IslandIsland

4. Tag on Tour

22.08.2002 |

puh, heute wissen wir gar nicht wo anfangen! Also, es ging früh morgens von Varmalid nach* Narfastadir (unser Quartier) bei Launar. Wir hatten uns extrem viel vorgenommen, das wir uns ansehen wollten und unterwegs kam dann noch viel mehr dazu!

Als Einleitung des heutigen Tages muss man wahrscheinlich sagen, dass Naturereignisse in Island inflationär vorhanden sind!

Ok, also, wie gesagt, los ging es von Varmalid. Unterwegs liegt das Städchen Akurery, von dem wir gelesen haben, dass es schöner als Reykjavik sein soll. Nun ja, wir haben 2,5 sinnlose Stunden dort verbracht, weil wir dachten, wir entdecken das Schöne noch. Abgesehen von einer Kirche, die aussen modern und innen sehr schön ist, haben wir allerdings nichts gefunden. Gut, die Häuser haben grundsätzlich mehr Platz als in Reykjavik und sehen nicht ganz so selbst gebastelt aus. Aber vor allem auch die Fussgängerzone, bzw. hier nennt man sowas Haupteinkaufsstrasse, sah sehr retortenmässig aus und wieder wurden wir an Amerika und Goldgräberstädchen erinnert.

Unser nächstes Ziel war Godafoss. Der Götterwasserfall, da dort die heidnischen Götterbilder hinunter geworfen wurden, als die Isländer zum Christentum übergetreten sind.

Wieder touristenfreundlich direkt an der Strasse gelegen, zeigte er sich wie so vieles in Island, von seiner schönsten Seite. Die Wege und das Flussbett waren voll von schwarzem weichen Sand.

Der Fluss vor dem Wasserfall, hier konnte man ganz prima im flachen Wasser von Fels zu Fels ein Stück Flussaufwärts, lud zum Plantschen ein. Und das haben wir auch getan. War das kalt! Und so schön!

Die heutige Strecke bis zur neuen Unterkunft war wieder nicht sehr weit. Wir haben schon gegen 14 h eingecheckt und sind von dort aus weiter, die nächsten Naturwunder in der Gegend ansehen. Als erstes Stand der Myvatn, der Mückensee, auf unserer Wunschliste. Eine vulkanische Gegend mit vielen vielen großen und kleinen Kratern, Lavaformationen und und und.

Dazu muss gesagt sein, dass der See seinen Namen wirklich verdient. Es sind zwar keine Stechmücken, aber unglaublich viele und anhängliche! Gelesen hatten wir davon schon vorher, deshalb haben wir auch ein Quartier ein paar km ausserhalb gewählt, aber was dort auf uns zukam, überstieg unsere Vorstellungskraft. Wir sind also nur einmal direkt am See ausgestiegen, danach erst wieder als wir etwas weg waren.

Und zwar am Hverfell, einem Vulkan der zum letzten Mal 1984 ausgebrochen war und dessen Krater man umrunden kann. Wir haben dazu 1 h benötigt.

Das wirklich Erstaunliche (da so unerwartet) war, wenn man die paar 100 m schrägen Fusspfad oben angekommen ist, dass im Krater mit weissen Steinen allerlei Grüsse hinterlassen wurden.

Langsam drängte uns die Zeit, da wir noch viel vor und gemerkt haben, dass es hier ganz schön viel zu sehen gibt.

Nach wenigen Kilometern waren wir schon bei der nächsten Naturattraktion. Grjotagja, heißen Thermalgrotten. Das Wasser ist dort zu heiss zum Baden, aber schön anzuschauen sind sie natürlich. Wir haben uns vorgestellt, dass es die Leute früher, als man noch in Höhlen gehaust hat, hier schön warm hatten, während man in Mitteleuropa noch rumgefroren hat oder versucht hat Feuer zu machen. Die haben sich hier nur über eines der brodelnden Löcher setzen müssen und hatten es schön warm. Oh – in Island bekommt man den Kopf ganz schön frei und kommt auf die komischsten Gedanken ;-)

Da wir für den Tag noch ein bisschen wenig Adrenalin hatten, haben wir noch eine Mini-Klettertour aus den Höhen gemacht. Endlich mal ein paar Minuten Aktivität und nicht nur Naturereignisse kucken ;)

Natürlich ging es gleich weiter. Auf dem Weg zu unserem nächsten Ziel, dem Dettifoss (Europas grösstem Wasserfall!) sind wir ausversehen noch an einem warmen Badesee vorbei gekommen.

