
USA Kanada Tour - per Wohnmobil durch die Wildnis!
Passtraßen, Bären und jede Menge Schwefel
02.06.2001 |
31.05. Der Beartooth Pass – die schönste Gebirgsstraße Nordamerikas Für heute hatten wir uns die Fahrt über den Beartooth Pass zurück zum Yellowstone National Park vorgenommen. Die Fahrt durch die Beartooth Mountains sollte lt. unserem Lieblingsreiseführer (Grundmann: Durch den Westen der USA, Reise Know How Verlag) die schönste Zufahrt zum Yellowstone sein, das wollten wir jetzt nachprüfen.
Vom Bighorn Canyon brauchten wir ca. 1 ½ Stunden, um die Vorberge der Beartooth Mountains zu erreichen, grasbewachsene Hügel, die Amis sagen Foothills dazu.
Zwischendurch kamen wir an einer stillgelegten Mine vorbei, kurz danach erreichten wir Red Lodge. Ein sehr netter Ort, erstaunlich, dass wir in keinem Reiseführer etwas darüber gefunden haben. Schöne alte Häuser an der Hauptstr., die meisten stammen aus der Zeit um 1900, darin nette Cafés, Restaurants und Shops. Zum Glück auch ein Internet Café, so daß wir in netter Atmosphäre unser LiveDiary von gestern übertragen konnten.
Hinter Red Lodge begann dann der Anstieg zum Beartooth Pass. Langsam aber sicher windet sich die Straße immer höher und irgendwann glaubt man dann, man habe den höchsten Punkt erreicht, weil man meint, man ist schon auf einer Höhe mit den Gipfeln der umliegenden Berge.
Aber so ist es nicht, man hat den höchsten Punkt immer noch nicht erreicht, hinter der nächsten Kurve geht es immer noch ein Stückchen höher und irgendwann schaut man auf den ein oder anderen Berggipfel hinab.
Hat man dann wirklich die ca. 3300 Meter erreicht, bietet sich einem ein atemberaubendes Panorama. Unser Reiseführer hat wirklich nicht gelogen, diese Zufahrt zum Yellowstone ist mit Abstand die Beste und sicher die schönste Gebirgsstrecke, die wir jemals in Nordamerika einschliesslich Alaska gefahren sind.
Ein weiterer Vorteil dieser Strecke ist, dass sie abseits der Hauptrouten zum Yellowstone liegt und daher nicht so stark befahren ist. Das haben wir auch gemerkt, als wir in den Park hineinfuhren. Kein Vergleich zum Verkehr auf anderen Zufahrtstraßen zum Park.
Im Park selbst fährt man zunächst durch ein weitläufiges Waldgebiet, welches Gott sei Dank vom großen Waldbrand 1988 verschont wurde, und erreicht dann das weite, von grünen Wiesen gesäumte Tal des Lamar River.
Unser Ziel für heute war der Tower Campground. Auf dem Weg dorthin sahen wir schon von weiten einige Fahrzeuge am Straßenrand stehen und ein paar Leute am Waldrand mit Fotoapparaten, Ferngläsern etc. Es war klar, hier konnte nur ein Bär oder ein Elch sein. Also parkten wir unser Wohnmobil auch am Straßenrand und schauten nach. Im Wald etwas versteckt hinter Bäumen lief ein Bär herum. Ca. 50 m entfernt, aber mit dem Fernglas gut zu sehen. Wir hielten uns eine ganze Zeit dort auf und hofften, das der Bär etwas mehr aus dem Wald herauskommt, aber das tat er nicht. Trotzdem sahen wir, wie er sich auf einmal auf den Rücken legte und alle Viere von sich streckte, wie ein Teddybär. Wir hätten uns noch lange dort aufhalten können, aber wir mußten uns noch um einen Campingplatz für die Nacht kümmern und das sollte man im Yellowstone nicht zu spät tun.
