SpanienCamino de Santiago

mein camino de santiago tag 11 bis 20

06.12.2007 |

tag 11 10.10.07

heute laufe ich um 9.30h los. um 8.30h waren schon alle weg. muss mich entscheiden: womo zur bushaltestelle fahren und an der nationalstr. nach burgos? nein danke. womo stehen lassen und heute abend wieder 6km laufen? auch blöd. da aber der schönerer weg von hier nach burgos geht (ohne nationalstr.) lasse ich das womo stehen und mache mir über die 6km heute abend gedanken. die strecke ist schön, gute entscheidung. auf dem weg treffen wir auf eine schafherde, die gerade unseren weg kreuzt. da ich die hiertenhunde nicht reizen will, bleibe ich mit dem diggen stehen und beobachte das schauspiel. bis auf 5m kommen die schafe an uns vorbei. der digge schaut ganz gespannt. am nächsten ort warten 4 perros auf uns. halte einen stock hinter krümel (damit es von hinten keine überraschung gibt) und den anderen in die luft. da die wohl schon mal alle einen stock gespürt haben, lassen sie uns in ruhe. um 12.30h pause (orbaneja) um 13h weiter. es gab 1/4 omlet und eine coke. di strecke musste jetzt eigentlich über eine autobahnbrücke gehen und dann ab dem nächsten ort an der nationalstr. weiter. die wegzeichen ändern sich. anstatt gelbe pfeile – weißgelbe striche. in ein waldgebiet rein. da meine karten älter sind, vielleicht ein neuer, schönerer weg? mal schaun. folge den zeichen aber mein innerer kompass (und die sonne) sagen mir, dass wir zurück laufen. da es ein wunderschönes waldgebiet mit graswegen ist, entschließe ich mich den zeichen zu vertrauen. nach 2h war ich wieder an der stelle, wo ich vor 2 1/2h pause gemacht habe. das waren also 8km schnitzeljagt auf spanisch. das war aber so schön, ich würde die strecke wieder laufen. ich habe sogar einen fuchs gesehen, nur 10m von mir weg ist der ins unterholz gelaufen (der digge zum glück nicht). nun haben wir es aber mittlerweile 16h und ich bin da wo ich um 12.30h war. also weiter nach burgos und hoffen das ich jetzt den richtigen weg finde… nach burgos sind es noch 8km, die autobahnbrücke habe ich jetzt gefunden. ab jetzt wird es wieder ungemüdlich, umweg wegen einer baustelle und dann durchs industiegebiet. in burgos stadt (18h) bin ich völlig fertig. frage nach dem weg zur herberge – noch mal 5km am ende der stadt. kann nicht mehr, aber muss mich beeilen , habe das ungute gefühlt das der letzte bus um 19.45h fährt. ne pizza für auf dem weg, ohne essen will ich heute nicht ins bett. um 19.50h erreiche ich die herberge. krümel parken, kann mit dem stadtbus die 5km wieder rein fahren – zum busbahnhof. ein informatikstudent nimmt mich auf seiner buskarte mit. ich rede englisch, er spanisch, wie so oft in letzter zeit, kann aber den aussagen immer besser folgen. um 20.15h bin ich beim busbahnhof, der letzte überlandbus ist um 19.45h gefahren. frage nach einem stadtbus bis zur stadtgrenze (nationalstr.) will trampen. haltestelle ist 2 straßen weiter, der 1. bus fährt mir vor der nase weg (trotz rennen). die bushaltestelle ist 250m lang und mein bus hält nur kurz am ende. warte auf den nächsten. um 21.15h bin ich am stadtrand, der anfang vom industriegebiet. keine chance zu trampen. um 22h macht die herberge zu. also taxi :( frage nun vorher nach dem preis, der taxifahrer macht diesmal sogar den taxameter an. 20? für die gleiche strecke, wo der andere taxifahrer mich abgezockt hat (oder doch perroaufpreis?).heute ist es mir das wert. um 22h bin ich in burgos, doch brauche ohne stadtplan eine 3/4h bis ich die herberge finde. der digge ist noch da – alles wird gut. morgen bleibe ich einen tag hier.