Auch hier haben sich die Leute das Gesicht mit dem weissen Schlamm des Sees eingeschmiert, wie wir es schon auf Bildern von der Blauen Lagune gesehen haben. Ein Zufluss des Sees führt so kochendes Wasser, dass die ganze Erde darüber bebt und sich das ganze anhört, als ob ein Hubschrauber direkt über einem fliegen würde.

Wir machten uns wieder auf in Richtigung Dettifoss, aber wieder brodelte und rauchte es, so dass wir nicht umhin kamen noch einen Zwischenstop einzulegen. Ein Feld brodelnder Quellen wie am Geysir. Es spuckte zwar keiner aber wir wissen jetzt wie man auf die Idee von Springbrunnen gekommen ist.

Rechts im Bild oben steht ein halben Meter hoher Stein„kelch“ aus dem einfach Wasser sprudelt.

Ansonsten waren diese Erdlöcher nicht nur mit Wasser sondern mit einer grauen Schlacke gefüllt, die allerdings noch viel schöner gekocht hat als Wasser.

Aber jetzt ging es endlich zum Dettifoss. Da wir schon so spät dran waren, wollten wir eine Abkürzung nehmen. Naja, es waren sicher sehr viel weniger km, allerdings über eine der ganz schlimmen Schotterpisten, auf denen man nur sehr langsam vorwärts kommt. Trotzdem stellte sich heraus, dass wir Europas grössten Wasserfall von der richtigen Seite angesteuert hatten. Denn von hier aus hatte man eine wunderbare Sicht, sicher viel besser, als die „offizielle“ Variante über die bessere Strasse.

Die Flussseiten zu wechseln ist übrigens innerhalb von ca. 30 km nicht möglich gewesen. Wir haben auf jeden Fall unseren Favouriten unter den Wasserfällen entdeckt, auch wenn die beiden Gulfoss und Godafoss schon sehr schön waren, dieser übertraf alles.

So eine Wucht, das Wasser schießt gleichmässig über den 100 m breiten Abhang 44 m in die Tiefe. Ok, von der Tiefe sieht man vor lauter Wasser„staub“ nichts, aber man kann es erahnen. Nach diesem Wasserfall, haben wir uns den ca. 2 km weiter vorne liegenden Selfoss nicht mehr aus der Nähe angeschaut, denn den Grössten hatten wir ja jetzt schon gesehen ;)

Diese Wasserfälle sind übrigens die Ausnahme der Regel, dass die Touristenattraktionen so verkehrsgünstig liegen. Nach 23 km Schotterpiste mussten wir tatsächlich noch eine 1/4 h laufen! Zurück konnten wir nur wieder den gleichen Weg über die Schotterpiste. Allerdings hat uns das schon auf unsere morgige Tour eingestimmt und wir konnten uns warmfahren.

Morgen geht es nämlich durch Wüste zum Askja.

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* muss sein, leider...
² sagen wir auch nich' weiter. Versprochen!

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Kerstin & Stefan Beuter
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jung geblieben
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Reutlingen
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Alle Reisen von Kerstin & Stefan Beuter

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Endlich machen wir, Kerstin (26) und Stefan (34) Beuter aus Reutlingen, unseren Traum wahr! Wir reisen in ein nordisches Land!
Als begeisterte Skifahrer lieben wir den Schnee und die etwas kühleren Gefilde. Badeurlaub war noch nie unser Ding. Deshalb sind wir die letzten Jahre im Urlaub mit unseren Motorrädern z.B. durch die Dolomiten, die französischen Seealpen oder die Nockberge getourt. Eben überall wo es extrem kurvig ist und die Landschaft schön - Island!