



Südamerika Rundreise
Im Garten der duftenden Bäume
18.10.2007 |
Eine fulminante Mischung aus frischem Zitrusduft, Vergorenem, Schimmel und Waldboden lotst mich samt meiner überforderten und neugierig gewordenen Nase vom befestigten Weg ins Grüne zwischen die alten Mauern des ehemaligen Wohntrakts der Jesuitenreduktion San Ignacio Mini. Rechts und links umgeben mich die Mauerstümpfe einer Art Reihenhaussiedlung, die die Zeit überdauert haben. Die alten Steine tragen ein dichtes, grünes Kleid aus Farnen, Gräsern und Moos. Der Boden zwischen den Mauern ist mit zum Teil überknöchelhohem Grün überwuchert. Ich schleiche vorsichtig über diesen undurchsichtigen Grund und muss nicht weit gehen, um dem Geheimnis des Zitrusfruchtduftes auf die Schliche zu kommen: Schon nach wenigen Metern stolpere ich über tennisballgroße, kugelrunde, knallige Orangen.
Ich knie andächtig vor zwei besonders schönen Prachtexemplaren, um sie gebührend ins rechte Licht zu setzen und ein orangendominiertes Foto zu gestalten, als sich ein spitzer, surrender Klang meinem linken Ohr nähert. Es dauert nicht lange, bis auch das rechte von diesem Geräusch Notiz nimmt. Ich deute es in Sekunden ganz richtig als Moskitomotorengeräusch, aber zu spät um zu entfliehen: Ich erliege einer bösen Attacke. In Heerscharen fallen sie über mich her.
In der dachlosen Kirche herrscht Frieden: Keine Bäume, keine vergorenen Orangen, keine Moskitos, einfach nur eine Menge alter Steine und Mauern. Einige werden mit Holzgerüsten stabilisiert. Der Bau misst imposante 74 mal 24 Meter und wird von einem barocken Eingangstor gerahmt. Er stammt aus dem Jahr 1696. Gegründet wurde die Jesuitenreduktion bereits 1610 als eine von dreißig Missionsstationen im Dreiländereck Argentinien, Brasilien und Paraguay. Aber einfallende Sklavenjäger machten eine spätere Umsiedlung und den Neuaufbau am heutigen Standort nötig.
Was zu Beginn des 17. Jahrhunderts unter spanischer Herrschaft aus politischem Interesse und zum Zwecke der Evangelisierung der Ureinwohner, der Guaraní-Indianer, begann, wandelte sich in eine Schutzzone der indigenen Bevölkerung vor Sklavenhandel und Verschleppung. Was schwerer wiegt, der Gewinn an Schutz und Bildung oder die Ausbeutung der Arbeitskraft und der Verlust der ursprünglichen Lebensform der Ureinwohner, sei dahingestellt.
Zur Blütezeit Mitte des 18. Jahrhunderts lebten in etwa 100 000 Guaraní in den Reduktionen unter Führung der Jesuiten. Diese Siedlungen waren politisch und wirtschaftlich autonom. Dem spanischen König blieb der wachsende Reichtum und die zunehmende Macht des Ordens nicht verborgen und ließ die Jesuiten im Jahre 1767 des Landes verweisen. Die Missionen wurden aufgelöst und verfielen fast vollständig.
San Ignacio Mini ist ein baulich gut erhaltendes Beispiel einer Reihe von der von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärten Jesuitenreduktionen im Nordosten Argentiniens. Bis heute spiegelt sich die Wichtigkeit dieser geschichtlichen Epoche im Namen der Region wieder: Misiones.
Morgen werde ich das Land der roten Erde und der duftenden Orangen wieder verlassen und mich weiter in den Nordwesten des Landes durchschlagen. Ich freue mich auf die Berge und auf Höhenlagen, die Moskitoattacken sehr unwahrscheinlich werden lassen.
Es gibt 4 Kommentare.
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- Name
- Friederike von Bistram
- Alter
- 32
- Ort
- Hamburg
- Webseite
- ---
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Südamerika Rundreise
Hallo! Ich bin Friederike, 31, und im „wahren Leben“ Grafikerin in Hamburg. In Kürze verlasse ich dieses „wahre Leben“ vorübergehend und tausche es gegen einen Traum: Ich werde für 10 Monate durch Südamerika reisen. Die Route ist offen, und wie sagt man so schön, der Weg ist das Ziel.
Ich möchte Spanisch lernen, Menschen begegnen, Tango tanzen, fotografieren und schreiben, Berge erklimmen, das Blau der Ozeane mit dem Himmel vergleichen und frische Luft atmen…
Letzteres wird wohl hintangestellt werden müssen, denn meine Reise beginnt in einer 12-Millionen-Metropole mit trügerischem Namen: Buenos Aires. Am 29. August geht es los, und schon am 3. September werde ich „eingeschult“, um meinen sehr überschaubaren Wortschatz, der sich bislang auf „Hola“ und „Un café con leche, por favor“ beschränkt, reisetauglich auszubauen.









Andres Geld und andre Sterne,
Weihnachten in weiter Ferne.
Andre Sterne, andres Geld,
der Gruß geht um die halbe Welt.
Er wünscht ein schönes Weihnachtsfest,
das überall sich feiern lässt:
bei uns ist graue Winternacht,
während bei euch die Sonne lacht.
Doch scheint sie auch zum Weihnachtsfest
ihr Licht in Nord, Süd, Ost und West.
Mit Sternen- oder Sonnenschein -
das Fest soll uns gesegnet sein.
Den Bistrams - Kaj und Gesine
sagte Kaj Wechterstein am 23.12.2007 um 16:59 Uhr #
Weihnachten einmal ganz anders !
Zu diesem Erlebnis wünschen wir euch allen viel Freude.
Wir begleiten euch in unseren Gedanken.
Alles Liebe
Nati und Manfred
sagte Manfred Feinstein am 23.12.2007 um 18:58 Uhr #
Hallo liebe IlseFriediMax,
bei dieser grauen Affenkälte hier ist es besonders schön, warme Worte aus der wärmeren Ecke der Welt zu lesen.
Wir wünschen Euch weiterhin schönes Beisammensein und Miteinander-Erleben und schicken ganz liebe Grüße aus klassischer Weihnachts-Lichter-Duft-Gemütlichkeits-Stimmung
mit Rauhreif-Kränzchen Eure DinaMikoMinoMonja xxxx
sagte Dina & Co. am 26.12.2007 um 13:09 Uhr #
Liebe Ilse, Friedi und Max,
herzlichen Dank für die Weihnachtsgruesse und den schoenen Kalender, der uns sehr gut gefällt und ausgedruckt in der kueche haengt. Wir hoffen, Ihr habt shoene Tage hinter Euch und erlebnisreiche vor Euch. Wir wuenschen einen vergnuegten Jahrewechsel.
Liebe Gruesse Freda und Joern
sagte Freda und Jörn am 26.12.2007 um 19:01 Uhr #