fazit des tages: 10 1/2h – über 40km (das macht die gebirgsjägerin jeden tag – respekt)

liebe grüße an alle und heute besonders an nadine und tam, drücke euch ganz doll…

tag 12 11.10.07

bis 9.30h geschlafen, kurz in richtung burgos – postkarten, für die die kein email haben, gekauft (postkarten gibt es im schreibwarenhandel, briefmarken im tabakladen). bis 14h vor der herberge gewartet und erstmal geduscht. dann bin ich mit dem womo in burgos umhergefahren (beine erholen und supermarkt finden, die günstigen sind meist ausserhalb der städte). habe einen lidl gefunden (aldi war zwar auch beworben, habe ich aber nicht gefunden). dann noch ein einkaufszentrum wo es "mcdoof" gibt. während ich den hamburger inhaliere, sehe ich einen dönerladen, der erste seit dem ich von zu hause weg bin. aber mehr geht leider nicht. in der herberge noch ein bisschen mailen und dann um 21h ins bett.

fazit des tages: selbst die wahl der unterhosen muss mit bedacht erfolgen, habe mir gestern von den nähten druck und schürfstellen geholt. selbst ein schlüssel in der hose kann scheuern. der tag pause hat gut getan.

drücke euch und heute besonders rené und martina (die einladung zum grillen steht immer noch, habe immer noch nicht eure bilder von der hochzeit gesehen…:-)

tag 13 12.10.07

jaenette & marcus heiraten heute, bin in gedanken heute bei den beiden. ein tolles paar, sehr hilfsbereit. wuensche von hier aus alles liebe… 9.30h los, heute wieder mit marschverpflegung (war ja beim supermarkt), die etape soll heute 38,3km gehen, mal sehen wie viel ich davon mache. als ich los laufe sind es 11grad aber wolkenlos. nach einer stunde schon kann ich die thermohose und den pulli ausziehen, die sonne hat kraft aber der wind ist sehr kalt. weit und breit keine nationalstr. , so habe ich mir das vorgestellt. mache kaum pausen, viele kleine ortschaften. als ich mir die karte ansehe, ist beim etapenziel die nationalstr. 20km entfernt. nationalstr. = bus. das kann ja was werden. muss also auf jeden fall die etape laufen und darf nicht zu spaet ankommen. bloed, jetzt schon wieder diese zeit im nacken. 9km vorm etapenziel komme ich nach hontanas. mein bentley steuert hontanas entgegen. der kies von der strasse knierscht unter den reifen. die beretta liegt mit sielberkugeln geladen auf dem beifahrersitz, mein silberkreutz haengt mir sichtbar vor der brust. im yard wurde ich informiert, dass sich hier der daemon verstecken soll. sorry, bin vom thema abgekommen (das war ein insider fuer die uschy:). groggy komme ich um 19h in castrojeriz an. ich steuere einen camping an, um den diggen zu parken. hier erfahre ich, dass nur einmal am tag ein bus nach burgos faehrt. morgens um 8h. eine 3/4h wird nach einer loesung gesucht. die ganze familie vom camping beratschlagt: hier bleiben, der digge kann sogar mit drinnen schlafen (hatten selber einen hund), habe aber keinen schlafsack dabei und nach kurzem ueberlegen finden die pilger das mit dem hund dann wohl doch nicht so toll. koennte ja fuer 25? in einem wohnwagen schlafen. ich raeume ein, dass ein taxi nach burgos wohl nur 30? kosten wuerde, also nur 5? mehr. sie entgegnen mir, dass ein taxi mind. 50? kostet, der besitzer mich aber fuer 30 fahren wuerde. gebongt, so wird es gemacht. um 19.50h fahren wir also nach burgos. 40min. fahrt. wieder zurueck lade ich den besitzer auf ein bier ein. er heisst gabriel. die freundin vom seinem sohn kann als einzige englisch und uebersetzt viel. es kommt eine richtige familiaere stimmung auf. er zeigt mir bilder von seinem verstorbenen hund (ihm stehen die traenen in den augen) und wo auf dem hof er begraben liegt. das kann ich toppen. das erste mal seit ich unterwegs bin, zeige ich sandras bild und erzaehle was passiert ist. grosse betroffenheit, ploetzlich bin ich zum abendessen eingelanden (omlett). so habe ich das nicht gewollt. wollte mir doch keinen vorteil erschleichen. um 23h bin ich duschen gegangen, letzte runde mit dem diggen und dann ab ins bett. ach ja, am naechsten etappenziel faehrt auch kein bus, gabriel hat mir angeboten mich mit dem diggen abzuholen…

