Camino de Santiago
mein camino de santiago tag 1 bis 10
05.12.2007 |
Vorwort: Da ja dieses Jahr über 100 Tausend den Jakobsweg gelaufen sind (denke mal dank Harpe) ist meine Geschichte nur eine von vielen. Jeder der den Weg gelaufen ist, könnte hier seine eigene interessante Geschichte wiedergeben. Warum ich trotz dem meine Geschichte hier hervorheben möchte: ich bin gemeinsam mit meinem Hund Krümel (der digge), einem 6 Jahre alten Golden Retriever, den Camino gelaufen. Da auf dem Weg oft die Frage gestellt wird, welches der persönliche Grund für den Camino ist, möchte ich euch auch das nicht vorenthalten: vor einem halben Jahr habe ich meine Freundin an den Krebs verloren. Um das alles verarbeiten zu können, habe ich mir ein Wohnmobil gekauft und bin nach Spanien aufgebrochen. Um meine Freunde auf dem laufenden zu halten habe ich ein Tagebuch geführt und per eMail so immer einen Bericht nach Hause gesendet. Wünsche euch viel Spaß beim Lesen…
hallo liebe liebenden,
nach 5 tagen sind der digge und meiner einer in mendigorria angekommen. in ca. 6 kilometern beginnt der jakobsweg (habe mich für den einstig puente la reina entschieden, weiter oben habe ich nichts gefunden und bin nur wie blöd durch die gegend gefahren). dann sind es nur noch ca. 720 kilometer… (20 kilometer bin ich den jakobsweg schon mit dem womo gefahren, aber das zählt ja nicht. habe mein wohnmobil bei einem campingplatz abgestellt und erst mal für 2 monate im vorraus bezahlt. habe vor die offizielle route zu laufen und dann an der küste zurück (ja ein schnacker, bin noch nicht mal einen kilometer gelaufen….) habe heute einen angefahrenen dachs (oder so) in der grösse von krümel gesehen… muss mir unbedingt noch cs-gas kaufen. sitze gerade in einem internetraum vom campingplatz (stunde 4 euro). als der mir den raum gezeigt hat, fragte er ob ich weiss wie das geht, ich sagte ja und dann war die tür zu. der witz, da war noch nicht mal ein pc… hatte aber eh mein lappy dabei und habe einfach das lan kabel an den lappy angeschlossen. mal sehen was der gleich nehmen will, wenn da kein pc steht… der raum ist kalt, draussen sind es ca. 22 grad, mal sehen wie es hier nachts ist… morgen beginnt also unser camino de santiago so das soll erstmal reichen, mir geht es gut (noch) und ich bin gespannt wann ich euch wieder berichten kann, bis dahin fühlt euch gedrückt…
tag 1 30.9.07
ja, ich bin endlich los gelaufen. mein womo habe ich mit ca. 14.000 km gekauft, jetzt hat es nach ca. vier wochen über 19.000 auf der uhr. am morgen des 30. habe ich noch mal ein letztes mal geduscht, meine sachen gepackt und überprüft, überlegt ob ich nicht doch lieber mit dem fahrrad fahren soll (dann ist das schwere gepäck nicht auf dem rücken, den gedanken aber wegen dem diggen verworfen und was ist wenn ich einen platten bekomme oder der weg auch für ein fahrrad zu schlecht ist?). dann mein womo auf den mir zugewiesenen platz abgestellt. mit dem schweren rücksack ab zur rezeption um meine nacht und den stellplatz zu bezahlen. ca 10h… um nach puente la reina zu kommen sind es ca. 6 km. da ich keinen besseren weg kenne, muss ich an der nationalstrasse entlang. vom campingplatz aus muss ich erstmal einen berg hochlaufen. nach ca. 700m schmeiße ich meinen rücksack das erste mal auf den boden und mache eine pause. ich bin völlig durchgeschwitzt (nicht das letzte mal heute). es ist angenehm warm, die sonne scheint und es ist windig. weiter gehts… nach einem weiteren kilometer wieder rücksack hinschmeißen… brauche für einen kilometer ca. 22 minuten und noch mal eine so lange pause. das schaffe ich nie… an der nationalstrasse zu laufen macht keinen spass, die spanier schütteln den kopf das ich an der strasse laufe, nehme das acker als weg was jedoch noch eine spur anstrengender ist. nach ca. 6 km habe ich das erste mal die schnauze voll, es muss was vom gepäck weg, dass macht mich fertig. also einen platz finden wo ich meine sachen noch mal auf unnötigen ballast durchstöbere. als erstes trenne ich mich von der 10 tagesration hundefutter (ca. 5kg), dann den spiritus und den kocher (ca. 2kg), kleine packung spüli, deo, lenkdrachen, panzertape, müsli, alles zusammen ca. 10 kg weniger zu schleppen, bleiben noch ca. 20 kg… also weiter. nach ca. einem kilometer komme ich an einen kreisel mit dem hinweis das der camino (jakobsweg) links ab geht, am fusse des rio arga (moment mal, der campingplatz liegt doch am fluss???) also den ganzen weg wieder zurück? aber diesmal eine schotterpiste mit bewässerungskanälen (schön für den diggen, denn das wasser was ich mit hatte war schon aufgebraucht). nach ca. 4 km geht der weg wieder in richtung nationalstrasse. ich glaube ich habe mich verlaufen. also plan änderung. da ich nun keine kraft mehr habe, lasse ich mein gepäck im gebüsch liegen (ca. 15h) und entschließe mich so am fluss entlang zum camping zu bewegen und mein gepäck mit dem womo wieder einzusammeln. der flussweg hat viele sackgassen und einmal musste ich einen umweg wegen einen flusszulauf über die nationalstrasse machen. dann noch über einen kleinen berg und der campinplatz war wieder in sichtweite… 17.45h. die strecke von ca. 4 km zu fuss ohne gepäck habe ich in einer stunde und 45 minuten zurück gelegt (ohne pause, was für mich schon ein erfolg war), in nur 10 minuten war ich mit meinem womo beim rücksack. einmal noch die strecke abfahren und die restlichen sachen einsammeln. habe bis jetzt noch nichts gegessen (hatte morgens keinen appetit, war so aufgeregt das es nun los geht) und dachte unterwegs findet sich schon was. da mir der camping zu teuer erscheint, kann ich ja auch gleich nach puente la reina fahren und mir da was leckeres gönnen. in la reina hatten die gerade ein fest, mit schüssen und böller (das gefiel dem diggen gar nicht) und im restaurant gibt es erst was um 21h. also zurück zum camping… hier macht das resto auch erst um 19.30h auf. also zum platz und schaun was ich noch so habe. am schnellsten geht ein glas gurken. also noch ne stunde aufs resto warten. mir schmerzt alles. im resto geht es erst um 20h los, der hund muss aber draussen bleiben. da ich das nicht möchte, bestelle ich mir einen hamburger an der bar (den darf ich draussen essen) da ich kein spanisch kann, bekomme ich ein baguette mit bacon und käse. na ein toller abschluss. gleich noch duschen (wieder kalt) und dann ab ins bett. morgen werde ich erstmal ein tag pause machen, meinen rücksack neu packen (vielleicht nur schlafsack und zahnbürste) und dann schaun wie es weiter geht. heute bin ich einfach nur zu kaputt um noch weitere überlegungen anzustellen.
