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"Walking in the moon" am Craters of the Moon National Monument

25.05.2001 |

Unser erstes Etappenziel für den heutigen Tag hatten wir schon nach ein paar Kilometern erreicht: Die Shoshone Falls im Städtchen Twin Falls. Zu besichtigen sind die Fälle von einem Stadtpark aus, der aber wegen Straßenbauarbeiten leider gesperrt war. Wir konnten die Fälle daher nur aus großer Entfernung von der Zufahrtstraße aus sehen, ein wenig lohnenswerter Abstecher.

Nach weiteren 170 recht langweiligen Kilometern hatten wir unser heutiges Tagesziel schon erreicht, das Craters of the Moon National Monument. Entstanden sind die Mondkrater durch mehrere Vulkanausbrüche, der letzte war vor ca. 2000 Jahren. Ganz so tot wie auf dem Mond ist die Landschaft hier allerdings nicht, hier und da wachsen Kiefern, Salbeibüsche und anderes Gestrüpp. Neben verschiedenen Vogelarten sind auch Murmeltiere, Chipmunks und Ground Squirrels hier zu Hause. Den Unterschied zwischen den letzten beiden kenne ich allerdings nicht, für mich sehen beide aus wie Streifenhörnchen.

Nach einem kurzen Besuch im Visitor Center, wo wir uns eine Karte des Parks besorgt haben, sind wir als erstes auf den Campground gefahren und haben uns einen schönen Platz ausgesucht. Der Campingplatz ist nett angelegt und schön in die „Mondlandschaft" integriert. Wir haben unseren Camper dann dort stehen lassen und den Park zu Fuß erkundet.

Auf unserer 2 ¾ Stunden Wanderung ging es dann vorbei an erkalteten Lavafeldern, Vulkankratern, Lavakegeln, Geröllfeldern mit schwarzem und roten Lavagestein etc.

Da die Wege z. T. ziemlich anstiegen und es ziemlich warm war, war das ganze eine anstrengende Geschichte und wir waren hinterher gut durchgeschwitzt. Zum Schluss hatten wir noch bedenken, ob wir trocken zum Campground zurückkommen, da dunkle Wolken aufzogen und es sehr nach Regen aussah. Ist aber alles gutgegangen, die Wolken sind vorbeigezogen.

Für den Rest des Tages war dann nur noch relaxen, Körperpflege und Essensvorbereitung angesagt (Ulrike ist gerade beim Brötchen backen, mal sehen ob das mit unserem kleinen Backofen im Camper was wird). Eigentlich wollten wir auch noch Postkarten nach Hause schreiben, aber im Visitor Center haben wir keine schönen Karten gefunden. Also muss das noch etwas warten, dieses Jahr bekommen sowieso nur noch die Leute eine Karte, die keinen Internetzugang haben, was sollen wir den anderen schließlich noch schreiben.

Als wir vorhin draußen am Picknicktisch saßen und Ulrike ihren Apfel zur Seite legte, um ein Photo zu machen, kam doch glatt so ein Streifenhörnchen an und wollte ihr den Apfel streitig machen. Aber der war dann doch eine Nummer zu groß für den Kleinen, ein kleines Stückchen hat er sich aber doch abgebissen, glaube ich.

Am nächsten Morgen beim Aufstehen war es schon so warm, dass wir schon um 7:45 Uhr draußen frühstücken konnten, herrlich!

Den Vormittag haben wir dann dazu genutzt, das Craters of the Moon National Monument weiter zu erkunden. Zunächst sind wir auf den Inferno Cone gewandert, der höchsten Erhebung im Park mit entsprechendem Panoramaausblick nach allen Seiten. Danach ging es zu den Lava Caves. Das sind Höhlen, die sich in erkalteten Lavaströmen gebildet haben. Zwei davon haben wir uns angeschaut (eine war gesperrt), die Beauty Cave und den Indian Tunnel.

Die Höhlen werden auch Ice Caves genannt. Warum, davon konnten wir uns in der Beauty Cave überzeugen.

Die Temperaturen dort waren sicher 20 Grad niedriger als draußen, auf dem Fußboden war an einigen Stellen auch eine richtige Eisschicht. Man musste aufpassen wo man hintritt. Da es außerdem stockduster war und wir mit unseren kleinen Taschenlampen nicht viel ausleuchten konnten, sind wir nicht sehr weit in die Höhle reingegangen.