fazit des tages: 9 1/2h – knapp 39km, muss wieder an die gebierksjaegerin denken . wenn ich mir ein schild umhaengen wuerde "trauernder pilger" wuerde ich warscheinlich viel mehr annehmlichkeiten erfahren. das bild was ich dann aber von den leuten haette, waere aber verfaelscht. das mit sandra werde ich auf dem weg auch weiter fuer mich behalten. es ist doch etwas sehr persoenliches und es soll auch keine mitleidspilgertour werden.

habe euch alle lieb und heute natuerlich besonders unser brautpaar marcus und jaenette, ich hoffe ihr konntet den tag geniessen. ein dicker knutscher aus spanien

tag 14 13.10.07

die haben hier auf dem camping internet dsl wlan, supi, ich kann mein lappi wieder einsetzen. vielleicht kann ich ja auch bei google/picasa meine bilder hochladen. bis um 11h daddel ich am lappi rum und muss dann aber los. muss unbedingt noch eine loesung fuer das womo finden. bin hier nicht hergekommen um taxi zu fahren. habe jetzt schon mehr als 100? fuer den ruecktransport ausgegeben. wenn das so weitergeht kommen noch mal 500 dazu. so habe ich mir das nicht vorgestellt. bin zu geizig mein geld fuer taxifahren auszugeben. bin noch in voller wintermontur losgelaufen (hochnebel), nach einer halben stunde konnte ich aber schon wieder auf sommer umstellen. ein berg tat sein uebriges (schwitz). um 14.30h erste pause, ca. halbe etape geschafft. um 15.30h weiter. die strecke ist schoen zu laufen. die sonne beisst und es weht eine frische briese. die landschaft besteht aus abgeernteten huegeligen getreidefeldern. von den bauern mit schweren geraet schon zum teil umgepfluegt. zwischen den ortschaften keine haeuser, kaum baeume. der weg besteht zum groessten teil aus einer grob bis feinen kiespiste, eas aber angenehmer zu laufen ist, als auf asphalt. um kurz nach 19h war ich in fromista. die letzten 4km ging es einen kanal entlang. in der herberge wurde ich von dem herbergsdrachen gleich mit "no perro" barsch angefahren. sie sprach kein englisch und hatte auch keine lust mich zu verstehen. wie mache ich ihr jetzt klar, dass ich noch ein ass im aermel habe und nur abgeholt werden moechte? sie wollte mir einen stempel geben und mich schnell wieder los werden. von ihr will ich aber keinen stempel. da sie mich gnadenlos unfreundlich auf spanisch zu textet, antworte ich nun auf deutsch mit meinem schoensten sonntagslaecheln, dass sie nun die unfreundlichste spanierin sei, die ich kenne (ein deutscher der das mitbekommen hat, freute sich, er kam auch nicht mit ihr klar). wie das muenztelefon in der herberge funktioniert konnte/wollte sie mir auch nicht sagen. also habe ich noch freundlich gegruesst , bin dann von dannen gezogen und habe mir eine telefonzelle gesucht. hier bleibe ich nicht, schlafe ich lieber noch eine nacht auf dem camping und fahre morgen mit dem womo zum parken hier zurueck. um 20h war gabriel da, um mich und kruemel abzuholen. auf dem camping zurueck habe ich mir erstmal was zum essen bestellt (bin abends zu groggi, um mir noch was zu kochen). haenchenschnitzel mit pommes, seit wochen mal wieder eine vernuenftige nahrung :) fuers abholen (der rueckweg hat wegen einer umleitung 40min gedauert) hat gabriel nur 20? genommen. misschung aus geschaeftssinn und anteinahme. bin aber sehr dankbar, dass er das ueberhaupt gemacht hat. nach dem essen bin ich duschen. der digge sass die ganze zeit drinnen, vor der kueche und wurde laufend mit nudeln, pommes, kaese und schinken gefuettert. nach dem duschen war nur noch die familie in der gaststube. der sohn ist heute 24 geworden und ich wurde noch auf ein glass vodkalemon und geburtstagstorte eingeladen (fuer das essen brauchte ich auch nichts bezahlen, nur das camping und das bier was ich wieder fuer das abholen ausgegeben habe). cool, sitze im kleinen kreise der familie und feier einen geburtstag. um 23h war ich aber so groggi, dass ich ins bett musste.

