Côte d'IvoireRichtung Westafrika ...

Die République de Côte d'Ivoire ...

10.12.2008 |

ist flaechenmaessig mit 322.462 km² in etwa so gross wie die Bundesrepublik Deutschland. Sie grenzt an die Laender Liberia, Guinea, Mali, Burkina Faso sowie Ghana und hat eine 600 km lange Küste am Golf von Guinea. Benannt wurde die Elfenbeinkueste nach ihrem ehemaligen Exportprodukt. Dieses existiert heute jedoch nicht mehr, da die Elefanten in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts systematisch getoetet wurden. Waehrend der Kolonialzeit, ab 1893, zaehlte die Elfenbeinkueste zu Franzoesisch-Westafrika und erreichte 1958 den Status einer autonomen Republik. Am 07. August 1960 erlangte das Land als eines der ersten seine Unabhaengigkeit von Frankreich. Der erste Praesident Felix Houphouët-Boigny (1960 ? 1993) veranlasste, dass die Elfenbeinkueste nur noch mit dem offiziellen Namen "République de Côte d'Ivoire" bezeichnet werden durfte. Yamoussoukro, die Geburtsstadt des ersten Praesidenten, ist seit 1983 die politische Hauptstadt. Die fruehere Hauptstadt Abidjan bleibt Regierungssitz und stellt aufgrund seiner guenstigen Lage am Atlantik weiterhin das wirtschaftliche Zentrum des Landes dar.

Die Côte d'Ivoire hat rund 19 Millionen Einwohner. Drei Viertel davon leben im suedlichen Teil des Landes und knapp ein Drittel sind Auslaender, die vor allem aus Mali und Burkina Faso eingewandert sind. In der Elfenbeinkueste gibt es ungefaehr 60 verschiedene Ethnien, die wiederum in Untergruppen unterteilt sind. Die groesste Gruppe stellen die Baoulé dar. Sie leben im Zentrum und im Suedosten des Landes. Aus den zahlreichen Ethnien resultieren die rund 70 Landessprachen, die neben der offiziellen Amtssprache Franzoesisch gesprochen werden.

Die südlichen und westlichen Landesteile der Côte d'Ivoire sind hügelige Waldlandschaften, die in Richtung der Savannenebenen im Norden und der bergigen westlichen Grenze hin ansteigen. Die drei Flüsse Sassandra, Bandama und Como fließen nach Süden in den Atlantik, wo sie zahlreiche Lagunen bilden.

Die Elfenbeinkueste ist der weltweit groesste Kakaoexporteur. Darueber hinaus werden hauptsaechlich Kaffee, Erdoel, Edelhoelzer und Bananen exportiert (Quelle: HOETTLER, Lutz: Côte d?Ivoire ? geteiltes Land. 2007)

Das Département d'Aboisso liegt mit der Errichtung von Verwaltungseinheiten im Jahr 1969 (décret n° 69-214 du 09 Juin 1969) im Suedosten der Côte d'Ivoire, in der Region Sud-Comoé. Es ist im Norden durch das Département d'Abengourou, im Sueden durch das Département d'Adiaké, im Osten durch die République du Ghana und im Westen durch das Département d'Alépé und de Grand Bassam begrenzt. Das Département d'Aboisso umfasst 4 "Sous-Préfectures": Aboisso, Ayamé, Maféré und Bianouan. Diese wiederum sind unterteilt in 3 funktionstuechtige Kommunen sowie 8 im Jahr 2005 gegruendete Kommunen, die noch nicht im Service sind, in 5 Kantone (Gemeinschaften regruppierter Doerfer): Krindjabo, Dandji, Lagune, Attingbé und Affema sowie 82 Doerfer (23 Doerfer im laendlichen Raum sowie 59 Satellitendoerfer). Das Département d'Aboisso zaehlt zum jetzigen Zeitpunkt 222.053 Einwohner auf einer Flaeche von 3.491 km². Das ergibt eine Bevoelkerungsdichte von 63,61 EW/km². Der aktive Teil der Bevoelkerung, zwischen 15 und 45 Jahren, wird auf 103.738, auf 46% der Gesamtbevoelkerung des Départements, geschaetzt.

