



Südamerika Rundreise
Moby Dicks Enkel
06.12.2007 |
Himmel, ich bin nicht seefest! Das Boot taumelt in den Wellen, der Motor ist aus, und ich versuche stehend mit beiden Beinen die ungleichmäßigen Wellenbewegungen auszugleichen. Ich fokussiere wechselweise die Horizontlinie und das sich mir nur ein paar Meter vom Boot entfernt bietende Spektakel:
Ein junger Glattwal wuchtet seinen viele Tonnen schweren Körper aus dem Wasser und landet platschend wieder im Meer. Jugendlich tollkühn tobt er sich aus! Seine Mutter, ganz in der Nähe, liegt wie ein riesiger Pott im Ozean und observiert das Geschehen. Ihr zur Schau gestellter blauschwarzer Rücken misst in der Länge um die 15 Meter. Ausgewachsene südliche Glattwale können bis zu 80 Tonnen auf die Waage bringen. Wie viele Lastwagenladungen schweben hier wohl so selbstverständlich knapp unter der Wasseroberfläche?
Wir wurden zu Beginn unserer Tour von der uns begleitenden Meeresbiologin angehalten, keine Schreie oder sonstigen lauten Töne von uns zu geben. Der Hinweis war quasi unnötig, der gesamten Mannschaft hat es die Sprache verschlagen. Es ist mucksmäuschenstill. Allein das Schmatzen und Schlagen der Wellen am Bootsbauch und das Platschen und Pusten der Wale sind zu hören. Ich bin hin und hergerissen zwischen ehrfürchtiger Begeisterung über die Begegnung mit diesen Meeresgiganten und meiner sich steigernden Übelkeit.
"Mutterwal auf 3 Uhr!", zerreißt die Ansage unseres Steuermanns die Stille. Die gesamte Meute rennt nach Steuerbord. Ich setze mich einfach hin, schicke alle Konzentration in meine immer weicher werdenden Knie und versuche meinen rebellierenden Magen wieder am haltbringenden Horizont aufzuhängen. Meine suchenden Blicke treffen auf andere suchende Augenpaare. Verdammt, wo ist die rettende Linie zwischen Himmel und Meer?
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- Name
- Friederike von Bistram
- Alter
- 32
- Ort
- Hamburg
- Webseite
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Südamerika Rundreise
Hallo! Ich bin Friederike, 31, und im „wahren Leben“ Grafikerin in Hamburg. In Kürze verlasse ich dieses „wahre Leben“ vorübergehend und tausche es gegen einen Traum: Ich werde für 10 Monate durch Südamerika reisen. Die Route ist offen, und wie sagt man so schön, der Weg ist das Ziel.
Ich möchte Spanisch lernen, Menschen begegnen, Tango tanzen, fotografieren und schreiben, Berge erklimmen, das Blau der Ozeane mit dem Himmel vergleichen und frische Luft atmen…
Letzteres wird wohl hintangestellt werden müssen, denn meine Reise beginnt in einer 12-Millionen-Metropole mit trügerischem Namen: Buenos Aires. Am 29. August geht es los, und schon am 3. September werde ich „eingeschult“, um meinen sehr überschaubaren Wortschatz, der sich bislang auf „Hola“ und „Un café con leche, por favor“ beschränkt, reisetauglich auszubauen.