fazit des tages: 15km in 7h im kreis gelaufen, sonnencreme nicht nur schleppen, sondern auch benutzen, bessere weg vorbereitung, ein wenig mehr spanisch (hola ist einfach zu wenig) und das gepäck ist ein grosses hinderniss…
tag 2 1.10.07
heute sollte also mein camino spätestens losgehen. nach einem frühstart gestern muss ich nun zur strafe heute einen tag aussitzen (naja, anders umschrieben für wundenlecken). also notgedrungen noch einen tag auf dem camping verbringen und noch mal alles genau planen. gestern abend habe ich eine rentnergruppe (alle mit womo) aus deutschland auf dem camping getroffen (typisch deutsch: als ich noch abends duschen war, kam einer rein und rief weil er das klo nicht fand "und wo bitte schön kann man hier kacken" als ich ihm dann auf deutsch die richtung aus der duschkabine zurief, dankte er nur kleinlaut). habe mich gleich mit der reiseleitung angefreundet (die können spanisch :) die nette dame hat mich erstmal heute morgen mit salbe verarztet und erzählt das sie schon vielen auf dem camino geholfen hat, u.a. einer portogiesen die am strassenrand saß und weinte aber nicht ein stück mitgenommen werden wollte, weil sie doch den camino laufen wollte. so weit ist es bei mir noch nicht gewesen. also alle pläne von mir das unternehmen aufzugeben werden jetzt verworfen. ich will jedenfalls auch am straßenrand sitzen und heulen, vorher gebe ich nicht auf…. vielleicht ist es ja schon morgen so weit :) mein rücksack ist jetzt fühlbar leichter, habe jetzt nur noch ein paar unterhosen (und ein pack slipeinlagen :) , socken, zwei t-shirts, eine regenhose, einen ponscho und ne rolle klopapier eingepackt. vor der abreise habe ich noch versucht ein leichtes zelt zu kaufen und erfahren, dass das leichteste ca. 950g wiegt. da die saison aber vorbei war, habe ich noch das letzte von jack wolfskin mit 1.500g bekommen (bin extra nach köln zu sport scheck). habe es heute probehalber aufgebaut und die nähte versiegel (heute nacht hat es ein wenig geregnet). das zelt ist ja in soweit ganz gut (halt eine ein personen dackelgarage) aber es funktioniert nur mit heringen. hat den von jack wolfskin keiner was von dem harten lemboden hier in spanien erzählt???? also bleibt das zelt auch hier (bevor es aus einer laune heraus im straßengraben landet und ich es wieder einsammel muss). die womo reiseleitung sagt zwar es wäre wichtig aber ich freue mich jetzt erstmal über die ersparten 1500g und hoffe das ich das nicht bereuen werde. meinen neu erstandenen schlafsack mit 1200g habe ich gegen einen leicht pack schlafsack mit 600g getauscht (konnte mich nicht entscheiden und hab halt beide gekauft, ebay wird es freuen). der schwerere geht bis minus 12, der leichtere bis minus 1 grad im extrem bereich, was dann schon erfrierungen bedeuten kann. hoffe das mir das wetter hold ist (wetter engel) und ich auch diese entscheidung nicht bereue. bis auf den schlafsack habe ich jetzt chancengleichheit mit dem diggen. kein zelt und keine isomatte (habe natürlich eine super komfortable mit 2000g die jetzt auch hier bleibt). na ihr seht schon wie ich auf die gestriegen ca. 30 kilo gekommen bin. hab ja gewusst das ich das womo nicht in den rücksack bekomme aber so spatanisch habe ich mir das auch nicht vorgestellt. da die spanier hier hunde für wertlos halten, sehe ich mich schon mit dem diggen draussen schlafen, wenn es regnet eingemummelt im ponscho. naja den diggen wird es freuen… wenn jetzt noch das wasser für krümel und mein wasser (ca.2 1/2 kilo) dazu kommen, sollte es reichen. von der netten dame von der reiseleitung bin ich für heute erstmal mit informationen über den jakobsweg ausgestattet worden. möchte sie aber heute abend wiederhaben. was sie mir für die reise überlassen kann, sind wanderkarten vom camino, die sie dann per post wieder haben möchte. ja, ja da habe ich mal wieder mehr glück als verstand… werde jetzt erstmal was kochen und den rest gurken verspeisen :) es gab bremer knip mit apfelmus und "gurken"... echt lecker und mal seit langem eine deftige malzeit. den nachmittag habe ich damit verbacht mit meinen nachbarn ein pläuschen zu halten. die haben zwei andalusische hundedamen, als welpen mal vor jahren aus andalusien mitgenommen. eine weitere nachbarin hat vor drei tagen einen ca. 4 monate alten hund mitgenommen (von der spanischen atlantikküste, wo es nur geregnet hat – na schönen dank und ich habe das zelt wieder ausgepackt). habe dort erstmal von meinen hundekenntnissen refferiert :) wichtig ist wohl das sie erstmal zum tierarzt geht und alle notwendigen impfungen durführen lässt. habe ihr erstmal gegen die flohe etwas von krümels flohzeug gegeben. das problem ist dann erstmal für 4 wochen erledigt. habe noch kurz mit der reiseleitung die telefonnummern getauscht und sie hat mir ihre adresse gegeben, so das ich ihr die karten vom jakobsweg zurück senden kann. die telefonnummer hat sie mir für den nofall gegeben. wie gesagt, sie kann spanisch :) dann hat uns ein riesen gewitter unterbrochen und alle sind in die womos geflüchtet. habe mir noch den letzten knip gemacht ein wenig dvd geschaut und als der regen vorbei war noch eben vor dem zu bett gehen diese zeilen auf dem leppy geschrieben… ab morgen dann in meine kladde, mal sehen wie ich mich so als papierschreiberling mache.