Das Département d'Aboisso ist wie die Départements de Bongouanou und d'Abengourou eine Region der Agni. Die urspruenglich aus der Gold Coast, jetzige République du Ghana, stammenden Agni wanderten im 18. Jahrhundert in die Elfenbeinkueste ein, um den drohenden Kriegs- und Versklavungsgefahren durch den Volksstamm der Danguira im eigenen Land zu entfliehen. Sie installierten sich fest im Département d'Aboisso und bilden zur Zeit eine Bevoelkerungsgruppe von 24,6%. Auch heute noch gibt es im Département starke Migrationsbewegungen. So wird die Region nach wie vor als "milieu ouvert aux immigrants" oder "terre d?accueil" bezeichnet. Tatsaechlich siedeln sich vor allem Einwanderer aus dem Landesinneren (Gruppe Akan) sowie aus dem Norden (Gruppe Malinké und Sénoufo) vor Ort an. Sie ergeben einen Bevoelkerungsanteil von 26,4%. Die restlichen 49% der Bevoelkerung entstammen der internationalen Migrationsbewegung. Das heisst Syro-Libanesen, Franzosen und Afrikaner aus der aktuellen CEDEAO (Communauté économique des Etats de l?Afrique de l?Ouest): Burkinabés, Maliens, Béninois, Togolais, Nigérians, Nigériens, Sénégalais, Ghanéens etc. lassen sich in der Handels- und Agrarregion Aboisso nieder.

Die urspruengliche Vegetation im Département d'Aboisso, forêt ombrophile, wurde in den letzten Jahrzehnten wesentlich durch die Besiedelung des Gebietes, die wachsende Agrarwirtschaft und die damit einhergehende Waldrodung sowie durch Waldbraende beeintraechtigt. Heute gibt es nur noch wenige natuerliche Waldflure ? Soumié und Négué in der Sous-Préfecture d'Aboisso, Songan in der Sous-Préfecture de Bianouan sowie die Reservate Ehania in der Sous-Préfecture de Maféré und Toumanguié in der Sous-Préfecture d'Aboisso. Ungenutztes Brachland, welches der Wiederaufforstung dienen sollte, ist lediglich mit Bueschen und der allgemein unter dem Namen bekannten Pflanze "Sékou Touré" bedeckt.

Die Agrarwirtschaft im Département d'Aboisso widmet sich hauptsaechlich den 7 Handelsprodukten: Kaffee, Kakao, Hévéa, Ananas, Banane "poyo", Palmoel und Kokosnuss, sowie den Anbaukulturen zum Eigenverbrauch: Maniok, Banane "plantain" (traditionell Agni), Igname, Taro, Suesskartoffel, Mais, Reis, Gombo, Aubergine und Paprika. Der Kaffeeanbau wird in dem Département seit dem 19. Jahrhundert betrieben mit einer starken Konzentration in der Umgebung von Aboisso und Ayamé. Die Kaffeeplantagen bedecken im Département eine Flaeche von 49.000 ha, verteilt auf 10.375 Betriebe. Sie bringen einen jaehrlichen Ernteertrag von 16.800 t (Quelle aus dem Jahr 2003). Der Kakaoanbau verteilt sich auf ein Anbaugebiet von 23.658 ha und 5.048 Betriebe. Das ergibt eine durchschnittliche Betriebsgroesse von 4,68 ha. Die Ertragshoehe liegt hier bei 10.800 t (2003). Der Kakaoanbau bzw. die Pflege der Baumbestaende ist aufwendig, da die Baeume altern und stark verwachsen. Infolge einer unregelmaessigen Pflege uebersteigt die Kakaoernte kaum mehr 50 kg/ha. Die Gewinnung von Palmoel wurde im Département d'Aboisso durch die Gesellschaften PALMINDUSTRIE und anschliessend PALMCI eingefuehrt. Sie ist ein Trumpf in der Region. Mit Unterstuetzung der Gesellschaften konnten sich auch zahlreiche kleinere Plantagen auf den Doerfern entwickeln. Alles in allem erzielen sie Produktionsgroessen von 298.889 t (2001). Auch die Hévéakultur befindet sich in der Entwicklung. Wurde sie im Jahr 2001 noch als "recente et timide" (jung und schuechtern) beschrieben, entstehen heute vielerorts neue Fabriken. So auch in der Sous-Préfecture d'Aboisso, in dem Dorf Adaou. Die Banane poyo wird hierzulande haeufig als europaeische Banane bezeichnet. Von der oertlichen Bevoelkerung kaum konsumiert bzw. wenig beachtet, wird sie ueberwiegend zum Export angebaut. 4 Privatbetriebe produzieren im Département jaehrlich 27.771 t (2001) Bananen. Am Stadtrand von Aboisso befindet sich eine 500 ha grosse Bananenplantage der Firma ELIMA. Circa 400 MitarbeiterInnen widmen sich dort dem Bananenanbau mit Pflanzungen, Pflege, Bewaesserung, Schaedlingsbekaempfung, Ernte, Verpackung und anschliessendem Export. Die Anbaukulturen zum Eigenverbrauch erreichen Ernteertraege in folgenden Groessenordnungen: Reis mit jaehrlich 3.633 t, Banane plantain mit 3.080 t, Igname mit 3.600 t, Maniok mit 16.000 t, Aubergine/Gombo/Paprika mit insgesamt 25 t (2003).