fazit des tages: 8h – 25km, habe den ganzen tag ueberlegt, wie es weiter gehen soll. noch hilft mir gabriel, aber was ist morgen?

ganz liebe grusse an alle, heute besonders an tajo. hoffe du hast das zeltlager gut ueberstanden :-)

tag 15 14.10.07

heute ist sonntag, habe ueberhaupt kein zeitgefuehl mehr. vor 14 tagen bin ich das erste mal aufgebrochen. stehe heute zum ersten mal um 9h auf. busse fahren sonntags noch seltener. bin ueberhaupt nicht motiviert. fruehstuecke, gehe mit dem hund und mache mich abfahrbereit. riesige abschiedszehne, die ganze familie versammelt sich zum gruppenfoto. der abschied ist herzzereissend. fahre um 11h los. weiss immer noch nicht wie es weiter gehen soll. fahre nach fromista, fahre weiter nach carrion de los condes (naechstes etappenziel) und ueberlege dort mein fahrrad abzustellen, mit dem womo wieder zurueck nach fromista, nach carrion zu laufen und mit dem fahrrad dann das womo zu holen (20km). fahre die strecke erstmal mit dem womo, der camino laeuft direkt an der landstrasse, die ich befahre. bloed alles schon einmal zu sehen, bloede strecke. um 12h sitze ich nun im womo vorm camping von carrion und weiss nicht was ich machen soll. einfache dinge wie nach dem busfahrzeiten zu fragen, sind fuer mich fast unloesbar. hund und womo sind einfach zu viel fuer den camino. mit dem fahrrad die strecke jedes mal zurueck ist auch nicht immer moeglich. was ist nun wenn ich eine panne habe und der digge wartet? selbst die, die mit moutenbikes unterwegs sind, mussten schon etliche male pflicken – ich habe nur ein tourenrad. 13h ich sitze immer noch vorm camping und weiss nicht weiter… 14h, ich fahre auf dem camping, mache mir ein pfannenallerlei. ich mache mir nur stress, das kann nicht mein camino sein. morgen habe ich wieder eine 40km etape vor mir (die 20 von heute schenke ich mir). muss mich mental befreien. setze mich selber einen druck aus der alles kaputt macht. werde mir jetzt selber einen etar von 600? fuer taxi einraeumen (schmerz) und mich nicht mehr unter zeitdruck setzen. mehr pausen machen, mal in den pausen was lesen, sehen wie weit ich komme und dann mit dem taxi zurueck. wenns passt mit dem bus, wenn nicht, dann ist das halt so. wenn ich den camino weiter will, ist das die einzigste (fuer mich ersichtliche) loesung… warum ich wegen dem geld immer so rumjammere? ich habe jetzt noch einen betrag x. wenn das geld aufgebraucht ist, muss ich mich wieder der realitaet stellen und einem geregelten leben nachgehen. diesen zeitpunkt moechte ich so weit es geht hinauszoegern. ob ich mit fotografieren geld verdinen kann, weiss ich noch nicht. solange die ungewissheit da ist, will ich mein geld ungerne fuer dinge wie taxi ausgeben. keine ahnung ob das jemand nachvollziehen kann… habe mich jetzt ein wenig beruigt. nach dem essen habe ich mich hingesetzt und angefangen das buch zu lesen, welches mir maike mit auf dem weg gegeben hat. paulo coelho "auf dem jakobsweg". bin dann noch durch carrion geschlaendert und habe endlich mal in ruhe bilder gemacht. bis jetzt habe ich viel zu wenig bilder gemacht, immer die zeit im nacken. anhalten und rucksack abnehmen, dass kostet zeit die ich nicht hatte. die zeit werde ich mir jetzt nehmen. ich wollte mir so viel zeit nehmen wie ich brauche. der digge schlaeft normaler weise tagsueber ein paar stunden. ich wollte mit dem diggen pause machen, wo wir beide uns erholen koennen. ist nie was draus geworden. drueckt mir die daumen, dass ich die erkenntnis jetzt in die tat umsetze.

