




Weltreise
Kia Ora - Willkommen!
24.12.2005 |
Jaaa, da! Ich kann’s endlich sehen! Neuseeland! Etwas später kreist mein Flieger über eine filmreife Kulisse. Sanfte giftgrüne Hügel, türkisfarbenes Wasser, die Sonne strahlt, riesige weiße Wolken ziehen am Himmel entlang und werfen Schatten um die kräftigen Farben etwas zu besänftigen. Fasziniert starre ich aus dem kleinen Flugzeugfenster und will gerade ganz begeistert das Mädel neben mir auf den tollen Ausblick aufmerksam machen. Die Neuseeländerin ist aber gerade eingeschlafen.
Am Flughafen erwartet mich Familie McIntyre: Elspeth, John und Jenna. Wie bei vielen Neuseeländern lässt auch ihr Nachname auf die schottischen Vorfahren, die um 1840 hierher ausgewandert sind, zurückschließen. Wir sausen durch die Stadt auf einen Hügel im Zentrum zu. Auckland selbst ist keine Schönheit. In den 60ern und 70ern wollte man mit dem altem, konservativem „Krempel“ nichts mehr zu tun haben. Alte Gebäude wurden durch „moderne“ ersetzt. Kästen in unattraktiven Farben reihen sich aneinander. Um so überraschter bin ich, als wir schließlich den angesteuerten Hügel, Mt. Eden, erreichen. Er ist einer der vielen Vulkane, die das Landschaftsbild der größten Neuseeländischen Stadt prägen. Zwischen Schafen und Kühen bahnen wir uns einen Weg hoch auf die Spitze des Berges. Von dort oben haben wir einen wunderbaren Blick auf die für hiesige Verhältnisse riesige Ausdehnung Aucklands.
Das bleibt aber nicht die einzige Ausdehnung über die ich in Neuseeland staune. Wenige Tage nach meiner Ankunft nehmen mich McIntyres mit in den Norden zum Waipoua Kauriwald. Kauribäume sind die zweitgrößten Bäume weltweit. Ich stehe vor einem Baum aus dem man locker einen Leuchtturm schnitzen könnte. Umfang: 16,41 m. Dieser Baum ist schätzungsweise 80 mal älter als ich. Da der Vulkan Taupo vor ca. 2000 Jahren explodiert ist und die komplette Nordinsel verwüstet hat, gibt es nichts älteres in diesem Teil Neuseelands.
Auf unserer Tour werden wir von Stephen Pern begleitet. Der 58-jährige Engländer ist gerade dabei Neuseeland von Nord nach Süd zu durchqueren – zu Fuß!
Er hat den 90 Meilenstrand hinter sich gebracht und sich dort ein paar Blasen geholt. Das mit den Blasen ist ihm seit Jahrzehnten nicht passiert, nicht mal bei der Durchquerung Nordamerikas. Und auch nicht letzten Sommer, als er eigentlich nur einen kurzen Spaziergang machen wollte und dann doch durch ganz Großbritannien gelaufen ist.
Nach einer Woche Allinclusive bei meiner lieben Gastfamilie muss ich mich doch trennen und weiterreisen. Mit einem Hop-on Hop-off Busticket in der Tasche mache ich mich noch mal in den Norden, diesmal nach Pahia in der "Bay of Islands". Elias und ich paddeln per Kajak von Inselchen zu Inselchen und letztendlich in eine Mangrovenlandschaft, wo wir aufgrund des niedrigen Wasserstandes stecken bleiben. Mutig steckt Elias sein langes Schwedenbein den Luftwurzeln entgegen in die braune Masse, um uns vorwärtszustaksen. Der Untergrund ist aber zu wässrig und weich um Halt zu finden. Wir sind froh nicht in Australien zu sein denn dort würden zwischen den ganzen Wurzeln garantiert ein paar Krokomäuse lauern. Ein paar Minuten später merken wir, dass die Flut schon wieder eingesetzt hat. Faul lassen wir uns nach den zwei Stunden Oberarmtraining weiter in die Mangroven treiben, bevor wir zurück in die "Bucht der Inseln" paddeln.
Ein paar Strände weiter auf der Coromandel-Landzunge buddele ich mit einem Holländer eine große Wanne in den Strand, die sich ruckzuck mit heißem Wasser aus dem Untergrund füllt. An der Hot Water Beach befindet sich eine Thermalquelle. Wir liegen in unserer selbstgebastelten Pfuetze, lassen uns die Sonne auf den Bauch scheinen, lauschen dem Rauschen und blicken aufs Meer.
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- Name
- Corinna Lücke
- Alter
- 27
- Ort
- Hamburg
- Webseite
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Weltreise
Was mich erwartet? Ist ja wohl klar:
Höfliche und zurückhaltende, kamerabestückte Japaner, surfende Aussies, schafzüchtende Neuseeländer in der Kulisse von „Mittelerde“ und feurige, tangotanzende Südamerikaner.
In meinen Berichten werdet ihr sehen, ob mein klischeebestücktes Weltbild zusammenbricht oder nicht und die Metamorphose einer Bratwurst mit Sauerkraut essenden Deutschen zur Globetrotterin beobachten können.



