Marseille kulinarisch
Auszeit von der Auszeit
02.12.2007 |
Endlich Regen Es mag ja fuer die meisten Menschen und vor allem fuer die Suedfranzosen unbegreiflich sein, aber als hier am letzten Novemberwochenende der Himmel zu zog, grau wurde und schwere Wolken dicke Tropfen losliessen – da war ich echt gluecklich. In Hamburg haette mich diese Witterung automatisch an die Nordsee gezogen und ploetzlich ging mir auch hier die Stdt und ihre bergige Umgebung ein bisschen gegen den Strich und nahm mir den Atem. Und sogleich wurde das noetigste in den Rucksack gepackt endlich hat sich die Mitnahme meines Regencapes ausgezahlt und ich startete in ein langes Wochenende. Natuerlich ohne einen Plan. Nur mit einem Zettel auf den Caro mir ein paar Namen von Staedten geschrieben hatte, deren Besuch sich lohnen koennte: La Ciotat, Sanary sur Mer, Cannes, Nice. Und los! Aber gaaaanz langsam. Nur mit Linienbus und Bummelbahn bin ich von Samstagmorgen bis Montagmittag nach Nice gegondelt – nur die lange Strecke zwischen Toulon und Cannes musste aus Zeitgruenden mit dem SNCF-Zug absolviert werden. Und zurueck ging es mit einem Bus ueber die Autobahn, das ist wesentlich guensiger als Nice-Marseille mit dem Schnellzug. Es beruhigt ungemein, finde ich, wenn man erfaehrt, dass es immer irgendwie weitergeht, das immer irgendwann ein Bus kommt, der einen weiter bringt. Da hilft es natuerlich auch sehr, wenn es keine feste Wegstrecke gibt, sondern man voellig entspannt annehmen kann, was sich einem bietet.
Marseille – La Ciotat – Bandol
Also: Von Marseille aus ging es in einer knappen Stunde nach La Ciotat, einer niedlichen kleinen Stadt mit Werfthafen, der durch die schoene Kulisse auf Meer- und Stadtseite, sowie durch den Nebensaisoneffekt "allgemeine Entspanntheit und kaum Touristen" bestochen hat. Hat mir gut gefallen und hier liessen sich auch ein paar Tage mehr angenehm verbringen. Von dort aus mit der Bummelbahn der Bus faehrt nur alle paar Stunden nach Bandol. Im Sommer ist an der Shoppingpromenade bestimmt der Teufel los, trotzdem: Bandol ist mehr Kleinstadt an schoenem Strand als Touristenhochburg, scheint es. War ok. Und weiter nach Sanary sur Mer.
Sanary sur Mer
Und da war er, der Ort nach dem ich gesucht hatte und der mir ungemein wohl tat. Herrlich auf sich bezogen in der Mitte zwischen Marseille und Nice werden Flugzettel gegen den geplanten Géant (grosser Supermarkt) verteilt. Und ich hoffe, die Buerger wehren sich erfolgreich! Denn der Markt und die kleinen Geschafte bieten bis Sonntagmittag alles, was man braucht. Und nicht nur Grundnahrungsmittel, sondern alles von Schlecker bis zum American Vintage-Schal wird geboten. Schoene Restaurants und ein paar nette Bars fuer den Abend und eine wunderbare Lage am Meer machen Sanary sur Mer zu meiner Nummer Eins dieser 3 Monate. Ausserdem war Nebensaison und die Hotels locken mit Promotionpreisen, so dass ich mir ein schoenes Zimmer goennen konnte: ein breites Bett mit guten Kissen! Eine Badewanne! Auf die eigene Toilette gehen ohne durch Flure zu stolpern auf der Suche, nach einer sauberen Klobrille! TV! ZDF! Herrlich. Leider gab hier mein Fotoakku den Geist auf und ich musste mich auf Ursprueglicheres besinnen, um so manchen Einfruck festzuhalten: talentfreies skizzieren. Aber weiter:
Toulon
Von Sanary mit einem Linienbus ging es entlang der Kueste nach Toulon, vorbei an Wellenreitern und Vorstadtplattenbau. Und Toulon – ja, nett, aber nicht einnehmend. Der Hafen wird duch grosse mattgraue Marineschiffe bestimmt, zwischen denen ein paar kleine Yachten schaukeln. Eine Fahrt mit dem Linienboot nach Les Sablettes fuehrt duch die Austernfarmen: kleine, flache Holzhaeuser in grau, rot, blau, stehen auf Pfaehlen in der grossen seichten Bucht. Umgeben von hoelzernen Linien, an denen Seile und Netze in das Wasser haengen, woran Austern sich kultivieren. So eine Art maritimer Ackerbau. Durch die Strassen Toulons mag man alleine nicht in aller Ruhe gehen, an so einem menschenleeren Sonnrag nach Marktende: laute Gangs, Muell und geraeuschvolle, maechtige Stadtreinigungsautos die die Fussgaegerzonen versuchen vom Groebsten zu reinigen – zu viel Unfriede fuer meine Absichten. Weiter:
Cannes
Cannes und ich mochten uns nicht. Ich empfand den Widerspruch zwischen dem elenden Bahnhofviertel in Zentrumnsnaehe und der geheuchelten Croisette-Glitzer-Promenade nur 3 Strassen weiter, als unangehm. Es wollte sich mir kein offenes Internetcafee zeigen, um nach einer Herberge zu fahnden und so entschied ich zuegig, trotz einsetzender Daemmerung, in Richtung Antibes weiter zu ziehen. Das ich waehrend der Wartezeit am Bahnhof doch noch einen Internetzugang fand und mir eine Unterkunft fuer den naechsten Stopp suchen konnte, machte es zum Abschied ein bisschen besser.