fazit des tages: 60km mit dem womo zum naechsten etappenziel, 40 da von gelaufen, 20 geschenkt. muss meine einstellung aendern…

knuddel und druecke euch alle, heute besonders britta und jens. freue mich schon auf die naechste horrornacht mit euch und maren und bjoern, wann immer die auch sein wird :)

tag 16 15.10.07

um 10h bin ich vom camping aufgebrochen. um 14.30h bin ich meine ersten 16km gelaufen. mache jetzt meine 2. pause. der digge schlaeft und ich werde gleich mein buch weiter lesen. habe eben eine herberge mit pool entdeckt. das waere doch mal was :) um 17.30h habe ich meine 25km erreicht (terradillos de templarios), mehr muss nicht sein. den letzten bus habe ich um eine halbe stunde verpasst. also taxi fahren, will mich ja nicht mehr aergern. die herberge hat neu eroeffnet, entschliesse mich hier ein pilgermenue einzunehemen. mache den besitzern das angebot, die herberge aus der luft zu fotografieren. verdiene mir so mein erstes abendbrot, den stellplatz und ein fruehstueck. rufe abends noch die mails ab, zum schreiben reicht es nicht, jeder hat hier nur 20min. internet.

fazit des tages: 7 1/2h – 25km, es ist jetzt viel entspannter, mache mehr bilder und goenne mir mehr pause. der weg ist das ziel, nicht das erreichen von santiago de compostela…

druecke euch und heute ganz besonders annemarie und zottel, hoffe maren gruesst euch von mir…