Bei der Indian Tunnel genannten Höhe war das etwas anders, da hier zwischendurch immer wieder Öffnungen nach oben sind durch das Licht einfallen kann, ist es hier weder so dunkel noch so kalt. Der Höhle ist ca. 100 m lang und man kann am anderen Ende wieder herausklettern, daher die Bezeichnung Tunnel. Insgesamt eine sehr lohnenswerte Wanderung.

Gegen Mittag ging es dann wieder auf Piste. Zunächst in das kleine Städtchen Arco, wo wir aus der Bücherei wieder unsere Live-Diary von gestern versenden konnten. Dann ging es weiter Richtung Idaho Falls. Die Gegend hinter Arco gehört zu den ödesten Gebieten, die wir durchfahren haben. Arco selbst rühmt sich damit, der erste Ort der Welt gewesen zu sein, in dem Atomkraft genutzt wurde. Die Gegend drumherum sieht auch genauso aus! Außerdem gab es am Highway immer wieder Hinweisschilder auf Forschungslaboratorien, dessen Gelände durch Unbefugte nicht betreten werden darf, sehr suspekt!

In Twin Falls haben wir uns dann das erste mal in diesem Urlaub ein amerikanisches Mittagessen gegönnt, an dem großen Schild mit dem M konnten wir einfach nicht vorbeifahren.

Je näher wir unserem heutigen Reiseziel Jackson rückten, desto schöner wurde dann die Landschaft. Immer häufiger boten sich Ausblicke auf die Berggipfel der Teton Range, und das letzte Stück ging dann über den ca. 2800 m hohen Teton Pass direkt durchs Gebirge hindurch.

Nach insgesamt ca. 300 km Fahrt erreichten wir dann unser heutiges Ziel Jackson in Wyoming. Der Ort ist sozusagen das südliche Tor zu den Nationalparks Grand Teton und Yellowstone und entsprechend auf Tourismus ausgerichtet. Mit der Ruhe des beschaulichen, vom Tourismus noch nicht so heimgesuchten, Idahos ist es jetzt vorbei. Hinzu kommt, das das jetzige Wochende Memorial Day Weekend ist, d.h. Montag haben die Amis Feiertag und daher ein langes Wochenende. Hier in Jackson wird dieses Ereignis mit einer Parade morgen früh und div. anderen Veranstaltungen, u.a. einem Rodeo, gefeiert. Hier wird also dieses Wochenende der Bär los sein. Da wir bei diesem Trubel nicht auch noch mit unserem großen Wohnmobil in die Stadt fahren wollen, haben wir für 2 Tage einen Campingsplatz direkt im Ort gebucht, so dass wir alles zu Fuß erkunden können. Außerdem können wir dann heute abend schön Essen gehen und das ein oder andere Bier dazu trinken, ohne noch fahren zu müssen. Für morgen Mittag haben wir schon einen Wildlife Viewing Boat Trip auf dem Snake River gebucht, also eine Bootstour zur Wildbeobachtung. Davon in den nächsten Live-Diarys mehr. Jetzt ist erst mal Wäsche waschen angesagt und danach wird das „Nachtleben" von Jackson erkundigt.

Apropos Bär los sein: Vorhin waren wir in der Tourist Information des Ortes um ein paar Erkundigungen einzuholen, unter anderem auch über Wanderungen im Grand Teton Nationalpark. Die gute Frau meinte, es wären dort ziemlich viele Schwarzbären unterwegs und wir sollten uns Bärenspray kaufen. Das ist so eine Art Pfefferspray und soll angeblich gegen Bären helfen.

Mal schauen…

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Reinhold u. Ulrike
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Reinhold u. Ulrike Hinnah
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Osnabrück
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USA Kanada Tour - per Wohnmobil durch die Wildnis!

Unsere 2-wöchige Tour mit dem Wohnmobil durch den Nordwesten der USA und den Südwesten Kanadas führte uns vorbei an grandiosen Canyons und wilden Nationalparks. Tobende Wasserfälle, sprühende Geysire, wilde Büffel und Bären, Geisterstädte... es war einfach nur phantastisch. Kommt her und guckt euch diese Landschaft an!