fazit des tages: auch wenn dieser tag verloren schien, er hatte doch noch positive einflüsse und hat mich in meinem vorhaben gestärkt. mein camino ist schon im vollem gange, auch wenn ich morgen erst wieder laufen werde (zum glück erst morgen…)
fühlt euch gedrück, heute mal besonders irmtraud und wolfgang
tag 3 2.10.07
heute soll es endlich so weit sein. komme was wolle, heute werde ich den camino finden. 8h aufstehen, der tag will mich sehen… kneip duschen (mal ist es kalt, dann nur lauwarm), dieses mal was fruestuecken, noch mal bezahlen, meine lappyaufzeichnungen per mail versenden (die haben ihren rechner immer noch nicht aus der reparatur, dieses mal habe ich nur einen euro gegeben). gegen 10.30h habe ich das womo wieder geparkt und noch eine letzte zigarette mit der neuen hundebesitzerin geraucht. gegen 11h bin ich dann los… dieses mal die abkuerzung ueber den kleinen berg und nicht mehr durch den ort an der nationalstrasse entlang. nach nur einer 3/4 h habe ich die stelle erreicht, wo ich vor 2 tagen meinen rucksack zurueck gelassen habe (rekort:) 12.30-13 h pause (erste:) in nur 1 1/2h habe ich den falschen ausgangspunkt (ca. 6 km) erreicht. aber wieder nichts diesseits des rio arga. also mal ueber die neue bruecke und siehe da, auf der anderen seite liefen 2 mit rucksaecken. also halsbrecherisch die boeschung runter (der digge hat ja allrad:) zwischenanmerkung fuer jaenette und marcus: kruemel ist mein hund, ein goldy der jetzt 6 jahre alt ist und auch auf digger oder spinner hoert :) am weg angekommen liefmier eine frau entgegen. habe sie auf englisch gefragt ob das der camino sei und sie sagte ja… ich solle auf die yello sings achten. wuste zuerst nicht was sie meint, dann viel mir wieder ein das das zeichen sind. ich konnte noch nicht einmal fragen wo her sie denn kommt, da wuenschte sie mir einen schoenen weg. das hatte ich aber schon von harpe gelernt: jeder macht hier seinen weg alleine oder nur etappen weise. jeder hat sein eigenes tempo. aber ich habe sie verunsichert, als ich ein stueck weiter war, fragte sie einen bauern ob sie noch auf dem camino sei :-) ich habe ihn gefunden, meinen camino. das gepaeck ist heute kein problem. meine fuesse spielen auch wieder mit.um 14h habe ich mañern erreicht. zum glueck habe ich gestern ausgesetzt, den der weg dahin ging ueber einen berg. finde das ich noch eine gute kondition habe. ich glaube jetzt das ich es schaffen werde. am ortseingang von mañern habe ich zwei englender getroffen. der eine konnte sogar etwas deutsch. die sind dann weiter und ich habe den diggen erstmal eine pause gegoennt, mein wasser aufgefuellt (1 1/2 liter waren schon weg). fuer den diggen brauchte ich nicht so viel mitnehmen, es hatte gerstern nacht geregnet, so das er genuegend fuetzen hatte (ja juergen, arme socke). um 15h sind wir weiter gelaufen. die oertchen sind sehr schoen, aber leider alle in den bergen gelegen und der jakob musste natuerlich in jedem halt machen. die berge die schlauchen. um 17h habe ich mich kurz verfranzt (zum glueck nur 700m) und dann wieder eine kleine pause gemacht (habe einen kleinen bach gefunden, so das der digge das paeuschen auch geniessen konnte). zum thema verlaufen moechte ich an dieser stelle eine kleine anegdote loswerden: zum glueck hat sandra nie den jakobsweg gelaufen, immer wenn wir spazieren waren, hat sie alle spuren (zeichen) von schnitzeljagten der kinder weggemacht oder verschoben, dass die kinder sich verlaufen muessen und sich dann gefreut wie ein schneekoenig… nach der pause war das laufen nur noch eine quaelerrei. mein vorhaben noch 9 km nach estelle (dem etappenziel auf der karte) zu laufen habe ich gegen den getauscht, es noch bis zum naechsten ort "lorca" zu schaffen. wieder ein oertchen das auf einem berg liegt :( im ort habe ich zwei nette damen aus duesseldorf und mallorka getroffen die vor einer bodega sassen. also chance genutzt und mir bei der zimmervermittlung helfen lassen. auf die frage ob ich meinen hund mit auf das zimmer nehmen kann, sagte der besitzer, er haette eine garage fuer den hund. also frage ich, ob ich mit dem hund in der garage schlafen kann. ok. die garage erweisst sich als lagerraum fuer die geraenke (naja, verdursten werde ich nicht). da ich ja keine isomatte habe (2kilo), sollte mir noch was bereit gestellt werden. da bin ich mal gespannt. der hund wurde erstmal auf floehe abgesucht (hatte so viele kletten von der steppe). nun sitze ich mit den beiden lustigen damen an der strasse und hoere laut klassische musik… da mir mein magen schon wieder in den knien hing (hatte ja nur muesli, an die trauben unterwegs wollte ich nicht ran, da die bestimmt gespritzt sind) und es auch hier nur wieder ab 20h was gibt, habe ich mit meinen aufzeichnungen weiter gemacht und mich mit der einen damen unterhalten (die andere war wohl auf ihrem zimmer). so gegen 19.30h rief der besitzer aus dem 1. stock ich moechte mal hoch kommen und ihm helfen. oben in der kueche stand die andere dame und war am kochen. ich half den tisch mit einzudecken (was ja nicht das problem war, aber immer wieder die treppen bei meinen schmerzen :) gegen 20.30h sassen wir dann alle am gedeckten tisch. es gab salate und spagetti mit einer tollen tomatencreme. 7 pilger vereint zum abendessen. ein paerchen kam aus mexico, einer aus brasilien, eine aus frankreich, eine aus duesseldorf und eine von mallorka. da ist aus meinen vermeindlichen baguette was draussen auf der karte stand, ein lustiges multi-kulti essen geworden. gegen 22h loeste die gruppe sich dann auf und ich hatte noch mal kurz die moeglichkeit die mail weiter zu schreiben. ich durfte dann noch eine stinkende matratze mit in die garage nehmen und habe mich dann mit dem diggen hingepackt. fazit des tages: wieder 7h unterwegs, dies mal 18km santiago ein wenig naeher gekommen und kaputt wie am ersten tag.