Also fuhren wir weiter, kamen aber nach ca. 5 Minuten schon an den nächsten Menschenauflauf. Hier standen noch mehr Menschen und noch mehr Autos am Straßenrand. Hier war auch nicht ein Bär, hier waren 3 Bären zu sehen. Eine Mutter mit zwei Jungen, ca. 20 Meter vom Straßenrand entfernt. Also mußten wir hier auch noch eine ganze Zeit verweilen, das war natürlich noch besser als der eine Bär vorher. Mit zunehmender Dauer wurde der Menschenauflauf natürlich immer größer und das Verkehrschaos auf der Straße immer größer. Es dauerte aber nicht lange und dann kamen 3 Parkranger und regelten den Verkehr (und scheuchten nicht, wie wir es 1997 schon mal erlebt hatten, die Leute weg).
Um ca. 18.00 Uhr waren wir schließlich auf dem Tower Fall Campground, der auch schon ziemlich voll war, aber wir konnten noch einen Platz ergattern und ließen diesen Super-Urlaubstag stilecht am Lagerfeuer ausklingen.
Von unseren Campnachbarinnen bekamen wir dann noch ein Stück Kupferrohr, dass mit Bohrlöchern versehen war und in dem ein Stück Gartenschlauch steckte. Das haben wir ins Feuer gelegt und es kamen tolle Türkisfärbungen zum Vorschein. Sie gaben uns dies als Dank dafür, dass wir Ihnen ein paar Holzschnitzel zum Starten des Lagerfeuers gegeben hatten.
01.06. Begegnung mit Bären Nach dem Frühstück machten wir uns auf vom Tower Fall Campground nach Mammoth. Dort wollten wir uns zunächst einen Campground für die Nacht reservieren und dann die heißen Quellen anschauen.
Wir waren erst ein paar Minuten gefahren, als wir die Bärenmutter mit den 2 Jungen von gestern wiedersahen. Diesmal waren sie direkt am Straßenrand und nur ca. 100 Meter von der gestrigen Stelle entfernt. Natürlich schauten wir uns dieses Schauspiel auch wieder ca. ½ Stunde an (es hatte sich wieder ein großer Menschauflauf gebildet und 2 Parkranger waren da, um den Verkehr zu regeln) und fuhren dann weiter.
Nachdem wir unseren Campingplatz auf dem Mammoth Hot Springs Campground reserviert hatten, verbrachten wir den Rest des Vormittages damit, uns die heißen Quellen anzuschauen. Das schwefelhaltige Wasser hat hier im Laufe der Jahre terassenförmige Ablagerungen gebildet, die in allen möglichen Farben schimmern.
Old Faithfull und Midway Geyser Basin Danach machten wir ein Mittags-Picknick und fuhren dann weiter zum Old Faithful. Auf dem Weg dorthin trafen wir wieder einige Male auf unsere „alten Bekannten": Bisons an der Straße, Bisons am Fluß, Wapitis an der Straße, Wapitis auf der Weide, Bisons und Wapitis zusammen auf der Weide.
Einen weiteren Stop legten wir am Midway Geyser Basin ein. Hier hat das aus den Pool abfließende Wasser Ablagerungen in allen möglichen Farben geschaffen. Die Pools selber schimmern in den schönsten Grün- und Blautönen, und beim Pool mit dem Namen Grand Prismatic Spring ist sogar der heiße Dampf verschiedenfarbig.
Insgesamt ein sehr farbenfrohes Schauspiel, einer unserer „Geheimfavoriten".
Gegen 16.00 Uhr erreichten wir schießlich das Upper Geyser Basin mit dem berühmten Old Faithful Geysir. Der Zeitpunkt war passend gewählt, um ca. 16.10 Uhr stand der nächste Ausbruch des Geysirs an, und das gehört natürlich zum Pflichtprogramm eines Yellowstone Besuchs.
Um den Old Faithul ist ein riesiger Komplex entstanden, Geschäfte, Visitor Center, Restaurants und natürlich das Old Faithful Inn, ein Hotel im Blockhausstil welches für sich schon eine Attraktion ist. Drumherum gibt es riesige Parkplätze, hier dürfte auch in der Hochsaison kein Parkplatzmangel herrschen.