Die Viehzucht ist im Département d'Aboisso wenig entwickelt. Lediglich die Aufzucht von Gefluegel und die Eiproduktion sind relativ verbreitet. Ziegen, Schafe, Rinder und Schweine werden ausschliesslich auf herkoemmliche, traditionelle Art und Weise gehalten. So leben in den Doerfern des Départements insgesamt 4.403 Schweine. Hingegen ist das Département d'Aboisso eine "zone de pêche (Fischfang) par excellence". Auf dem See der Bia, 17.000 ha, der Lagune Aby, 424.000 ha, sowie zahlreichen weiteren Gewaessern wird die Fischerei noch als Handwerk mit kleinen Netzen und den landestypischen "pirogues" betrieben. Ansonsten muss die Bia fuer zahlreiche andere menschliche Aktivitaeten herhalten. So werden auf der einen Flussseite die "kleinen und grossen Geschaefte" erledigt, auf der anderen Seite Zaehne geputzt und gewaschen.

Das Klima ist im Département d'Aboisso durch zwei Regenzeiten gepraegt, einer ersten von Mitte Maerz bis Mitte August sowie einer zweiten von Mitte September bis Ende November. In den Jahren 1995 ? 2002 gab es durchschnittlich 76 Regentage pro Jahr. Das Maximum der Niederschlaege lag in den Monaten Juni und Oktober mit 11,5 und 10 Regentagen. Die jaehrliche Niederschlagsmenge liegt bei durchschnittlich 1.713,96 mm, verteilt auf 9 von 12 Monaten. Das heisst in den Monaten Dezember, Januar und Februar bleibt es trocken. Die Jahresmitteltemperatur liegt im Département d'Aboisso mit 2.070 Sonnenstunden pro Jahr bei 26,5°C.

Die Aufteilung der Côte d'Ivoire in verschiedene Regionen, Départements, Staedte, Kommunen und Distrikte (Abidjan und Yamoussoukro) sowie die dezentralisierte Politik seit dem Jahr 2001 haben zu einer zunehmenden Verstaedterung vieler Ortschaften gefuehrt. Neben einem natuerlichen Staedtewachstum wird diese Entwicklung vor allem durch die Staedteflucht, aus den Doerfern in staedtische Gebiete, vorangetrieben. Landesweit hat sich die Einwohnerzahl in dem Zeitraum von 1921 bis 1998 um das 20fache multipliziert. Das heisst, mit 6.529.138 Einwohnern leben 42,5% der Ivorer im staedtischen und 57,5% im laendlichen Raum. Waehrend dessen sind jedoch noch immer 70% der aktiven Bevoelkerung im Agrarsektor taetig. Im Département d'Aboisso leben 25,95% der Bewohner in Staedten und 74,05% im "milieu rural", auf dem Land.

