Richtung Westafrika ...
OBRUNI
21.04.2009 |
Die letzten Tage hiess es nicht mehr "la blanche, la blanche", sondern "Obruni, where are you going?". Zu viert, Freiwillige aus der Elfenbeinkueste, sind wir ins englischsprachige Nachbarland Ghana gereist, um dort eine bzw. zwei ereignisreiche Urlaubswoche(n) zu verbringen. Bereits an der Grenze zu Ghana sollte unsere Reise jedoch zum ersten Mal ins Stocken geraten. Niemand von uns hatte an seinen Impfpass gedacht! Das heisst, ohne Nachweis einer Gelbfieberimpfung, keine Einreise ins Land. Aber unsere prall gefuellten Geldbeutel sollten uns helfen und einen entscheidenden Schritt weiterbringen. Wir konnten die Grenze hinter uns lassen und anschliessend ueber Takoradi und Accra nach Koforidua weiterreisen. Unser erstes Etappenziel! In Koforidua haben wir 2 abwechselungsreiche Tage verbracht. Wir waren in den angrenzenden Teakholzwaeldern schweisstreibend wandern, haben den Umbrella-Stone erklommen sowie die in der Trockenzeit wasserarmen Boti-Falls besichtigt. In der Stadt selbst haben wir den beeindruckenden Perlenmarkt besucht und fleissig mit den Haendlern um die viel zu hoch angesetzten Preise gefeilscht.
Am Mittwoch ging es auf teilweise unbefestigten und mit Schlagloechern uebersaeaten Strassen weiter in die Hauptstadt des Landes, nach Accra. Infolge reichlicher Fehlinformationen, permanenten Suchens der Bahnhoefe sowie des voroesterlichen Feiertagsstaus ist mir die 2 Millionen-Einwohner-Stadt eher stressig in Erinnerung geblieben. Ein Vorwaertskommen war sehr schwierig bzw. zeitweise sogar unmoeglich. Stunden haben wir mit dem Warten auf Tro-Tros (Sammeltaxen) sowie mit dem Bewaeltigen der Distanzen verbracht. Das Kennenlernen der Stadt beruhte hauptsaechlich auf nicht immer ganz freiwilligen Stadtrundfahrten mit den oeffentlichen Verkehrsmitteln. Diese Rundfahrten haben uns jedoch einen relativ umfangreichen Einblick ermoeglicht. Das heisst, aus der Ferne konnten wir den ausgepraegten Kontrast von arm und reich wahrnehmen, indem wir sowohl Townships als auch Villenviertel sowie den indisch gepraegten Praesidentenpalast passierten. Insgesamt betrachtet scheint mir das Leben – zumindest das oeffentliche Leben – in Ghana im Vergleich zu dem in der Elfenbeinkueste entwickelter, dynamischer und in jedem Fall aufgeraeumter. Ghana hat bei Weitem nicht die Muellprobleme wie sie hier vor Ort herrschen. Oeffentliche Einrichtungen sind gepflegter und dementsprechend repraesentativer. Infrastrukturell ist das Land staerker ausgebaut und touristisch eindeutig belebter. Aber das duerfte bei der Geschichte der Elfenbeinkueste in den letzten Jahren auch nicht verwundern. Vielleicht sind die Strukturen in der CdI sogar vorhanden, werden aber vernachlaessigt. Ein Urteil an dieser Stelle ist schwierig.
Nachdem wir am Freitag die Hauptstadt verlassen haben, steuerten wir nun zielstrebig das Meer und das kleine britisch-kolonialgepraegte Fischerstaedtchen Cape Coast an. Egg-Bread gestaerkt haben wir dieses am Samstag mit seiner Sklavenburg, dem weiten Horizont sowie den vielen Fischern und traditionellen Handwerksszenen fuer uns entdeckt … kochende und waschende Frauen, Netze flickende Maenner, spielende Kinder, oesterlich gelb gefaerbte Huehner und mittendrin zahlreiche andere Tiere!
Den Folgetag und die Nacht haben wir in den Waeldern des Kakum National Park verbracht. Das heisst, nachdem wir tagsueber mit all unserem Gepaeck auf den hoechsten Punkt des Waldes gewandert, geklettert und gekraxelt sind (vorbildlich in Flip Flops), den Haengebrueckenwalk in den tropischen Baumwipfeln absolviert haben, lauschten wir am Abend vor den Zelten den Geschichten und Berichten unseres guides. Von den seinerseits vorgestellten Tieren, Affen, Leoparden, Antilopen, Waldelefanten etc., haben wir auf unserem nightwalk gegen 3.00 Uhr frueh am Morgen natuerlich nichts gesehen. Dafuer ist die Gegend zu stark frequentiert, von Touristen und Holzfaellern wie wir am naechsten Morgen unueberhoerbar feststellen durften. Bezueglich der Holzfaeller bleibt wirklich zu hoffen, dass diese einzigartige Vegetation nicht eines Tages ganz zerstoert wird und verschwindet. Auch wenn ich vielleicht nicht von der Begegnung mit grossen, wilden Tieren berichten kann, so doch von riesigen Baeumen, von sonderbaren Gewaechsen, von edlen Schlangen, von Ameisenstrassen, die nachdem ich sie durchwandert habe, schmerzhafte Ameisenpfade auf meinen Koerper gebildet haben, sowie von wunderschoenen, bunten Schmetterlingen.
Zum Abschluss unserer Reise wollten wir noch ein paar Strandtage geniessen. Unweit von Takoradi haben wir uns in der Green Turtle Lodge mit sauberen Strand, zwangloser Atmosphaere und gutem Essen niedergelassen. 2 Tage konnte ich mit Spaziergaengen, Schwimmen und faul am Strand liegen verbringen, dann hiess es fuer mich Abschied nehmen, denn die Arbeit rief. Vorbei an geldsuchenden Taxifahrern, an Grenzkontrollen sowie likoerschluerfenden Polizisten bin ich nun seit einigen Tagen wieder in Aboisso. Dazu aber mehr … beim naechsten Mal!
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- Name
- Madlen Janke
- Alter
- 30
- Ort
- Wurzen
- Webseite
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Richtung Westafrika ...
Ab Ende August gehe ich für 1 Jahr als Freiwillige in die Côte d'Ivoire. Ich werde im Bereich AIDS-Prävention arbeiten und Alphabetisierungskurse geben. Des Weiteren lebe ich in einer Gastfamilie vor Ort, in der Nähe von Toumodi. Das ist zumindest bisher der Plan. Über weitere Infos verfüge ich noch nicht ... es kann also spannend werden!?


































Hallöchen liebe Madl,
ich kann mich nur anschließen, dass Du echt fantastisch aussiehst endlich mal ein paar Fotos ;-)
- und trotz der "chaotischen" Arbeitssituation hast Du mit Sicherheit die richtige Entscheidung getroffen an die Elfenbeinküste zu gehen und Afrika auf eine Art und Weise kennenzuleren, wie kaum jemand die Chance dazu hat oder ergreift...
;-)
Deine Jenny
sagte Jenny am 08.05.2009 um 10:37 Uhr #