fuelt euch alle gedrueckt, heute besonder die meierbande und vielen dank fuer eure lieben mail, konnte noch nicht alle lesen (die haben hier kein dsl) aber die ich gelesen habe, haben mit pipi in die augen getrieben…
tag 4 3.10.07
8h aufstehen, will noch duschen (supi, die dusche ist hier heiss). der digge bekommt die spagetts von gestern zum fruestueck (habe ein wenig thunfisch fuer den geschmack mit ran gemacht, sonst wuerde er die nie so pur essen) einen tee, etwass baguette von gestern und dann bezahlen. fuer die uebernachtung wollte er nichts haben und fuers essen und trinken lediglich 6euro. habe dann 10 gegeben, weil ich mir das als limit fuer die nacht gesetzt hatte. fuer den diggen habe ich noch butterkekse mit bekekommen (irgendwie sind die spanier komisch, ein hund ist ja so toll aber ins haus darf er nicht). die sollen ihre hunde mal pflegen, dann waeren die auch nicht so zerlaust…). um 9h bin ich dann bei regen losgelaufen. so ein ponscho ist zwar toll wasserdicht, laesst aber auch kein wasser raus – schwitz -. um 1h sind wir in estella angekommen (6,5 km, dafuer das ich gerstern dachte ich mache heute erstmal pause, schon ok). in einem tante emma laden wollte ich noch hundefutter kaufen, da gab mir der mann hinter dem tresen gleich ein grosses endstueck kochschinken fuer den hund. habe mir etwas obst gekauft (hier gibt es ja erst wieder so spaet was) und bin dann weiter um pause zu machen. nach der pause wieder in tritt zu kommen ist die hoelle, die muskeln sind voellig versteinert. gegen 11.45h sind wir dann weiter. als ich so gegen 13.30h (alle 2h pause machen ist ein guter schnitt) soweit war wieder pause zu machen und ueberlegt habe in den ersten waldstueck mal meine haengematte (hat nur 330g) aufzuspannen, hatte ich das gefuehl auf einer toilette angekommen zu sein. das es schon nervt, dass am ganzen wegesrand toilettenpapier rum liegt (koennen die nicht hienter einen busch gehen?) hier haben sich alle fuer das grosse geschaeft niedergelassen. haben alle pilger eine eingebaute uhr und mussen unbedingt alle gleichzeitig hier? ekelig, ob marc auch schon hier war? insider ein paar kilometer weiter ging es dann. ole, die matte haengt. dafuer das ich heute mal pause machen wollte, kann ich jetzt auch mal abhaengen. komisch, eigendlich wollte ich hier den rest des tages abhaengen und mir in den naechsten ort eine bleibe suchen aber schon um 15h muste ich weiter. es fing wieder an zu regnen, gute entscheidung weiterzulaufen. die nachsten zwei orte gefielen mir nicht so gut (habe auch nichts gefunden) also kann ich ja noch einen ort weiterlaufen. keine gute entscheidung! nach meiner schaetzung haette ich den naechsten ort so gegen 17.30h erreichen muessen. da ich aber wegen dem regen zu wenig auf die karte geschaut habe ist folgendes passiert: endlose weiten, wir schreiben das jahr 2007 – so weit die fuesse tragen… nach jedem huegel dachte ich, ich muss bald da sein – nichts, nur einfach schoene gegend. mitlerweile war auch die nervige autobahn nicht mehr zu hoeren. der naechste huegel muss es sein. 18h, ich kann nicht mehr. beim naechsten huegel mache ich auf jeden fall eine pause, dann der huegel und der hinweis, dass los arcos noch 5km weit ist. oh nein, der regen hat mal aufgehoert, also einen blick auf die karte. vor 7km war der letzte ort. ich wollte doch heute nicht so weit. jetzt muss ich noch. es regnet wieder, so kann ich nicht draussen schlafen. huetten gibt es hier nicht. nach einer haben stunde pause weiter. schritt fuer schritt – wirklich, in zeitlupe. nach einem kilometer bin ich wieder einigermassen im tritt. 20h los arcos auf dem zahnfleisch erreicht. in der ersten herberge "no perros" – keine hunde (mein zweites wort nach olla). kurze diskusion, der nachbar vielleicht, der hat wohl hunde. keiner da, faehrt auch taxi, warte bis 21h. bietet mir fuer den diggen einen versifften heizungsraum an, der waere ja trocken. ich lehne ab. diskusionen. tochter uebersetzt uebers telefon (wegen englisch). so konnte ich die garage aushandel. ich musste im haus schlafen, der digge mit dem taxi. die garage war aber auch der durchgang zu den zimmern, so war immer was los… aber so geht das nicht weiter. nach dem duschen wollte ich noch was essen (spaet genug war es jetzt ja). pustekuchen. die essen zwar erst ab 20-21h aber wer dann noch nichts hat, hat pech gehabt oder ein baguette in der bar. trinke dazu einen vodkalemon, wobei die mischung sehr gut ist. am abend erzaelen mir noch zwei deutschsprachige maenner, dass sie immer laufen und dann mit dem bus zurueck um ihren mietwagen zu holen. so haben sie immer leichtes gepaeck. saenioren maessig halt (kommt von denen).
