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Gefahrensucher unter sich

17.02.2009 |

Liebe Freunde des Reisens. Mitlerweile sitze ich wieder in meinem Lieblingshotel in Leon und versuche die letzen Tage Revue passieren zu lassen. Und mir faellt mal wieder auf, dass in Bananenrepubliken das Abenteuer nicht nur auf der Strasse wartet, sondern vielmehr hinter jeder Ecke lauert. Man muss sich hier schon besonders gut verstecken koennen, um nicht davon infiziert zu werden.

Eine ganze Weile schaffte ich es mich halbwegs abanteuerlos von Honduras nach Nicaragua durchzuschlagen. Doch schon in der 2ten Nacht traf ich die richtige aber folgenschwere Entscheidung, nicht wie der Rest des Busses in der Hauptstadt zu naechtigen, sondern den letzten Bus in eine kleines Grenzdoerfchen zu nehmen. Ich folgte einem kandischen Paerchen, das mit leuchtenden Augen von diesem Ort voller Cowboyhueten erzaehlte. Dort angekommen bezogen wir Quartier im Muchachos Hotel und erkundeten das Dorf. Ich wollte meinen Augen nach 23Std Busfahrt nicht so recht glauben, aber tatsaechlich die komplette maennliche Bevoelkerung des Dorfes trug Cowboyhut und Schnurrbart. Einige ritten sogar auf stolzen Pferden die Hauptstrasse entlang und ich meinte sogar aus den Augenwinkeln erkennen zu koennen, wie ein besonders durchtriebener Cowboy einen Strassenkoeter mit seinem Lasso einfing, bloss um ihn mit einer dicken Wurst zu fuettern.

In Leon, dieser alten aber wesentlich charmanteren Hauptstadt Nicaraguas, potentziert sich die Abenteurlust wesentlich mir der Anzahl der getrunkenen Glaesern Rum. Die erste Nacht verbrachte ich in einer Salsa Bar, in der ich mich von Carla ueberreden liess in die Kunst des Salsas eingefuehrt zu werden. Unter anfeuernden Ausrufen der oertlichen Jugend fegte ich ueber das alte Holzparkett der Bar, bis mir fast schwindelig wurde. Zum Glueck endete dieser Abend nicht in der oertlichen Diskothek sondern in der Karaokebar und zum grossen Glueck meinerseits laesst es sich hervorragend auf Spanisch Karaoke singen ohne auch nur ein Wort der Sprache zu verstehen. Man muss nur geschickt hier und dort ein Ayriba oder Andale in den Text bruellen und schon hat man die Meute auf seiner Seite.

Am naechsten Morgen erinnerte mich mein Zimmerkumpane daran, dass wir uns auf dem Heimweg freiwillig zum Vulkanboarding gemeldet hatten. Ich stutzte kurz, war mir diese Sportart doch uberhaupt nicht gelaeufig. 2 Stunden spaeter klaerte uns Bim, selbsternannter Erfinder dieser Sportart, ueber Vulkanoboarding auf. Man besteigt mit einem ollen Holzbrett und einem orangenen Overall bewaffnet einen aktiven Vulkan. Am Gipfel des Vulkans steigt man in dem Overall, setzt sich auf das Holzbrett und laesst ein Stossgebet gen Himmel ab, denn Ziel dieser Sportart ist nicht etwa Grazie, sondern pure Geschwindigkeit. In einer Art hockenden Panikhaltung saust man auf dem Brett den Vulkan hinab, in der Hoffnung nicht zu stuerzen oder eine groessere Bodenwelle zu erwischen. Der Geschwindigkeitsrekord liegt aktuell bei 78 km/h und einem gebrochenem Bein. Ich schaffte immerhin 62 km/h ohne eine Schramme. Ein Dame aus unserer Gruppe schaffte eine neue weibliche Bestzeit mit 68 km/h und schrammte sich dabei nur ein Bein auf. Sie wusste nicht wie sie Bremsen sollte, erzaehlte sie mir spaeter.

Nach so viel Adrenalinkitzel schnappte ich einen weiteren Bus zum naechsten pazifischen Strand, mit der festen Uberzeugung nun auch die Wogen des Pazifiks auf einem Board bezwingen zu koennen. Nach einer Stunde Surfuntericht, in der mich mein Lehrer gnaedig und geduldig in die Wellen schob, fasste ich mir ein Herz und paddelte hinaus. Leider musste ich feststellen das 3m Wellen, aus der Perspektive eine Surbrettes entsetzlich hoch wirken. Ich musste auch festellen, dass die 2 Wochen Bogeyboarding mit 16 in Biarritz nicht als wirkliche Erfahrung im Pazifik annerkant werden. Die erste grosse Welle fegte mich genuesslich vom Brett und wirbelte mich ins Meer. Das Brett schlug mir an den Schaedel und die Welle schob mich zurueck an den Strand. Ich verlor dabei eine Flosse des Surfbretts, die mich $25 Dollar kostete und beschloss das Surfen den Profis zu ueberlassen.

So viel Abentuer haelt ja ein Mensch auf Dauer nicht aus, deswegen fleuchte ich morgen mir Caro auf eine kleine, paradiesische Insel und gruesse meine Haengematte und vielleicht den ein oder anderen Fisch.

Es gibt einen Kommentar.
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  1. Um die Chance der Erfolgswell weiter zu nutzen hier meine Antwort auf die grosse Frage:

    Auch wenn das Landswappen nur fünf Vulkane zeigt sind die Majores neun aktive Vulkane mit den folgenden Namen: San Christobal, Casita, Telica, Cerro Negro, Las Pilas, Momotombo, Masaya, Mombach und Conception; ob dies allerdings alle aktiven Vulkane Nicaraguas sind ist mehr als fraglich. Aber mal was anderes, hat es Euch auch nach Corn Island verschlagen, habe da einen "interessanten" Bericht gelesen.
    Wahrscheinlich seid Ihr längst wieder im Lande. Liebe Grüsse
    Michael Stricker

    sagte Michael Stricker am 08.03.2009 um 14:58 Uhr #

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* muss sein, leider...
² sagen wir auch nich' weiter. Versprochen!

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donmartinberlin
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Karibische Kapriolen

Von Miami über Nicaragua nach Panama will ich reisen. Janosch sagte: "Oh wie schön ist Panama." Ich hoffe er hatte recht und Tiger und Ente haben dort eine Strandbar eröffnet.