Nachdem der Ausbruch des Old Faithful beendet war, mußten wir fast quer durch den Park fahren, um zu unserem Campingplatz zu kommen. Wir brauchten daher noch ca. 2 Stunden um über Canyon Village und Tower Fall zurück zum Campground zu kommen. Die Strecke von Canyon Village nach Tower Fall war die letzte, die wir bisher noch nie gefahren hatten und deshalb hatten wir diese Route gewählt. Gegen 19.00 Uhr konnte dann endlich die Grillkohle angezündet werden und bei angenehmen Temperaturen konnten wir noch bis ca. 22.00 Uhr daußen am Feuer sitzen.
02.06. Büffel kreuzten ihren Weg… Heute morgen war es schon so warm, das wir mit T-Shirt und Shorts draußen frühstücken konnten. Nach dem Frühstück ging es dann los Richtung Westausgang, über den wir den Yellowstone National Park verlassen wollten. Unterwegs wieder unsere Freunde die Büffel, diesmal aber nicht am Fluß oder an der Straße, sondern auf der Straße, beide Fahrspuren einnehmend und mit der Zeit ein ziemliches Verkehrschaos verursachend. Wir hatten das Glück oder Pech, direkt das erste Auto hinter der Büffelherde zu sein. Wir wußten nicht so richtig, wie wir uns verhalten sollten, ganz dicht auffahren um die Tiere von der Straße zu verteiben oder lieber Platz lassen, um die Tiere nicht zu reizen.
So ging das ca. 15 Minuten, die Tiere trotteten vorne Weg, wir fuhren im Schritttempo ziemlich dicht hinterher und hinter uns eine riesige Autoschlange. Die Autoschlange auf der Gegenfahrbahn war genauso lang. Irgendwann kam dann rechts neben der Fahrbahn ein Parkstreifen, auf dem zum Glück keiner parkte. Diese Gelegenheit haben wir dann wahrgenommen und die Herde rechts überholt. Wie wir im Rückspiegel sehen konnten, ist dies aber nur ein oder zwei Autos außer uns gelungen, dann war auch diese Lücke wieder von der Herde geschlossen worden.
Kurz bevor wir den Westausgang erreichten, mußten wir nochmal wegen einer Büffelherde anhalten. Diesmal aber freiwillig, da rechts von der Straße eine ziemlich große Herde den Madison River durchschwamm, und dieses imposante Schauspiel wollten wir uns nicht entgehen lassen.
Schließlich war es dann aber doch geschafft und wir erreichten den Ort West Yellowstone, der direkt vor dem Westeingang des Parks liegt. Wir schlenderten durch den total auf den Yellowstone-Tourismus ausgelegten Ort und kauften noch ein paar Lebensmittel und Getränke ein, dann ging es weiter zum KOA Campground etwas außerhalb des Ortes. Hier werden wir den nachmittag mit Wäsche waschen, Postkarten schreiben und relaxen verbringen. Außerdem gehört zum Platz sogar ein Hallenbad, was wir heute sicher auch noch ausnutzen werden.
Es gibt keine Kommentare.
Deine Meinung?
- Name
- Reinhold u. Ulrike Hinnah
- Alter
- 44
- Ort
- Osnabrück
- Webseite
- besuchen
Alle Reisen von Reinhold u. Ulrike Hinnah
USA Kanada Tour - per Wohnmobil durch die Wildnis!
Unsere 2-wöchige Tour mit dem Wohnmobil durch den Nordwesten der USA und den Südwesten Kanadas führte uns vorbei an grandiosen Canyons und wilden Nationalparks. Tobende Wasserfälle, sprühende Geysire, wilde Büffel und Bären, Geisterstädte... es war einfach nur phantastisch. Kommt her und guckt euch diese Landschaft an!















