bildungsfördernde Einrichtung (Cheeky Chops). Aber die Reservierung ist erst für morgen zum Lunch.

Bis dahin wollen wir das uns weitgehend unbekannte London zu Fuß erkunden. Wir nehmen die U-Bahn zum Piccadilly Circus als Startpunkt. Die statischen Reklametafeln weichen nach und nach hochmodernen Bildschirmen. Und es vergehen am Brunnen keine 2 Minuten, in der man nicht angesprochen wird, freundlicherweise ein Foto für ein Paar oder eine Familie zu machen. Immerhin kommt man so ins Gespräch. Japaner, Spanier, ein Brasilianer…

Nur wenige Fußminuten entfernt durchwandern wir Chinatown. Hier sind sogar die Telefonzellen chinesisch. Als London-Anfänger darf natürlich Westminster Abbey nicht fehlen. Londontypisch bettet sich alles fein in dunkelgrau. Wenigstens regnet es gerade mal nicht. Die Brücke zur Westminster Hall ist mit Friedensplakaten und Spruchbändern plakatiert. Fotos berichten von den Dingen, die England und USA nicht so gerne in den Medien sehen möchten. Verstümmelte Kinder des Irakkrieges. Zu Fuß gehen wir weiter in Richtung Buckingham Palast. Ein kleiner Park mit allerlei Vogeltier und Eichhörnchen geben etwas Erholung vom dichten Gewirr in den Straßen. Hier haben die grauen Eichhörnchen aus den USA die ursprünglich braunen Einheimischen verdrängt. USA sind halt Eroberer ;-).

In der Nähe des Buckingham Palast findet sich ein weiteres Zeugnis des Kriegsgeschehens im Irak. Am Kriegsmahnmal des ersten Weltkrieges liegt ein kleines Holzkreuz auf dem ein verstorbener Soldat von seinem Kind betrauert wird.

Genug des Wanderns für einen Tag.

Den Abend nutzen wir für eine "Kneip"-Kur von Pub zu Pub mit allerlei Ales. Die Kamera hatte da aber schon Feierabend. Hier ist es ein leichtes, ins Gespräch zu kommen mit Leuten, die nach der Arbeit ein wenig Zerstreuung suchen.

Es gibt einen Kommentar.
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  1. Super Bilder, man hat das Gefühl in einem Magazin zu blättern. Weiter so...

    sagte Maik am 11.12.2007 um 15:53 Uhr #

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* muss sein, leider...
² sagen wir auch nich' weiter. Versprochen!

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Sascha Menge
Alter
jung geblieben
Ort
Wuppertal
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Alle Reisen von Sascha Menge

1 ½ Tage London - Jamie besuchen

Unter dem Weihnachtsbaum lag ein Flugticket nach London. Im April 2004 ging es los. Für 1 ½ Tage jetteten Myriam und Sascha, Fotodesigner aus Wuppertal, für einen Kurztrip in die Stadt an der Themse. Es waren intensive Tage! Marble Arch, Speakers Corner, Chinatown und viele urbane Momentaufnahmen...
(Kulinarischer) Höhepunkt war ein Besuch im "Fifteen", dem Restaurant des blutjungen Starkochs Jamie Oliver - auch "Robbie Williams der Kochtöpfe" genannt...