KubaCuba Fototour

Zuckerbrot und Peitsche!

27.10.2002 |

Nie wieder Alkohol! Auf meinem Kopf sitzt das Rathaus von Pinar del Rio. Yvonne fühlt sich ähnlich. Diesen Morgen erlebe ich wie in Trance und ich weiß nicht, wie ich diesen Tag durchstehen soll. Andererseits möchte ich den Tag nicht im Zimmer verstreichen lassen. Immerhin haben wir durch die Umstellung auf Winterzeit eine Stunde gewonnen. Pedro ist auch schon da und mit seinen 21 Jahren der blühende Morgen. Als hätten wir gestern nur Kaffeekränzchen gehalten. Michael hat mir gerade in Erinnerung gerufen, dass der Bruder unseres Gastgebers darauf bestanden hat, für 1,USD in unserem Wagen zu schlafen, um darauf aufzupassen. Irgendwie finde ich das beschämend und nicht nötig. Ist doch alles versichert. Aber er hat es sich nicht ausreden lassen.

Etwas später erfahren wir warum. Was wir als beschämende Geste annahmen, wurde als unsere Leichtgläubigkeit ausgenutzt. Unser Wagenbewacher ist satte 120km mit unseren Auto des Nachts unterwegs gewesen. Michael hat sich zufällig den Kilometerstand gemerkt. Darauf stellen wir unseren Vermieter zur Rede. Sogar Pedro kann unsere Anschuldigung untermauern, weil Freunde von ihm unser Auto in der Nacht gesehen haben wollen. Anstandslos rückt der Vermieter unsere geforderten 15, USD Spritgeld raus.

Eine Stunde lang fahren wir dann mit Pedro zu einer Krokodilfarm. Doch wir machen uns den Weg vergeblich, denn der Wasserstand ist durch die Regenzeit so hoch, dass das Betreten der Stege nicht sicher ist.

Danach fahren wir weiter an den Strand „Brisas del Mar“. Doch hier hat der Hurrikan ordentlich gewütet und so ziemlich alles zerstört. So wird es mal wieder nichts mit ungetrübtem Strandvergnügen. Wie im Reiseführer beschrieben, wühlt der ständige Wind („Brisas“) das Wasser auf und trübt es mit Sand ein.

Myriam nutzt die Zeit, um ein paar Muscheln für ihr Bastelhobby zu sammeln und findet wirklich ein paar besonders schöne Schätze.

Auf dem Rückweg erfülle ich mir einen kleinen Traum und wir halten an, um ein „Beisbolspiel“ zu sehen. Auch wenn ich die Regeln wohl nie gänzlich verstehen werde, macht es Spaß, wie die Leute miteifern und die Stimmung zu erleben (und natürlich Fotos zu machen).

Und wir fragen uns, wer einem Kubaner ein T-shirt von „Krögers Brötchen“ als Souvenir mitbringt.

Wieder in Pinar del Rio gehen wir ein Internetbüro und lernen zwei junge Studentinnen kennen, die ein dreimonatiges Praktikum an der Universität für Agrarkultur machen. Bereits nach einem Monat Aufenthalt haben sie Heimweh, auch wenn alle sehr freundlich sind. Sie erzählen, dass sie nach sage und schreibe 4 Wochen Langeweile das erste Mal etwas zu tun bekommen haben. Planwirtschaft in Reinkultur.

Auch wir müssen eine halbe Ewigkeit auf einen freien Rechner warten. Das System funktioniert so, dass man kleine Kärtchen erwirbt, auf dem ein Freischaltcode aufgedruckt ist. Diesen gibt man dann in den Rechner ein. Doch es ist hier sehr teuer. Während wir im Reiseführer lasen, dass man Tickets für 3 Stunden Internetzugang für 15,- Dollar bekommt, kostet es hier 30,- Dollar für 5 Stunden. Das ist uns zu teuer, nur um eine Email zu schreiben. Wir werden zu einem späteren Zeitpunkt einen günstigeren Anbieter im Touristenbüro von Pinar del Rio finden und brechen auf.

Abends führt uns Pedro in einen Paladar (privates Restaurant) auf einer schönen, großen Balkonterrasse aus. Wir bezahlen natürlich. So kommt Pedro in den Genuss seines persönlichen Vorteils. Mit insgesamt 50,- USD inkl. Getränke für 5 Personen war der Preis für das Geleistete einigermaßen saftig.

Danach nehmen wir noch den einen oder anderen Cuba Libre in einer Bar zu uns. Während wir uns anschließend ins Bett verabschieden, hat Pedro tatsächlich noch die Energie, erneut ins Kabarett zu gehen und sich mit einem Mädchen zu verabreden. Und das obwohl er um 7.30 Uhr zur Schule gehen muss.

Wir planen für den Folgetag eine ausführliche Erkundung der Stadt per Pedes. Zudem wollen wir die vielgepriesenen Pesostände ausprobieren, an denen man für umgerechnet nur wenige Cents Pizza, Erfrischungsgetränke und allerlei andere Kleinigkeiten bekommt. Um ein Geschäft zu betreiben, dass offiziell Dollar kassiert, bedarf es einer besonderen Genehmigung.

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² sagen wir auch nich' weiter. Versprochen!

Sascha
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Sascha
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Sascha Menge
Alter
jung geblieben
Ort
Wuppertal
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Alle Reisen von Sascha Menge

Cuba Fototour

Vom 23.10 - 06.11.2002 waren Sascha Menge und seine Myriam in Cuba unterwegs auf der Suche nach dem Mythos und dem besonderen Flair der Karibikinsel. Der Fotoredakteur aus Wuppertal war bereits vor einigen Jahren beruflich hier und konnte dabei auch manchen Blick hinter die bröckelnden Fassaden der alten Kolonialbauten werfen.