KanadaVereinigte StaatenUSA Kanada Tour - per Wohnmobil durch die Wildnis!

Riesen Hunde, riesen Lachse und ein höllisch tiefer Hells Canyon

21.05.2001 |

So gegen 04:00 Uhr, nachdem wir beide bereits durchgefroren sind, haben wir endlich die Heizung im Wohnmobil angemacht, um wenigstens noch etwas weiterschlafen zu können. Das ist wirklich angenehm. Da hätten wir eigentlich auch schon früher drauf kommen können. Die Heizung läuft mit Propangas und ist relativ laut, daher machen wir sie nur an wenn es unbedingt notwendig ist.

Nach dem Frühstück sind wir erst mal zu einer Dump Station in der Nähe des Campingplatzes gefahren. Das sind Stationen, an denen Wohnmobilreisende ihre Abwasser-Tanks entleeren und die Trinkwasser-Tanks auffüllen können, und genau das haben wir dann auch getan. Danach ging es dann zurück auf den Highway 95 nach Süden, auch heute wieder bei strahlend blauem Himmel.

Der erste Teil unserer Route war wenig spektakulär, hauptsächlich durch landwirtschaftlich genutztes Gebiet, rechts und links des Highway riesige Ackerflächen. Hier werden sicher die Kartoffeln angebaut, denen Idaho seinen Spitznamen Potato State verdankt. Da waren wir richtig dankbar, als wir am Straßenrand einen riesigen, überdimensionalen Hund aus Holz sahen, sicher 3 Meter hoch. Wir haben uns das Ding natürlich gleich aus der Nähe angeschaut.

Es stand an einem Andenkenladen der sich wohl auf selbstgeschnitzte Tiere aus Holz, hauptsächlich Hunde, spezialisiert hatte. Der Laden selbst hatte noch nicht geöffnet, aber das was drumherum an Holzfiguren stand war auch schon sehenswert.

Nachdem wir einige Zeit weiter gefahren waren, änderte sich die Landschaft nach und nach. Der Highway erreichte das Tal des Salmon River und verlief dann eine ganze Zeit parallel zu diesem Fluss, hier machte das Fahren wieder richtig Spaß.

Einen Zwischenstop machten wir in Riggins. Der Ort liegt am Salmon River, hat ca. 800 Einwohner und die scheinen alle Lachse zu angeln. So kam es uns jedenfalls vor, als wir die vielen Menschen sahen, die am Flussufer mit einer Angelroute standen.

Wie man auf dem Foto sehen kann, nicht immer erfolglos. Der Junge, der den Lachs für uns so nett präsentierte, konnte das Ding kaum halten, war ja auch ein stolzes Exemplar.

Wer in Riggins nicht angelt, der scheint sich mit River Raften zu beschäftigen. In dem kleinen Ort gibt es eine erstaunliche Anzahl an Anbietern solcher Rafting-Trips.

Kein Wunder, wenn man die Stromschnellen des Salmon River sieht, da kommt richtig Spaß auf.

Was uns noch erstaunt hat: Dieser 800-Einwohner Ort hat sogar eine eigene Bücherei, und wie alle öffentlichen Büchereien in Amerika hatte auch diese einen öffentlichen und kostenlosen Internetzugang. Das haben wir natürlich gleich ausgenutzt und unseren Reisebericht von gestern an LIVETRAVEL gesandt.

Wir haben uns natürlich gefragt, ob denn in diesem Fluss überhaupt genug Fische sind, um die große Anzahl an Anglern zu befriedigen. Kurz hinter Riggins haben wir die Antwort gefunden, stand doch ein Hinweisschild auf eine Lachs-Aufzuchtstation an der Straße. Da kam bei uns natürlich der Verdacht auf, das die Lachse hier gezüchtet werden, um dann in den Fluss ausgesetzt zu werden, damit die Angler bei Laune gehalten werden. Dieser Verdacht erhärtete sich noch, als wir feststellten das oberhalb dieser Aufzuchtstation keine Angler mehr am Ufer standen.

Etwas weiter verließ der Highway dann den Salmon River und folgte stattdessen dem Little Salmon River durch ein weites Tal mit grünen Wiesen und bewaldeten Berghängen. Dann wurde die Landschaft immer karger, kaum noch Bäume, fast nur noch kleine Sträucher oder Grasbüschel. Wir erreichten dann nach insgesamt 433 km Fahrt unser heutiges Tagesziel, den Hells Canyon.

Der Canyon des Snake River ist an manchen Stellen tiefer als der Grand Canyon. Trotzdem kann er sich nicht mit ihm messen.

Beim Grand Canyon fährt bzw. geht man an den Canyonrand und schaut in eine tiefe Schlucht. Beim Hells Canyon fährt man über eine Straße am Snake River bzw. an Stauseen entlang zum Grund des Canyons und schaut die Canyonwände hinauf.

Auf jeden Fall hatten wir uns vorgenommen, eine Jet-Boot Tour in den Canyon mitzumachen. Als wir aber das Ende der Straße erreichten, wo diese Touren starten, mussten wir feststellen, dass die letzte Tour um 14:00 Uhr startet und es war mittlerweile 16:00 Uhr. Da es in der Nähe keine Campingplätze gibt und wir damit zum übernachten auf jeden Fall zurückfahren mussten, haben wir das Vorhaben Jet-Boot Tour gestrichen.