fazit des tages: dafuer das ich nur locker 12km laufen wollte, bin ich unfreiwillig 27km gelaufen. fehler die man kein zweites mal begehen moechte… :( das mit kruemel kotzt mich an, die wollen keine hunde im haus, bieten aber vollgeschimmelte duschvorhaenge an (die herbergsmutter wuerde hier bestimmt nicht freiwillig schlafen). kruemel finden ja alle so toll und wie toll der hoeren kann und sogar auf handzeichen… aber er muss draussen bleiben.. grinzt die katze aus dem haus – gutschi, gutschi mich halten ja schon viele fuer krass aber zum schlafen – finde selbst ich – kann ein hund doch ins haus. da muss was passieren…
fuehlt euch alle herzlichst gedrueckt, lieben gruss besonder heute an maren und bjoern (fuehle mich hier jeden tag als haettet ihr hochzeit insider)
tag 5 4.10.07
8h aufstehn. liege direckt neben dem bad, nachts spuehlung, um 6h geht der erste duschen. ich glaube, ich werde die tour "hundemaessig" weiter fortsetzen. um 9h lasse ich den diggen schweren herzens in der garage zurueck (was anders habe ich nicht gefunden) und gehe zum bus. um 10.30h faehrt dann endlich der richtung pamblona. ich hole jetzt das wohnmobil… um 11.30h auf dem camping (bin noch ein kurzes stueck getrampt) ist elke gerade dabei mit ihrem neuen hund aufzubrechen. der hund war auch schon beim tierarzt und ist jetzt auch wurmfrei :) zigarettchen, womo holen und auf die rezeption warten. leider ist nur wieder die schusselige alte dame da. nach einer stunde (der digge wartet doch) hat sie mich soweit , dass ich 20 ? drauf zahle. sie gibt mir 120? in 2? stuecken, egal, haupsache weg hier… in nur 40 min. bin ich mit dem womo bei kruemel und es gibt "sein" hundefutter (40min fuer eine strecke die man 2 tage laeuft – krass – aber kein vergleich, mit dem bus ging es ueber die nationalstr. und man hat ab und zu pilger gesehen, mit dem womo ueber die autobahn; kein vergleich zu dem was man beim wandern sieht). werde nun den tag alles neu verstauen, meine aufzeichnungen machen, internet suchen und dann morgen weiterlaufen. abends werde ich den diggen kurz parken, mit dem bus oder taxi das womo holen und dann mit dem diggen schoen im womo schlafen. die koennen mich die spanier :( internet habe ich gefunden, 20min 1 euro, 3 gehen drauf. nicht nur das die hier auf den tasten keine umlaute haben, die tastaturen sind aus dem uralt und super schwergaengig, das abtippen macht so keinen spass und der digge darf hier auch nicht rein. also schnell machen und wieder zum diggen :)
fazit des tages: jetzt habe ich meinen tag aussetzen und reise von nun an "hundemaessig"
fuehlt euch alle gedrueckt, heute besonders die familie schulz aus dem schoenen lueneburg (was vielleicht einmal meine neue heimat wird :)
tag 6 5.10.07
8h aufstehn. die nacht im womo war wunderbar. habe gestern noch zwei kleine bier zu meinen baguette gegessen und bin dann um 21h schlafen gegangen. war dann auch schon um 4h wieder wach und habe gewartet bis es hell wird. es hat die ganze nacht geregnet. lecker muesli fruestuecken, "kleinen" rucksack packen und dann los, eine runde ponchoschwitzen. heute habe ich mal die kurze hose an, die die uschy dem uwi im outlet in der usa gekauft hat. dem uwe passte die nicht richtig, so hat die uschy mir diese freundlichst ueberlassen. auf dem weg war wattwandern angesagt. der aufgeweichte lemboden ist anstraengend. einige zerrungen eingefangen, wegen dem ewigen schlicksliden. um 12h habe ich schon viana erreicht (16,5km) das eigentliche tagesziel. bis auf ein paar pausen zum schuhe ausziehen, bin ich durchgelaufen (wie schaffen es die kleinen steine immer wieder in meine schuhe?, diese kleinen schlingel, die sind dann wie schmiergelpapier) habe die beiden englaender aus lorca wieder getroffen. die laufen noch zum naechsten ort (9km), wenn ich die wieder treffe, wollen die auf den hund achten, wenn ich den bus nehme. stunde pause und dann weiter, hier muesste ich bis 16.10h auf den bus warten (haben mir gestern die beiden die saeniorenmaessig unterwegs sind erzaehlt). muesste so gegen 15h in logroño ankommen, dann ist noch genug zeit um den bus zu suchen. 15.30h bin ich in logroño (eine grosse stadt wie pamplona) angekommen. die herbergen die ich finde, haben alle zu. halte mich an dem weg. durchquaere 2km die stadt, weitere 2km in richtung naechster ort (jetzt noch 10km zum naechsten ort)... an einem stausee finde ich eine tennisanlage mit resto. wohl das letzte die naechsten 10km. frage ob ich den diggen da lassen kann und ob die mir ein taxi rufen koennen. es ist mitlerweile 17.30h. das taxi kommt (der taxifahrer trinkt erstmal einen kaffe) und nimmt sogar den diggen mit. was der taxifahrer mir fuer die halbe stunde fahrt abgeknueft hat, will ich hier gar nicht schreiben (war wohl ein "perro"zuschlag mit bei:( mit dem womo in logrono zurueck, gehe ich erstmal in den supermarkt. das ist wenigstens guenstiger als in deutschland. mache mir nachher ein toast mit kaese, wurst und spiegelei (freu). kurve 1 1/2h in logrone rum, um wenigstens eine herberge zu finden (will wenigstens noch einen stempel) Anmerkung: man kann sich an verschiedenen stellen einen pilgerpass holen und sich in jeder herberge abstempeln lasse. habe gelesen, dass viele den camino laufen und die urkunde, die man in santiago de compostelle bekommt, mit in ihre bewerbungen legen – fuer wen laufen die eigentlich? ich lasse mir die stempel in mein buch mit den aufzeichnungen geben – ich laufe den weg fuer mich. um 21.30h finde ich einen kostenlosen parkplatz und setze die suche zu fuss fort. laufe den camino rueckwaerts. um kurz vor 22h finde ich eine herberge und sehe die mexikaner durch die scheibe. der eingang ist hinter dem haus, so konnte ich ihn auch nicht finden.
