KubaCuba Fototour

Auf nach Varadero

05.11.2002 |

Nun heißt es Abschied nehmen von Maria und Santiago de Cuba. Ich fotografiere noch schnell Maria’s Santeria-Schrein, der noch von gestern aufgebaut ist.

In aller Frühe fahren wir zum Santiago’er Flughafen. Wir können sogar noch eine frühere Maschine nach Varadero nehmen und sparen so ein wenig Zeit. Leider wird die Zeitersparnis etwas durch Verspätung relativiert. Während der kurzen Wartezeit spekulieren wir, ob die so sehr kurzfristige Umbuchung des Fluges auch für unser Gepäck zutreffen wird.

...zwei Stunden später stehen wir auf dem nationalen Flughafen von Havanna. Wie geht es jetzt nach Varadero? Touristenbusse stehen hier am nationalen Flughafen nicht. Zunächst gibt es zwei Alternativen. Pedro, ein schlitzohriger, netter Taxifahrer erläutert die Optionen. Eine Taxifahrt, die komfortabelste Möglichkeit, direkt bis ins Hotel für 95,- USD oder eine 15,- USD Taxifahrt in die Stadt von Havanna zur Bushaltestelle von Villazul. Das Busticket nach Varadero kostet dann noch einmal 10,- USD pro Nase. Problem, der Bus fährt erst in 3 Stunden.

Nach ein wenig Verhandlung bietet Pedro die Taxifahrt für 70,- USD an. 68,- USD verlangt die Taxigesellschaft und 2,- USD kostet die Brückennutzung in Varadero. Sehr interessant, dass 25,- USD offensichtlich für die eigene Tasche bestimmt waren. Doch nix da!!! Es ist genug der Abzocke. Wir bleiben stur und spielen das Spiel mit. 50,- USD, um uns, egal wie, nach Varadero direkt bis ins Hotel zu bringen. Pedro sagt, dass für ihn persönlich der Preis mehr als in Ordnung sei, doch leider nicht für die Taxigesellschaft. Als einer der wenigen wagt er sich zu einer politischen Äußerung. Während er sich über einen imaginären Castro-Bart streicht, sagt er, dass es in 1 oder 2 Jahren vielleicht möglich sei im Hinblick auf politische Veränderungen. Nur leider heute noch nicht.

Als Beweis dafür, dass er für die kommende Zeit gerüstet ist, bietet er eine Lösung an. Wir fahren mit seinem Taxi in die Stadt und er organisiert uns eine Mitfahrgelegenheit nach Varadero für alles zusammen 50,- USD. In der Nähe der Busstation mitten im Zentrum dauert es dann nicht lange und ein klimatisierter, privater Renault in Richtung Varadero ist organisiert. Wir zahlen Pedro 15,- USD und in Varadero noch einmal 35,- USD für unseren Fahrer. Bingo.

Pedro, ein echt sympathisches Schlitzohr.

Es ist bereits ein Fahrgast im Renault. Eine rund 35-jährige Frau, die in Varadero arbeitet und auf dem Weg dorthin ist. Juan, der Fahrer, ist sehr sympathisch. Er erinnert im Aussehen an den kubanischen Autor Pedro Juan Gutierrez. So sehr, dass ich mich danach erkundige, ob er es ist. Aber er kennt ihn nicht. Ich fürchte ein wenig um unsere Sicherheit. Denn Juan liebt die Konversation und ist (wie es die Höflichkeit erfordert) immer bemüht, beim Erzählen den Blickkontakt zu halten. Aber wir sitzen auf der Rückbank!!! Doch an sich gestaltet sich die Fahrt kühl und nicht stressig. Die dunklen Folien an den Scheiben schützen sogar ausreichend vor dem grellen Licht.

Es ist auch Zeit für eine kleine Pause. Bis zu dem Moment, als Juan zischt „Ooohhh, la Policia!“ Sitzen wir doch verbotenerweise in einem Privatauto. Nun, anhalten mussten wir glücklicherweise nicht. Vielleicht nehmen wir langsam kubanische Ausstrahlung an (zumindest durch Scheibenfolie). Sogar die 2 Dollar Brückengebühr sparen wir ein und nehmen einen buckligen Schleichweg, der die Stoßdämpfer des Fahrzeuges wohl mehr altern lassen, als 2,- USD für die Brücke zu sparen. Doch Juan ermahnt mich, mir den Weg genau einzuprägen, damit ich künftig die unnötige Gebühr sparen könnte. Der Weg führt uns an den Varadero-Ölpumpen und Pipelines vorbei.

Die letzte Hürde ist eine Art Einlasskontrolle. Pedro gibt mir einen Ausweis eines ihm befreundeten Fotografen in die Hand (dessen Foto mir nicht im entferntesten ähnlich sieht). Doch für ein flüchtiges Zeigen an der Scheibe im vorbeifahren reicht es. Wieder Glück gehabt. Nach kurzer Suche finden wir auch das Hotel und können ohne einen Voucher vorzuzeigen bis zum Hoteleingang. Hier heißt es Abschied nehmen. Schade, denn Juan ist echt witzig.

Soooooo!!!! Wo geht es denn hier bitte zum Pool? Wir schreiten in die Empfangshalle.

Doch mit unseren Rucksäcken fallen wir zunächst ins Auge des wachsamen Sicherheitspersonals. Sollte sich möglicherweise fahrendes Volk mit unzulänglichen Mengen an harter Währung Zugang in dieses Paradies verschaffen wollen? So werden wir in unserer Bewegung gestoppt und die erste Frage lautet, ob wir denn eine Reservierung hätten. Etwas über die diesen frechen Empfang belustigt sage ich: „well, I think so…“

Und wir erhalten Einlass ins Paradies. Um die kleine Scharte des Empfangs auszuwetzen, organisiert uns der Sicherheitsmann schnell ein paar Begrüßungscocktails, während wir einchecken. Er zeigt Interesse an meiner Fotoausrüstung und lässt es sich nicht nehmen, den feierlichen Moment unserer Ankunft festzuhalten. Er selber schwört auf Minolta. Mit einem Golfwägelchen geht es dann auf’s Zimmer. Ganz modern besteht der Schlüssel für’s Zimmer aus einer Checkkarte.

Duschen, Sachen kurz einräumen, Wertsachen in den Safe und ab in den Pool!

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Sascha
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Alle Reisen von Sascha Menge

Cuba Fototour

Vom 23.10 - 06.11.2002 waren Sascha Menge und seine Myriam in Cuba unterwegs auf der Suche nach dem Mythos und dem besonderen Flair der Karibikinsel. Der Fotoredakteur aus Wuppertal war bereits vor einigen Jahren beruflich hier und konnte dabei auch manchen Blick hinter die bröckelnden Fassaden der alten Kolonialbauten werfen.