Infolge der politisch-militaerischen Krise im September 2002 gibt es sowohl auf Landes- als auch auf regionaler Ebene nachhaltige Probleme. Starke Migrationsbewegungen, die (Zer-)Stoerung der Wirtschaft und des Handels, eine hohe Arbeitslosenquote (auch unter gut ausgebildeten jungen Erwachsenen) sowie gravierende Maengel in der Infrastruktur (Wasserversorgung, Elektrizitaet, Strassenbau und -instandhaltung, Wohnungsbau und -sanierung etc.) stellen das Département vor grosse Herausforderungen. So haben bisher nur 51 von 82 Doerfern Zugang zu Strom. Die Wasserversorgung mit 10 Wassertuermen (3 in den Staedten und 7 auf den Doerfern) ist noch immer unzureichend.

Ebenso mangelhaft ist die medizinische Versorgung im Département d'Aboisso. Auf 16.961 Einwohner kommt ein Arzt, die Norm liegt bei 1 zu 2000. Lediglich 1/3 der Erkrankten erhaelt Zugang zu moderner Medizin. Die Gruende dafuer sind vielfaeltig: ungenuegende Sensibilisierung, fehlende finanzielle Mittel (fuer Transport und Medizin), Vertrauen in die traditionelle oder Strassenmedizin. Das hat zur Folge, dass noch immer Menschen aufgrund medizinischer Unterversorgung sterben. Von 1.000 Geburten ueberleben 157 Kinder bis zur Vollendung des 5. Lebensjahres nicht. Die durchschnittliche Lebenserwartung lag im Jahr 1998 bei 50,9 Jahren.

Fuer die Bewaeltigung der angesprochenen Entwicklungsaufgaben sind in den Départements die Conseil Généraux verantwortlich. Im Département d'Aboisso der Conseil Général d'Aboisso. Die Zustaendigkeiten liegen laut dem Gesetz n° 2001-477 du 09 Août 2001 vor allem in den Bereichen: Verwaltung des Départements und Ausstattung des laendlichen Raumes, Infrastruktur und Transport, Schaffung und Verwaltung eines Bildungs- und Sanitaerwesens, Vorantreiben einer wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Entwicklung, oeffentliche Sicherheit, Umweltarbeit sowie oeffentliche Gesundheit. Der Conseil Général ist Bestandteil der neuen dezentralisierten Politik im Land. Er ist das ueberlegende und planende Organ im Département mit seinem Sitz im "chef-lieu" des Départements (Aboisso). Seine conseillers généraux sind fuer einen Zeitraum von 5 Jahren von der oertlichen Bevoelkerung gewaehlt. Darueber hinaus gibt es vom Staat eingesetzte "agents" sowie angestellte Mitarbeiter (Sekretaerinnen etc.).

Von der praktischen Umsetzung her beschreibt ein Mitarbeiter den Conseil Général ? meiner Meinung nach ganz treffend ? als Palais de fous (Palast der Verrueckten). Nach 3 Monaten gibt es fuer uns 2 Freiwilligen noch immer keine Einsatzmoeglichkeit. Unsere Hospitationsphase in den verschiedenen Abteilungen ist beendet, mit ernuechternden Ergebnissen. Entweder waren die Mitarbeiter ueber unser Erscheinen nicht informiert, sie waren selbst nicht anwesend oder es gab keine Arbeit. Eine Zusammenarbeit mit den oertlichen ONGs (Nichtregierungsorganisationen) existiert nicht. Und das urspruenglich vorgesehene "Centre d'écoute" befindet sich noch immer ziemlich erfolglos in der Planungsphase.

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Madlen Janke
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Wurzen
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Alle Reisen von Madlen Janke

Richtung Westafrika ...

Ab Ende August gehe ich für 1 Jahr als Freiwillige in die Côte d'Ivoire. Ich werde im Bereich AIDS-Prävention arbeiten und Alphabetisierungskurse geben. Des Weiteren lebe ich in einer Gastfamilie vor Ort, in der Nähe von Toumodi. Das ist zumindest bisher der Plan. Über weitere Infos verfüge ich noch nicht ... es kann also spannend werden!?