fazit des tages: 8h 30km, taxi fahren ist nicht mehr – muss mich besser organisieren…
fuehlt euch alle gedrueckt, ganz besonders heute die familie tegethoffs welche da waeren: die uschy und der uwe, die lily und der wohlerzogene paul :) und natuerlich auch die mama und der papa von der uschy ;)
tag 7 6.10.07
8h aufstehen, werde den tag heute ruiger angehen und mir heute mal einen tee kochen (habe ich seit dem ich das womo habe noch nicht geschafft – setze mich zu sehr unter druck. zeit habe ich doch genug aber kein geld) werde heute nur 14km laufen (wo von ich gestern schon 4 gelaufen bin. auf den gestriegen letzten zwei kilometern haben mich 3 aeltere damen bei ihrem abendspaziergang ueberholt und ich habe es nicht mehr geschafft sie einzuholen – was nicht heissen soll das die so schnell waren, ich nur sehr, sehr langsam:) den bus und internet suchen, versuchen zu duschen und dann die etapen nur noch nach dem reisefuehrer laufen. heute habe ich mal meinen walking stock mitgenommen. ich hatte mich ja versucht bestens vorzubereiten und mir auch nordic-walking stocke gekauft. aber da dann noch zusaetzlich die haende schmerzen und ich auch sonst keine hilfe vestellen konnte, habe ich die erstmal ins womo verbannt (ebay?). da der digge aber gestern von 3 hunden in die mangel genommen wurde – ein spanier hat mit seinem pickup seine hunde (alle doppelt so gross wie kruemel) spazieren gefuehrt – hinterruecks hat sich einer der gestoerten "perros" ein fellbueschel vom diggen geschnappt. das war mir alles zu knapp und um nun die perros, die kein sozialverhalten haben, vom diggen fern zu halten, werde ich einen stock mitfuehren. um 10h bin ich dann los, ich laufe zwar nicht gerne 2x den gleichen weg aber morgens komme ich immer gut vorran (wo sind sie jetzt die alten damen – abhaengen wuerde ich sie…) kurz vor 11h war ich schon an der stelle von gestern abend. tagesziel navarrete habe ich schon um 12.30 erreicht. die herberge machte erst um 13.30h auf, also warten. waerend der pause schaue ich mir die karte an. die naechste etape hat auch nur 14km (es sind doch nur 14km :) ich wuerde somit im etapenziel bleiben. also nach der pause weiter. was soll ich sonst mit dem angebrochenen tag machen? bis 16.30h muesste ich das schaffen, dann habe ich fuer den bus noch genug zeit (habe ich das schon mal geschrieben?). unterwegs treffe ich dann alle wieder: die duesseldorferin, die von mallorka, mexico und frankreich. noch 9km, da ueberholt mich eine junge frau aus deutschland, sie hat heute schon 30km hinter sich… ich versuche (nach dem ich mich habe zurueck fallen lassen – wegen jeder hat ja sein eigenes tempo) mit ihr mitzuhalten. was fuer eine kapfsau, sorry aber wie kann mann/frau nach 30km noch so ein tempo halten. ich habe nur tagesgepaeck (ca. 5kg) sie dass volle. mithalten geht nur unter grosser anstrengung, aufholen – keine chance (die ist bestimmt gebirgsjaegerin). knapp verschaetzt, um 17h war ich in najera, die gebirgsjaegerin wohl schon um 16.30h, habe wieder mein altes tempo genommen. kurz abklaeren (jipie, englisch) der bus faehrt um 17.45h, 5min zu fuss, dann aber los, 5 min sind bei mir momentan 20min… 18.15h in logrono, um 19h beim womo (ja eine 3/4h) und um 19.30h wieder beim diggen (die haben ihn bestimmt gemaestet :) grundsaetzlich ist der camino fuer den diggen und mich wohl so die beste art, aber von den kontakten zu den anderen wird es so schwerer. nun essen (pfannenallerlei – die pfanne geht wegen ihrer beschichtung am einfachsten wieder sauber), welches ich im womo bei dem diggen zu mir nehme, mehr als 2h + internet am tag will ich vom diggen nicht getrennt sein. mache dann aber meine aufzeichnungen vor der herberge (wobei die um 22h abschliessen), wer moechte kann uns ja hier treffen :) achja, duschen war ich noch (kalt, ar…kalt, da war die dusche auf dem camping noch warm gegen). nach dem duschen habe ich noch mal kurz die herberge angeschaut, ein raum mit ca. 30-40 doppelbetten. dank dem diggen schlafen wir heute wieder alleine :) die koennen auch froh sein – ich schnarche…
fazit des tages: 7h – 30km, der bus hat nur 1,70? gekostet. wenn das jetzt immer so klappt… buen camino perigrino (das rufen wir uns hier immer zu…)