tag 17 16.10.07

mein erster offizieller auftrag. baue mein hochstativ auf, der herbergsvater ist sehr interessiert und hilft wo er kann. die wollen das bild als poster vergroessern und in der herberge aufhaengen. die herbergsmutter will immer meine firma haben? wie sich herausstellt, ist das meine unterschrift, die soll mit auf das bild. habe meine email hinterlassen, vielleicht schicken die mir ja ein bild davon. neben den pilgerfruehstueck (kekse, die spanier verstehen es fruehstueck zu machen:), gab es jetzt vom herbergsvater ein 2tes mit schinken, kaese, baguette und rotwein (aha, so fruehstuecken dann die spanier wenn keiner guckt:). um 11.30h laufe ich los. tomy, ein programmierer aus stuttgart moechte heute mit mir zusammen laufen. lasse sein rucksack im womo, er ist fusskrank. wir unterhalten uns die 22km tagesstrecke ueber got und die welt. auch mal interessant den ganzen tag zu quatschen. abends vergesse ich meine stocker als ich auf die karte geschaut habe. als ich spaeter mit dem womo nachschaue, sind sie leider schon weg (erfreut sich jetzt jemand anderes dran :) muss mir jetzt einen stock suchen, um die perros zu vertreiben. abends gibt es in der herberge der gemeinde (bercianos del real camino) nudeln, salat und melone (gegen eine kleine spende). wir sitzen zu 12 aus 7 nationen zusammen, anschliessend wird noch zusammen der abwasch gemacht. als ich ins bett will, sperre ich mich aus dem womo aus. schluessel liegt auf dem beifahrersitz und alle tueren sind zu… schaffe es nach 1 1/2h ueber ein seitenfenster aus kunstoff wieder ins womo zu gelangen. glueck gehabt, brauchte nichts kaputt machen.

fazit des tages: 7 1/2 – 22km, habe heute von tomy gelernt, dass die sachen die wir besitzen nicht wir kaufen oder erwerben, sondern die dinge uns finden. und wenn es an der zeit ist, werden die dinge uns wieder verlassen. hilft mir ein wenig ueber den verlust meiner neuen stocker hinweg zu kommen.

gruesse alle ganz herzlich und heute besonders markus und tarik ohne die ich so manche drucksache nicht haette verwirklichen koennen, mal sehen ob wir auch meinen 40. zusammen feiern :)

tag 18 17.10.07

heute sind wir um kurz vor 10h aufgebrochen. die erste halbe stunde noch mit tomy zusammen, wir haben uns witze erzaehlt, dann wieder jeder in seinem eigenem tempo. die strecke war in 10, 12,5 und 6,5km aufgeteilt (da gab es jeweils ortschaften). 10 und 12km am stueck ohne ablenkung sind sehr oede zu laufen (12km = 3h). der digge hat sich einen steinsplitter in die pfote getreten und ist jetzt verletzt. provisorisch werde ich das mit einem hundeschuh schuetzen und dann noch bis leon mit ihm laufen. dann ist erstmal pause angesagt, dass muss heilen. insgesammt ist der digge an seine grenze gekommen. die pfoten sind schon sehr beansprucht. um 19h haben wir unser etappenziel erreicht "mansilla de las mulas". der herbergsvater spricht deutsch, da hier kein bus faehrt, ruft er mir ein taxi. der digge darf hier warten (sogar im haushof, wo die anderen sitzen und essen, ein oesterreicher passt auf, das der digge nicht mit chips gefuettert wird :) noch duschen, ne dose thunfischsalat vom lidl (bin zu groggi um mir noch was zu kochen – 21h) und dann ins womobettchen.

fazit des tages: 9h = 28km, ein tag noch, dann braucht der digge ne pause…

gruesse alle ganz lieb, heute besonders gabi, habe heute per sms erfahren das sie sich von ihrem spiki (hund, 5 jahre alt) trennen musste. macht gerade eine scheidung durch und konnte ihn nicht alleine, neben dem arbeiten, halten. ich leide mit ihr. wir haben uns vor 5 jahren durch die hunde kennen gelernt und sind schon viele heitere stunden zusammen spazieren gewesen.

