FrankreichNice Monaco an der Cote D'Azur

Monaco-Franze

17.04.2001 |

Tja, was soll man sagen? Monte Carlo ist Monte Carlo. So, wie man es von der Formel 1 kennt, nur voller. Schätzungsweise 1 Milliarde Menschen machen zur gleichen Zeit die gleiche Sache: glotzen. Das kann man hier wirklich zur Genüge. Auf den ersten Blick gleicht diese Stadt einer typischen Metropole am Meer. Näher hingesehen, findet man doch den Luxus, von dem man glaubt, daß es ihn in dieser geballten Konzentration nicht wirklich geben könne.

Vor dem legendären Casino reihen sich auf Hochglanz polierte Edelkarossen aneinander, aus denen Menschen steigen, denen man aus 5 Kilometer Entfernung ansieht, daß sie reich sind. Und das liegt weder an dem Chauffeur, der Madame elegant aus dem Wagen hilft, noch an den unzähligen Brillianten am Hals der selbigen, die die Sonne reflektieren – man sieht es einfach.

Denkt man sich den Springbrunnen weg, sieht man die anderen 1 Milliarde Touris, die wir euch ersparen wollen, denn sie nehmen diesem Gesamteindruck ein wenig den Glanz! Das, sollten wir uns nicht grob vertan haben, Mausoleum Gracia Patricias, erlaubt ihrer Seele zwar einen ungetrübten Blick über ihr einstiges Reich, zieht aber kaum den Blick der Huldiger auf sich – ohne Stadtführer läuft man dran vorbei. Ein eher unscheinbares, etwas pflegebedürftiges, schlichtes, gelbes Kästchen. Wir finden: unwürdig.

Dreht man sich um, sieht man sie: die Franc-Fallen. Gucci, Prada, Valentino geben sich ein Stelldichein und lassen den Schluß zu, das Monaco Franze je nach Wagentyp links oder rechts hineingeht, um hier die richtigen Kleinigkeiten für die zu bekleidende Beifahrerin auszusuchen.

Als wir darüber sprachen, daß es hier früher, bevor der Fliegerseiden-Tourismus wie eine Heuschreckenplage über die Cote D'Azur herfiel, unglaublich gewesen sein muss, verblasste die Faszination Monaco und zurück bleibt eine Metropole am Hafen. Man beachte, daß jetzt Vorsaison ist. Der Sommer muß die Hölle sein! Das gilt meiner Meinung nach für alle drei besuchten großen Orte. Die guten Zeiten haben die hinter sich. Zu viele furchtbare architektonische Missgeschicke rauben allen Prachtstraßen das Flair, das man, ohne vorher hier gewesen zu sein, mit Gewißheit zu finden glaubte. Vielleicht machen wir darüber auch noch was: die Kehrseite der Medaille…

St. Paul de Vence Links von Nizza, die N7 und D2 entlang, gelangt man nach St. Paul de Vence. Einem Künstlerdorf, in dem laut Auskunft meiner Tante Curd Jürgens begraben sein soll. Der stellte sich dann kurze Zeit später als Marc Chagall heraus. Noch mal vielen Dank. Jedenfalls erhebt sich dieses gassendurchzogene, Gallerien gespickte Dörfchen, geschützt von einer gewaltigen Stadtmauer, aus dem es umgebenen Wäldchen, so daß man es von weitem erkennt. Nach einem Besuch der Gallerie Artchic, in der Stapel eigentlich alle Bilder kaufen wollte, sich nicht entscheiden konnte und sich von Marie stattdessen die Webadresse der Galerie artchic geben lies, bewältigten wir einen Gewaltmarsch.

Nach dem Marsch entschlossen wir uns ein kühles Bier zu verhaften. Daraus wurden dann zwei und die merkte man dann aber! Auch im Portemonnaie, denn ein Bier kostete 30 Franc = 10 Mark, 5 Euro! Merken die denn noch irgendwas? Wir torkelten in der heißen Mittagssonne Richtung Auto und verabschiedeten uns leise von Curd Jürgens…

Dienstag Nacht 2:00 Uhr – Route du Bord de Mer. Wenn man eine Bulgari-Uhr hätte, könnte man draufgucken. Stapel nicht, denn er hat seine soeben verloren.

Bier im Kopf – das Meer gesehen – mitten in der Nacht – Auto angehalten – gestolpert – schmerzendes Knie – laut johlend die Klamotten vom Leib gerissen – viel zu kalt – raus aus dem Wasser – Klamotten an – Uhr weg!

Aber es hat gut getan – wie man sieht.

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Nice Monaco an der Cote D'Azur

Sven Stapelfeldt (Stapel), Physiotherapeut einer Hamburger Haftanstalt und Björn Kaas, Mitgründer von LIVETRAVEL, berichten von der Cote D'Azur. Ob ein Besuch bei den Grimaldis möglich sein wird? Wir werden es sehen. Auf jeden Fall berichten wir 8 Tage von einem der reichsten und wohl auch schönsten Flecken der Erde.