fuehlt euch alle geknuddelt, heute besonder alle pollmaenner, welche da waeren: mama und papa pollmann, claudi und kai nebst kindern und natuerlich die allerliebste maike mit ihrem goettergatten stefan und ihren noch einem wellensittich, hoffe doch das der noch lebt, der wellensittich :)
euer maik und kruemel (digger oder arme socke, wobei ihr hesses, arme socken "perros" habe ich hier jeden tag gesehen, da kann der digge sich nicht beklagen)
tag 8 7.10.07
mein geliebter engel,
heute vor 5 monaten bist du von deinem scheiss krebs erloest worden. bei mir war es liebe auf dem ersten blick. du bist meine traumfrau. wir alle haetten uns gewuenscht, dass du den krebs schaffst und noch mal neu von vorne beginnen kannst. wir alle sind eines besseren belehrt worden. mit dem bewusstsein, dass wir nicht alle ewig leben, muessen wir jetzt mit dem verlust weiterleben… ich liebe dich mein engel :* jetzt bist du unser engel und wachst ueber uns. aber aufgepasst, sandra treibt auch manchmal ihren schabernack. wenn euch also mal ein kleines missgeschick passier, denkt an sandra :))))))
8h aufstehn, die meisten sind schon losgelaufen. ich werde den tag ruig angehen .die etape hat nur 20km. habe gestern noch vor der herberge gesessen und bin mit einem aus littaun ins gespraech gekommen. der sprach so schlechtes englisch, dass ich alles verstanden habe (denta waren zum beispiel die zaehne), haette stundenlang mit dem so weiter plaudern koennen. mein muesli und tee habe ich in der herberge eingenommen. der digge sass draussen vor der tuer und konnte mich sehen. auch waerend ich noch ins internet gegangen bin. der grabstein von sandra sieht wunder schoen aus (danke wolfgang fuer das emailbild). vielen dank auch fuer die vielen lieben mails. habe es geschafft mal wieder einen tag niederzuschreiben und abzusenden. um 10.50h bin ich dann locker los. habe heute mal turnschuhe angezogen (habe jetzt ja die auswahl) die wege sind wieder trocken, vielleicht ist das ja angenehmer zu laufen. da es vormittags bewoelkt war, habe ich erst eine lange hose getragen. die sonne hat sich dann aber durchgesetzt (wetter engel?) unterwegs musste hildegard aus duesseldorf mir erstmal erste hilfe leisten. habe mich nicht eingecremt, so hat sie mir mit sonnenmilch ausgeholfen. habe an der linken warde einen sonnenbrandt. da wir immer gen westen laufen, bekommen wir die sonne immer von der linken seite. heute habe ich mal beide stocke mit, scheint doch eine entlastung zu sein. werde ich heute noch mal testen. um 14h pause, erstmal t-shirt vom schweiss trocknen, dann weiter. habe einen ausweiss von der spanierin silvia tascon gefunden. vielleicht kann ich ihr den ja in der naechsten herberge nebst kreditkarte wiedergeben. 16h santa domingo de la calzada (ich glaube harpe war auch hier, jedenfalls hat er auf dem hoerbuch die namen immer so schoen auf spanisch ausgesprochen), den hund kann ich in der herberge "parken". bin noch kurz durch das oertchen geschlaendert, in der kirche kurz einen gottesdienst gelauscht und dann um 21h ins bett.
fazit des tages: 5h – 22km (kleiner umweg, damit ich nicht an der nationalstrasse laufen musste) ohne meinen geliebten engel ist alles doof…
fuehlt euch alle ganz doll geknuddelt, besonders heute familie kaminski, welche unsere vermieter waren, aber jetzt noch freunde sind: marian und christine
tag 9 8.10.07
8h aufstehn, lecker fruehstuecken (ruehrei mit speck gebrozelt), werde heute kein hunger leiden (habe 3 brote mitgenommen). womo zur bushaltestelle bringen und dann los. stoecker habe ich heute vergessen, koennen sich die haende erholen (hoffentlich kommt heute kein gestoerter perro). heute ist es bewoelkt, viel angenehmer zu laufen. gestern war es eine quaelerei. meine beine sind trotz sonnenmilch ganz rot. gestern abend waren es um 20h noch 18 grad. die strecke ist bloed, von den 22km etape verlaufen 14km an der nationalstrasse. zwar auf einen schotterweg neben der strasse, aber da es hier noch keine autobahn gibt, rollt hier ein laster nach dem anderen. laufe extra schon wo es geht ueber die felder, dann bin ich wenigstens etwas laerm los. witzig ist, dass von den 1000 lkws 5 stueck gehupt und gegruesst haben. die strecke ist ermuedend. um 15h erreichen wir belorado. eine herberge im pfarrhaus der gemeinde. heidi und ursukar aus der schweiz sind hier fuer 14 tage herbergsmuetter. geben sich ganz viel muehe. 16h buss, um 16.45 beim diggen. internet gibt es bei der gemeinde, machen aber um 19h zu. bezahlen brauche ich nichts, sonder bekomme noch eine dvd vom camino, eine cd mit musik vom camino (was immer da auch drauf ist?) und eine cd mit multimedia oder so, mal schaun. bin dann noch zu einer anderen herberge , liege mit meinen mails soweit zurueck (deshalb gab es heute so viel post :) mehr als 2h wollte ich den diggen dann aber auch nicht warten lassen. die herberge (ofiziellen) sind alle kostenlos und werden von spenden oder den gemeinden betrieben (reisefuehrer sagt, man solle 5euro spenden) hier gibt es warmes wasser zum duschen (schoen) um 21h schlafen gegangen.