Juan les Pins – Cap d' Antibes – Antibes
Ein wirklich schoenes Hotel mit einem klasse Barmann (der mich in fliessendem deutsch in die Geheimnisse der Absinthgenusses einfuerhrte) machten den Samstagabend perfekt und Cannes fast vergessen. Am naechsten Tag ging es dann per pedes zum Cap d' Antibes, einem Huegel, der die Buchten von Juan les Pins und Antibes trennt. Hier wohnt in gediegenen Villen, wer es sich leisten kann und keinen Wert auf grellen Schein legt. Wunderwunderschoen gelegen, gruen, mit idyllischem Anglerhafen, ein paar Felsen zum draufsetzen und aufs Meer starren und Minibussen, die einen in die naechte Stadt bringen. Mich nach Antibes. Und auch hier hat's mir gefallen: in der "Neustadt" genauso wie im ursprueglichen Teil mit kleinen Gassen und vielen huebschen Winkeln. Schoen.
Nice
An Nizza hatte ich ueberhaupt keine Erwartungshaltung. Und wurde positiv ueberrascht. Eine gepflegte grosse alte Stadt, die das Moderne und den Kommerz geschickt in die alten Fassaden integriert hat. Ich war hier schon ziemlich mueder, es war Montagmittag, und liess mich treiben: an der Promenade entlang, um auf dem (nicht einfach am) Strand einen Salat Nicoise zu essen; in den Salon des altehrwuerdigen Hotels "Le Negresko", in dem mich ein echtes Original an Kellner bediente und Gèrald, ein ca. 15jaehiger Nachwuchskellner, dessen erster Gast ueberhaupt ich war und der mir zum Abschied ein recht legeres "Et à bientot" zu warf, was ihm ein missfaelliges Stirnrunzeln und ein gezischtes "Discrètion!!" seines Ausbilders einbrachte. Ich fand' s herrlich; Und weiter durch die Fussgaengerzone mit all ihren schicken Laeden hinein in die schoene Altsadt und ueber einen tollen Antikflohmarkt, der mir weitere 1000 Gramm Gepaeck in Form einen Kochbuchs einbrachte!
Und dann wieder: Marseille
Nein, gefehlt hatte mt diese Stadt waehrend meines Ausfluges nicht und vor allem nicht das Wohnheim – so schoen es ist. Aber meine Maedels Caro, Lily, Madlen und Shima fehlten. Und die Jungs in der Kueche. Und René, mein tiefschwarzer Kuechenengel, die mich lieberweise zu ihrem Geburtstag einlud. Und jetzt sind Rachel und Sylvant noch einmal hier, es ist der zweite Advent und nur noch 2 Wochenenden- wie immer rast die Zeit zum Schluss. Ich geniesse den letzten Abschnitt nach diesem schoenen Wochenende – und freue mich noch hier zu sein und doch schon auch sehr bald wieder in Hamburg.
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- Name
- Britta Behnk
- Alter
- 35
- Ort
- Hamburg
- Webseite
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Marseille kulinarisch
Nach verschlungenen Pfaden durch diverse Studienfächer und Werbeagenturen habe ich im Januar das vorest letzte Ziel erreicht: ich bin Köchin - und sehr glücklich damit. Und weil man diesen Job so fein mit auf Reisen nehmen kann, starte ich gleich durch und verlasse Hamburg gen Marseille, um im Rahmen des 'Leonardo de Vinci-EU-Programms' an einem 3monatigem Praktikum teilzunehmen.
Kommt mit auf eine kulinarische Tour de Provence!

















































habt ihr in franreisch eine andere zeitrechnung ? eigentlich muß es doch der erste advent sein !!!
liegr wohl am absinth
bis bald. der vater
sagte elvis am 03.12.2007 um 09:40 Uhr #