1 ½ Tage London - Jamie besuchen
Auf zu Jamie!
25.04.2004 |
Wer günstig wohnt der muss auch mal die Gardine reparieren, wenn sie einem beim Öffnen entgegen kommt und der sollte sich auch nicht zu schade dafür sein, in der Küche mit anzupacken. Natürlich versäumen wir nicht, das Frühstück mit englischer Orangenmarmelade zu probieren.
Wir entschließen uns, mit einem ausgedehnten Fußmarsch den notwendigen Hunger für das "Fifteen" zu machen. Auf dem Weg trinken wir unseren ersten Kaffee in einem Starbucks und sind überrascht, wie gut die den Kaffee hinkriegen.
Endlich sind wir am eigentlichen Ziel der Reise.
Speisen in den heiligen Hallen des Meisters Jamie. Die Stuttgarter Zeitung nannte ihn den Robbie Williams der Kochtöpfe. Ob wir vom Meister persönlich empfangen werden? Eine Audienz für die Reisenden aus fernen Landen, die extra mit dem Donnervogel kamen zu Speisen an des Meisters Tisch?
Eine Ledercouch und ein Getränk machen es uns gemütlich, während wir darauf warten, zu Tisch geführt zu werden. Das Erdgeschoss nennt sich Trattoria und kann ohne Reservierung besucht werden. Es sind sogar Plätze frei. Im Untergeschoss ist der Bereich für Reservierungen. Dort werden wir nun hingeführt.
Alles ganz akurat mit bitte hier und danke da. Im 5-Minutentakt verlässt eine kleine Leckerei die Küche, mit der alle Gäste verwöhnt werden: selbstgemachtes Fladenbrot, gefüllt mit Kirschtomaten und Cranberries, überbacken mit ein wenig Olivenöl und Rukola.
Zum Glück hat uns der perfekte, freundliche Service und die leckere Kleinigkeit günstig eingestimmt, denn sonst hätte uns die Preisliste vom Hocker gerissen. Vorspeisen von 9 bis 12 Pfund (13,50 bis 21,- Euro), Pasta und Risotto’s (kleine Vorspeisenportionen) von 11 bis 13 Pfund (16,50 bis 19,50 Euro) und Hauptgerichte von 26 bis 32 Pfund (39 bis 47,90 Euro). Auch der Nachtisch ist nicht von schlechten Preiseltern. Das ist mal eine Hausnummer.
Andererseits ist aber alles richtig nett gemacht. Alle Gerichte werden ordentlich erklärt und Extrawünsche sind möglich. Kein Kellner, der ein Handzeichen ignoriert und man hat das Messer noch nicht ganz fallen gelassen, da kommt auch schon eine hilfreiche Hand mit passendem Ersatz vorbei.
Ich frage, ob ich ein paar Bilder machen darf und bekomme dann noch eine Speisenkarte zum Einkleben ins Album obendrein. Nachdem die Fotofrage geklärt war, bringen auch andere Gäste ihre verstauten Kameras zum Vorschein.
Und das wichtigste – ist dat auch lecker?
Aber total! Die Tischnachbarin offenbart uns, dass sie öfter herkommt, allein um ein bestimmtes Gericht zu essen. Wir werden sicher ebenfalls wiederkehren. Auch wenn der Laden üble Löcher ins Portemonnaie reißt.
Und was ist mit dem Meister? Der ist leider nicht da. Aber darum ging es nicht wirklich, auch wenn ein bisschen Personenkult nicht ganz zu leugnen ist. So endet unser Zweck der Reise mit einem Cappuchino auf dessen Schaum der Zuckerwürfel liegen bleibt.
Mit dem Doppeldecker-Bus brechen wir Richtung Marble Arch auf, wo uns der Bus zum Flughafen aufgabeln wird. Leider regnet es die Scheiben zu und wir blicken nur auf Regentropfen an der Scheibe. Bei Madame Tussaud steigen wir aus. Bescheidene 25 Pfund (37,50 Euro) soll der Eintritt ins Wachsfigurenkabinett kosten. Dafür werden alle in der riesigen Schlange wie Dreck behandelt. Nein, danke.
Über die Baker Street gehen wir langsam zum Marble Arch (Marmorbogen). Dort beginnt auch der Hyde-Park und der berühmte "Speakers Corner". Hier gibt's offensichtlich grad' nix zu speaken. Also lasse ich mir von meiner Liebsten was auf dem leeren Platz erzählen. Eine endlose Busreihe spazieren wir entlang bevor wir an unserer Haltestelle in den Bus steigen. Ein Snack noch am Flughafen und eine Stunde Verspätung.
Fazit
Tatsächlich, man kann für ein paar Euro nach London fliegen. Der Flug ist das Billigste. Für alles andere muss man schon ein wenig mehr Geld mitbringen. Schließlich will man nicht am Stansted Airport auf der Sitzbank an der Haltestelle übernachten. Besonders wenn man im "Fifteen" was essen will oder Wachsfiguren betrachten möchte.
Alles in allem sind die Kosten aber überschaubar, wenn man nicht auf den Putz klopft. Und cooler ist es allemal, für ein paar Euro zu fliegen, anstatt mit Bus und Fähre oder Tunnel.
Das war London für 1 ½ Tage.
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- Name
- Sascha Menge
- Alter
- jung geblieben
- Ort
- Wuppertal
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1 ½ Tage London - Jamie besuchen
Unter dem Weihnachtsbaum lag ein Flugticket nach London. Im April 2004 ging es los. Für 1 ½ Tage jetteten Myriam und Sascha, Fotodesigner aus Wuppertal, für einen Kurztrip in die Stadt an der Themse. Es waren intensive Tage! Marble Arch, Speakers Corner, Chinatown und viele urbane Momentaufnahmen...
(Kulinarischer) Höhepunkt war ein Besuch im "Fifteen", dem Restaurant des blutjungen Starkochs Jamie Oliver - auch "Robbie Williams der Kochtöpfe" genannt...












