fazit des tages: 6h – 22km an der nationalstrasse lauffen passt mir gar nicht. noch mit irmtraud telefoniert, faehrt morgen zur kur. hoffe so sehr, dass sie ihr da helfen koennen.
knuddel, knuddel an alle und besonders heute: oma gerda… danke fuer alles und bussi, bussi
tag 10 9.10.07
muesli, tee, womo zur bushaltestelle fahren und dann um 9h los (wenn ich mit dem womo morgens schon zur bushaltestelle fahre, verliere ich abends nicht so viel zeit und die bushaltestellen sind belebt). trage heute lange hosen. kein bock auf weitere verbrennungen. heute ist es arg frisch, kalter wind aus nordosten. die sonne laesst sich immer nur kurz sehen (brrrr – gefahr auszukuehlen). schoene strecke, einmal 15min an der nationalstr., viele (in hoehen gelegene) oertchen. dann ein weg durch ein waldgebiet. wie schoen, mal nicht aecker und faelder. im oertchen vor dem wald bin ich von einem foerster angesprochen worden (gibt es jetzt aerger, weil ich ohne leine laufe? bin bis jetzt noch nicht angesprochen worden). er hat auch einen goldi. plaudere so ein 1/4h und er will mir noch seine tel-nr. geben, er koennte mich ja in san juan de ortega abholen und zurueck zum womo bringen. lehne dankend ab, hat doch alles bis jetzt so gut geklappt und busfahren ist doch nicht so teuer (er wollte auch unbedingt mein womo sehen und abkaufen, die sind hier noch teurer wie in deutschland). der wald geht 4km nur bergauf. egal, bin dankbar fuer die abwechslung. noch mal kurz die nationalstrasse in sichtweite dann wieder nur wald. haben hier zwar eine riesen schneisse geschlagen, aber irgend was ist ja immer. um 14h habe ich keine kraft mehr. habe die pausen nicht gesessen. hatte angst wieder meine muskeln nicht bewegen zu koennen, aber ganz ohne pause geht es auch nicht. habe mich eine stunde in den wald gelegt (so gut es ging – auch immer darauf bedacht, dass mich keine zecke erwischt). dann im schneckentempo weiter. um 16h hatte ich mein etapenziel erreicht. san juan de ortega. kurz klären ob ich den diggen hier parken kann und wo die bushaltestelle ist (rutine). die bushaltestelle ist 6km weg, an der nationalstr. nochmal 6km= 1 1/2-2h laufen + fahrzeit… der digge muss mit, will ihnnicht so lange alleine lassen. nach einer 3/4h habe ich die nationalstr. erreicht. bei einem hotel frage ich wo die bushaltestelle ist – nächster ort 4km, bus fährt aber erst um 20h. na dann habe ich ja zeit. vor der bushaltestelle ist eine kneipe, der wirt meint, der bus fährt um 19h. nach 20min komme ich durchgefroren wieder rein. sorry, er hat den plan falsch gelesen. also weiter warten. erika und hildegard sind heute mit dem bus nach burgos (2 etapen). erika hat so schlimme blasen an den füssen, dass sie furchtbare schmerzen hat und sogar kaum schlafen konnte. das ist mir zum glück bisher erspart geblieben. erika ist auf mallorca maklerin, vielleicht besuche ich sie mal und mache hausbilder. sie will mir behilflich mit den anderen maklern sein. um 19.50h gehe ich wieder raus. es müssten jetzt so 14 grad sein (gefühlte 8). der bus kommt um 20 nach, fährt direkt hinter einem lkw und übersieht mich erst. komt dann 50m nach der haltestelle zum stehen. der busfahrer steigt aus (seitenklappe fürs gepäck öffnen) und beschimpft mich aufs übelste. keine ahnung was ich falsch gemacht habe, werde ich wohl auch nie erfahren (im bus gab es eine außentemperaturanzeigen "13 grad"). um 21h war ich beim diggen an der kneipe und die besitzerin erzählt mir stolz auf spanisch, dass sie den hund ordentlich gefüttert hat (keine ahnun mit was, aber der digge hatte deb ganzen abend brandt). bin dann wieder mit dem womo nach san juan de ortega um dort zu schlafen.
fazit des tages: 9h – 30km, busfahrer sind merkwürdig, vielleicht hätte ich das angebot vom förster doch annehmen sollen :)
fühlt euch gedrückt, heute besonders anke, jürgen und familie, danke für die aufbauende email und die fotos :-)
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- Name
- Maik Christiani
- Alter
- 38
- Ort
- 28832 Achim
- Webseite
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Alle Reisen von Maik Christiani
Camino de Santiago
Bin mit meinem Hund Krümel von Pamplona nach Santiago de Comostila gelaufen. 700 km die ich in Wort und Bild festgehalten habe.

















































