Dafür haben wir heute Abend einen sehr schönen Campingplatz gefunden. Die Firma Idaho Power Plant, ein Stromerzeuger der den Snake River zwecks Nutzung der Wasserkraft aufgestaut hat, hat an einem der Stauseen einen wirklich schönen Campingplatz angelegt. Die Plätze sind terassenförmig angeordnet, so dass man von jedem Platz einen schönen Blick auf den See hat.

Außerdem waren es hier heute gut 25 Grad, also das erste mal Wetter für T-Shirt und Shorts, das hat uns dann doch für die verpasste Jet Boot Tour entschädigt (Gestern haben wir am Lagerfeuer mit dickem Fleece-Shirt sogar noch gefroren).

Boise - die Hauptstadt Idahos

Der Verlauf des Tages bis zum Nachmittag ist relativ schnell erzählt: Nach ca. 2 ½ Stunden Fahrt ohne große Highlights haben wir Boise erreicht. Erwähnenswert ist vielleicht noch, das kurz vor der Stadt an der Autobahn über einige Kilometer Präriehunde den Weg säumten. Einige standen oder liefen auf dem Standstreifen herum, ein paar trauten sich sogar auf die Fahrbahn (na ja, und ein paar lagen auch platt auf dem Asphalt). Es ist schon erstaunlich, das diese sonst eher ängstlichen kleinen Tiere direkt am Freeway ihre Kolonie errichten.

Boise ist mit 150000 Einwohnern die größte Stadt und zugleich Hauptstadt Idahos. Sehenswert sind das, wie in fast allen Bundesstaaten, beeindruckende Capitol Building und der Historic District mit einigen gut erhaltenen alten Straßenzügen und dem Market Place. Hier haben wir uns zur Abwechslung mal ein richtiges Mittagessen in einem Restaurant gegönnt. Bei ca. 30 Grad haben wir natürlich draußen gesessen. Unser Kleingeld reichte gerade noch, um die Parkuhr am Capitol für 1 ¾ Stunden zu füllen, und wir sind genau mit der Zeit hingekommen.

Nachdem wir noch ein paar Einkäufe erledigt haben, sind wir dann aus Boise rausgefahren Richtung Norden. Die Umgebung von Boise ist landschaftlich recht karg, eher wüstenartig. Anscheinend ist das Klima hier eher trocken und warm, die Termperaturen waren heute jedenfalls entsprechend. Auf dem Weg nach Norden auf dem Highway 21 ändert sich die Landschaft nach und nach. Erst fährt man durch Canyons und an Flüssen und Stauseen entlang, dann wird die Landschaft immer gebirgiger und waldreicher. Eine sehr schöne Strecke mit dem passenden Beinamen Ponderosa Pine Scenic Byway.

Keine Goldgräberstimmung in Idaho City" Nach ca. 40 Meilen erreicht man *Idaho City, eine alte Goldgräberstadt mit einigen historischen Gebäuden. Von den einst 30.000 Einwohnern sind noch etwa 300 übrig geblieben. Die Main Street wirkt heute noch so wie zu Wildwestzeiten, wenn nicht die parkenden Autos vor den Gebäuden stehen würden.

Am Ende unserer heutigen Tagesetappe nahm der Baumbestand auf den Bergen allerdings wieder etwas ab. Das hatte aber weniger mit den klimatischen Bedingungen als vielmehr mit den Waldbränden in den vergangenen Jahren zu tun.

Unser heutiger Campground nach insgesamt 337 km Fahrt ist ein National Forest Campground, d. h. der einzige Komfort neben Picknicktischen und Grillstellen besteht aus Plumpsklos. Landschaftlich ist er sehr schön im Wald angelegt, mit Plätzen direkt am South Fork Payette River, der jetzt gerade im Hintergund rauscht. An sich also ein idyllischer Ort, würde nicht unser Camp-Nachbar seine Motorsäge rausholen und damit sein Feuerholz zurechtschneiden. Unsereins müht sich hier mit einer kleinen Axt ab und der holt die Motorsäge raus. Das haben wir in unseren bisherigen 9 Camping-Urlauben in Nordamerika auch noch nicht erlebt.

Es gibt keine Kommentare.
Deine Meinung?

Fragen? Kommentare? Irgendwas...?

*


*

* muss sein, leider...
² sagen wir auch nich' weiter. Versprochen!

HundelebenHells CanyonStromschnelle des Salmon RiverDer Snake River schlängelt sich durch die SchluchtBig Fish 4 kg schwerer LachsCampingidylleDas Capitol Building in BoiseHistoric District von BoiseBoise' Market PlaceIdaho City Main StreetIdaho City Main Street 2Villa Kuntabund im Westernstyle
Reinhold u. Ulrike
hat nur 14 Bilder geschickt
Reinhold u. Ulrike
hat nur 14 Bilder geschickt
Userbild
Name
Reinhold u. Ulrike Hinnah
Alter
44
Ort
Osnabrück
Webseite
besuchen

Alle Reisen von Reinhold u. Ulrike Hinnah

USA Kanada Tour - per Wohnmobil durch die Wildnis!

Unsere 2-wöchige Tour mit dem Wohnmobil durch den Nordwesten der USA und den Südwesten Kanadas führte uns vorbei an grandiosen Canyons und wilden Nationalparks. Tobende Wasserfälle, sprühende Geysire, wilde Büffel und Bären, Geisterstädte... es war einfach nur phantastisch. Kommt her und guckt euch diese Landschaft an!