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Im Angesicht der Himmelsstürmer

16.12.2007 |

Großzügig übernimmt der Himmel heute die Nebenrolle. Er hat seine Wolkenherde in den Hintergrund befohlen, und seine beim Blick in den Spiegel der Lagune aufflammende Eitelkeit wird mit einem Grünstich in ihre Schranken gewiesen. Willig schmeichelt er der erhabenen Silhouette der drei steinernen Protagonisten mit einer Bühne aus royalem Blau.

Die Gipfel des Fitz Roy Massivs streben vor mir senkrecht in die Höhe. Sie folgen dem Vorbild gotischer Kathedralen: Hoch, höher, am höchsten. Wie Orgelpfeifen stehen sie nebeneinander. Rechts, der höchste der drei, misst 3406 Meter und gibt dem Massiv seinen Namen. Es ist der sagenumwobene Cerro Fitz Roy, der schon manchen Bergsteigerstolz gebrochen hat. Wetter und Vertikalen haben nicht nur eine Expedition zurück an den Fuß des Berges gezwungen.

Diese imposante Granitbastion im patagonischen Eisfeld der Anden strotzt vor Kraft. Ich kann meinen Blick nicht mehr abwenden, seit ich den höchsten Aussichtspunkt, der für Nichtbergsteiger zugänglich ist, erklommen habe. Das Blut pulsiert in meinen Adern. In meinen Ohren meine ich ein orgelmusikalisches Rauschen zu hören. Vor meinem inneren Auge tobt ein zur Dramatik neigender Organist virtuos über Tasten und Pedale und kumuliert Töne, die sich bei strenger Einhaltung des Takts vielstimmig in den Himmel schrauben. Ich starre sie einfach nur an, diese unglaublich zielgerichteten Gipfel. Die Aussicht droht mir den Atem zu rauben.

Seit ich sitze, spüre ich, wie sich der Taktschlag meines Herzens nach dem steilen Aufstieg wieder auf ein Normalmaß senkt und meine Lungen gelassener pumpen. Die Dramatik der Orgel ebbt ab und weicht dem Klang der Stille. Wie friedlich und blau-weiß-grau es hier ist. Meine Augen fangen an, sich auf den Details der Berge auszuruhen. Ich scanne sie und bleibe. Lange.

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Alle Reisen von Friederike von Bistram

Südamerika Rundreise

Hallo! Ich bin Friederike, 31, und im „wahren Leben“ Grafikerin in Hamburg. In Kürze verlasse ich dieses „wahre Leben“ vorübergehend und tausche es gegen einen Traum: Ich werde für 10 Monate durch Südamerika reisen. Die Route ist offen, und wie sagt man so schön, der Weg ist das Ziel.
Ich möchte Spanisch lernen, Menschen begegnen, Tango tanzen, fotografieren und schreiben, Berge erklimmen, das Blau der Ozeane mit dem Himmel vergleichen und frische Luft atmen…
Letzteres wird wohl hintangestellt werden müssen, denn meine Reise beginnt in einer 12-Millionen-Metropole mit trügerischem Namen: Buenos Aires. Am 29. August geht es los, und schon am 3. September werde ich „eingeschult“, um meinen sehr überschaubaren Wortschatz, der sich bislang auf „Hola“ und „Un café con leche, por favor“ beschränkt, reisetauglich auszubauen.