Marseille kulinarisch
No Pics please
17.12.2007 |
Als Rachel und Sylvain hier waren, wurde ich von ihnen gefragt, was ich denn an Marseille besonders lieb gewonnen haette. Und zu meinem Entsetzen ist mir so spontan kaum etwas eingefallen – nicht, weil es nichts gaebe, sondern, weil ich die ganze Zeit so bedacht darauf war, Unterschiede zu finden und mich ueber die Busse aufzuregen. Die letzten 2 Wochen habe ich dann ausschliesslich damit verbracht alles zu sammeln, was ich vermissen werde und das ist eine ganze Menge. Die abschliessenden "Best of Photos" gibt es erst das naechste Mal, als Sentimental Journey. Mich jetzt damit zu befassen wuerde die Abschiedswehen noch vergroessern und es hat sich in unsere Gruppe eh schon die grosse Melancholie eingeschlichen. Nach 3 Monaten hat man sich sehr eingelebt, befreundet, kultiviert, eingelassen, eingemuggelt und ist sehr angekommen. Eine grossartige Zeit.
Das wird fehlen: *Marseillés, die den Winter komplett verleugenen und viel zu kalt angezogen sind, weil es bestimmt gleich wieder warm wird. *Busfahrer, die genau das selbe denken und deshalb gar nicht erst die Heizung einstellen, auch, wenn wir Kristalle ausatmen. *Der Strand, der immer in der Naehe ist. *Das Meer, das immer in der Naehe ist. *Der Himmel, der irgendwie groesser ist. *Die langen, weiten Strassen , die einen immer den Himmel sehen lassen. *Die alten Haeuser, buergerlich, renoviert, heruntergekommen, schoen. *Die schoenen alten kleinen Kinos. *Das Merlan Theater. *Der Vieux Port. *Die vielen Cafés. *Die echten Kellner. *Der Court Julien. *Von keinem berichtgigt werden, weil ich mit so großer Selbstverständlichkeit kreuzschlechtes Französisch spreche. (O-Ton Madleen) *Madlen. Ihr Lachen. *Mit meinem miserablen Französisch ganz hervorragend durchkommen. *Die Wörter "Putain", "Truck" und "Donc", die einen jede Situation très francaise bewältigen lassen. *Feine Damen die schimpfen wie ein Hafenarbeiter, zum Beispiel, weil der Busfahrer mal wieder das Anhalten vergisst. *Das große LUMINY Leuchtschild am 21er Bus. *Meine Küchenjungs und -Mädels. *Von verzogenen Rotzgören umgeben busfahren, die sich gegenseitig ihre neuesten Downloads vorspielen. *Der Argentinier, der nächtens im Flur laut und vor allem falsch singt. *Den Flur entlang zum immer gehen und dabei 5 verschiedene Sprachen hören. *Das abends zusammen essen. *Sonntagmorgenfrühstückspicknick auf dem Flur vor Shimas Zimmer. *Shima. Ihr Lachen. *Freitagabendafrikanischpicknicken auf dem lur vor Shimas Zimmer vor Caros Abreise. *Caro. Ihr Lachen. *Lily beim nachausekommen mit einer Shoppingtüte erwischen. *Lily.Ihr Lachen. *Notre Dame, die von überall sichtbar über Marseille thront. *Die Rue Paradis und ihre Nebenstrassen. *Die Rue Canebière und ihre Nebenstrassen. *Über den Arabischen Markt schlendern. *Komplimente von den Obstverläufern auf dem Arabischen Markt. *Die freundlichen, hilfsbereiten Marseillés. Nie bin ich irgendwo einfach auf Grund meines Akzents so oft und interessiert angesprochen worden, im Bus, im Restaurant… *Das viele krumme, schiefe, unorganisierte, vernachlässigte. *Fairplay, Negresco und all die anderen Café an denen man jeden Morgen vorbei fährt und dort durchs Fenster die Männer am Tresen ihren Café trinken sieht. *Die vielen schönen Märkte. *Die vielen Austernstände an jeder Ecke. *Andauernd die Fahrkarte vorzeigen müssen. *Die "Mecs". *Die Sonnenuntergänge. *Die morgendliche Ruhe und schöne Kulisse an der Bushaltestelle. *Wandern. *Jeden Tag ein neues Wort lernen. *Jeden Tag eine neue Straße erobern. *Mein "ZEIT"-Kiosk. *La Corniche. *Les Goutes. *Das Essen. *Das Essen. *Der Wein. Crémant. Martini bianco mit Shima, der lieben lauten Saufschwester. *Das "kein Wein" von Anna. *Das "Echt?" von Viola. *Hanni und Nanni. Moppelchen und Stoppelchen. *Die vielen Fallus-Säulen in der Stadt. *Le Petit Nice. *Der nackte Arsch am Meer. Eine schöne Davidtatue, nackig und von den Marseilleés liebevolle verhöhnt. *Jean-France. Der beste Hausmeister vor dem Herrn. Ever. *Die Straßen mit den vielen Menschen. Ganz anders als bei uns. *La Cote bleu. *Quatschen aufm Zimmer. *2000 Schuhläden. *Von den anderen so viel lernen. *Das kleine gemütliche Zimmer. *"What?" ""Fuck!" Kermit. Ricky. Sean. Schmallippe. Ente. *Muffin Monday. *Das Stadion und "Les Bleus". *Rugby. *"Un petit Pastis dans un verre ballon sans glace." *Monoprix. Géant. Carre Four. *Kein TV. *Mopeds und Roller. *Tausend andere große und kleine Dinge. *Der Geruch. *Meine Mädels.
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- Name
- Britta Behnk
- Alter
- 40
- Ort
- Hamburg
- Webseite
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Marseille kulinarisch
Nach verschlungenen Pfaden durch diverse Studienfächer und Werbeagenturen habe ich im Januar das vorest letzte Ziel erreicht: ich bin Köchin - und sehr glücklich damit. Und weil man diesen Job so fein mit auf Reisen nehmen kann, starte ich gleich durch und verlasse Hamburg gen Marseille, um im Rahmen des 'Leonardo de Vinci-EU-Programms' an einem 3monatigem Praktikum teilzunehmen.
Kommt mit auf eine kulinarische Tour de Provence!
waaas? schon vorbei? sehr schade, hatte viel spass. ich wünsche dir viel Astra zum feste und alles gute. fabian
sagte Fab am 21.12.2007 um 12:39 Uhr #