tag 19 18.10.07

bis um 9h geschlafen. da die geschäfte erst um 10h öffnen und ich keine milch mehr habe muss ich zeit schinden. alle anderen waren schon um 8h aus der herberge und laufen los. heute sind es nur 17km bis leon, der provinzhauptstadt. der digge schleppt sich. der schuh ist nur eine notlösung, die pfote muss heilen. mache mittags erst mal ordentlich pause. tomy hat mich eingeholt. schnacken kurz, bin dann aber weiter (bin schon bei fast 1 1/2h pause). um17h kommen wir in leon an. die herberge ist in einer alten schule im 2. stock. keine chance den diggen hier zu parken. gehe erstmal weiter und entdecke mcdoof. suche dann noch 2h eine weitere herberge. frage einen spanier nach dem weg. da knuddelt eine junge spanierin den diggen und will auch helfen. sie kennt den weg, wir gehen ein stückzusammen aber wieder in richtung alte schule. ich erzähle ihr, wie ich mit dem womo nachreise,weil ich mit dem diggen nicht unterkomme. sie bietet mir an auf den diggen zu achten. sie wartet eh auf ihren freund der gleich von der arbeit kommt. wir tauschen die handynummern (ich lasse mich von ihr anrufen). sie bittet mich aber, so etwas ie wieder in spanien zu machen. es werden hier hunde aus dem park gestohlen und für hundekämpfe missbraucht. sie ruft mir ein taxi. in einer stunde soll ich sie hier wieder treffen. der taxifahrer macht nach 6,90? den taxameter aus und kassiert am ende 20? für 17km (eigentlich, so habe ich gelernt, kostet taxi ca. 1? je km – bin halt ausgeliefert und will mich ja auch nicht mehr ärgern). nach 50min. bin ich am vereinbarten treffpunkt. die spanierin wartet wie vereinbart mit krümel und ihrem freund auf mich und bittet mich noch einmal eindringlich so etwas nie wieder zu machen. ihre eltern haben lange in der schweiz gelebt und ihre mutter spricht wohl sehr gut deutsch. sie gibt mir noch die adresse von ihren eltern und ich kann ja da vorbeifahren und meine wäsche waschen. ich entgegne, sie möge doch erst mal fragen, ob ihrer mutter das recht ist. dann noch die frage wo ich schlafe. möchte eigentlich auf einem camping und mit dem diggen ein paar tage ausspannen. wie ich erfahre, gibt es aber keinen in leon. ich soll ihr und ihrem freund hinterherfahren. sie bringen mich zur herberge und zeigen mir einen parkplatz direkt vor der polizeistation. hier könnte ich gut stehen. bedanke mich vielmals und mache mich dann doch noch auf dem weg einen camping zu suchen. hier kann ich doch nicht die nächsten tage stehen und auf krümels genesung warten. bis um 22h suche ich nun einen camping, den einzigen den ich finde (2km vor leon) hat schon winterpause. um 22.30h stehe ich wieder vor der polizeistation, na dann!

fazit des tages: 8 1/2h = 21km, auch wenn es ein risiko war, habe doch die beste lösung fürs krümelparken gefunden. werde aber ihre bitte beherzigen.

ein dicken knutscher an alle und einen besonders dicken für andré

tag 20 19.10.07

2 jahre und 7 monatstag, hoffe wolfgang, anke oder oma legen heute für
mich eine rote rose auf das grab von sandra… ich liebe dich mein
engel.

hundepause, der digge kommt nur zum gassi gehen aus dem womo und
schläft somit den ganzen tag. ich schaue mir mit tomy leon an.
überlege ob ich mal in die sauna gehen soll, habe jetzt ja zeit.
internet, wäschewaschen (die herberge hat eine waschmaschine und
trockner) und abends noch mit tomy in ein center zum essen.

fazit des tages: mal schauen wann der digge wieder fit ist…

schöne grüsse aus leon und heute einen besonderen gruss an elke und
ihrem neuen hund, habe gar nicht nach dem namen vom hund gefragt oder
bei meinem schlechten namensgedächtnis schon wieder vergessen. wie
heißt den der kleine racker und kommt ihr gutklar… ;-)

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Maik
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Name
Maik Christiani
Alter
38
Ort
28832 Achim
Webseite
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Alle Reisen von Maik Christiani

Camino de Santiago

Bin mit meinem Hund Krümel von Pamplona nach Santiago de Comostila gelaufen. 700 km die ich in Wort und Bild festgehalten habe.